Anmerkungen zur Transkription
Das Original ist in Fraktur gesetzt. Im Original gesperrter oder
unterstrichener Text ist _so ausgezeichnet_. Im Original in Antiqua
gesetzter Text ist ~so markiert~. Im Original fetter Text ist =so
dargestellt=.
Weitere Anmerkungen zur Transkription befinden sich am Ende des
Buches.
Landesverein Sächsischer
Heimatschutz
Dresden
Mitteilungen
Heft
10 bis 12
Monatsschrift für Heimatschutz und Denkmalpflege
Band X
_Inhalt_: Hermann Vogel, dem Malerpoeten des Vogtlandes zum
Gedächtnis -- Kamenzer Weihnachten -- Wanderbilder aus dem
östlichen Vogtland -- Trachtenechtes Spielzeug -- Caprivi und
die Bäume im Garten des Kanzlerpalais -- Drei Baumbilder aus der
Wilsdruffer Heimatsammlung -- Pflanzt Nußbäume -- Praktischer
Heimatschutz -- In den Hütten meiner Heimat -- Das Weberhaus
in Hosterwitz -- Wissenschaft und Vogelschutz -- Kursächsische
Streifzüge -- Erzgebirgische Christ- und Mettenspiele -- Von der
Schönheit des Baumes -- Bücherbesprechung
Einzelpreis dieses Heftes M. 20.--, Bezugspreis für einen Band
(aus 12 Nummern bestehend) M. 30.--, für Behörden und Büchereien
M. 20.--. Mitglieder erhalten die Mitteilungen kostenlos,
_Mindest_jahresbeitrag M. 10.--
Geschäftsstelle: Dresden-A., Schießgasse 24
Postscheckkonto: Leipzig 13987, Dresden 15835
Stadtgirokasse Dresden 610
Dresden 1921
An unsere werten Mitglieder!
In dem vorliegenden Weihnachtsheft bieten wir unseren Mitgliedern,
Freunden und Gönnern etwas ganz besonderes:
Wir sind in der glücklichen Lage, zehn ganz vortreffliche Zeichnungen
Hermann Vogels, des gemütvollen Illustrators der »Fliegenden Blätter«,
der Anfang dieses Jahres seine Augen für immer schloß, abzudrucken und
so dem Hefte eine besondere Weihnachtsstimmung zu geben.
Unser Verein hat in dem nun ablaufenden Jahre an Mitgliedern ungeahnt
zugenommen. Fast hat sich unsere Mitgliederzahl verdoppelt, denn
wir werden mit einem Bestand von 12000 Mitgliedern abschließen.
Freilich haben unsere Einnahmen durch die zunehmende Geldentwertung
mit der Erhöhung unserer Mitgliederzahl nicht Schritt gehalten. Eine
obligatorische Erhöhung unseres Jahresbeitrages (Mindestbeitrag
10 Mk.), der in unseren Brudervereinen schon 20 Mk. und mehr beträgt,
möchten wir vermeiden, um auch unseren minderbemittelten Volksgenossen,
den zahlreichen Schülern, die sich an unserer Bewegung und an unseren
Veröffentlichungen erbauen, auch weiterhin die Zugehörigkeit zum
Heimatschutz zu ermöglichen. Wir hoffen daher, daß
_unsere Bitte um freiwillige Erhöhung des Jahresbeitrages_
auch weiterhin Gehör und Erfüllung finden und das besonders der Inhalt
dieses Heftes, das uns fast 10 Mk. (unseren Mindestbeitrag) selbst
kostet, dazu anfeuern möge.
Wir fügen daher auch diesem Hefte eine Zahlkarte bei und bitten alle
diejenigen, davon Gebrauch zu machen, die dazu irgendwie in der Lage
sind, ihren Beitrag freiwillig zu erhöhen oder uns eine Weihnachtsgabe
für das Jahr 1921 noch zu übermitteln. Die jetzige Teuerungswelle
bringt auch unseren Verein erneut vor wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Möge der Opfersinn und die Opferwilligkeit aller derer, die uns
angehören, an unseren Bestrebungen Freude, Gefallen und Genugtuung
finden, dazu beitragen, daß wir auch über die neue verschärfte
wirtschaftliche Lage hinwegkommen und weiter unseren Bestrebungen für
Heimat und Volk mit allen unseren Kräften in der bisherigen Weise
gerecht werden können.
Wir danken allen aufrichtig und von ganzem Herzen, die uns bisher
geholfen haben und unseren Verein in die Lage versetzten, einer der
größten Vereine mit idealen Bestrebungen von ganz Sachsen zu werden.
Wir bitten alle, dazu beizutragen, daß wir im nächsten Jahre unser
zwanzigtausendstes Mitglied aufnehmen und an Macht und Ansehen weiter
gewinnen können. Zu diesem Zwecke fügen wir eine Anmeldekarte zur
Gewinnung eines neuen Mitgliedes bei. Die Mitgliedschaft wäre ein
schönes Weihnachtsgeschenk für Sachsens Jugend.
_Dresden_, im November 1921
Landesverein Sächsischer Heimatschutz
[Illustration:
Band X, Heft 10/12 1921
Landesverein Sächsischer Heimatschutz
Dresden]
Die Mitteilungen des Vereins werden in Bänden zu 12 Nummern durch den
Vorstand herausgegeben
Abgeschlossen am 1. Oktober 1921
Hermann Vogel dem Malerpoeten des Vogtlandes zum Gedächtnis
Von _Karl Rödiger_, Plauen i. V.
Die beigedruckten Bilder stammen »Aus den Fliegenden Blättern«,
Braun & Schneider, München
»Bin kein Heimatkünstler im eigentlichen Sinne des Wortes, bin kein
Vogtlandmaler«, schrieb mir Hermann Vogel in seiner kurzen, offenen
Art, als ich mich vor etlichen Jahren an ihn gewendet hatte mit der
Bitte, mir aus dem Reichtum seiner Bilder solche zu nennen, denen ein
_vogtländisch-heimatliches_ Motiv zu Grunde liegt. Und wer das gesamte
Schaffen des Künstlers, der sich selbst einmal, auf dem Titelblatt
seines »Bilder- und Geschichtenbuches«, als »romantisch-humoristischer
Illustrator« bezeichnet hat, auch nur einigermaßen kennt, seine
Illustrationen zu Scheffels Ekkehard, zu Wagners Deutschen Heldensagen,
zu Schwabs Volksbüchern, zu der achtbändigen Weltgeschichte seines
Lehrers Otto Kaemmel, seine wundersamen Bilder zu den Märchen der
Brüder Grimm (1892/94), zu Rudolphis Märchen (1905), seine ungezählten
Bilder und Gedichte, Tierfabeln und Geschichten in den Münchener
»Fliegenden Blättern«, denen Hermann Vogel mehr als drei Jahrzehnte
lang sein bestes Dichten und Können gewidmet hat, wer dies alles
überblickt, der wird, erstaunt ob solcher Gestaltenfülle aus allen
Zeiten und Völkern und Ländern, den Künstler nicht mehr in den
engbegrenzten Begriff des Heimat- und des Vogtlandmalers hineinzwängen
wollen.
