Doch genug von all den tausend Dingen und Dingelchen. Wer da

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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1928 so weit

wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Offensichtliche Fehler

wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute nicht mehr

verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original unverändert.

Das Original wurde in Frakturschrift gesetzt. Besondere

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Antiqua: ~Tilden~

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[Illustration:

Reisen

und

Abenteuer

14]

[Illustration: Palau-Versammlungshaus:

Meine Wohnung in Melegejok. (S. 124)]

Walter v. Rummel

Sonnenländer

[Illustration]

Leipzig / F. A. Brockhaus / 1928

Dies Büchlein ist ein Auszug aus W. v. +Rummel+

„+Erster Klasse und Zwischendeck+“ (Berlin 1911).

Copyright 1921 by F. A. Brockhaus · Leipzig

Inhalt.

Seite

1. Ausreise 5

2. Ankunft in Japan 8

3. Japanisches Nachtleben 14

4. Kreuz und quer durchs Land 20

5. Sintflut und Erdbeben 28

6. Die Stromschnellen des Tenryugawa 33

7. Tempelfeste 39

8. Insel der Seligen 44

9. Neue Reisepläne 51

10. Unter dem Sonnenbanner 56

11. Agrigan 66

12. Pagan 70

13. Geschichte der Marianen 72

14. Saipan 75

15. Tinian, die Jagdinsel 82

16. Auf dem „Condor“ 90

17. Jap 95

18. Nach den Palauinseln 104

19. Auf Korror 109

20. Auf Babeltaob 122

21. Hundert Tage auf Jap 139

22. Abschied von der Südsee 153

23. Heimreise 156

[Illustration: Karte zu Walter v. Rummel, Sonnenländer

Reiseweg

des Verfassers

Südhälfte von Nippon

mit Inland-See

Marianen

und Karolinen

Kartographische Anstalt von F. A. Brockhaus, Leipzig.]

[Illustration]

1. Ausreise.

Sonnenländer! Von jeher habe ich sie gesucht. Mit 17 Jahren bin ich das

erstemal in Venedig, mit 19 in der Gironde und Provence, mit 21 Jahren

in Algier, Marokko und Spanien gewesen. Immer mitten im Hochsommer. Je

heißer die Sonne brannte, desto mehr freute es mich.

Auch auf meiner Weltreise habe ich immer treue Fühlung mit dem Süden

gehalten.

Von Hamburg fahre ich ab. Siebzehn Tage auf hoher See. Das Meer wird

glatt wie ein Spiegel und ist von einer tief ultramarinblauen Farbe.

Rotes Golfkraut schwimmt darin herum, schlanke blitzende Fische sprühen

wie schimmernde Silbertropfen darüber hinweg und des Nachts leuchten im

weißen Kielwasser feurig sprühende Funken auf. Windverwehte, kleine,

bunte Vögel hüpfen unruhig auf dem Bootsdeck umher und huschen, einen

Unterschlupf suchend, durch das Tauwerk.

Wir sind der Sonne nähergekommen, die Sterne sind heller und

leuchtender geworden; deutlicher als in der Heimat sieht man die

dunkelstarren Berge im toten Mond.

Land in Sicht. Ein blasser Dunststreifen. Bereits auf freiem Meere

fühlt man, daß man bald auf dem Boden der Tropen stehen wird, 30 Grad

im Schatten schon um 7 Uhr morgens.

Eine Stunde später liegt Kuba zum Greifen nahe vor mir, in grellgelbe

Farbentöne getaucht. Weißglut trinkend und ausströmend, verbrannt

und ausgedörrt von einer allgewaltigen Sonne. Havanna, die erste

Tropenstadt, die ich hier betrete, wirkt auf mich als etwas ganz Neues

und Seltsames.

Westwärts weiter. Zwei Tage später die mexikanische Küste. Wie

flüssiges Glas flimmert die Luft über flachen Dächern, die in

trostloser Sanddüne liegen: Verakruz. Kein freundlicher Empfang. Um

so größer die Überraschung, wenn man ein wenig höher und landeinwärts

kommt. Heiße Blüten- und Früchtepracht. Hoch darüber Gipfel in einsamer

Majestät und weißem Königshermelin.

Von Verakruz aus hat Cortez, der Eiserne, mit sechzehn Reitern und

sechshundert Waffenfähigen seinen Vormarsch ins Innere Mexikos

angetreten, ein ganz tollkühnes Wagnis, das ihn nach manchen

Rückschlägen schließlich eines der herrlichsten Länder der Erde erobern

ließ.

Zwei Monate habe ich dies einzig schöne Land bereist. Wollte man es

einigermaßen richtig kennenlernen, müßte man mehr denn zwei Jahre

daran wenden. Ist es doch viermal so groß als Deutschland, ohne dessen

Bahnverbindungen zu haben.

Nordwärts nun. Aber das bedeutet noch lange nicht den Norden. Denn

stark glüht die Sonne über den Staaten Zacatecas, Durango und

Chihuahua, ebenso in dem bereits zu Nordamerika gehörigen Texas. In

der Coloradowüste Arizonas aber steigt die Hitze ins Unerträgliche.

Das Land -- Sand und Salz -- liegt bis zu hundert Metern unter dem

Meeresspiegel. Feuerluft schlägt mir von allen Seiten entgegen.

Dann aber der herrliche Garten Kaliforniens, in dem die Fichte sich

freundlich mit der Palme paart. Der Tag ist noch warm, aber die Nächte

sind wundersam kühl und erquickend, mildlinde Sommernächte, schwer

von Blumendüften und durchzittert von dem flötenden Lockton eines

südländischen Vogels, durchbebt von Geigen- und Mandolinenklängen, von

den weichen Stimmen singender Mädchen und Frauen, durchweht von einem

lebend gebliebenen Hauch altspanischer Romantik.

In San Franzisko halte ich Ausschau. Eigentlich wollte ich nach Samoa

und Tahiti. Aber gerade vor der Nase ist mir das Schiff weggefahren.

Allzu lange müßte ich auf das nächste warten.

Ein anderer Dampfer liegt auslaufbereit im Hafen. Er geht nach Japan

und nimmt mich mit.

Um einmal andere Bilder zu sehen, fahre ich Zwischendeck. Der Entschluß

hat mich nie gereut. Ich habe in meinem Zwischendeck viel mehr gesehen,

erlebt und gelernt, als wenn ich erster Klasse gefahren wäre.

Nach sechstägiger Reise die hawaiische Inselgruppe, Eiland Oahu

und Stadt Honolulu. Diese erste Südseeinsel ist eine Enttäuschung,

allzusehr ist dort alles amerikanisiert. Und während Oahu, das nicht

Herbst und Winter, das nur den Sommer kennt, langsam im Abendnebel

verschwimmt, träume ich von andern Inseln, glücklichen Inseln, wo Sonne

und Sterne, wo das rollende Rad der Zeit stille zu stehen scheint,

stille steht für Menschen, die eines guten Willens gekommen sind. -- --

Fast vierzehn Tage wieder auf hoher See. Ich benütze die lange Zeit, um

mich in aller Eile ein wenig auf Japan vorzubereiten. Denn ich hatte es

nicht auf mein Reiseprogramm gesetzt.

