»Ihr redet entsetzlich!« Dem Presi klang der Ausruf Josis im Ohre fort,
es lag darin etwas so Wundes, wie wenn ein Tier aus tiefsten Nöten
schreit. Aus sich selber wiederholte er: »Ich redete entsetzlich!« Ihm
war, er müsse Josi zurückrufen, er müsse ihm noch etwas sagen. Ein
seltsamer Einfall kam ihm. Er wollte zu George Lemmy sprechen: »Laßt
mir Josi Blatter da -- er paßt mir als Bergführer.« Eine sonderbare
Empfindung durchrieselte ihn. Er könnte, war ihm, den schönen,
gescheiten, rechtschaffenen, heimlich stolzen Burschen unendlich lieb
haben -- lieb wie einen Sohn, -- er staunte, wie ihm der Gedanke
angeflogen kam -- er sperrte sich wütend dagegen -- er zitterte -- er
schwitzte und schnaufte.
»Ich muß noch einmal mit ihm reden! -- Seppi Blatter -- Fränzi. -- Habt
ihr Gewalt über mein Herz?«
Nach drei Tagen aber sammelte sich in der Morgenfrühe ein Häuflein
Dörfler vor dem Bären, um Josi Blatter, den Abenteurer, abreisen zu
sehen. Der Bärenwirt stand auf der Freitreppe und winkte, wie ein Wirt
winkt, wenn ein so angesehener Gast wie George Lemmy geht. --
»Jetzt habe ich doch nicht mit ihm geredet.« Seit einer Weile saß der
Presi, den Kopf stützend, am Tisch. Und wütender über sich selbst als
über Josi, murmelte er:
»Binia erschlagen -- nein -- nein -- das ist Wahnsinn.«
Bei sich selbst war er überzeugt, daß Josi Blatter in drei Jahren als
Freier vor ihm stünde.
»Nun wohl -- dann Gewalt gegen Gewalt.«