[Illustration: =Der Schatzgräber=]
Und doch, wer näher zusieht, wer als geborener Vogtländer wie ich von
Jugend an leidenschaftlich gern Hermann Vogelsche Bilder aufgesucht und
stundenlang betrachtet hat, der wird mit aufrichtiger Freude entdecken
können, wie Hermann Vogel auch seiner _Heimat_, seinem _Vogtland_,
immer und immer wieder reizvolle Motive für seine Bilder abzulauschen
wußte.
[Illustration: =Hexenküche=]
Kein Wunder. Denn in Plauen, im Herzen des Vogtlandes, am 16. Oktober
1854 als zweiter Sohn des Maurermeisters Traugott Wilhelm Vogel
geboren, ist der Künstler zeitlebens ein rechter Vogtländer von echtem
Schrot und Korn geblieben. Mit allen Fasern seines Herzens hing
Hermann Vogel an seinem Vogtland. Mit seinen Landsleuten hat auch er,
wie Julius Mosen, der Vogtlandsänger, im Eingang der »Erinnerungen«
von sich sagt, immer die Anhänglichkeit an die heimatliche Erde des
Vogtlandes gemeinsam gehabt. Ein doppeltes Heim hat Hermann Vogel
besessen, ein Sommerheim an der Plattleithe im sonnigen Loschwitz
bei Dresden und ein Winterheim in seinem obervogtländischen Dörflein
Krebes beim Burgstein, zwischen Ruderitz und Gutenfürst. Sobald es zu
herbsteln begann, sobald die ersten Schneeflocken herabwirbelten, litt
es den Künstler nicht länger im wohligen Loschwitz. Das Heimweh trieb
ihn hinauf in seine heimatlichen Vogtlandberge und Vogtlandwälder.
Und hier, in der Weltabgeschiedenheit des Krebeser Waldes, in nie
befriedigtem Selbststudium, in unablässigem Naturstudium hat er, den
kein Kunstlehrer und keine Kunstakademie dauernd hatte fesseln können,
mühevoll sich den Weg zu seiner Künstlereigenart gebahnt. Hier hat er
am 22. Februar 1921 sein Künstlerauge für immer geschlossen. Hier haben
wir ihn, den »Krebesaere«, auf seinen ausdrücklichen Wunsch in den
mütterlichen Schoß seiner heißgeliebten Vogtlanderde gebettet. --
Mit Stift und Skizzenbuch hat Hermann Vogel sein Vogtland kreuz und
quer durchstreift und, als Maurermeisterssohn, mit ganz besonderer
Vorliebe architektonische Motive heimgetragen. Immer wieder ragen
in seinen Bildern die zerfallenen Mauern der beiden romantischen
Burgsteinruinen empor, die seinem Krebeser Heim und seinem
Künstlerherzen so nah benachbart waren: in Maiensonntagsbildern die
untere Burgsteinruine mit dem ländlich gemütlichen Kegelschub, im
mondlichtüberflossenen Schatzgräberbild die obere Burgsteinkapelle,
in dem köstlichen Waldmappenbild von der Märchen erzählenden
Großmutter die altersgrauen Burgsteinmauern mit dem geheimnisdunklen
Spitzbogentor im Hintergrund, im Bild vom grauen Männel, das den
späten Gast vom Burgstein heimleuchtet, in zahlreichen Bildern der
~Ora-pro-nobis~-Brüderschaft, deren Seele der Künstler gewesen, im Bild
vom eingeschneiten Einsiedler, in der innigen Dornröschenkarte vom
Burgstein, deren Geleitgedicht der Malpoet ausklingen läßt:
Hier schläft, umraunt von Wald und Wind,
Der _Heimat_ Poesie.
[Illustration: =Waldseeklause=]
Aus vielen, über alle Welt verbreiteten Bildern Hermann Vogels grüßen
uns wie vertraute Freunde Dorfkirchen des Vogtlandes mit ihren runden
Zwiebeltürmen: das Kirchlein von Krebes, von Kemnitz und Geilsdorf,
die weit ins Land schauende St. Clara-Kapelle von Heinersgrün, die
berühmte Bergkirche von Schleiz, eine der ältesten und denkwürdigsten
Kultstätten des gesamten Vogtlandes. Alte Bauwerke, »Wohnungen der Frau
Romantika«, Burgruinen, Kirchen, Tore, Türme und Schlösser, haben es
ihm angetan: der zierliche Schloßturm des Rittergutes von Wiedersberg
im oberen Vogtland, das Stadttor von Saalburg, der Wartturm von
Ziegenrück, Schloß Ranis, das efeuumsponnene, im Pößnecker Kreis, vor
allem das herrliche Schloß Burgk an der Saale in Sommersonnenglanz und
deutscher Winterweihnachtspracht.
[Illustration:
Wahr’ dich vor Waldschmieds Töchterlein!
Wie Eisen so stark, wie Gold so fein
Schwingt sie den Hammer wie Wieland gut,
Wie Kohle loht ihrer Augen Glut!
Und naht der Schmiede ein Reitersmann,
Der nicht mehr fechten und traben kann,
Dem bessert sie Harnisch und Huf zur Stund’,
Brennt aber auf ewig das Herz ihm wund!
]
Als begeisterte Anhänger und Vorkämpfer des Heimatschutzgedankens sind
wir dem Künstler aber noch besonders dankbar, daß er bemerkenswerten
Resten und Zeugen heimatlicher Bauweise so liebevoll nachgegangen
ist und diese uns in vielen seiner Bilder erhalten hat: die
schindelgedeckten Bauernhütten des Vogtlandes mit dem Rundbogenbalken
über den kleinen Wohnfenstern, den kunstvoll mit Schiefer verkleideten
Giebel der Waldschmiede in Heinersgrün, den altmeisterlichen
Holzwerkgiebel ebendort (in dem Bild von der »Hochzeitsmusik«), das
echt vogtländische Bauernhaus mit Holzgalerie (in Grimms Märchen von
den klugen Leuten), das heimatliche Bauerngehöfte mit Taubenschlag und
Bienenstöcken und Kleinod- (»Klaanet«) Garten (beim Märchen vom Frieder
und Katerlieschen), die altvogtländische Bauernstube mit Spinnrad,
vogtländischem Hauskalender und Kachelofen und volkskunsthandwerklicher
Holzverkleidung (aus den Waldmappenbildern), den urwüchsigen
Dorfbrunnen mit bretternem Brunnenhaus und wuchtigem Klotzhebel,
im Volksmund »Leerl« genannt, (beim Märchen vom Fundevogel), den
Wiedersberger Gasthof mit seinem Fachwerk und kunstschmiedeeisernem
Wirtshausschild (im Märchen von dem, der das Fürchten lernen wollte)
und endlich, nicht zuletzt, auch die weltabgeschiedenen Mühlen alle
in den Waldbachtälern des Vogtlandes, vor allen die Kienmühle im
Kemnitzgrund nahe dem Burgstein, zwischen Ruderitz und Geilsdorf, des
Künstlers Lieblingsmühle, wo er so gern geweilt, die er in einem seiner
schönsten Gedichte also preist:
Am Erlenbach, im engen Grund, du Mühle hast mir’s angetan,
Seit sich dein stiller Frieden mir zum ersten Male aufgetan.
