Neben den Arbeiten, die dieser Verbindung mit Basedow ihre Entstehung
verdanken, gehen zahlreiche andere her, die von der Fruchtbarkeit des
bald mit Aufträgen überhäuften Illustrators einen erstaunlichen Begriff
geben. So die Titelkupfer zu den genealogischen Kalendern, die in
Berlin unter Approbation der königlichen Akademie der Wissenschaften
herausgegeben wurden. Das vorige Jahrhundert hatte eine starke Vorliebe
für zierliche Taschenkalender, die in Frankreich besonders mit
raffiniertem Luxus, oft in allerwinzigstem Format hergestellt wurden,
so daß man sie als Berloques an der Uhr tragen konnte. Sie waren das
beliebteste Weihnachts- und Neujahrsgeschenk. Chodowiecki verspottet
gelegentlich in seinem ~Centifolium stultorum~ (~E.~ 440),
das selbst einen Kalender schmückte, die „~manie d’almanacs~“.
Deutschland hatte bisher auf diesem Gebiet des Illustrationswesens
künstlerisch hinter Frankreich erheblich zurückgestanden und
erst Chodowieckis Thätigkeit führte hier einen Umschwung herbei.
Das Taschenbuchformat, in dem die von genealogischen Tafeln der
Fürstenhäuser eingeleiteten Kalender und Almanache meist erschienen,
lag seiner kleinmeisterlichen Begabung vortrefflich, und einige
der Kalenderfolgen zählen zu dem Vollendetsten, was seine Radiernadel
hervorgebracht.
[Illustration: Abb. 46. +Die Starostschenka Ledikowska.+ Zeichnung
aus dem Tagebuch der Danziger Reise. 1773.]
[Illustration: Abb. 47. +Porträtsitzung der Frau Oehmchen.+
Zeichnung aus dem Tagebuch der Danziger Reise. 1773.]
[Illustration: Abb. 48. +Dame im Straßenkostüm.+