Doch ich komme nicht recht vorwärts. Ein Mühlrad geht mir im Kopfe

herum, hundert Namen und Dinge wirren sich chaotisch durcheinander.

Aber eines präge ich mir ein, die Lehre, daß man um das europäische

Hotel einen weiten Bogen schlagen muß, wenn man vom eigentlichen

Nippon, wie das Kaiserreich Japan in der Landessprache heißt, etwas

kennenlernen will.

2. Ankunft in Japan.

Eines Tages sind wir wirklich da. Grün und freundlich erschließt sich

die weite Bucht von Tokio. Wie unsagbar wohl tut dieses frische,

saftige Grün nach den verbrannten Steppen Nordmexikos, nach dem starken

Seewind und der scharfen Salzluft! Goldschimmernder Glanz, zitternder

Silberflimmer über Land und See, da und dort noch geheimnisvoll

verschleiernder Nebelflor. Aus ganzem Herzen sei mir gegrüßt, heiteres,

sonniges, lächelndes Japan!

„Nach einem japanischen Gasthaus!“ sagte ich den Gepäckträgern bei

meiner Ankunft in Jokohama, dem Hafen von Tokio. Die taten sehr,

sehr erstaunt, zuckten zweifelnd und unschlüssig die Achseln und

beratschlagten lange, ein Beweis dafür, daß ihnen dieses Verlangen

etwas ganz Ungewöhnliches war.

„Mankahotel!“ meinten sie endlich. „Mankahotel!“ nickte ich zustimmend,

froh, daß sie doch noch irgend etwas ausgeklügelt hatten.

Dort, wo die europäische Niederlassung bereits in die japanische

Stadt übergegangen ist, steht es, in der Parkstraße, einer großen,

öffentlichen Gartenanlage gegenüber.

Ringsum kein europäisches Haus mehr, auch Wirt und Bedienung sind

japanisch. Nur das Hotel selbst, ein kleiner einstöckiger Bau, ist

nicht mehr ganz waschecht japanisch.

Mankahotel hat sich bereits mit Tischen, Stühlen und Betten europäisch

frisiert und ist so eigentlich nicht das, was ich gewollt und gesucht

hatte.

Aber auch die Leute vom Mankahotel sahen mich und meine Koffer mit ganz

mißtrauischen und argwöhnischen Augen an: -- ja, ja -- ein Bett hätten

sie wohl schon frei -- aber wie lange ich denn bliebe, und ob ich mir

vielleicht nicht doch das Zimmer vorher des näheren ansehen wollte.

Das tat ich denn auch und unterwarf den einen von den zwei Räumen,

die Mankahotel zu vermieten hat, einer kurzen Untersuchung: ein nicht

sehr großes Zimmerchen mit einem breiten Bett französischen Stiles,

außerdem mit Tisch, Stuhl und Waschtischchen eingerichtet. Aber alles,

und das ist mir die Hauptsache, ist blitzblank sauber gehalten. Durch

die niederen Fenster bietet sich ein interessanter Einblick in allerlei

japanische Nachbarhäuschen, in mancherlei Häuserwinkelwerk und Höfe.

Dazwischen ein nicht überbautes Stückchen freier Erde, das mit ein paar

grünen Bäumchen bepflanzt ist.

„Ich nehme das Zimmer!“ nickte ich.

Der Hotelwirt, ein kleiner, schmaler, gelbfarbiger Japaner mit klugen

Augen, nickte ebenso, ohne über meinen Entschluß besondere Freude oder

Genugtuung zu bekunden. Es entging mir auch nicht, wie er mich mit

einem erstaunt fragenden und forschenden Seitenblick streifte.

Freilich, die ersten Nächte, die ich nun im Mankahotel verbrachte,

sollten sich nicht allzu genußreich gestalten.

Nicht der glühend heiße Tag, an dem die Sonne so gewaltig

herniederbrennt, macht das Leben in den Tropen und den der Tropenzone

nahe gelegenen Ländern schwer. Der Tag ist mit einigem guten Willen

immer noch ganz gut zu ertragen. Das wirklich Schlimme, das, was böse

an den Nerven zehrt, die eigentliche Strapaze, das sind die Nächte,

diese feuchtschwülen, dumpfschweren Nächte, in denen man doch nicht

den ersehnten Schlaf finden kann, wenn man auch todmüde auf sein Lager

sinkt.

So eine nicht enden wollende, qualvolle und ruhelose Nacht war gleich

die erste, die ich im Hotel Manka verbrachte.

Ganz fein säuberlich hatte ich mein Moskitonetz zugezogen und alle

Fenster fest und gut geschlossen, um blutsaugende, unerwünschte

Nachtgäste am Eintritt zu hindern.

Aber nachdem ich mich drei Stunden lang schlaflos in der schweren

Stickluft auf den heißen Kissen herumgewälzt hatte, öffnete ich zuerst

zögernd ein Fenster, eine Viertelstunde später das zweite und kurz

darauf das dritte.

Wie luftig nun der frischkühle Nachtwind kräftig das Zimmer durchwehte!

Stolz und kühn, als ob es ein wahrhaftiges Schiffssegel werden wollte,

blähte und bauschte mein Moskitonetz sich mächtig auf.

Und all die seltsamen, zum Teil noch halb rätselhaften oder ganz

unverständlichen Stimmen und Stimmchen der japanischen Nacht dringen

jetzt an mein Ohr: grelles Lautengeklimper und süßes Flötenklagen. Dann

Wassergeplätscher. Drüben im Nachbarhäuschen wird noch gebadet. Wohl

einer, der auch nicht schlafen kann. Deutlich sehe ich von meinem Bette

aus eine sich nun am Fenster abtrocknende nackte Gestalt. Man gibt sich

höchst natürlich in Japan.

Ich lausche weiter hinaus: nun das zum vorsichtigen Gebrauch von Feuer

und Licht mahnende Holzgeklapper des japanischen Nachtwächters. Kurz

darauf der hübsche melodische Gesang eines Vogels. Dann der leise

elastische Sprung einer ihn jagenden Katze. Das langgezogene Zirpen

einer Zikade in dem Bäumchen vor meinem Fenster, fast wie das leise

Schnarchen eines Menschen hört es sich an. Rings um das ihnen den

Eintritt verwehrende Netz das laut-begehrliche Summen und Surren der

Moskitos.

Aber jetzt! Nein, das rumort nicht mehr nur da draußen herum. Ganz

dicht an meinem Ohr höre ich nun einen brummen. Und jetzt noch einen

und noch einen. In der nächsten Minute folgt auch schon Stich nach

Stich.

Das im Winde hoch aufflatternde Netz hat den kleinen Teufeln Einlaß

gewährt. Ein paar der schlimmen Gesellen klatsche ich an der Wange tot,

die übrigen setzen ihr blutiges Marterhandwerk lustig fort.

Der Morgen, der ersehnte Morgen beginnt fahl durch das Fenster

hereinzudämmern und all das böse, lichtscheue Nachtgesindel sucht seine

Tagesverstecke auf. Ein tiefer Morgenschlaf entschädigt mich für die

ruhelose Nacht.