Wie oft saß ich am Felsenhang, von Fichtenkronen rings umsäumt,
Und späht’ dein stilles Tal entlang, so heimatfröhlich
und verträumt.
* * * * *
Noch heute summt durch meinen Traum ein fernes Lied,
so leis und lind,
So liebend, wie wenn in den Schlaf die Mutter
singt ihr krankes Kind.
’s ist ein gar eigen, stilles Lied, so waldeskräftig, sonnenmild,
Bald fröhlich wie der Mühlenbach, wenn er um moos’ge Felsen quillt,
Und bald wie Waldesbrausen ernst, dem scheu der Sprung
der Rehe lauscht:
Es ist der _Heimat Zauberlied_, das durch
die Fichtenkronen rauscht.
[Illustration: =Im Maien.=]
[Illustration:
Wenn der Hans die Grete nimmt,
Die Musica auf’s Feinste stimmt;
Wenn der Hans die Grete hat,
Wendet sich das Notenblatt --
Nun toent’s bald sueß, wie Nachtigallsang
Bald, als keiften zwei Kater die Daecher entlang!
H. V. 1904
=Hochzeitsmusika=]
Der Heimatmühle tief drunten im Tal und dem Heimatwald hoch droben auf
den Vogtlandbergen gehörte des Künstlers volle, treue Liebe.
Du Wald auf meiner Heimat Höh’n,
Mein ganzes Glück bist du!
bekennt er am Schluß des Geleitgedichtes zu seinem ergreifend schönen
Heimatwaldbild. Tagelang und nächtelang ist er als Jäger durch den
Krebeser Wald gestreift und durch die Wälder der Ruderitzberge und
der Plattenberge, mit der Donnerbüchse über der Schulter. Nur selten
hat er’s über sich vermocht, ein Wild des Waldes mit seiner Flinte
wirklich tot zu schießen. Mit seinem Stift, dem treffsicheren, hat
er die Tiere belauscht und im Skizzenbuch als Beute heimgebracht:
den leichtflüchtigen Hasen, den listigen Fuchs, das keusche Reh
(des Künstlers Lieblingstiergestalt), die gurrenden Holztauben, das
übermütige Eichkätzchen und die nachtschwarzen Unglücksraben Wotans.
(Hermann Vogel als Gestalter der heimischen Tierwelt ist ein besonders
reizvolles Kapitel für sich allein.) Aber über die oft verblüffende
Wirklichkeitstreue hinaus drängte es den Künstler, den heimatlichen
Wald romantisch zu beleben, »märchenhaft und wunderbar«, mit Gnomen
und Zwergen und Elfen und Nixen und Drachen und Hexen und Riesen.
Die Bäume bekommen Gesichter, Arme und Hände. Hinter den Felsen
lauern spukhafte Ungeheuer. Hänsel und Gretel, zwei vogtländische
Bauerskinder, schreiten herzklopfend durch den verzauberten,
nächtlichen Vogtlandwald. Hermann Vogel ist einer der bedeutendsten
Märchenwaldmaler des deutschen Volkes. (Wer sich jemals in seine
Waldbilder zu den Volksmärchen der Brüder Grimm und seine beiden
Waldbildmappen vertieft, wird es bestätigt finden.)
[Illustration: =Madonna im Walde=]
Als echter Malerpoet des Vogtlandes erweist sich Hermann Vogel auch
in seiner Darstellung der vogtländischen Menschen, die er oft und
gern in seine Bilder hineinführt. Echt romantisch ist es, wie er auch
hier Märchentraum und Wirklichkeit oft seltsam zu verketten weiß.
Wie wirklichkeitsscharf verkörpert er die junge Vogtländerin mit dem
Leibgericht aller Vogtländer, den grünen Klößen (Griegenifften) in
der runden Schüssel, und mit der alten, schönen Vogtlandtracht, der
perlenverzierten Buckelhaube, dem reichbestickten Brusttuch, dem
schwarzen Mieder, den kurzen, blütenweißen Hemdärmeln, dem langen,
weiten Rock und der breiten, bunten Schürze. (Mit dem Künstler
beklagen auch wir, daß die altheimische Tracht von den Dorfbewohnern
im Vogtland nicht mehr getragen wird und nur noch in Museen, in Kästen
und Truhen ein verborgenes Dasein fristet.) Was für altvogtländische
Prachtgestalten sind die Mitglieder der Stammtischrunde in der
Gutenfürster Waldschenke, wo auch Hermann Vogel gern gesessen und
seinen Jagdabenteuerdurst gelöscht. Und dann der alte Nachtwächter,
Totengräber und Bälgetreter von Krebes, des Künstlers liebvertrauter
Freund, dem er in Bild und Vers ein dauerndes Denkmal geschaffen!
»A’ schön’s Geld kriagt er aa’ ... fufzig Pfenning für’n Tag. Und
sei Spritzenhausstüberl hat d’feinste Lag’.« Nicht die Menschen der
Großstadt, nein, die schlichten Menschen der weltfernen vogtländischen
Dörfer, die arbeitgewohnten Männer und Frauen, die Alten, die Einsamen,
sind des Künstlers liebster Umgang und Gesellschaft gewesen, und in
den Bildern und Liedern des »Einsiedlers von Krebes« leben sie
alle fort: die einsame Hirtin von Ruderitz, die einsame Waldfrau aus
den Plattenberghäusern, weit im Umkreis als »Waldhex verschriern« und
gemieden, der kranke Einsiedler, den das Märchen selbst in seiner
Waldeinsamkeit besucht und tröstet, der eingeschneite Einsiedelmann auf
dem wundervollen Burgsteinwinterbild, wo zwei Damen aus der Stadt im
schicken Schikostüm den Eremiten mehr erschrecken, als es der dickste
Vogtlandschnee vermag.
[Illustration: =Sneewittchen=]
Der Winter war des Künstlers liebste Jahreszeit. Bis ins beschwerliche
Alter war es sein größter Spaß, mit Toni Kettner, seinem »Hausgeist«,
seiner verständnisvollen Schwägerin und Pflegerin, auf Schneeschuhen
über die Hochflächen und Talhänge des südwestlichen Vogtlandes
hinzuflitzen. Winter und Hermann Vogel, einander innerlich
verwandt, beide -- Schwarzweißkünstler! Der Künstler ist nicht müde
geworden, immer von neuem den Zauber des Winters in seinen Bildern
festzubannen. Wintermärchenbilder und -- Weihnachtsbilder, aus
Vogtlandheimaterlebnissen geboren, sind wohl das Allerschönste,
was Hermann Vogel, der herzinnige Kinderfreund, der kerngetreue
Vogtlandsohn, der deutschfromme Mann, seinem Volk und Vaterland
geschenkt und hinterlassen hat. Als urdeutscher Künstler überträgt
er die Christnachtsgeschichte aus dem fremden Osten herein in seinen
heimatlichen Vogtlandwald. Maria und Joseph sind vogtländische
Bauersleute. Joseph, der Zimmermann, hat Herberg’ mit seinem vertrauten
Weib in Wiedersberg, dem lieblichen, obervogtländischen Dorfidyll,
gefunden. Durch den tiefverschneiten Krebeser Wald flieht die
heilige Familie vor dem bösen König Herodes. In Vogtlandwaldesstille
treu geborgen hält die heilige Familie Rast auf ihrem von echt
vogtländischen Rindern gezogenen Schlitten. Vogtländische Bauern,
Bäuerinnen und Kinder, vogtländische Hirten und Knechte drängen
sich glückselig zum Christkind oder knien anbetend am Waldsaum.
