Mellefont. Norton.
Norton. Gott, die arme Miß!
Mellefont. Wessen Gefühl willst du durch deine Ausrufung rege machen?
Sieh, da läuft die erste Träne, die ich seit meiner Kindheit geweinet,
die Wange herunter!--Eine schlechte Vorbereitung, eine trostsuchende
Betrübte zu empfangen. Warum sucht sie ihn auch bei mir?--Doch wo
soll sie ihn sonst suchen?--Ich muß mich fassen. (Indem er sich die
Augen abtrocknet.) Wo ist die alte Standhaftigkeit, mit der ich ein
schönes Auge konnte weinen sehen? Wo ist die Gabe der Verstellung hin,
durch die ich sein und sagen konnte, was ich wollte?--Nun wird sie
kommen und wird unwiderstehliche Tränen weinen. Verwirrt, beschämt
werde ich vor ihr stehen; als ein verurteilter Sünder werde ich vor
ihr stehen. Rate mir doch, was soll ich tun? was soll ich sagen?
Norton. Sie sollen tun, was sie verlangen wird.
Mellefont. So werde ich eine neue Grausamkeit an ihr begehen. Mit
Unrecht tadelt sie die Verzögerung einer Zeremonie, die itzt ohne
unser äußerstes Verderben in dem Königreiche nicht vollzogen werden
kann.
Norton. So machen Sie denn, daß Sie es verlassen. Warum zaudern wir?
Warum vergeht ein Tag, warum vergeht eine Woche nach der andern?
Tragen Sie mir es doch auf. Sie sollen morgen sicher eingeschifft
sein. Vielleicht, daß ihr der Kummer nicht ganz über das Meer folgt;
daß sie einen Teil desselben zurückläßt, und in einem andern Lande--
Mellefont. Alles das hoffe ich selbst--Still, sie kömmt. Wie schlägt
mir das Herz--