Im übrigen ist es im Mankahotel zum allerbesten bestellt.

Alles gut, reinlich und nicht teuer!

In ein paar Tagen sind der Wirt und seine ihm den Haushalt führende

Schwester, ist auch die gesamte Bedienung unseres Hotels schon ganz

zutraulich und zutunlich geworden, die aus sechs Köpfen bestehende

Bubenschar, welche die Rolle von Servier- und Zimmerkellnern spielt,

und auch unsere drei Hausmädchen.

Was immer ich verlange, alles wird rasch und willig ausgeführt. Nie

auch nur der Schein einer Gegenrede, nie ein Besserwissenwollen, nie,

und wenn auch noch so viel noch so rasch zu tun ist, je eine mürrische

oder unzufriedene Miene.

Aber nicht nur gut und bequem lebt es sich in Hotel Manka. Ich kann

hier auch schon in der sonst stark unter europäischem Einfluß stehenden

Hafenstadt Jokohama japanisches Leben, japanische Sitte, japanischen

Volkscharakter studieren.

Nicht nur, daß fast alle Speisegäste waschechte Japaner sind. Ganz

japanisch ist vor allem unsere engere Hausgenossenschaft.

Da sind vor allem unsere schon erwähnten Hotelbuben. Ihr Häuptling --

der Älteste -- heißt Kakutaro. Wie geschickt, flink und gewandt er ist!

Trotz seiner Jugend könnte er manchem Oberkellner eines europäischen

Hotels als Vorbild dienen.

Die Götter hatten ihm schon bei seiner Geburt ersichtlich wohl gewollt.

Denn sie hatten ihm nicht die so oft als böses Danaergeschenk sich

erweisende Mitgift „männlicher Schönheit“ mit auf den Lebensweg

gegeben. Sehr hübsch ist der gute Kakutaro nicht zu nennen.

Aber dafür hat er andere Vorzüge.

Alle Sprachen -- englisch spricht er noch am besten -- aber alle andern

Sprachen radebrecht er ein wenig, deutsch und französisch, italienisch

und spanisch, russisch und chinesisch, und beständig sucht er

lerneifrig seine Kenntnisse zu erweitern. Die andern Buben streben ihm

nach. Sowie sie eine freie Minute ergattert haben, kauern sie in ihren

Badehosen -- Badehose ist außer bei den Mahlzeiten die Hauptbekleidung

unserer männlichen Bedienung -- in irgendeinem Winkel und grübeln über

einer Grammatik, einem Sprachführer oder sonst einem lehrhaften Buch

hin. Oder sie fragen und fragen, tun lauter kluge Fragen. Alles und

alles möchten sie wissen, sind beständig daran, ihren Gesichtskreis

zu erweitern -- und sind doch nur die kleinen, aus niederen Kreisen

stammenden Bedienungsbuben eines kleinen Gasthauses.

Für jedes freundliche Wort sind sie dankbar. Mit irgendeiner für

ein paar Sen, geringen japanischen Bronzemünzen, gekauften billigen

Kleinigkeit kann ich ihnen die größte Freude bereiten. Und dann suchen

die hübschen frischen Jungen ihre Dankbarkeit durch alle möglichen

kleinen, nicht erbetenen Dienste zu beweisen.

Grundehrlich sind sie. Nie habe ich irgend etwas verschlossen; das

Portemonnaie, selbst Zigarren und Zigaretten -- und sie rauchen sehr

gern -- konnte ich ruhig auf dem Tisch liegen lassen. Nie ist mir die

kleinste Kleinigkeit abhanden gekommen.

Schmerzen können sie aushalten wie ein Mann. Einmal hatte einer

eine offene böse Wunde am Fuß. Kakutaro, nicht nur Manager, Ober-

und Zahlkellner in einer Person, sondern auch allseitig geachteter

Hoteldoktor, steckte ihm irgendeine Heilpflanzenwolle in die Wunde und

zündete das Zeug an. Langsam glimmte die Wolle weiter und brannte die

Wunde aus. Drei- bis viermal wiederholte der gute Kakutaro mit größter

Seelenruhe diese äußerst schmerzhafte Manipulation. Der tapfere,

kleine, dreizehnjährige Junge aber saß dabei ganz still auf dem

Fußboden, besah sich, ohne eine Miene zu verziehen, die brennende Wolle

und -- lächelte!

Sie lächeln ja immer, diese Japaner, in Freude und in Schmerzen, auch

die Mädchen und Frauen. Unser ältestes Dienstmädchen hatte einmal

rasendes Kopfweh, daß sie kaum aus den Augen schauen konnte. Sie

erzählte es mir und lächelte dabei, als ob sie sich entschuldigen

wollte.

Ja, auch unsere Hotelmädchen sind ebenso nett und lustig, liebenswürdig

und freundlich wie die männliche Bedienung. Oshige, Osuzu, Omiyo heißt

das Dreigestirn, die älteste ist 21, die jüngste erst 13 Jahre alt. Nur

viel weniger wissensdurstig und lerneifrig sind sie als die Jungen,

dafür aber hundertmal neugieriger.

Der strahlende Zenit und Mittelpunkt des Hotels Manka aber ist sein

Besitzer selbst: Herr Gonjiro Shibata. Nicht in meinen allerkühnsten

Träumen hätte ich einen derartigen Hotelier für möglich gehalten, so

ist er die verkörperte Idealfigur vorbildlicher Gefälligkeit.

So bin ich sehr zufrieden, gleich am ersten Tag meiner Ankunft sofort

ein angenehmes Haupt- und Standquartier für meinen Aufenthalt in Japan

ausfindig gemacht zu haben. Zudem habe ich gleichzeitig in Herrn

Shibata einen eifrigen Führer gefunden, der selbst gern in Stadt und

Land umherzieht und die japanische Wanderlust stark in sich sitzen

hat. Er freut sich, mir all die Sehenswürdigkeiten Jokohamas zeigen zu

können, stille Tempel und stimmungsvolle Friedhöfe. Er geleitet mich

auch oft in die lustige, papierne und hölzerne Welt der japanischen

Stadt, führt mich hinaus in die Vororte oder ins Seebad Homoko.

Eindrücke über Eindrücke stürmen auf mich ein. Ich staune und komme

nicht aus dem Staunen heraus. Eine große, bunte, seltsame Welt hat sich

mir mit einem Schlage aufgetan.

3. Japanisches Nachtleben.

Am allerbesten gefällt mir Jokohama am Abend und in der Nacht. Tagsüber

ist es auch dort wie überall etwas still, besonders an heißen Tagen,

an denen die Sommersonne Nippons recht erbarmungslos herniederstechen

kann. Aber wenn der Abend kühl herniedersinkt, wenn vom goldglänzend

breit gemalten Firmamente sich scharf und tief olivengrün mit einer

satten Einheitsfarbe alle Bäume abzeichnen, dann strömt es aus allen

Häusern und Häuschen hinaus. Rings ein dicht durcheinanderwogendes

Gedränge.

Ab und zu auch einige europäische Globetrotter, die in den zweirädrigen

Droschken Japans, den Rikshas, angefahren kommen. Galopp! Galopp!