Engel bringen vom Himmel die Wiege des Christkindleins hernieder
zur Erde, zum Schlosse Burgk an der Saale in seinem wundersamen
Winterweihnachtskleid. Durch die Torbogen des Schlosses Burgk auf
hölzernem Schlitten von Englein gezogen, hält das Christkind Einzug
auf dieser armen, kalten Erde, die frohe Botschaft von Licht und
Liebe, Wohlgefallen und Frieden verkündend. Eines der prächtigsten
Vogtlandwinterbilder, die unserm Künstler gelungen, ist endlich
noch das Neujahrsbild, das er für die Jahres- und Jahrhundertwende
1900 geschaffen: in zauberischem Mondlicht, von blendendem Schnee
bedeckt, gleichsam wie Schneewittchen, atmet vor uns das Dörflein
Krebes. (Wie wundersam zart die kahlen Bäume, Zaun und Hütten ihre
Schatten auf dem weichen Schnee hinbreiten.) Und der treue Wächter des
Dorfes mit seinem Horn und Spieß steht mitten in der Dorfstraße und
blickt empor zu den jagenden Wolken, in denen der deutsche Erzengel
Michael gegen drohende, feindliche Gewalten in den Kampf zieht. (Dies
Traumgesicht des Künstlers ist im Weltkrieg furchtbare Wirklichkeit
geworden.) Heimatliches und Vaterländisches sind in diesem, wie in
vielen, vielen Bildern Hermann Vogels innig zusammengekettet. Heimat
und Vaterland waren die Grundpfeiler seines Wesens und Schaffens. Mit
dem heißgeliebten deutschen Vaterland ist auch ihm die schöpferische
Kraft zusammengebrochen. In der Neujahrskarte 1919, die des Künstlers
heimatlich-romantische Eigenart in Bild und Vers noch einmal ganz
besonders klar wiederspiegelt, hat Hermann Vogel seinem bitteren Weh
erschütternden Ausdruck gegeben:
Wir graben mit dem alten Jahr
Ein Grab dem, was uns heilig war.
Der Märchenwald sein Hüter sei,
Der macht die Herzen wundenfrei.
Dann, Neues Jahr --
aus Not und Schand’
Schaff uns ein neues Vaterland!
[Illustration: =Es war einmal=]
* * * * *
Es konnte und sollte in diesen Zeilen dankbaren Gedächtnisses nicht
des Meisters gesamtes Lebenswerk umfassend gewürdigt werden, sondern,
den Zielen des Heimatschutzes gemäß, nur insoweit, als es in der
Vogtlandheimatscholle des Künstlers wurzelt, und auch da nur in knappen
Andeutungen, Anregung gebend, selbst noch inniger und tiefer in das
malerische und dichterische Schaffen unseres Hermann Vogel einzudringen.
[Illustration: =Weihnachten=]
Ein einigermaßen abschließendes Urteil über ihn, den traumvollen
Romantiker des Stiftes, wird erst dann möglich sein, wenn sein
künstlerisches Vermächtnis in dem geplanten Hermann Vogel-Zimmer
des vogtländischen Kreismuseums seiner Vaterstadt Plauen gesammelt
vorliegt: seine frühesten Kinderzeichnungen, seine Illustrationen zu
deutschen Helden-, Geschichts- und Märchenbüchern, seine Bilder und
Gedichte für die »Fliegenden Blätter« und zahlreiche andere deutsche
Zeitschriften, möglichst viele seiner Originale, unveröffentlichte
auch aus Privatbesitz, seine Skizzenbücher, seine handschriftlichen
Erinnerungen und Briefe (Hermann Vogel, Plauen ist ein unermüdlicher,
geistvoller, humorvoller Briefschreiber gewesen) und seine
hinterlassenen, zum Teil noch unvollendeten Werke. (Ein »Volksband« mit
seinem Bildnis und Lebensabriß wird vorbereitet, und die Grimmschen
Volksmärchen mit Hermann Vogels herzerquickenden Märchenbildern sollen
von Braun und Schneider in München neu herausgegeben werden.)
Dann erst wird uns Hermann Vogels künstlerische Bedeutung und
Stellung noch viel eindrucksvoller zum Bewußtsein kommen, namentlich
sein inneres Verhältnis zu Moritz v. Schwind und Ludwig Richter,
seinen beiden »Kunstheiligen«, denen er auf dem Titelblatt seines
Bilder- und Geschichtenbuches (vgl. Kunstwart-Heft vom April 1921),
in gestaltenreichen Gedenkblättern und zahlreichen Märchenbildern
gemütinnige Ehrenmale geschaffen hat. Bemerkenswerte Kunstbekenntnisse
Hermann Vogels enthält auch ein Bild, auf dem er in die Rinde des
Eichbaums deutscher Kunst, der von modernen Stürmern gefällt werden
soll, folgende Namen eingeschrieben hat: Dürer, Holbein, Cornelius,
Rethel, Moritz v. Schwind, Spitzweg und Ludwig Richter. Ferner sein
Spruch, in dem er seinen Meister Schwind zur Deutschen Kunst sagen läßt:
»Ob alt, ob neu, der Streit is umsunst:
Es gibt nur a gute und a schlechte Kunst!«
Heimat und Vaterland waren die Grundpfeiler seines Wesens
und Schaffens. Heimat und Vaterland allein werden auch die
unerschütterlichen Grundpfeiler sein, auf denen die Zukunft unseres
deutschen Volkes neu aufgebaut werden kann. Darum ist uns Herzenswunsch
und Hoffnung, was Ferdinand Avenarius in seinem Hermann Vogel-Nachruf
ausspricht, daß kommende Geschlechter, wenn die »Richtungen« noch
manchmal geschwenkt haben, sich zu Hermann Vogel, dem Bescheidenen,
zurückfinden werden, vor allem unsere Jugend, unsere Kinder, die
deutschen Jungen und Mädchen, und an seiner glühenden Liebe zu Heimat
und Vaterland sich begeistern, so treu und deutsch zu sein wie er, von
dem Fontanes Wort gilt:
»_Der ist in tiefster Seele treu, wer die Heimat liebt wie du._«
_Anmerkung._ Auch für uns hat Hermann Vogel ein köstliches
Blatt »Heimatschutz« geschaffen, das dem längst vergriffenen
Bande I unserer Mitteilungen beigegeben wurde. Abzüge dieses
Kunstblattes, auf weißen Karton gedruckt, können wir in
beschränkter Anzahl zum Preise von 15 Mark noch abgeben. Für
alle Heimatfreunde bildet das Blatt eine schöne Erinnerung
an den gemütvollen Künstler. (Bestellung auf beigefügtem
Bücherzettel erbeten.)
