Gott, der in der Natur _geheimnisvoll_ thront, um Ideale abzuwarten, die
sich endlich _realisieren_ sollen, will für alle, alle, alle,
leidenschaftlichst ihre Entwicklung zu ihrer Vollkommenheit, zur
Glückseligkeit, zu ihrem eigenen inneren und äußeren Frieden! Er
überträgt daher vorerst den Herrschern diese zarte und schwierige
Mission, solange das Volk noch _unmündig_ ist. Aber später fühlt es
leider der Herrscher nicht, daß seine Milliarde von Schützlingen _aus
eigener Kraft_ Gottes Wege zu wandeln bereits erstarkt sind! Wie wenn
ein Achtzigjähriger noch immer von seinem fünfzigjährigen Sprößling
sagte: »Karlchen hat sich verkühlt — er muß einige Tage das Bettchen
hüten — — —«. So behandeln die Monarchen ihr geliebtes Volk, haben keine
Ahnung, daß es _längst mündig_ geworden ist, sie selbst aber unterdessen
_greisenhaft_.
Gottes Gnade kann einem einzelnen verliehen sein, der für alle
_zugleich_ sorgt; sie kann aber _später_ allen verliehen sein, die
_einzeln für sich selbst sorgen_! Vom einzelnen und von der Gesamtheit
jedoch kann Gottes Gnadentum in gleicher Weise mißbraucht werden! Es
kann einer für alle das Glück verschaffen oder verhindern; es können
alle es für sich selbst ebenso!
Gottes Gnade strömt aus Gottes Geist, aus Gottes Herzen; und ein kleiner
zarter Knabe kann sie ausüben, wenn er tausend Erwachsene vor einer
Gefahr bewahrt, die sie selbst nicht ahnen in ihrer rastlosen
Geschäftigkeit. Wenn der Herrscher die _wirkliche Gnade Gottes_
repräsentiert in bezug auf ein ganzes Volk, so hat er das Recht, von
seinem _Gottesgnadentum_ zu sprechen!
In diesem Falle aber wird selbstverständlich das ganze Volk diese
Repräsentation auch unbedingt bis in die innersten Nerven hinein spüren,
und daher _aufjubeln_ und Dankgebete für ihn verrichten! Wenn das aber
nicht geschieht, sondern _Murren_ und _bange Verzweiflung_ in den Landen
losbrechen, dann ist es an der Zeit, für die Weisen der Nation, Einkehr
zu halten, Ausschau, und dem _Bedenken_ ihre geistigen Tore weit zu
öffnen!
Es gibt kein Zurück, nach Gottes Ratschluß! Es gibt nur ein Vorwärts,
Vorwärts, Vorwärts, in jeglicher Sphäre menschlicher Betätigungen! Wer
das unternimmt, ein einzelner oder alle, steht unter Gottes Gnadentum!