EHEBRUCH

Ich verzeihe dir! Vier Tage und vier Nächte habe ich mich durchgerungen.

Die Nächte besonders waren voll von Qual. Wenn du gewußt hättest, was du

mir angetan hast an Leid, du hättest es wahrscheinlich nicht getan. Aber

ihr wißt es eben nicht, wollt, könnt es nicht wissen! Unser verstörtes

Antlitz sagt euch nichts. Prügel sind der Ausbruch für euch unserer

verletzten Eigenliebe. Und sogar Mord ist doch in Eueren Augen nur

Rachgier! Unsere Zärtlichkeit könnt ihr nicht ahnen, die wir für euer

Leben haben, wie jedes Muttertier für seine Jungen, oder wie der Storch,

der sich auf dem brennenden Dache niederläßt, um mit den Jungen, die er

nicht mehr erretten kann vor Qualm und Hitze, selbst zu verbrennen! So

sind wir mit euch! Mit euch verbrennen, wenns keine Rettung gibt — — —.

Das zarte Nest ist in Gefahr, das wir euch errichtet mit allen Mühen

unseres armen Lebens; das Nest ist in Gefahr — — —. Ich will dich

retten, doch der Qualm betäubt mich. Anita, oh Anita — — —! Vier Tage

und vier Nächte hab’ ich mich durchgerungen. Die Nächte besonders waren

voll von Qual. Ich will dich retten vor dir und vor den anderen! Ich

liebe dich, es bleibt mir keine Wahl — — —. In mir sind Gottes

Zärtlichkeiten für jedes Geschöpf, konzentriert auf dich! Bis du es aber

spürst, vergehen Jahre, Jahre. Mir ist die Kraft verliehen, an deiner

Bahre, in deinem toten Antlitz noch verständnisvollen Dank mir endlich

zu erspähen! Vier Tage und vier Nächte hab ich mich durchgerungen. Die

Nächte besonders waren voll von Qual. Ich liebe dich, es bleibt mir

keine Wahl. Wir wollen den Schmerz begraben, der uns begrub — — —. Nimm

also dein neues Kleid, wir wollen zu fremden Menschen gehen, die

fröhlich sind, Geliebte!

Neues Altes · 第 76 / 126 题