„Und wenn ich jetzt am Ende der Reise noch einmal zurückblicke, so muß

ich wohl sagen, daß gar manches Land, gar manches Volk seine Sache

viel, viel schlechter macht als wir, daß andere aber wieder in so

manchen Dingen über uns stehen, und daß wir Deutschen noch in dem und

jenem von ihnen lernen könnten. --

„Ich sah auch das eigene Vaterland einmal aus der Höhen- und

Fernperspektive und hörte, wie es die andern -- Fremde, Feinde

vielleicht -- beurteilten. Einer allzu großen Beliebtheit im Rate der

Völker erfreut sich Deutschland sicherlich nicht. Oft mag das in Neid

und Mißgunst seinen tiefinnersten Grund haben. Denn deutscher Tatkraft

hat sich da und dort ein Ackerfeld erschlossen, das früher von andern

bebaut wurde. Aber manche Gegner und Spötter setzen doch oft an Stellen

ein, wo wirkliche Schwächen zweifellos vorhanden sind. Wir haben in

den letzten Jahrzehnten uns manchmal zu höflich gezeigt und unnütze

Verbeugungen gemacht, wir haben geschwankt und gezaudert, nicht recht

gewußt, was wir wollten, trugen Vorliebe für unnützen und hohlen Prunk

zur Schau, Parvenümanieren wirft man uns manchmal vor.

„Möchte das Deutschland der Zukunft stark und stolz, einfach und

schlicht, niemand zuliebe und niemand zuleide festen Schrittes einen

zielsicheren Weg gehen! ...

„Und Deutschland könnte das so gut, wenn es nur wollte. Hätte die

Kraft dazu in sich. Denn es geht ja aufwärts mit uns in vielfacher

Hinsicht. Unser Außenhandel wächst von Jahr zu Jahr -- im Lande mehrt

sich bei vielen der Wohlstand.

„Aber in diesem materiellen Aufstieg liegt auch eine Gefahr -- und es

ist meines Erachtens gewiß keine geringe. Schon haben wir so manche

unter uns, die nur mehr für ein einziges Ding auf dieser Welt Sinn

und Blick, Tatkraft und Willen haben -- für das „Geld“. Der Tanz vor

dem goldenen Kalbe hat begonnen, Hoch und Nieder beugt sich verehrend

vor dem schillernden Götzenbild. Alles, alles, glauben sie, müsse es

verschenken können.

„›Wach auf!‹ möchte man so manchem zuraunen, ein lautes ›Wach auf!‹

ins deutsche Land hineinrufen. Denn es ist an der Zeit, achtzuhaben,

daß wir über all dem eifrigen Haschen des rieselnden, rinnenden Goldes

nicht der viel höheren Güter vergessen, daß wir nicht plötzlich,

reich an Besitz geworden, doch unser Allerbestes für immer und

unwiederbringlich verloren haben.

„Deutschland! ... Wie zieht es mich jetzt wieder mächtig nach Hause.

Unsere Wurzeln, die ruhen ja doch in der Heimaterde, nur in ihr wird

unser Lebensbaum so richtig in Saft und Kraft bleiben können, hier

werden an ihm auch vielleicht Früchte reifen können. Willkommen denn,

Heimat! --“

Nicht freundlich empfängt uns das deutsche Fahrwasser!

Feuchter Nebeldunst und Nässe schlagen uns aus der gelbgrauen Nordsee

kalt entgegen.

Fröhlich vorwärts denn durch den grauen Dunst, vorwärts über die

gelbweiß aufschäumende Flut. Bald liegt die Nordsee hinter uns,

elbeinwärts geht die Fahrt. Grüne Wiesen grüßen herüber, wie lange hab

ich das nicht gesehen! Wetterfest und jugendschlank streben dahinter

dunkle Fichten zur Höhe, Ulmen- und Lindenkronen schwanken im Winde.

Schöner dünkt mich das Bild als die reichste Südlandfülle. Es ist ein

Stück Heimat wieder, Heimat wie der graue, ganz winterlich anmutende

Regenhimmel über mir, der breite, trübe Strom zu meinen Füßen.