Kamenzer Weihnachten
Von _Gerhard Stephan_
Kamenz feiert wieder einmal sein Weihnachtsfest. Die andern tun es
auch, aber Kamenz feiert es anders -- sinniger, schöner. Man lebt hier
in der »wendischen Türkei« zwar etwas hinter der Zeit her, dafür halten
sich aber die alten Gebräuche auch um so länger, und wehe dem, der es
wagen wollte, an ihnen zu rütteln. Am 30. April ist »Hexenabend«, im
August ist es das Forstfest, das unser liebes Städtchen fast eine Woche
lang in Atem hält und dessen Ausfall während des Krieges von allen
Einheimischen schwer empfunden wurde. Zur Weihnachtszeit ist es »der
Fackelzug«, der in so recht poesievoller Weise das liebe Christfest
einleitet.
Unsre brave Freiwillige Feuerwehr muß auch hier wieder ran und die
Fackelträger stellen. Auf dem alten Klosterhof der Franziskaner, der
jetzt den Schulkindern als Aufenthalt während der Unterrichtspausen
dient, und der auch beim Forstfest den Ausgangspunkt bildet, am
bescheidenen Denkmal des größten Stadtsohnes sammelt sich die Schar
der Sänger -- die Schuljungen, verstärkt durch einige Mitglieder des
»Sängerbundes«. Der geschäftige Kantor mustert die Reihen und erteilt
die letzten Anweisungen: »Also, erst die Musik einen Vers und dann
wird der erste Vers gesungen, dann kommt wieder die Musik und dann der
zweite Vers!« Die Feuerwehr zündet ihre Fackeln an und verteilt sich
auf den Zug, die Musik stellt sich an der Spitze auf.
Vom Turme des Rathauses ertönt es sechs Uhr, die Hauptkirche antwortet.
Ihre Glocken klingen fort, sie läuten das Christfest ein. Der Zug setzt
sich in Bewegung, das alte liebe Lutherlied erklingt, bald von der
Musik allein gespielt, bald von den Kindern gesungen: »Vom Himmel hoch,
da komm ich her!«
Durchs Klostertor geht der Zug über die Kirchstraße nach dem Markt,
genau wie beim Forstfest. Stark ist die Zahl der Zuschauer, besonders
die der Kinder. Für sie steht am Heiligen Abend das Programm fest:
»Erst zum Fackelzug, dann heim zur Christbescherung.« Und die
Alten schließen sich an, ihnen fehlt auch etwas, wenn sie nicht zum
Weihnachtssingen waren. --
Die Glocken tragen es hinaus in die Ferne: Weihnachten! -- Die
Sängerschar hat ihren Weg zum Rathaus genommen und sich im Kreise
aufgestellt. Der ganze Marktplatz aber ist schwarz. Und laut erklingen
die Weihnachtslieder: »Tochter Zion freue Dich!«, »Halleluja« und das
alte ewig neue »Stille Nacht«. Dann eine große Teilung der Sänger, und
der Höhepunkt kommt mit dem zweichörigen: »Hosianna, gelobt sei, der da
kommt im Namen des Herrn.« »Im Namen des Herrn«, so gibt es der andere
Chor zurück. (Im Kriege wurde es einmal nicht gesungen, da fehlte etwas
am Weihnachtsfeste.) -- Die beiden Abteilungen finden sich wieder
zusammen in dem: »Nun danket alle Gott!«
Dann aber stürmt die jugendliche Schar der Sänger und Zuhörer
auseinander -- dem Weihnachtstische zu. Was bleibt den Alten übrig?
Sie müssen auch mit. Und in wenigen Minuten ist der Platz wieder leer,
als wäre nichts geschehen. Nur die Glocken singen ihr Lied weiter und
jubeln es hinaus in die Ferne: »Christ ist geboren!«
(Niedergeschrieben Weihnachten 1920.)
Die preußische Polizeiverordnung vom 30. Mai 1921, den Naturschutz
betreffend
Von _Martin Braeß_
Während man bei uns in einzelnen Kreisen neuerdings bestrebt ist, eine
Lockerung der Vogelschutzgesetzgebung herbeizuführen, trifft eine
ausführliche Polizeiverordnung für den Umfang des ganzen preußischen
Staatsgebiets Bestimmungen, die auf Grund des Gesetzes vom 8. Juli
1920 eine große Anzahl von Tieren weit über das Vogelschutzgesetz und
die Jagdgesetze hinaus in Schutz nimmt. Auch eine Reihe wildwachsender
Pflanzen werden durch die neue Polizeiverordnung vom 30. Mai 1921
geschützt. Diese Verordnung ist in mehrfacher Beziehung bemerkenswert;
sie verdient die größte Beachtung auch in allen andern Ländern des
Reichs.
Der _Naturschutzgedanke_, das ist der erste hocherfreuliche Eindruck,
hat sich hier durchgerungen; ungetrübt tritt er in die Erscheinung.
Die Frage nach Nutzen und Schaden steht nicht mehr im Vordergrund,
sondern einzig die Sorge, unsrer Heimat die Mannigfaltigkeit, den
Reichtum ihrer Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. Deshalb Schutz all
den Geschöpfen, deren Dasein ernstlich bedroht ist! Es ist verboten,
ihnen nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen oder
zu töten. Ihre Eier, Nester oder sonstigen Brutstätten dürfen weder
fortgenommen, noch beschädigt werden. Diese Bestimmungen gelten auch
für den Meeresstrand und das Küstenmeer. Nur das Sammeln der Möweneier,
wie es bisher geübt ward, bleibt unberührt; dagegen sind die Eier der
Seeschwalben geschützt.
Die Liste der geschützten Tiere beginnt mit zwei _Insekten_, den beiden
Formen des prächtigen _Apollofalters_ und der _Gottesanbeterin_, deren
Gestalt wohl ebenso wunderlich ist wie ihr Name. Für Preußen mögen die
beiden Tiere allerdings zu den größten Seltenheiten gehören: ich kenne
sie nur aus Südbayern und Österreich. Diesen Kerbtieren schließt sich
als einzige Vertreterin der _Reptilien_ die _Sumpfschildkröte_ an,
die noch in Westpreußen und den benachbarten Gebieten lebt, auch im
Regierungsbezirk Lüneburg, an der Unterweser, in Schleswig-Holstein,
ebenso vereinzelt in der Altmark, im Braunschweigischen und in
Schlesien nachgewiesen ist, während es sich bei unsern sächsischen
Funden, wie es scheint, nur um ausgesetzte und verschleppte Tiere
handelt. Es ist dringend erwünscht, daß diese einzige Vertreterin ihrer
Ordnung dem Deutschen Reich als seltenes Naturdenkmal erhalten bleibe.
