Daß die kleinen, zum Verkauf in Ayrers Geschäft bestimmten Email-
und Miniaturmalereien großenteils verschollen sind, ist leicht
begreiflich, da derartige Erzeugnisse der Kleinkunst meist schneller
Vergessenheit anheimfallen, aus der sie, zumal wenn sie den Namen
ihres nachmals berühmt gewordenen Verfertigers nicht tragen, kaum je
wieder auftauchen. Nach dem, was sich aus späterer Zeit an verbürgten
Arbeiten der Art von unserem Meister erhalten hat, wie den sechs Emails
mit Passionsscenen nach Stichen Sebastien Leclercs (im Besitz des
Geheimen Rats Professor du Bois-Reymond-Berlin); ausgestellt in der
historischen Abteilung der Berliner Kunstausstellung von 1896 (Abb.
5 bis 8), der kleinen Emailbonbonnière mit Puttenspielen (im Besitz
der Frau ~Dr.~ Ewald-Berlin: ausgestellt ebenda, Abb. 9), einem
Emailbildnis Friedrichs des Großen aus gleichem Besitz (Abb. 10) und
anderem zu urteilen, dürfen wir den Verlust älterer Emailmalereien
nicht allzu sehr beklagen. Auch diese werden meist unselbständige
Kopien nach französischen Vorbildern gewesen sein, wenig erfreulich
in der Wahl der Farben, wie die genannten Passionsscenen, hinter den
Pariser Arbeiten der Zeit technisch zurückstehend und kaum geeignet,
der Charakteristik Chodowieckis einen wesentlich neuen Zug hinzuzufügen.
[Illustration: Abb. 17. +Aktstudie in Rötel.+