Schwer keuchend und schweißtriefend stürmen die armen menschlichen

Zugtiere, die Jinrikishamen, einher, der erste bahnt sich schreiend und

brüllend den Weg, die andern folgen. Galopp! Galopp! In zwanzig Minuten

haben die guten Europäer die ganze Stadt durchquert und glauben, damit

alles gesehen zu haben. In Wirklichkeit haben sie nichts gesehen,

nichts gehört und gelernt, haben nur einen Mißton in die ihres sauer

verdienten Abends sich freuenden japanischen Fußgänger hineingetragen.

Nur wer da langsam geht und oft wiederkommt, stehenbleibt und verweilt,

fragt und beobachtet, der lernt den Reiz der japanischen Stadt wirklich

begreifen.

„Klipp, klapp; klipp, klapp; klipp, klapp!“ Ich weiß nicht recht, mit

welchem Laute ich am besten dieses schlürfende Geklapper Tausender

von Holzsandalen, Holzpantöffelchen und allerkleinsten Holzschühchen

vergleichen sollte. Das ist so ein Massen-, ein Millionenton, ähnlich

vielleicht wie das Zwitschern der Zikadenheere in den japanischen

Bäumen, der Sprung und Flug von Heuschreckenlegionen, das Singen

der Grillen im Grase, das Rauschen und Murmeln des Flusses, das

langsame Branden des friedlichen Meeres -- viel tausend großer,

kleiner und kleinster Töne, alle in einen einzigen Einheitsakkord

zusammenklingend und verschmelzend, nicht in einen süß schmeichelnden,

auch keinen elementar gewaltigen vielleicht. Denn das klirrt nicht

silbern wie der über glatte Eisfläche fliegende Schlittschuh,

dröhnt auch nicht ehern wie der wuchtige Schwer- und Gleichschritt

heranmarschierender Bataillone, läßt auch nicht donnernd die Erde

erzittern wie heranbrausende Reiterdivisionen; das ist ein japanischer,

echt japanischer Ton, gleichmäßig immer, nicht allzu leis und nicht

allzu laut, nicht allzu schüchtern und nicht allzu leidenschaftlich,

erinnernd vielleicht an den harten Holzton der japanischen Laute, an

das unermüdliche Holzgeklapper des japanischen Nachtwächters, hartes

Holz auf harter Erde, ein ganz harter Ton, hart wie das Leben der

Menschen hierzulande ist, wenn man es nach unsern Begriffen mißt.

Ist aber gar nicht hart in Wirklichkeit! Es ist Arbeit, viel schwere

Menschenarbeit; oft Arbeit, zu der wir nur das Tier knechten. Es ist

fast spartanische Genügsamkeit; die Zufriedenheit mit Wenigem, unsagbar

Wenigem, würden wir sagen. Es ist ewige, stille Heiterkeit, ist helle

Freude an allem Schönen, was ihnen ihre Erde bietet: Freude an ihren

bunten Vögeln, großen Schmetterlingen und zirpenden Zikaden; Freude

an ihren großen, prächtigen Waldbäumen, an all den tausend Blumen und

Blüten; Freude an all den unzähligen Dingen und Dingelchen, die sie

sich selbst zu verfertigen verstehen.

Und in ihrer Freude, in ihrem heiteren Lebensgenuß, da werden selbst

die Großen und Alten: Großeltern, Väter und Mütter, werden sie alle

wieder zu Kindern, zu großen Kindern, die die sorglose, ganze Seligkeit

des Kindes in sich tragen.

An jedem Abend, Nacht für Nacht, ist zur Belohnung für des Tages

schwere Last und Müh die japanische Stadt wie ein kleines oder großes

Kinderzauberfest aufgeputzt: bunte Lampions, bunte, rote, blaue und

grüne Lichter, wohin man sieht. Wohin das Auge blickt: bunte Tücher in

hundert Farben, Fahnen, Laternen, Papierstreifen, die alle lustig im

Winde wehen. Fratzen und lachende Reklamegesichter, Tiger und wilde

Meerungeheuer, Göttergestalten und finster drohende Tempelhüter, nichts

darf fehlen!

[Illustration: Jokohama. (S. 8)]

[Illustration: Die Bedienung des Mankahotels. (S. 11)]

[Illustration: Japaner in Jokohama. (S. 17)]

[Illustration: Riksha. (S. 15)]

Die bis tief in die Nacht hinein offen stehenden Kaufläden sind voll

von Tausenden von Herrlichkeiten, eine ist schöner als die andere,

die Kinderherzen dürfen jubeln, und gerade oft das Allerschönste und

Reizendste ist für ein paar Heller auch von den Kleinsten der Kleinen

zu erwerben.

Langsam schiebt sich die Menge dahin, langsam pilgere ich mit, vor

jedem fliegenden oder stehenden Laden haltmachend, alle Basare

durchwandernd und durchstöbernd; nie komme ich zurück, ohne eine

Kleinigkeit erstanden zu haben.

Was sehe ich nicht sonst noch so unendlich viel, an dem ich mich

erfreuen kann, ohne es gerade erwerben zu können oder zu wollen:

alte Holz- und Bronzearbeiten, uralte Götterbilder, kostbarste und

farbenprächtigste Seidengewänder und Stoffe. Dann all die Blumen und

Zierbäume, von denen ich schon so viel gehört habe, daß sie mich von

allem Anfang an schon wie alte, liebgewordene Bekannte anmuten wollen.

Trotzdem staune ich, wenn ich sehe, wie so ein japanischer Gärtner mit

ein paar winzigen Zwergbäumchen den Eindruck eines hohen Urwaldes oder

eines ehrwürdigen Götterhaines hervorzurufen versteht, oder wie er aus

ein paar Blümchen, niederen Grashalmen und einigen Steinchen einen

großmächtigen Prunkgarten zusammengebaut hat.

Blumen und Bäume, Gärten und Wälder! Nur die Vögel fehlen darin! ...

Die Vogelhändler haben schon Schluß gemacht, gut für die kleinen

gefiederten Gefangenen, die nun Ruhe haben, schlecht für das Ganze des

Festes.

Denn ich vermisse sie nur ungern, die hübschen, immer hinter den

weißen Holzgitterstäben sitzenden und trotzdem immer vergnügt

plaudernden und zwitschernden Gesellen, schon allein wegen ihrer

Farbenpracht müßten auch sie da sein. Das glänzt und schimmert in allen

erdenklichen Tönen, vom hellsten Weiß bis zum tiefsten Schwarz; alle

Abstufungen und Übergänge, alle Mischfarben sind gegeben, und manche

der fremdländischen Südlandvögel sind bunt getupft und gesprenkelt wie

unsere heimischen Salme und Forellen.

Aber sie schlafen und nur die in einem ganz winzigen Holzkäfig sitzende

und zirpende Zikade versucht sie zu ersetzen, beteiligt sich, so laut

sie nur kann, an dem lustigen Nachtkonzert.

Doch genug von all den tausend Dingen und Dingelchen. Wer das

nicht selbst gesehen hat, dem ist das trotz längster, trotz der

begeistertsten Schilderungen doch nie ganz klarzumachen.