Die Reihe der geschützten _Vögel_ ist sehr groß, obgleich bereits das
Reichsvogelschutzgesetz über die meisten unsrer gefiederten Freunde
seine schützende Hand hält, so daß es nicht nötig war, sie hier mit
aufzunehmen. Trotzdem umfaßt diese Liste 51 Nummern, wobei zu bedenken
ist, daß Sammelnamen wie Weihen, Eulen, Reiher u. a. mehr oder weniger
zahlreiche Einzelarten umfassen. Sehr zu begrüßen ist es, daß überall
hinter die deutschen die wissenschaftlichen Namen gesetzt sind, so
daß jede Unklarheit ausgeschlossen ist, während dieser Mangel beim
Reichsvogelschutzgesetz hier und da störend zutage tritt. Dieses
schützt z. B. die »Bussarde« (§ 8). Sind darunter nur die in Europa
brütenden Formen der Gattung ~Buteo~ mit Einschluß des Rauhfußbussards
(~Archibuteo lagopus~) gemeint oder auch der Wespenbussard (~Pernis
apivorus~)? Dieser gehört ja zur Familie der Weihen und ist ebensowenig
ein Bussard, wie z. B. die »Turmschwalbe« (~Cypselus apus~) eine
Schwalbe.
Der Schutz, den die Polizeiverordnung den angeführten Vögeln gewährt,
ist dreifach abgestuft. Das ganze Jahr über sind geschützt: der
_Kormoran_, der _Höckerschwan_, die _Zwergtrappe_, _schwarzer_
und _weißer Storch_, _Reiher_ und _Rohrdommeln_, mit Ausnahme des
Fischreihers, der _Schlangen-_, _Schrei-_, _Stein-_ und _Seeadler_,
der _Wespenbussard_, der _Baum-_, _Rotfuß-_ und _Turmfalk_, alle
_Eulen_ einschließlich des _Uhus_, die _Spechte_, der _rotköpfige_ und
der _schwarzstirnige Würger_, der _Kolkrabe_, der _Steinsperling_,
der _Karmingimpel_ und der _Wasserschmätzer_ (die Wasseramsel). Man
sieht, eine ganze Anzahl Fischerei- und Jagdschädlinge, wie Kormoran,
Rohrdommel, die verschiedenen Adlerarten, der Uhu, sollen geschützt
werden, doch aus keinem andern Grunde, als weil sie zu den seltenen
Naturdenkmälern gehören, die wir unsern Grenzen erhalten wollen. Welch’
gewaltiger Fortschritt gegenüber den bisher in Preußen geltenden
Bestimmungen! Da waren Kormoran, Wespenbussard, Baum- und Rotfußfalk,
der Uhu, alle Würger, der Kolkrabe »vogelfrei«, d. h. sie durften von
jedermann gefangen und getötet, auch ihrer Eier und Jungen beraubt
werden. Nun genießen sie auf einmal innerhalb Preußens den denkbar
größten Schutz. Andere wieder, wie die Störche, Eulen (mit Ausnahme des
Uhus), der Turmfalk, die Spechte, der Wasserschmätzer erfreuten sich
auch schon bisher des Schutzes durch das Reichsgesetz. Ihre Aufzählung
in der vorliegenden Liste glaube ich nur dahin deuten zu sollen, daß
man den unbedingten Schutz dieser Vögel nochmals nachdrücklichst
betonen will. Von den in Preußen jagdbaren Vögeln nennt die Verordnung
den Höckerschwan, die Zwergtrappe, die Rohrdommel und die verschiedenen
Adler.
Während der Brutzeit, nämlich vom 1. März bis 31. August, sollen die
folgenden geschützt sein: _Eisalk_, _Trottellumme_, _Papageien-_ und
_Polartaucher_, _Möwen_ und _Seeschwalben_, _Eider-_ und _Schellente_,
_Brandgans_, _Austernfischer_, _Steinwälzer_, _Regenpfeifer_,
_Kiebitz_, _Triel_, _Säbelschnäbler_, _Strand-_, _Kampf-_ und
_Wasserläufer_, _Uferschnepfe_, _Brachvogel_, _Kranich_, _Turtel-_ und
_Hohltaube_, die _Weihen_ (mit Ausnahme der Rohrweihe), die _Milane_,
der _Wanderfalk_, der _Raubwürger_ und der _Tannenhäher_.
Man sieht, es sollen sehr viele jagdbare See- und Küstenvögel, deren
Schonzeit bisher viel enger begrenzt war, nämlich vom 1. Mai oder auch
vom 1. März an bis zum 30. Juni, eine wesentlich längere Schonzeit
genießen, damit sie ihre Bruten in Ruhe und Sicherheit großbringen,
während die angeführten Tauben sich bisher überhaupt keiner Schonzeit
erfreuen durften. Die zuletzt genannten Raubvögel aber, mit Einschluß
des großen Raubwürgers, ebenso der Tannenhäher waren bisher in Preußen
völlig schutzlos der Willkür eines jeden preisgegeben. Es ist dankbar
anzuerkennen, daß die Idee des Naturschutzes auch hier über alle
engherzigen Bedenken gesiegt hat. Hoffentlich gelingt es noch in
letzter Stunde, die recht seltenen Vögel durch diese Maßnahmen unserm
Vaterland zu erhalten.
Vom 1. März bis 30. Juni aber sollen geschützt sein die _Säger_ und die
_Graugans_. Erstere waren bisher vogelfrei, die Graugans aber, zu den
jagdbaren Vögeln gehörend, entbehrte jeder Schonzeit.
Auch einige _Säugetiere_ werden aufgeführt, die alle mehr oder weniger
schädlich sind. Ihre Seltenheit oder ihr meist nur vereinzeltes
Vorkommen rechtfertigt aber den unbedingten Schutz, den die neue
Polizeiverordnung ihnen gewähren will. Es sind die folgenden:
_Sieben-_, _Baum-_ und _Gartenschläfer_, die _Haselmaus_, der _Biber_
und der _Nörz_ (Sumpfotter). Es ist möglich, daß die genannten kleinen
Nagetiere noch in vielen Gegenden des mittleren Deutschlands auftreten,
namentlich dort, wo Laubwaldungen vorherrschen, aber sie führen ein
recht verstecktes Leben, und warum soll man mit dem Schutz eines Tieres
immer erst so lange warten, bis es die allerhöchste Zeit ist, sich
seiner anzunehmen? Biber aber und Nörz sind für Deutschland so seltene
Tiere geworden, daß ihr unbedingter Schutz von jedem Naturfreund
gefordert werden muß. Der Biber, ehemals in unserm Vaterland weit
verbreitet, lebt nur noch an der Elbe zwischen Magdeburg und
Wittenberg, wo zu seinem Schutz bereits alle Maßnahmen getroffen sind;
der Nörz aber galt sogar vor kurzem für ausgerottet, bis einige Funde
dies widerlegten. Er wird sicherlich vielfach verkannt und übersehen.
Von allgemein geschützten wildwachsenden _Pflanzen_ führt die Liste
folgende Arten an: _Straußen-_ und _Königsfarn_, alle Arten von
_Bärlapp_, _Schlangenmoos_, _Eibe_, _Federgras_, _Türkenbund_,
_Frauenschuh_, _Strandvanille_, _Seidelbast_, _Wassernuß_,
_Stranddistel_, _eichenblättriges Wintergrün_, die ausdauernden
(blaublühenden) Arten von _Enzian_ und _Linnäe_. Es ist verboten, die
genannten Pflanzen zu entfernen oder zu beschädigen, insbesondere sie
auszugraben, auszureißen, Blüten, Zweige oder Wurzeln abzupflücken,
abzureißen oder abzuschneiden.
