Waitwell. Ja, er ist es, und ich hoffe, daß du abgeredetermaßen--

Der Wirt. Gnädiger Herr, ich bin ganz zu Ihren Diensten. Was liegt

mir daran, ob ich es weiß oder nicht, was Sie für eine Ursache hierher

führt und warum Sie bei mir im Verborgnen sein wollen? Ein Wirt nimmt

sein Geld und läßt seine Gäste machen, was ihnen gutdünkt. Waitwell

hat mir zwar gesagt, daß Sie den fremden Herrn, der sich seit einigen

Wochen mit seinem jungen Weibchen bei mir aufhält, ein wenig

beobachten wollen. Aber ich hoffe, daß Sie ihm keinen Verdruß

verursachen werden. Sie würden mein Haus in einen übeln Ruf bringen,

und gewisse Leute würden sich scheuen, bei mir abzutreten. Unsereiner

muß von allen Sorten Menschen leben.--

Sir William. Besorget nichts; führt mich nur in das Zimmer, das

Waitwell für mich bestellt hat. Ich komme aus rechtschaffnen

Absichten hierher.

Der Wirt. Ich mag Ihre Geheimnisse nicht wissen, gnädiger Herr! Die

Neugierde ist mein Fehler gar nicht. Ich hätte es, zum Exempel,

längst erfahren können, wer der fremde Herr ist, auf den Sie achtgeben

wollen; aber ich mag nicht. So viel habe ich wohl herausgebracht, daß

er mit dem Frauenzimmer muß durchgegangen sein. Das gute Weibchen,

oder was sie ist! sie bleibt den ganzen Tag in ihrer Stube

eingeschlossen und weint.

Sir William. Und weint?

Der Wirt. Ja, und weint--Aber, gnädiger Herr, warum weinen Sie? Das

Frauenzimmer muß Ihnen sehr nahegehen. Sie sind doch wohl nicht--

Waitwell. Halt ihn nicht länger auf.

Der Wirt. Kommen Sie. Nur eine Wand wird Sie von dem Frauenzimmer

trennen, das Ihnen so nahegeht, und die vielleicht--

Miss Sara Sampson · 第 7 / 111 题