O Fraue,
Nicht was du _bist_, bist du!
Das, was _wir_ von dir träumen, _das_ bist du!
Was in der dunklen Wehmut unseres begeisterten Blicks erschimmert, das
bist du!
Der Duft deines Atems, der uns den Duft der ganzen blühenden
geheimnisvollen Welt bringt, _das_ bist du!
Deine _nicht erfüllten_ Sehnsuchten, die auf deinem lieblichen Antlitz
kauern, und die _wir_ mehr miterleben, _miterleiden_ als du selber,
_Das_ bist du!
Die Träne, die aus unsern Augen langsam herabrieselt (wir selber wissen
nicht, aus welchem Leid sie ihre Quellen hat) _das_, _das_ bist du!
Und _unser Lächeln_ bist du, wenn du kommst — — —!
Und unsere _ernste Stille_, wenn du von uns gehst — — —!
Wenn du _uns_ kränkst und wenn du _uns_ verwundest,
Nimmst du _dir selbst_ die Pracht des eigenen Lebens,
Denn was wir von dir fühlen, _das_ bist _du_! Bleib darum milde — — —.
Dreh’ nicht der Nachtigall den Hals um, wenn sie in die lichte Mondnacht
schmettert,
Denn _ihr Lied_ macht erst die Mondnacht zu dem, was sie _ist_!
O Fraue, laß uns singen, sagen, klagen — — —.
Was du _von uns_ vernimmst, _das_ erst bist _du_!