Nun rasch zu den Jongleuren und Artisten. Selbst ganz schauerliche,

indische Kunststücke werden mir vorgemacht.

Dann ins Theater. Die Japaner sind gute Schauspieler. Sie schließen

Fernen und Weiten auf, vor denen wir, im Innersten gepackt, überrascht

dastehen. Besonders der Ausdruck finsterer und leidenschaftlicher

Regungen, von Schmerz und starkem Schrecken ist oft von unheimlicher

Wirkung.

Jetzt die Geishas! Die kennt ja schon jeder und selbst der, dessen

Länder- und Völkerkunde Note IV oder V verdient, weiß, daß es in Japan

ein Fest der Kirschenblüte, weiß ferner, daß es dort „Geishas“ gibt,

daß besagte Geishas tanzen und singen und im übrigen sehr nett und

niedlich sind.

Nett und niedlich sind sie auch wirklich, besonders die ganz Kleinen

-- die Elevinnen oder Schülerinnen -- ich weiß nicht genau, wie der

kunstgerechte Ausdruck lautet --, die in ihrem mächtig großen Obi

(Gürtel) und den Riesenblumen im Haar drollig und reizend zu gleicher

Zeit aussehen.

Weniger nett und niedlich ist ihr Gesang und ihr Lautengeklimper.

Mit den oft recht graziösen Tänzen wird man sich weit eher befreunden

können. --

Wieder hinaus ins Freie.

Hell gleitet das Licht aus den im Winde leise zitternden Lampions,

springt lustig auf die Straße, schlüpft in die engsten Gassen hinein.

Breit bricht es aus den Basaren und großen Theatern heraus. Möchte es

irgendwo, wo keine Häuser stehen, ein wenig dunkler werden, flugs sind

dort auch wieder ein paar Gärtner mit ihren Blumen zur Stelle, ein

Spielwarenverkäufer mit seinen Schätzen, ein Seidentuchhändler, ein

Zikadenhausierer, und alle haben sie neben ihre Ware auf den Boden ein

paar helle Lampen gestellt.

Nein! Das ist wahrhaftig nicht die regelmäßige, weithin übersehbare,

recht brave und ordentliche, aber auch recht nüchterne und hausbackene

Art der europäischen Beleuchtung! Da ein Licht und dort ein Licht; hier

ein stolzer Strom, dort ein fahler Funke, fern da drüben, in weiter

Nacht ersterbend, ein ängstlich flackerndes Irrlicht.

Selbst in den Lichtern, in Strahlenkronen, in Lampions, Lampen und

Windlaternen steckt echter Künstlergeist. Unregelmäßig sind sie und

doch einheitlich -- ein großes Ganzes -- eine Liliputwiederholung und

-nachahmung von den Sternen des Himmels da droben.

Und jedes Licht, und mag es noch so klein und lebensbescheiden

leuchten, bringt dem, der da recht hinsieht, eine neue, kleine

Überraschung, ein neues Entzücken, eine neue Freude, bis man, müde

von vieler Freude, todmüde von all dem Schauen, durch die allmählich

stiller werdende Stadt den Heimweg antritt.

Aber selbst im Traume höre ich noch Geklapper von Holzsandalen, höre

ich Lachen und Freudenlaute, höre die frohen Stimmen von all den

kleinen und großen Kindern und sehe es blitzen und gleißen, funkeln und

sprühen, sehe die tausend goldenen Lichter der japanischen Nacht! ...

4. Kreuz und quer durchs Land.

Auch ins grüne Land hinein zog ich mit Herrn Shibata, zog durch die

Reisfelder und Wälder der Ebene, zog durch die Schluchten und Engtäler

der Berge.

Habe ich mich müde gelaufen, lade ich mich in irgendeinem Dorf zur

Nachtruhe.

Das einzige Gasthaus ist bald ausfindig gemacht. Mit tiefem, graziösem

Knix werde ich von den Mädchen des Hauses begrüßt. Einen Augenblick

später ist auch der Wirt selbst zur Stelle und ladet den Fremdling mit

ehrfurchtsvoll feierlicher Verbeugung, als ob dieser zum mindesten ein

Exkönig oder -kaiser wäre, zum Eintritt in sein Haus ein.

Ich entledige mich meiner Schuhe, bekomme von einem Mädchen eilig

Sandalen angezogen und betrete die erhöht liegende Vorhalle. An meinem

Zimmer angelangt, lege ich wiederum die Sandalen ab und stehe nun

auf peinlich sauberen Strohmatten. An den zwei Wänden befinden sich

zwei lange schmale Bilder, die bekannten Kakemonos, die in Aquarell

oder Stickerei ausgeführt zwischen zwei wagerechten Holzstäben

befestigt sind. Die zwei andern Wände, die aus durch Bambusgefüge

zusammengehaltenen Papierfensterscheiben bestehen, sind zur Zeit noch

zurückgeschoben und werden erst nachts zugemacht.

Aber ich habe nicht viel Zeit zu langer Betrachtung. Dicht hinter mir

ist schon eine Dienerin hereingehuscht und hat Tee sowie Rauchzeug,

Zigaretten und glimmende Kohlen gebracht; dann eine zweite, die mir

einen Kimono mit feierlicher Verbeugung überreicht.

Einen Augenblick bin ich allein. Ich reiße die Kleider vom Leib und

schlüpfe in meinen Kimono. Aber da stehe ich bereits vor der ersten

Schwierigkeit. Das alles ist viel zu eng, kurz und klein für uns

Europäer, das reicht kaum bis zu den Knien, statt bis zu den Knöcheln,

bis zum Ellenbogen, statt bis zum Handgelenk; über der Brust ist’s

überhaupt nicht zuzukriegen. Eine halbe Minute später hat sich auch

schon das ganze Haus um mich versammelt und macht in heller Freude

seine Glossen zu dem klein geratenen Kimono.

Das Vergnügen wird noch größer, selbst die Nachbarschaft strömt nun von

allen Ecken und Enden eiligst herbei, als ich in meinen Sandalen die

ersten, schüchternen Gehversuche mache; sie sind ebenfalls um manchen

Zentimeter zu kurz und fallen bei jedem Schritt vom Fuße.

Schon einige Tage nach meiner Ankunft in Japan ließ ich mir deshalb

Kimono und Sandalen anmessen und nahm diese zwei leicht wiegenden

Bekleidungsgegenstände bei meinen Fußtouren stets mit, um nicht mehr

als unfreiwilliges Mittel japanischer Volksbelustigung zu dienen.

Kurz nach der Ankunft werde ich auch feierlich zum Bade geleitet. Das

erstemal, wenn man eine japanische Badestube betritt, sieht man sich

freilich ein wenig ängstlich um. Eine schwüle Hitze brütet über dem

Raum und der mächtigen, in den Boden eingelassenen Holzwanne entsteigt

ein dichter, atembenehmender heißer Wasserdunst. Kaum habe ich höchst

vorsichtig mit der Haut der Zehenspitze das Wasser gestreift, ziehe ich

meinen Fuß mit einem leisen Wehruf wieder ein. Das ist gut zum Eier-

oder Hummernsieden, aber kein Bad für einen normalen Christenmenschen.