All diese Verbote würden aber wenig erreichen, wenn die Verordnung
nicht zugleich den _Handel_ mit den geschützten Tieren und Pflanzen
untersagen würde. In § 5 heißt es: »Es ist verboten, die auf Grund
dieser Verordnung geschützten Tierarten, einschließlich ihrer Eier
und Nester, sowie Pflanzen, soweit nicht eine anderweitige Anordnung
getroffen ist, feilzuhalten, anzukaufen, zu verkaufen, sowie zu
befördern.« Ausnahmen sind bei besonderen Gründen vorgesehen,
namentlich wenn es sich um Abwendung wesentlicher, wirtschaftlicher
Nachteile handelt, um Zucht- und Brutzwecke oder um wissenschaftliche
und Unterrichtszwecke. In diesen Fällen kann der Regierungspräsident
für den Bereich oder für Teile seines Bezirks Ausnahmen gestatten;
doch muß zuvor die Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege gehört
werden. Diese, sowie für seinen Bezirk der Regierungspräsident und die
von ihm ermächtigten nachgeordneten Behörden sind außerdem befugt,
»schriftliche Ausweise zu erteilen, welche die darin bezeichnete
Person berechtigen, fremde Grundstücke zu solchen Untersuchungen und
Ermittlungen zu betreten, die den Schutz von Tierarten, von Pflanzen
oder von Naturschutzgebieten betreffen.« »Die Grundstückseigentümer
und Nutzungsberechtigten sind verpflichtet, den mit Ausweis versehenen
Personen den Zutritt zu gestatten und ihnen die zur Erfüllung ihrer
Aufgaben erforderlichen Auskünfte zu erteilen.«
Man muß gestehen, daß diese Anordnungen allen Wünschen des Natur-
und Heimatschutzes gerecht werden. Besonders daß der Staatlichen
Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen der Platz eingeräumt wird,
der allein ihr gebührt -- eigentlich eine Selbstverständlichkeit --
ist sehr erfreulich. Nur mit dem letzten Paragraphen der Verordnung,
der die Strafandrohung bei Übertretungen ausspricht, kann man sich
nicht einverstanden erklären. Was bedeutet heutzutage eine Strafe von
150 Mark! Und das ist die Höchststrafe, die auf Grund von § 34 des
Feld- und Forstpolizeigesetzes in der Fassung des Gesetzes vom 8. Juli
1920 in Frage kommen kann. Es erscheint dringend geboten, daß ein
Naturschutzgesetz erlassen wird mit Androhung von Strafen, die wirklich
als solche empfunden werden.
Vor unsrer weißgrünen Grenze macht die neue Polizeiverordnung halt.
Leider gilt sie eben nur für Preußen. Aber selbstverständlich, auch
wir, die Nachbarn, werden hoffen dürfen, daß jene Verordnung, wenn
sie in den angrenzenden preußischen Gebieten genau befolgt wird, auch
für unsre hartbedrängte heimatliche Tier- und Pflanzenwelt nicht
ganz ohne segensreichen Einfluß bleibt. Zugleich aber erwächst uns
die nachbarliche Pflicht, alles zu vermeiden, was dem Sinne jener
Verordnung zuwiderläuft. Es wäre zu wünschen -- und ich meine, man
kann sich diesem dringenden Wunsche gar nicht verschließen -- daß die
Regierungen auch der andern deutschen Länder Naturschutzverordnungen
erlassen, die sich dem von preußischer Seite gegebenen Vorbild aufs
engste anschließen.
Wanderbilder aus dem östlichen Vogtland
Von Studienrat _H. Hänig_, Wurzen
Aufnahmen von _Curt Sippel_, Plauen i. V.
Es geht mir, wenn ich die Feder ergreife, um den Leser nochmals zu
einer Wanderung durch das Vogtland einzuladen, ähnlich wie einem
alten Schriftsteller: ich muß ihm zunächst Dank dafür sagen, daß er
mir durch das verhältnismäßig einförmige Gebiet jenseits der Elster
gefolgt ist, und ich kann ihm dafür versprechen, daß ihm der östliche
und südliche Teil dieses Landes wenigstens landschaftlich mehr bieten
wird als der westliche. Allerdings verfügt er nicht über Glanzpunkte
wie die vogtländische Schweiz und das Triebtal, das ja im übrigen
selbst auf der rechten Seite in das Elstertal einmündet, und er vermag
keine Edelsteine dörflicher Kunst wie die erwähnte Kirche zu Kürbitz
aufzuweisen, aber die Bodenformen selbst sind hier weit mannigfacher,
und derjenige, den immer wieder gerade der Blick ins Weite und die
Sehnsucht nach den Höhen in die Natur hinauszieht, wird hier eher
auf seine Kosten kommen als bei einer Wanderung jenseits der weißen
Elster, wie wir sie früher zurückgelegt haben. Wer einmal von der
Höhe des Friedrich-August-Steines in Schöneck hinabgeschaut hat ins
weite Land oder dem Plätschern der Rißfälle gelauscht oder wer auf
dem Grenzwall des vogtländischen Erzgebirges mit seinen Blicken nach
Sachsen und Böhmen gewandert ist, der wird anerkennen müssen, daß
sich gerade dieser Teil des Vogtlandes mit jedem anderen Sachsens an
Naturschönheiten messen kann, und der wird verstehen, daß es einen
Dichter wie J. Mosen immer wieder, wenn auch in weiter Ferne, zur
Muttererde hinzog.