Menschen rufen und winken vom Ufer herüber. Man sieht es der braven

„Scandia“ an, daß sie von weither kommt und nicht immer gute Fahrt

gehabt hat. Die Farben ihres Rumpfes sind von fressender Salzwoge bis

hoch hinauf weggewaschen; schwerer, rotbrauner Rost hat sich dick

auf die massigen Eisenplatten gelegt. See- und wettererprobt, wird

sie darum von den Menschen am Ufer, von den Menschen auf all den

uns begegnenden Dampfern und Booten doppelt herzlich in der Heimat

willkommen geheißen.

Und schließlich liegen wir im Hafen fest. Händeschütteln und flüchtiges

Abschiednehmen. Jeder eilt so rasch wie möglich an Land. Zwei Monate

lang hat man Tag für Tag, Stunde um Stunde beisammengestanden und

-gesessen. Wie eine große Familie hat sich die Schiffsgesellschaft gut

zusammengelebt. Am Morgen dachte man noch kaum an Trennung, am Abend

ist alles schon in alle vier Winde zerstreut. Die meisten werden sich

nie im Leben wieder treffen.

Aber kaum einer denkt beim Auseinandergehen, daß dies auch einen

Abschied bedeute, alle feiern heute ein Fest des Wiedersehens, manche

nach langer, langer Zeit, alle Herzen sind auf diesen Grundton

gestimmt, auf das Wiedersehen mit der Heimat! ...

Alte Reisen und Abenteuer

Bd. 1 =Fernão de Magalhães=, Die erste Weltumseglung. Bearbeitet

von ~Dr.~ +H. Plischke+

Bd. 2 =Ulrich Schmidel=, Abenteuer in Südamerika. Bearb. von

+Curt Cramer+

Bd. 3 =J. Cook=, Die Suche nach dem Südland. Bearbeitet von

~Dr.~ +H. Damm+

Bd. 4 =Peter Kolb=, Z. Vorgeb. d. Guten Hoffnung. Bearb. v.

~Dr.~ +H. Damm+

Bd. 5 =Christoph Kolumbus=, Die Entdeckg. Amerikas. Bearb. v.

~Dr.~ +H. Plischke+

Bd. 6 =Kapitän Phillip=, Gründung der Strafkolonie Sydney.

Bearbeitet von ~Dr.~ +R. Plischke+

Bd. 7 =Carl Friedrich Behrens=, Der wohlversuchte Südländer.

Reise um d. Welt 1721/22. Bearb. v. ~Dr.~ +H. Plischke+

Bd. 8 =Hans Egede=, Die Erforschung von Grönld. Bearb. v.

~Dr.~ +M. Heydrich+

Bd. 9 =Hernando Cortes=, Die Eroberung v Mexiko. Bearb. v.

~Dr.~ +H. G. Bonte+

Bd. 10 =Francis Drake=, Als Freib. i. Spanisch-Amerika. Bearb.

v. ~Dr.~ +H. Damm+

Bd. 11 =Marco Polo=, Am Hofe des Großkhans. Reisen in Hochasien

u. China. Bearbeitet von ~Dr.~ +A. Herrmann+

Bd. 12 =Mungo Park=, Vom Gambia zum Niger. Bearb. von ~Dr.~

+P. Germann+

Bd. 13 =Vasco da Gama=, Der Weg nach Ostindien. Bearb. v.

~Dr.~ +H. Plischke+

Bd. 14 =Francisco Pizarro=, Der Sturz des Inkareichs. Bearb. von

~Dr.~ +H. G. Bonte+

Bd. 15 =John Smith=, Unter den Indianern Virginiens. Bearb. v.

~Dr.~ +H. G. Bonte+

Bd. 16 =Georg Wilhelm Steller=, Von Kamtschatka nach Amerika.

Bearbeitet von ~Dr.~ +M. Heydrich+

Bd. 17 =Herodot=, Reisen und Forschungen in Afrika. Bearb. von

~Dr.~ +H. Treidler+

Bd. 18 =Tacitus=, Germania. Bearbeitet von ~Dr.~ +H.

Philipp+

Bd. 19 =John R. Jewitt=, Makwinnas Gefangener. Bearb. v. Prof.

