Mellefont. Zu sehr, Miß, zu sehr, als daß ich es leugnen sollte.
Sara. Wohl! Mellefont.--Wie sehr liebe ich Sie, auch um dieser Liebe
willen! Sie würden mich empfindlich beleidiget haben, wenn Sie die
Sympathie Ihres Bluts aus mir nachteiligen Bedenklichkeiten verleugnet
hätten. Schon haben Sie mich dadurch beleidiget, daß Sie mir drohen,
sie nicht vor meine Augen kommen zu lassen. Nein, Mellefont; es muß
eine von den Versprechungen sein, die Sie mir vor den Augen des
Höchsten angeloben, daß Sie Arabellen nicht von sich lassen wollen.
Sie läuft Gefahr, in den Händen ihrer Mutter ihres Vaters unwürdig zu
werden. Brauchen Sie Ihre Rechte über beide, und lassen Sie mich an
die Stelle der Marwood treten. Gönnen Sie mir das Glück, mir eine
Freundin zu erziehen, die Ihnen ihr Leben zu danken hat; einen
Mellefont meines Geschlechts. Glückliche Tage, wenn mein Vater, wenn
Sie, wenn Arabella meine kindliche Ehrfurcht, meine vertrauliche Liebe,
meine sorgsame Freundschaft um die Wette beschäftigen werden!
Glückliche Tage! Aber ach!--sie sind noch fern in der Zukunft.--Doch
vielleicht weiß auch die Zukunft nichts von ihnen, und sie sind bloß
in meiner Begierde nach Glück!--Empfindungen, Mellefont, nie gefühlte
Empfindungen wenden meine Augen in eine andre Aussicht! Eine dunkle
Aussicht in ehrfurchtsvolle Schatten!--Wie wird mir?--(Indem sie die
Hand vors Gesicht hält.)
Mellefont. Welcher plötzliche Übergang von Bewundrung zum Schrecken!--
Eile doch, Betty! Schaffe doch Hilfe!--Was fehlt Ihnen, großmütige
Miß! Himmlische Seele! Warum verbirgt mir diese neidische Hand
(indem er sie wegnimmt) so holde Blicke?--Ach, es sind Mienen, die den
grausamsten Schmerz, aber ungern, verraten!--Und doch ist die Hand
neidisch, die mir diese Mienen verbergen will. Soll ich Ihre
Schmerzen nicht mitfühlen, Miß? Ich Unglücklicher, daß ich sie nur
mitfühlen kann!--Daß ich sie nicht allein fühlen soll!--So eile doch,
Betty--