Mellefont. Norton.
Mellefont (der den Brief noch ansieht). Gerechter Gott!
Norton. Weh Ihnen, wenn er nichts als gerecht ist!
Mellefont. Kann es möglich sein? Ich sehe diese verruchte Hand
wieder und erstarre nicht vor Schrecken? Ist sie's? Ist sie es
nicht? Was zweifle ich noch? Sie ist's! Ah, Freund, ein Brief von
der Marwood! Welche Furie, welcher Satan hat ihr meinen Aufenthalt
verraten? Was will sie noch von mir?--Geh, mache sogleich Anstalt,
daß wir von hier wegkommen.--Doch verzieh! Vielleicht ist es nicht
nötig; vielleicht haben meine verächtlichen Abschiedsbriefe die
Marwood nur aufgebracht, mir mit gleicher Verachtung zu begegnen.
Hier! erbrich den Brief; lies ihn. Ich zittere, es selbst zu tun.
Norton (er liest). "Es wird so gut sein, als ob ich Ihnen den
längsten Brief geschrieben hätte, Mellefont, wenn Sie den Namen, den
Sie am Ende der Seite finden werden, nur einer kleinen Betrachtung
würdigen wollen--"
Mellefont. Verflucht sei ihr Name! Daß ich ihn nie gehört hätte!
Daß er aus dem Buche der Lebendigen vertilgt würde!
Norton (liest weiter). "Die Mühe, Sie auszuforschen, hat mir die
Liebe, welche mir forschen half, versüßt."
Mellefont. Die Liebe? Frevlerin! Du entheiligest Namen, die nur der
Tugend geweiht sind!