~Dr.~ +A. Jacobi+

Bd. 20 =Adam Olearius=, Die erste deutsche Expedition nach

Persien. Bearbeitet von ~Dr.~ H. von +Staden+

Reisen und Abenteuer

Bd. 1 =Sven Hedin=, Abenteuer in Tibet

Bd. 2 =Sven Hedin=, Transhimalaja

Bd. 3 =Kapitän Scott=, Letzte Fahrt (Scotts Tagebuch)

Bd. 4 =Georg Schweinfurth=, Im Herzen von Afrika

Bd. 5 =H. M. Stanley=, Wie ich Livingstone fand

Bd. 6 =Kapitän Scott=, Letzte Fahrt (Abenteuer der Gefährten)

Bd. 7 =Sven Hedin=, Durch Asiens Wüsten

Bd. 8 =Sven Hedin=, Zu Land nach Indien

Bd. 9 =A. E. Nordenskiöld=, Umseglung Asiens und Europas

Bd. 10 =H. M. Stanley=, Im dunkelsten Afrika

Bd. 11 =Georg Wegener=, Erinnerungen eines Weltreisenden

Bd. 12 =Gustav Nachtigal=, Sahara u. Sudan

Bd. 13 =Ernest Shackleton=, Im sechsten Erdteil

Bd. 14 =Walter v. Rummel=, Sonnenländer

Bd. 15 =W. H. Gilder=, Untergang der Jeannette-Expedition

Bd. 16 =Slatin Pascha=, Feuer und Schwert im Sudan

Bd. 17 =Einar Mikkelsen=, Ein arkt. Robinson

Bd. 18 =H. M. Stanley=, Mein erster Weg zum Kongo

Bd. 19 =Sven Hedin=, General Prschewalskij in Innerasien

Bd. 20 =Sven Hedin=, Meine erste Reise

Bd. 21 =H. M. Stanley=, Auf dem Kongo bis zur Mündung

Bd. 22 =Henry S. Landor=, Auf verbot. Wegen

Bd. 23 =Sven Hedin=, A. d. Schwelle Inneras.

Bd. 24 =Otto Sverdrup=, Neues Land

Bd. 25 =Hans Meyer=, Hochtouren im tropischen Afrika

Bd. 26 =Douglas Mawson=, Leben und Tod am Südpol

Bd. 27 =Arthur Berger=, Auf den Inseln des ewigen Frühlings

Bd. 28 =Vilhjalmur Stefansson=, Jäger des hohen Nordens

Bd. 29 =Prinz Max zu Wied=, Unter den Rothäuten

Bd. 30 =Emil Holub=, Elf Jahre unter den Schwarzen Südafrikas

Bd. 31 =L. V. Mausilla=, Die letzten wilden Indianer der Pampa

Bd. 32 =Hans Meyer=, Hochtouren im trop. Amerika

Bd. 33 =Rickmer W. Rickmers=, Die Wallfahrt zum Wahren Jakob

Bd. 34 =Wilhelm Junker=, Bei meinen Freunden den Menschenfressern

Bd. 35 =H. v. Foller=, Unter Javas Sonne

Bd. 36 =Philipp Berges=, Wunder der Erde

Bd. 37 =Alex. v. Humboldt=, In Südamerika

Bd. 38 =Andreas Reischek=, Sterbende Welt

Bd. 39 =Henry Hoek=, Aus Bolivias Bergen

Bd. 40 =Martin Johnson=, Mit dem Kurbelkasten bei den

Menschenfressern

Bd. 41 =Ch. A. Lindbergh=, Wir zwei. Im Flugzeug über den

Atlantik

Bd. 42 =Therkel Mathiassen=, Mit Knud Rasmussen bei den

amerikan. Eskimos

Bd. 43 =Gerhard Rohlfs=, Kreuz und quer durch die Sahara

Jeder Band enthält 160 Seiten Text, etwa 30 Abbildungen und 2 Karten,

ist in sich abgeschlossen und einzeln käuflich / +Beide Sammlungen

werden fortgesetzt+

+Ausführliche Prospekte auf Verlangen kostenlos+

Verlag F. A. Brockhaus / Leipzig

Druck von F. A. Brockhaus, Leipzig

Sonnenländer · 第 11 / 11 段