Illustration zu Nicolais Sebaldus Nothanker. Berlin. 1775.]

Der Fürst Primas, Graf Podoski, gab ihm den Auftrag zu einem großen

Aquarellporträt, bei dem wir auf einem Blatte seines Skizzenbuchs

den Maler beschäftigt sehen, während die behäbige Intendantin des

geistlichen Herrn, Frau Oehmchen, in selbstbewußter Haltung die

zierliche Begrüßung eines jungen Kavaliers entgegennimmt (Abb. 43).

Weniger förmlich geht es in der bürgerlichen Wohnung der Damen

Kaemmerer und Claude zu (Abb. 44), wo man den Künstler mit frischem

Obst bewirtet. Als er einmal zur Gräfin Czapska geht, um sie zu

malen, wird er nicht vorgelassen, da die Herrschaften bei der Tafel

sind; eine jugendliche Freundin des Hauses aber, die Tochter des

Starosten Ledikowski, kommt persönlich in den Hausflur heraus, um die

Nichtannahme des Besuches zu entschuldigen (Abb. 46). Überall sonst war

er willkommen und als intimer Hausfreund begrüßt (Abb. 38). Selbst Frau

Oehmchen ließ sich zu einer Sitzung herbei (Abb. 47), und zahlreiche

andere Damen und Herren der polnischen und einheimischen Gesellschaft

wanderten mit oder gegen ihren Willen in sein Skizzenbuch (Abb. 45, 48

bis 55). Nur ungern widersteht man der Versuchung, all den Einzelheiten

nachzugehen, von denen uns seine Zeichnungen und sein Journal Kunde

geben. Aber, seine Ausführlichkeit nachahmen, hieße ein Buch im Buche

schreiben. Wir müssen daher den Leser auf die Zeichnungen selbst,

von denen eine beträchtliche Zahl hier reproduziert ist, sowie auf

die vollständige Publikation derselben, die unlängst bei Amsler und

Ruthardt in Berlin in zweiter Auflage erschienen ist, verweisen.

[Illustration: Abb. 61. +Streit der Prediger über die Zulassung eines

calvinistischen Taufzeugen.+ (~E.~ 132.)

Chodowiecki · 第 36 / 81 题