Doch ich versuche es wieder und wieder; was ein Japaner aushalten

kann, wird schließlich auch unsereins noch vertragen können, und eine

Viertelstunde später sitze ich richtig bis zu den Ohren, freilich mit

etwas süßsaurem Gesichte, in der quirlenden Wasserbrühe.

Nach dem Bade bin ich krebsrot, aber ich fühle mich auch wie

neugeboren. Reisehitze und Reisestaub, alle Müdigkeit ist wie

weggeweht. Frisch und munter bin ich, als ob ich einen langen

erquickenden Schlaf getan hätte.

In meinem Zimmer ist inzwischen das Essen aufgetragen worden. Ein

niederes, schwarzes Taburett steht auf dem Boden. Das enthält alle

möglichen schönen und guten Dinge, die man kennt: Tee und Reis, süßes

Gebäck, Fisch, roh und gekocht, Pasteten und Gemüse, aber noch viel

mehr Sachen, die man nach dem altbewährten Spruche: „Was der Bauer

nicht kennt, frißt er nicht“, wiederum mit höchst mißtrauischen Augen

von der Seite anschielt. An eine Menge Gerichte der japanischen Küche

wird sich der europäische Gaumen nicht so leicht gewöhnen. Aber hungrig

bin ich auch von der japanischen Tafel nie aufgestanden; ein paar

Dinge sind immer da, an die man sich halten kann, Reis und gebratener

oder gesottener, oft auch roher Fisch, Gebäck, Eier und, wenn es

sehr reichlich hergeht, ein paar winzige Stückchen Huhn. Auch den

unwillkürlichen Brechreiz, den mancher Europäer vor jedem japanischen

Tisch zu verspüren vermeint, habe ich bei mir nie festzustellen

vermocht, dazu ist das alles viel zu nett, reinlich und sauber

zubereitet und aufgetragen.

Auf dem Boden sitzend, führe ich die Speisen, die ich essen zu können

glaube, mit zwei langen, dünnen Holzstäbchen zu Munde. Während der

ganzen Mahlzeit kniet eines der Mädchen des Hauses neben mir, die

Reisschüssel nachfüllend, Sake, den japanischen Wein, oder den Tee

einschenkend und die gesamte Bedürfnisfrage des Gastes überwachend.

Nach dem Essen setze ich mich im leichten, luftigen Kimono ein wenig

auf die große Holzstufe vor dem Hause.

Je kleiner und abgelegener das Dorf ist, in dem ich eingekehrt bin,

desto größer ist bald der Menschenkreis, der sich um mich versammelt

hat, Fragen an den Wirt stellt, mit freundlichem Kopfnicken mich grüßt

und mir zulächelt. Nie wird diese große Volksversammlung, diese immer

liebenswürdige und herzliche Neugier, dieses Interesse, das die Leute

an dem Fremden nehmen, lästig. Ich bedauerte nur immer, daß ich die

Landessprache nicht sprach, kaum ein paar Worte schlecht radebrechte

und deshalb nicht so, wie ich wohl gewollt hätte, in den Gefühls- und

Gedankenkreis des Japaners einzudringen vermochte.

Das Reizendste aber sind die Kinder, die um einen herumstehen und sich

allmählich neugierig zutraulich immer näher und näher drängen. Bald hat

man eines im linken, eins im rechten Arm, und auf den Knien beginnt

auch schon eins lustig herumzuturnen. Sie kennen, sie wissen das

sofort, wenn jemand ein bißchen Zuneigung für sie übrig hat und sind

dankbar dafür.

Wie sauber und reinlich sie sind. Gleich den Großen baden auch sie

schon ein- oder ein paarmal des Tages.

Bunt und lustig, leicht und kleidsam sind sie angezogen. Dabei mit

wie kleinen, billigen Mitteln! Wer nur einmal eine solch große

Kinderversammlung um sich gehabt hat, hat auch schon den starken

Künstlerpulsschlag des japanischen Volkes pochen gehört, denn nur ein

Land von Künstlern kann seinen Kleinen, seinen Kindern solch reiche

herrliche Farben, solch reizend und einfach natürlichen Schnitt des

Kleides schenken! ...

Prächtig frisch, gut gebaut und schlank gewachsen diese lustig

dareinschauenden Knaben, die ganz kleinen Mädchen mit ihren großen

schwarzen Kirschenaugen aber sind schon eine reizende Miniatur der

Großen, haben schon trotz aller Kinderfrische und -natürlichkeit etwas

von dem starken Liebreiz der immer freundlichen, stets bescheidenen und

dienstbeflissenen erwachsenen Japanerin.

Früher als in den Städten wird es draußen auf dem Land, in den Dörfern

und Weilern schon still, ziemlich bald sucht man hier sein Nachtlager

auf. Das ist inzwischen auch schon in meinem Zimmer, auf demselben

Platz, wo ich eine Stunde vorher gegessen habe, aufgeschlagen worden.

Ein paar weiche Decken, mit einem tadellos weißen Leinentuch überzogen,

dienen als Unterlage, dazu ein ziemlich hartes Kopfkissen und eine

Zudecke, letztere oft sehr farbenprächtig und kostbar.

Je höher ich nun im Sommer aufwärts gestiegen war, desto besser schlief

ich in der an die Heimat gemahnenden Kühle. Aber selbst unten in der

Tiefe, am Meer oder in der flachen Fruchtebene bringt der Abend auf dem

Lande fast immer eine gewisse Erfrischung mit sich. Ein Übernachten im

echten, japanischen Haus kommt einer erquickenden Rast unter freiem

Himmel ziemlich nahe. Kein einziger Stein, der noch nachts Glut und

Hitze ausströmte. Das leichte Holz- und Bambusgefüge, die Papierwände

und -türen schützen gut vor Regen und Nässe. Aber Luft und wehender

Wind ziehen lustig hindurch. Draußen rauschen die Bäume, es ist, als ob

sie dicht über mir rauschten, flüstern die Gräser, plaudert der Quell,

zirpt die Zikade. Mitten im Schlaf bin ich mitten in der grünen Natur.

Wenn es dann wieder tagt, wird leise eine Wand des Zimmers

fortgeschoben, goldene Morgensonne flutet herein. Das bedienende

Mädchen löscht das Nachtlicht, stellt den Tee neben das Bodenlager

und meldet, daß das Bad meiner warte. Zur Vervollkommnung

der Morgentoilette überreicht sie in manchen Gasthäusern eine

funkelnagelneue, niedliche, kleine Zahnbürste und bringt mir, wenn ich

dem Bade entstiegen bin, frisch gewaschen meine Wäsche.

Nach dem Frühstück und vor dem Abmarsch der feierliche Augenblick der

Rechnungsübergabe. Kniend wird sie von einer Dienerin überreicht und

über einen halben Meter ist sie lang geworden.

