Anton. Ein Epithalamium? Potz Stern, das ist ein schwer Ding! Damit
können Sie wirklich zurechte kommen? Da gehört Kunst dazu--Aber, Herr
Damis, im Vertrauen, was ist denn das ein Epith--pitha--thlamium?
Damis. Wie kannst du es denn schwer nennen, wenn du noch nicht weißt,
was es ist?
Anton. Ei nun, das Wort ist ja schon schwer genug. Sagen Sie mir nur
ein wenig mit einem andern Namen, was es ist.
Damis. Ein Epithalamium ist ein Thalassio.
Anton. So, so! nun versteh ich's; ein Epithalamium ist ein--wie hieß
es?--
Damis. Thalassio.
Anton. Ein Thalassio; und das können Sie machen? Wenigstens werden
Sie viel Zeit dazu brauchen--Aber, hören Sie doch, wenn mich nun
jemand fragt, was ein Thalassio ist, was muß ich ihm wohl antworten?
Damis. Auch das weißt du nicht, was ein Thalassio ist?
Anton. Ich für mein Teil weiß es wohl. Ein Thalassio ist ein--wie
hieß das vorige Wort?
Damis. Epithalamium.
Anton. Ist ein Epithalamium. Und ein Epithalamium ist ein Thalassio.
Nicht wahr, ich habe es gut behalten? Aber das möchte nur andern
Leuten nicht deutlich sein, welche beide Worte nicht verstehen.
Damis. Je nun, so sage ihnen, Thalassio sei ein Hymenaeus.
Anton. Zum Henker! das heißt Leute vexieren. Ein Epithalamium ist
ein Thalassio, und ein Thalassio ist ein Hymenaeus. Und so umgekehrt,
ein Hym--Hym--Die Namen mag sonst einer merken!
Damis. Recht! recht! ich sehe doch, daß du anfängst einen Begriff von
Sachen zu bekommen.
Anton. Ich einen Begriff hiervon? so wahr ich ehrlich bin! Sie irren
sich. Der Kobold müßte mir's eingeblasen haben, wenn ich wüßte, was
die kauderwelschen Worte heißen sollen. Sagen Sie mir doch ihren
deutschen Namen; oder haben sie keinen?
Damis. Sie haben zwar einen, allein er ist lange nicht von der
Annehmlichkeit und dem Nachdrucke der griechischen oder lateinischen.
Sage einmal selbst, ob ein Hochzeitgedichte nicht viel kahler klingt
als ein Epithalamium, ein Hymenaeus, ein Thalassio.
Anton. Mir nicht; wahrhaftig mir nicht! denn jenes versteh ich und
dieses nicht. Ein Hochzeitgedichte haben Sie also machen wollen?
Warum sagten Sie das nicht gleich?--Oh! in Hochzeitgedichten habe ich.
eine Belesenheit, die erstaunend ist. Ich muß Ihnen nur sagen, wie
ich dazu gekommen bin. Mein weiland seliger Vater hatte einen
Vetter--und gewissermaßen war es also auch mein Vetter--
Damis. Was wird das für ein Gewäsche werden?
Anton. Sie wollen es nicht abwarten? Gut! Der Schade ist Ihre.
--Weiter also: Verse auf eine Hochzeit wollten Sie machen? aber auf
was denn für eine?
Damis. Welche Frage! auf meine eigne.