8. Wie Erik des Bauern Frau vor den Huldren errettete

Ein Bauer von den Landinseln, der gut Freund mit Erik war, kam eines

Frühjahrs, als die Fischzeit vorbei war, von Süden her aus Njardvig zu

Pfarrer Erik. Er war beritten, denn er hatte sein Pferd den Winter über

bei sich behalten. Als er nach Vogsosar kam, nahm ihn Pfarrer Erik, der

vor dem Hause stand, gut auf und fragte dann: »Bist du gut beritten,

mein Lieber?« Darauf antwortete der Bauer nein; das Pferd sei ebenso

mager wie schlecht beschlagen, meinte er. Erik sagte: »Da mußt du dich

beeilen, nach Hause zu kommen, denn deine Frau liegt im Sterben.« Der

Bauer äußerte: »Ja, was soll ich nun tun?«

Erik trat auf das Pferd zu, sah die Hufeisen nach und spuckte unter

die Hufe, und dann sagte er: »Steige jetzt zu Pferd, und reite, was

das Zeug hält; es wäre ja möglich, daß es zähe im Aushalten ist. Wenn

du nach Hause auf den Hof kommst, wirst du die Schreie deiner Frau bis

hinaus hören; gehe dann mit großer Eile hinein, grüße nicht, sondern

sage schroff: »Erik in Vogsosar will mit dir sprechen,« und sieh dann

zu, wie es wird.« Der Bauer dankte ihm für den guten Rat und ritt

davon. Das Pferd lief schneller mit ihm fort, als er sich besinnen

konnte, und er erreichte sein Heim an demselben Tag. Bei der Ankunft

hörte er das Geschrei seiner Frau, und er benahm sich genau so, wie

Erik ihm geraten hatte. Mit der Frau nahm es eine solche Wendung, daß

sie eine Stunde später wieder ganz gesund war.

An demselben Abend klopfte es hart an das Tor von Vogsosar. Erik ging

hinaus, um zu öffnen, blieb ein Weilchen draußen und kam dann wieder

herein. Er wurde gefragt, wer denn gekommen sei. Er antwortete: »Ach,

es war nur jemand, der etwas mit mir zu sprechen hatte.«

Als der Bauer das nächste Mal zum Fischplatz zog, vergalt er die Hilfe,

die Erik ihm geleistet hatte, reichlich.

Isländische Märchen und Volkssagen · 第 126 / 145 题