Damis. Lisette.
Damis. Lisette kann sich nur auch gleich mit fortmachen. Will denn
meine Stube heute gar nicht leer werden? Bald ist der da, bald jener;
bald die, bald jene. Soll ich denn nicht einen Augenblick allein
sein? (Setzt sich an seinen Tisch.) Die Musen verlangen Einsamkeit,
und nichts verjagt sie eher als der Tumult. Ich habe so viele und
wichtige Verrichtungen, daß ich nicht weiß, wo ich zuerst anfangen
soll; und gleichwohl stört man mich. Mit der Heirat, mit einer so
nichtswürdigen Sache, ist der größte Teil des Nachmittags
daraufgegangen; soll mir denn auch der Abend durch das ewige Hin- und
Wiederlaufen entrissen werden? Ich glaube, daß in keinem Hause der
Müßiggang so herrschen kann als in diesem.
Lisette. Und besonders auf dieser Stube.
Damis. Auf dieser Stube? Ungelehrte! Unwissende!
Lisette. Ist das geschimpft oder gelobt?
Damis. Was für eine niederträchtige Seele! die Unwissenheit, die
Ungelehrsamkeit für keinen Schimpf zu halten! für keinen Schimpf? So
möchte ich doch die Begriffe wissen, die eine so unsinnige Schwätzerin
von Ehre und Schande hat. Vielleicht, daß bei ihr die Gelehrsamkeit
ein Schimpf ist?
Lisette. Wahrhaftig, wann sie durchgängig von dem Schlage ist wie bei
Ihnen--
Damis. Nein, das ist sie nicht. Die wenigsten haben es so weit
gebracht--
Lisette. Daß man nicht unterscheiden kann, ob sie närrisch oder
gelehrt sind?--