Wo auf hohen Tannenspitzen,
die so dunkel und so grün,
Drosseln gern verstohlen sitzen,
weiß und rot die Moose blühn,
zu der Heimat in der Ferne
zög ich heute noch so gerne --
Es liegt mehr darin in diesen Worten als so mancher ahnen dürfte -- es
ist die wahre, tiefe Sehnsucht nach dem Mutterboden, nach den Bächen
und Tannen der Heimat, von der der Dichter auch weit in der Ferne nicht
lassen konnte. --
[Illustration: Abb. 1 =Kirche in Kürbitz=]
Allerdings wird man hier, wo es sich darum handelt, dem Leser einen
Gesamtüberblick über das Ganze zu geben, ohne eine Einschränkung nicht
auskommen können: das eigentliche Volkstümliche, Heimatliche findet
sich im Vogtland mehr nach dem Süden zu, während der nordöstliche
Teil heute von einem Netz von Industriestätten überzogen ist, die
wenig Merkmale der ersteren Art aufkommen lassen. So bietet gleich
Reichenbach, wo wir unsere Wanderung beginnen wollen, das Bild einer
wohlhabenden Mittelstadt mit stark industriellem Einschlag, und der
Ort enthält wenig, was gerade den Kunst- und Altertumsfreund zu
längerem Bleiben einladen möchte. Das Hasten und Treiben der modernen
Zeit pulsiert hier tagaus -- tagein in dem Stadtkörper, und wie eine
Erleichterung überkommt es den Wanderer, wenn er etwa um Mittag
einen Blick über das Tal schweifen läßt bis hinüber zu der Höhe des
Netzschkauer Kuhberges, wo eine Bismarcksäule Wacht über das nördliche
Vogtland hält: aus hundert Fabrikschornsteinen strömt wie erlösend der
Rauch, und Tausende von Händen feiern, um nach kurzer Zeit wieder die
Arbeit zu beginnen. So ist die Stadt voll von Webereien, Färbereien
und Spinnereien, und die größte dieser gewerblichen Anlagen, die
Schlebersche Färberei, stellt mit ihren vielen Schornsteinen einen
Organismus für sich dar, wie er in dieser Ausdehnung nicht so leicht
wieder gefunden wird. Und doch vermag auch in dieser Gegend so manches
daran zu erinnern, daß alles einst geworden ist und seinem Wesen nach
mit Vergangenem zusammenhängt. Schon der Name der Stadt, der an den
des Goldflusses, der Göltzsch, erinnert, weist auf ein hohes Alter der
Ansiedlung hin, und so wird denn Reichenbach schon 1140 in zwei alten
Urkunden als Stadt genannt, während Plauen damals nur als »Ortschaft«
erwähnt wird. In der Altstadt fließt der Seifenbach, wo das Gold
geseift, d. h. die Goldteilchen aus dem Sande herausgewaschen wurden,
und auf den früheren Bergbau weisen noch heute Stollen hin, die sich in
dieser Gegend erhalten haben. Reichenbach gehörte mit den umliegenden
Dörfern zu der Herrschaft, mit der 1212 König Ottokar v. Böhmen von
Friedrich II. belehnt wurde, und es war später zeitweise Reichslehen,
bis es durch den vogtländischen Krieg wieder an Böhmen fiel. Schon zu
Anfang des achtzehnten Jahrhunderts muß die Industrie hier bedeutend
gewesen sein, bis 1720 eine furchtbare Feuersbrunst den größten Teil
in Asche legte, aber diese vermochte ebensowenig wie die von 1833 den
Aufschwung der Stadt zu hindern, sondern hat im Gegenteil zu ihrer
Erneuerung beigetragen, so daß besonders die Bahnhofsvorstadt heute
ein freundliches Bild bietet. In weit höherem Maße vermag Mylau mit
seinem Kaiserschloß und der vielbogigen Göltzschtalbrücke das Auge des
Wanderers zu fesseln. In der Stadt selbst ist vor allem die prächtige,
reiche Stadtkirche hervorzuheben, das Schloß dagegen liegt auf einem
Hügel, der nur auf einer Seite bequem zu erreichen ist. Es zerfällt in
zwei Höfe: den großen westlichen Burghof mit seinen beiden viereckigen
Türmen und dem verwitterten Löwen über dem Haupteingang, der zum
böhmischen Wappen gehört und die frühere Zugehörigkeit des Mylauer
Schlosses zu Böhmen zeigt, -- dahinter der kleinere, östliche Burghof,
der »Kaiserhof«, der mit seinem Bergfried und seinem Saalbau sowie
dem ehemaligen Frauen- und Herrenhause noch ein ziemlich gutes Bild
der früheren Zeit zu bieten vermag. Allerdings sind von der früheren
Herrlichkeit des Saalbaues nur noch wenige Wappenschilde vorhanden, und
das ehemalige Frauen- und Herrenhaus ist zu einer vielbesuchten Schenke
geworden. Auch die Kapelle ist ihrer Würde entkleidet, so daß von
ihrem Schmucke nur noch die gewölbte Decke mit rohgemalten Blumen und
Engelsfiguren sowie einige Wappen übriggeblieben sind. Immerhin steht
das Schloß mit seinen wuchtigen Mauern und dicken Türmen auch heute
noch wie ein Wächter über Stadt und Land, und von den Fensternischen
schweift der Blick gern in die Weite: nach der gewaltigen, fast
hundert Meter hohen Göltzschtalbrücke, die sich in vier gigantischen
Bogenreihen über das hier stark verbreiterte Göltzschtal spannt, oder
nach dem gewerbfleißigen Netzschkau, das sich von dem Tale bis zur Höhe
des Kuhberges hinaufzieht, dessen von Gesteinstrümmern übersäte Kuppe
selbst bewaldet ist.
An der erst vor einigen Jahren gebauten Göltzschtalbahn gelangen wir
durch stille Waldtäler, in denen sich heute gleichfalls hier und da
eine Fabrikanlage erhebt, nach Lengenfeld, das im übrigen wie seine
Nachbarstadt Treuen seiner Entwicklung nach nicht von den weiter
südwärts gelegenen Städten Auerbach und Falkenstein zu trennen ist.
Aber im Wettlaufe, den die letzten Jahrzehnte mit sich gebracht
haben, ist die zuerst genannte Stadt zurückgeblieben: seitdem die
von Bewohnern vielleicht slavischen Ursprungs lebhaft betriebene
Tuchmacherei in Verfall gekommen ist, genügte die hier eingeführte
Industrie (Spitzen, Filzwaren, Spinnereien) gerade noch, um die
Bewohner ernähren zu können, während der Grund, der sich von hier aus
bis hinauf zu den Quellmooren der Mulde zieht, in ungleich schnellerem
Maße besiedelt wurde, so daß sich gerade hier die Schwankungen, denen
die Industrie unterworfen ist, in der Gegenwart unangenehm bemerkbar
machen. Und doch haben vor allem Auerbach mit seinem alten Schloßturm
und das hochgelegene Falkenstein mit seiner schönen Kirche auch als
Städte etwas Anziehendes. Besonders die letztere Stadt ging erst
dann zur Industrie über, als es mit dem Bergbau vorüber war, der
ihr schon im sechzehnten Jahrhundert die Rechte einer freien Stadt
verliehen hatte, und wie bei Auerbach und Lengenfeld griff auch hier
ein großer Brand gewaltsam ein, so daß diese Orte im wesentlichen ein
neuzeitliches Aussehen haben. Der Naturfreund freilich wird gerade
hinter Falkenstein die Natur des oberen Vogtlandes selbst suchen, die
sich mit ihrem Waldreichtum unmittelbar hinter der Stadt nach allen
Seiten auftut. Schon die Felspyramide des Lochsteins und die zackige
Wand des Wendelsteins verdienen als Naturdenkmäler ebenso gewürdigt
und besucht zu werden wie die Rißfälle, die in etwa einer Stunde von
Falkenstein aus zu erreichen sind. In vielen kleinen Wasserfällen
stürzt hier die Göltzsch zwischen Wald und Felsen in die Tiefe und
zaubert die verschiedenartigsten Bilder vor das Auge des Wanderers.
Wir befinden uns hier auf einer Höhe von etwa siebenhundert Metern und
beinahe auf dem Kamm des Elstergebirges, das sich in dieser Gegend
über das weite Gebiet des Schönecker Waldes nach Süden dahinzieht.
Die Siedlungen werden spärlicher, wenn sie überhaupt das Wald- und
Moorgebiet unterbrechen: ein paar Holzhütten oder höchstens das eine
oder andere Dorf hat sich auf diese Höhe gewagt, und der Rauch, der von
hier aufsteigt, ist an stillen Nachmittagen oft das einzige, was noch
den Wanderer an die Tätigkeit des Menschen zu erinnern vermag.
[Illustration: Abb. 2 =Kirche in Kürbitz=]