Lisette. Valer. Juliane.
Lisette (noch innerhalb der Szene). Nur hier herein; Herr Damis ist
ausgegangen. Sie können hier schon ein Wörtchen miteinander im
Vertrauen reden.
Juliane. Ja, Valer, mein Entschluß ist gefaßt. Ich bin ihm zu viel
schuldig; er hat durch seine Wohltaten das größte Recht über mich
erhalten. Es koste mir, was es wolle; ich muß die Heirat eingehen,
weil es Chrysander verlangt. Oder soll ich etwa die Dankbarkeit der
Liebe aufopfern? Sie sind selbst tugendhaft, Valer, und Ihr Umgang
hat mich edler denken gelehrt. Mich Ihrer wert zu zeigen, muß ich
meine Pflicht, auch mit dem Verluste meines Glückes, erfüllen.
Lisette. Eine wunderbare Moral! wahrhaftig!
Valer. Aber wo bleiben Versprechung, Schwur, Treue? Ist es erlaubt,
um eine eingebildete Pflicht zu erfüllen, einer andern, die uns
wirklich verbindet, entgegen zu handeln?
Juliane. Ach, Valer, Sie wissen es besser, was zu solchen
Versprechungen gehört. Mißbrauchen Sie meine Schwäche nicht. Die
Einwilligung meines Vaters war nicht dabei.