Der Fürst Primas, Graf Podoski, gab ihm den Auftrag zu einem großen
Aquarellporträt, bei dem wir auf einem Blatte seines Skizzenbuchs
den Maler beschäftigt sehen, während die behäbige Intendantin des
geistlichen Herrn, Frau Oehmchen, in selbstbewußter Haltung die
zierliche Begrüßung eines jungen Kavaliers entgegennimmt (Abb. 43).
Weniger förmlich geht es in der bürgerlichen Wohnung der Damen
Kaemmerer und Claude zu (Abb. 44), wo man den Künstler mit frischem
Obst bewirtet. Als er einmal zur Gräfin Czapska geht, um sie zu
malen, wird er nicht vorgelassen, da die Herrschaften bei der Tafel
sind; eine jugendliche Freundin des Hauses aber, die Tochter des
Starosten Ledikowski, kommt persönlich in den Hausflur heraus, um die
Nichtannahme des Besuches zu entschuldigen (Abb. 46). Überall sonst war
er willkommen und als intimer Hausfreund begrüßt (Abb. 38). Selbst Frau
Oehmchen ließ sich zu einer Sitzung herbei (Abb. 47), und zahlreiche
andere Damen und Herren der polnischen und einheimischen Gesellschaft
wanderten mit oder gegen ihren Willen in sein Skizzenbuch (Abb. 45, 48
bis 55). Nur ungern widersteht man der Versuchung, all den Einzelheiten
nachzugehen, von denen uns seine Zeichnungen und sein Journal Kunde
geben. Aber, seine Ausführlichkeit nachahmen, hieße ein Buch im Buche
schreiben. Wir müssen daher den Leser auf die Zeichnungen selbst,
von denen eine beträchtliche Zahl hier reproduziert ist, sowie auf
die vollständige Publikation derselben, die unlängst bei Amsler und
Ruthardt in Berlin in zweiter Auflage erschienen ist, verweisen.
[Illustration: Abb. 61. +Streit der Prediger über die Zulassung eines
calvinistischen Taufzeugen.+ (~E.~ 132.)