Illustration zu Le Sage’s Gil Blas. Berlin. 1779.]

[Illustration: Abb. 67. +Illustration zu Philippine Engelhards

Gedichten.+ Göttingen. 1782. (~E.~ 420.)]

Hatte Chodowiecki in Danzig von den dort ansässigen Künstlern

viel Klagen hören müssen über die schlechten Zeiten, in denen die

Kunstfreunde rarer seien, als weiße Raben, hatte man von hier

mit stillem Neid auf seine einträgliche Beschäftigung in Berlin

geblickt, so mußte er am Elbstrand einsehen, daß die Streusandbüchse

des Deutschen Reichs doch wohl nicht den besten Nährboden für die

Früchte der Kunst abgebe. Wie ärmlich erschien das Kunstleben der

fridericianischen Hauptstadt neben dem prunkvollen Mäcenatentum der

polnisch-sächsischen Dynastie! Die Kunstschätze der kurfürstlichen

Residenz hatten seit lange Weltruf. Dichtete doch schon am Anfange des

Jahrhunderts ein nassauischer Hofmedicus mit mehr Begeisterung als

Geist:

Das Auge sieht sich nimmer satt,

Sagt Salomo in seinen Sprüchen;

Ach, daß er Dresden nicht gesehen hat!

Vermutlich hätt’ er diesen Satz

Geändert, wo nicht ausgestrichen.

-- -- -- -- -- -- -- --

Denn das, was man in Dresden schauet,

Und was August vollführt und bauet,

Sieht man sonst nirgends in der Welt!

Hier hatte Winckelmann gewirkt, Ludwig von Hagedorn und Raffael

Mengs hatten litterarisch zur Verbreitung der Kunstinteressen

beigetragen, letzterer wurde „von ganz Europa als der bedeutendste

Maler des Jahrhunderts“ gepriesen. Auch Anton Graff, der gefeierte

Bildnismaler, weilte hier, und Chodowiecki versäumte nicht, diesem

alten Freunde und künstlerischen Gesinnungsgenossen einen Besuch

abzustatten, ebenso wie er auch die übrigen Mitglieder der Dresdener

Maler- und Kupferstecherkolonie aufsuchte, um bei ihnen, wie in den

kurfürstlichen und privaten Sammlungen reichste Anregung zu finden. Der

Kupferstecher Zingg führte ihn zu dem Antiquar Lippert, der in seiner

Daktyliothek sich die erste umfassende Kollektion von Abdrücken antiker

geschnittener Steine und Gemmen angelegt hatte. Der schwerhörige und

griesgrämige alte Herr im polnischen Schnürrock reizte den Künstler

zu einer Zeichnung, die ihn im Gespräch mit dem genannten Zingg

darstellte. Noch nach fünfundzwanzig Jahren benutzte er diese Scene,

die nicht eines gewissen humoristischen Beigeschmacks entbehrt, als

Vorlage zu einer Radierung (~E.~ 882).

[Illustration: Abb. 68. +Erfindung der Buchdruckerkunst.+

(~E.~ 517.)

Chodowiecki · 第 38 / 81 题