Aber all die vielen, mir unverständlichen Zirkel und Zeichen

besagen nichts Böses. Im japanischen Gasthaus wurde ich selbst

an den besuchtesten Bade- und Kurorten nie allzusehr belastet,

wurde sogar noch oft mit einem Geschenke bedacht, einer Sammlung

hübscher Ansichtskarten, einem geschmackvoll gezeichneten Hand- oder

Taschentuche. Unter tiefer, bis zum Erdboden gehender Verneigung des

Wirtes und seiner Leute ziehe ich frisch und ausgeruht von dannen. -- --

Weiter wandern wir, Shibata und ich. Von den Bergen herabsteigend

kommen wir ans Meer. Viel Schönes, viel Frohes und Sonniges ist da

zu erblicken. Wo ein guter Badestrand flach in die See verläuft,

jubeln sich in der Flut herumtummelnde Knaben. Frauen, in weiten,

wallenden Badekleidern, über das schwere Schwarzhaar einen großen,

breiten Strandhut gebunden; kleine, schlanke Mädchen setzen zagend und

mißtrauisch das schmalgefesselte Füßchen in die letzten Spritzer der

schon zurückweichenden Uferwelle; junge Männer, die im warmen Sande

sitzen und dem Seebad ein langes Luft- und Lichtbad folgen lassen,

besprechen eifrigst die jüngsten Erfolge japanischer Weltpolitik;

buntschillernde Geishas und Tänzerinnen, eng nebeneinander hockend,

bestaunen neugierig ängstlich das immer wieder sich erneuernde

Naturschauspiel der donnernd in schneeweißen Schaum und Gischt

zerstiebenden, schweren Brandungswoge.

Weiter! Berge treten ans Ufer heran, tiefes, felsgründiges Meer

erschimmert in sattblauer Farbe, reizvolle Ausblicke eröffnen sich.

Ein Wallfahrtsort mit Tempeln, Verkaufsständen und Erfrischungsbuden,

Enoshima genannt, bettet sich zwischen dunkles Grün. Hier scheinen

die guten Leute durch den Pilger- und Fremdenverkehr bereits

„weltläufiger“ geworden zu sein. Gegen ein geringes Geldgeschenk

springen umherlungernde Knaben in die Tiefe und holen vom Grunde einen

zappelnden, lebenden Fisch herauf, den sie da unten in irgendeinem

Klippenloch geschickt angebunden und verwahrt gehalten haben. „Eben im

Tauchersprunge gefangen!“ machen sie staunenden Fremdlingen weis.

Vorwärts schreiten wir -- vorwärts. Ringsum jetzt menschenverlassenes

Gestade, auf der Landseite von magerem, verkrüppeltem Föhrenwald

eingesäumt, über Meer und Land der helle Goldglanz der langsam

sinkenden Sonne. Ab und zu ein leises Flüstern im Busch und das

bescheidene Plätschern des hier langsam verebbenden, friedlichen Meeres.

Endlich, nach langer, fröhlicher Wanderung im weichfeuchten Ufersande

gegen Abend ein Fischerdorf. Man glaubt, hier gar nicht mehr in Japan,

man meint, an irgendeinem heißen Tropenstrand zu stehen, so tiefbraun

gebrannt sind diese nackten, meist nur mit einem schmalen Lendentuch

bekleideten Fischer. Sorglos scheinen diese Menschen, sind trotz aller

harten Armut und schwerer Mühen, trotz aller Gefahren des tückischen

Meeres immer vergnügt; Lachen und Scherz sind und bleiben bei ihnen

zu Hause, sie lassen sich nie und durch nichts die Freude an ihrer

Sonne und ihrer See, ihrem freien Meerwind und ihrem frischen Handwerk

vergällen. Und sie haben in den ausgefischten Ufergewässern oft nicht

leichte Arbeit, die drei Millionen Menschen, die im Fischfang und der

damit verbundenen Industrie tätig sind, das ganze Land mit genügenden

Vorräten zu versehen. Denn bei keiner japanischen Mahlzeit darf der

Fisch fehlen, frischer oder getrockneter, gedörrter oder gesalzener

oder gesottener Fisch.

Durch zum Trocknen aufgespannte Netze und Leinen führt uns der Weg in

das sauber gehaltene Dorf.

Vom freien Meer weht zum Ufer ein Sang von Männerstimmen, ein auf

flüsternder Flut schon halb erstorbenes Fischerlied. Rotgolden

leuchtende Segel flattern über die See, kommen mit der sinkenden

Sonne näher und näher, ein Schwarm kleiner, windverwehter, bunter

Schmetterlinge, der langsam und mühsam wieder dem rettenden Lande

zustrebt.

Freuden- und Begrüßungsrufe! Netze werden ans Land gezogen, Boote auf

den Sand geschleppt, emsiges Rühren und Schaffen aller Hände. -- -- --

Vom Meer aus zurück in die Ebene. Mit dem weichen grünen Samtteppich

der Reisfelder ist sie bespannt. Manchmal taucht, von Föhren

beschattet, ein erdbraunes, holzgezimmertes Bauernhaus auf, von fern

sich wie frisch aufgerissenes Ackerfeld oder ein verwitterter Felsblock

ausnehmend. Dicht daneben auf einem Waldhügel ein bescheidener

Dorftempel. Nun stilles, menschenleeres Heideland. Ab und zu ein

dunkler Tümpel, ein braunes Moor. Aus dem zarten Silberdunst der

Ferne taucht ein einsamer, mächtiger Bergriese auf, der Fujiyama, der

vielgeliebte, vielgemalte, von allen Dichtern besungene Berg Japans,

Ziel der Pilger und wandernden Söhne des Landes.

5. Sintflut und Erdbeben.

Dem Sonnenlande Japan beliebt es plötzlich, sich in fast ständigen

Regen zu hüllen.

War ich einmal bei leidlichem Wetter in irgendein Bergdorf

aufgestiegen, so erwachte ich am nächsten Morgen in einem so

unbeschreiblichen Strichregen, daß es gar nicht möglich war, den

Abstieg zu versuchen.

Am vielbesuchten Hakonesee ist mir dies gleich zweimal zugestoßen.

Zweimal war ich gezwungen, als einziger Badegast an dem kleinen Bergsee

zu bleiben.

Ununterbrochen tobte der Sturm und donnerte trotz aller

Windschutzbauten in der Nacht dermaßen an das Haus, daß ich glaubte,

die ganze Holzbude müsse im nächsten Augenblick rettungslos

zusammenbrechen. Am Tage aber zauberte er, die schweren weißen Nebel

nahe der Wasserfläche über den See dahinfegend, ein vollständiges

Winterbild hervor: wie ein dichtes, wildes Schneetreiben auf fest und

glatt gefrorener Eisfläche sah sich das an.

Eingehüllt in einen schweren Kimono, ein glimmendes Kohlenbecken an

meiner Seite, schlug ich ärgerlich und wenig guter Laune die Zeit tot.

Das tatenlose Herumsitzen, die Langeweile trieb mich endlich doch

zu Tale. Aber es war mehr ein Herabfallen und -purzeln, als ein

Herabsteigen. Die abschüssigen Lehmhalden waren schlüpfrig wie

Glatteis, ebenso der Fels und das Steingeröll. Dazu hatten Regen und

Taifun, jener gefährliche Wirbelsturm, lange Stücke des schmalen

Saumpfades in die Tiefe gerissen.

