[Illustration: Abb. 130. +Entwurf zu der Radierung.+
Federzeichnung im Besitz der Frau ~Dr.~ Ewald. Berlin. (~E.~
447.)]
[Illustration: Abb. 131. +Entwurf zu einer Radierung aus der
Folge.+ Lavierte Federzeichnung im Besitz der Frau ~Dr.~ Ewald.
Berlin. (~E.~ 306.)]
[Illustration: Abb. 132. +Entwurf zu einer Radierung aus der
Folge.+ Lavierte Federzeichnung im Besitz der Frau ~Dr.~ Ewald.
Berlin. (~E.~ 306.)]
Die Freuden des genügsamen Alters im Schoß der Familie bildeten auch in
den letzten Jahren seiner Thätigkeit ein Lieblingsthema Chodowieckis,
das er mit unverwüstlicher Frische immer wieder und wieder behandelt.
So in Langs Almanach für häusliche und gesellschaftliche Freuden
von 1797 (~E.~ 789-792) und 1798 (~E.~ 847 bis 850). Er
läßt dabei gewissermaßen alle schönen und schweren Tage seines
eigenen Lebens in der Erinnerung an seinem Auge vorüberziehen. Daß
ihm in solcher beschaulichen Stimmung Vossens Familienidyll Luise
willkommenen Stoff zur Illustration (~E.~ 838 bis 842) bot, ist
nur zu begreiflich. Der wackere Eutiner Schulmeister konnte sich
keinen besseren Interpreten für seine behaglichen Familienbilder aus
dem Pfarrhause wünschen, ebenso wie Goethes bürgerliches Epos Hermann
und Dorothea (~E.~ 877 u. 878) in wirklich kongenialer Weise von
unserem Meister illustriert wurde. Auch Richardsons Clarissa, die
inzwischen von Kosegarten in nicht weniger als acht Bänden ins Deutsche
übersetzt war, beschäftigte Chodowiecki von neuem. Dreiundzwanzig
Kupfer lieferte er zu dieser Übersetzung, die 1796 in Leipzig erschien
(~E.~ 797-820). Das bürgerliche Milieu blieb nach wie vor die
Domäne seiner Kunst, wie auch die zierlichen Illustrationen zu Ungers
Roman Julchen Grünthal (~E.~ 853-856) aufs deutlichste darthun.
Hier durfte er nur sein eigenstes Wesen, seine Herzensgüte, sein
Kindergemüt sprechen lassen, um von allen verstanden und bewundert zu
werden. Wie herzlich konnte er sich an den ausgelassenen Spielen seiner
Enkel erfreuen, die er 1789 in einem liebenswürdigen Bilde verewigte
(Abb. 121) und, wenn er in den sauber gepflegten Garten seines Hauses
in der Behrenstraße hinabstieg, saßen die Kinder seiner Hausgenossin,
der Witwe des französischen Kammerdieners Cléry, auf der Bank unter
der Linde und mochten kaum ahnen, daß sie dem freundlichen alten Herrn
mit dem Kindergesicht als Modell dienten für eine Radierung, die zu
den besten seiner letzten Zeit zählt (Abb. 122, ~E.~ 919):
die älteste Tochter Clérys, der als Kammerdiener König Ludwig XVI.
die Schrecken der Revolution aus nächster Nähe mit erlebt hatte,
schneidet den Brüdern, stämmigen Burschen, die mit ungeduldiger Neugier
zuschauen, Weidengerten, angethan mit der koketten Dormeuse und dem
hochgegürteten Empirekleid, das mittlerweile auch seinen Einzug in
die Auslagen der Berliner Modegeschäfte gehalten hatte. Wie oft mag
der gute Alte an diesem traulichen Plätzchen die Nachmittagsstunden
verplaudert haben mit den kleinen Franzosen, die ihm den Anblick seiner
fernen Enkel ersetzen mußten.
[Illustration: Abb. 133. +Das Scharmützel.+ (~E.~ 79.)]
[Illustration: Abb. 134.
+Titelkupfer zu Gräters Bragur.+ Leipzig 1796. (~E.~ 833.)]
[Illustration: Abb. 135. +Porträt Chodowieckis.+ Ölbild von Frisch
im Besitz der Frau ~Dr.~ Ewald. Berlin.]
[Illustration: Abb. 136. +Federballspiel.+ Ölbild im Besitz der
Frau Cäcilie Rosenberger. Kösen.]
[Illustration: Abb. 137. +Figurenstudie.+