Zeichnung aus dem Tagebuch der Danziger Reise. 1773.]

Neben den Arbeiten, die dieser Verbindung mit Basedow ihre Entstehung

verdanken, gehen zahlreiche andere her, die von der Fruchtbarkeit des

bald mit Aufträgen überhäuften Illustrators einen erstaunlichen Begriff

geben. So die Titelkupfer zu den genealogischen Kalendern, die in

Berlin unter Approbation der königlichen Akademie der Wissenschaften

herausgegeben wurden. Das vorige Jahrhundert hatte eine starke Vorliebe

für zierliche Taschenkalender, die in Frankreich besonders mit

raffiniertem Luxus, oft in allerwinzigstem Format hergestellt wurden,

so daß man sie als Berloques an der Uhr tragen konnte. Sie waren das

beliebteste Weihnachts- und Neujahrsgeschenk. Chodowiecki verspottet

gelegentlich in seinem ~Centifolium stultorum~ (~E.~ 440),

das selbst einen Kalender schmückte, die „~manie d’almanacs~“.

Deutschland hatte bisher auf diesem Gebiet des Illustrationswesens

künstlerisch hinter Frankreich erheblich zurückgestanden und

erst Chodowieckis Thätigkeit führte hier einen Umschwung herbei.

Das Taschenbuchformat, in dem die von genealogischen Tafeln der

Fürstenhäuser eingeleiteten Kalender und Almanache meist erschienen,

lag seiner kleinmeisterlichen Begabung vortrefflich, und einige

der Kalenderfolgen zählen zu dem Vollendetsten, was seine Radiernadel

hervorgebracht.

[Illustration: Abb. 46. +Die Starostschenka Ledikowska.+ Zeichnung

aus dem Tagebuch der Danziger Reise. 1773.]

[Illustration: Abb. 47. +Porträtsitzung der Frau Oehmchen.+

Zeichnung aus dem Tagebuch der Danziger Reise. 1773.]

[Illustration: Abb. 48. +Dame im Straßenkostüm.+

Chodowiecki · 第 25 / 81 题