Als ich mich mit vieler Mühe und auf großen Umwegen wieder ins Tal

hinabgearbeitet hatte, fand ich dort die Brücke weggeschwemmt. Wollte

ich weiter kommen, so blieb mir gar nichts anderes übrig, als mich

über den wild tobenden Bergfluß hinüberseilen zu lassen.

Die japanische Seilfähre ist nicht wie unsere europäische: zwar ist da

auch ein Drahtseil vorhanden, aber daran wird kein Schiff, sondern wird

man gleich selbst in höchsteigener Person, auf einem schmalen Holzbrett

sitzend, angekoppelt.

Allzu groß ist das Vergnügen nicht!

Die kleinen, leichten Japaner sausen ja ganz frisch und flott hinüber,

nicht so das europäische Schwergewicht. Schon in der Mitte der Fahrt

beginnt das zu stocken, wie ein unfreiwilliger Akrobat tanze ich auf

elastischem Seil über der tobenden Flut auf und ab und habe Zeit genug,

tiefsinnige Betrachtungen darüber anzustellen, ob die eigenen achtzig

Kilo oder ob die japanische Drahtseilfabrikationskunst schließlich den

Sieg davontragen werde.

Aber drüben am andern Ufer arbeiten sie ganz wütend und holen mich

keuchend doch endlich heil und ganz über. Freilich, den Hut habe ich

als Obolus den japanischen Wasser-, Wetter- und Windgöttern in die

Tiefe geworfen, die Hose ist auch nicht mehr ganz salonfähig, aber

alles andere habe ich glücklich herübergerettet.

Ich sehe in diesen Tagen viel Ernstes und Trauriges: entwurzelte

Bäume, abgedeckte Hütten, zerstörte Gärten und Felder, niedergegangene

Steinlawinen, Vernichtung und Verheerung.

Als ich so in einem entsetzlichen Unwetter zum zweiten Male nach

Mijanoschita, der bekannten japanischen Sommervillegiatur kam, da fand

ich ganz in der Nähe, in einem reizenden, dicht zwischen Fluß und Fels

eingebauten Dörflein eine große Menschenansammlung, Polizisten, die

Ordnung hielten, Männer, Bauern und Kulis, die fieberhaft schaufelten

und arbeiteten.

Ein Bergsturz! Zwei Häuser in die Tiefe gerissen! Man sieht nicht mehr

viel davon, nur noch Schutt und Geröll. Und die, die in den Häusern

waren, sind längst tot.

Als ich jüngst hier gewesen, war ich dicht neben der Unglücksstelle

eingekehrt. Es regnete auch, aber es kam doch ab und zu die Sonne ein

wenig durch das Gewölk, man konnte sich im Freien halten. Ich kannte

die Leute, die da verschüttet worden waren, und die zwei hübschen,

lustigen Teehausmädchen, die sie entsetzlich verstümmelt herauftragen,

waren lachend vor mir davon und ins Haus gelaufen, als ich versuchen

wollte, sie zu photographieren.

Ganz schlimm sieht es auch in der Ebene aus, die Flüsse und Ströme sind

verheerend weit über die Ufer getreten, die so sorgsam bebauten und

liebevoll gepflegten Reisfelder sind zu schmutzig grauen Seen geworden

-- ein unsagbar trauriger Anblick. Manche Hütten sind weggerissen,

zahlreiche Menschenleben sind zu beklagen.

An der Küste aber stoße ich auf die Spuren einer verheerenden

Springflut, höre von vielen im Taifun untergegangenen Fischerbooten

erzählen.

Ich höre bald überhaupt nur noch von Todesfällen, von Dammbrüchen

und Geleisunterspülungen, Brückeneinstürzen und Bahnunterbrechungen.

Jammer, Elend und Not, wohin ich komme. Als ich endlich nach Jokohama

zurückgelange, finde ich auch dort allerlei Unheil. Vor allem ist die

städtische Wasserleitung zerstört. Das bedeutet soviel wie allerhöchste

Gefahr. Denn die japanische Stadt ist, wie schon des öfteren erwähnt,

ganz aus Holz erbaut. Dazu all der andere, bunte Flitterkram. Jeden

Augenblick auch ein Brandunglück. Und jetzt kann nur noch nach altem

Brauch, mit Eimern und Tonnen gelöscht werden.

Keinen trockenen Faden am Leibe mehr, kehre ich in mein Haupt- und

Standquartier „Hotel Manka“ zurück. Aber entsetzt mache ich die

Entdeckung, daß auch das Mankahotel inzwischen von einem Hochwasser

heimgesucht worden war. Meine im Erdgeschoß stehenden Schiffskoffer

hatten vergnügt „Schiffahren“ gespielt. Im untersten Fach fand sich ein

grauer Brei, eine zähe, geleeartige Masse, in der bereits lange gelbe

Würmer herumkrochen. Tieftraurig schaufelte ich das aus und übergab

es zu schleuniger Bestattung. Dann versuchte ich zu retten, was noch

zu retten war. Kohlenbecken wurden entzündet und die Reinigung und

Austrocknung der triefenden Koffer, das Aufhängen der nassen Kleider,

die Ausbreitung der feuchten Wäsche und des sonstigen noch verwendbaren

Kofferinhalts gestaltete sich zu einem glänzenden Freudenfest für die

neugierigen und wissensdurstigen Hotelboys und -girls.

Aber nicht nur das Wasser schafft Schaden und Elend, auch im Innern der

Erde will es rebellisch werden.

Ich erlebe in Jokohama mein erstes Erdbeben. Es ist ganz schön und gut

abgelaufen und hat auch allgemein außer verschiedenem Materialschaden

nicht allzuviel Unheil gestiftet.

Aber trotzdem! Sicherlich habe ich noch nie im Leben ein so

unheimliches Gefühl wie in dieser Nacht empfunden.

Ein schweres Alpdrücken. Ich träume -- träume, daß einer meiner

Angehörigen eines ganz gräßlichen, entsetzlichen Todes gestorben sei.

Plötzlich erwache ich. Auf dem Boden rollen ein paar am Abend vorher

erstandene Vasen zerbrochen umher.

Nun ein Stoß! Das Zimmer geht auf und ab wie ein Schiff im Sturm.

Geradeso wie bei hohem Seegang das Gebälk des Schiffes, kracht und

ächzt und stöhnt es in den Wänden, in der Decke, im Dachstuhl.

Jetzt noch ein Stoß, stärker, kräftiger, dröhnender als der erste!

Gewaltige Erdkräfte, die tief da unten zu schlafen schienen, sind

aufgewacht, sind heraufgestiegen, haben gerufen, daß sie noch leben wie

am allerersten Tage der Erde, und haben mahnend angepocht, das Pochen

ist laut und deutlich gewesen.

Im nächsten Augenblick muß das alles in Trümmer zusammenstürzen! Ein

Sprung aus dem Bett, ein zweiter nach der Tür, ein paar Sätze über die

Stiege hinab, nie noch habe ich im Leben so unanständig rasch ein Haus

verlassen! ...

Sonnenländer · 第 1 / 11 段