1. Wie der Teufel genasführt wurde

Man erzählt, daß sich Kalb Arneson dem Teufel verschrieb, als er sich

in der Schwarzen Schule aufhielt. Als er nun nach Island zurückgekehrt

war, hatte er keinen größeren Wunsch, als von diesem Versprechen

entbunden zu werden; wie er sich aber anstellen sollte, um das zu

erreichen, wußte er nicht. Schließlich nahm er den Ausweg, daß er

Saemund dem Weisen einen Besuch abstattete, um ihn um einen guten Rat

in dieser verzwickten Sache zu bitten. Saemund gab ihm den Rat, sich

ein Stierkalb zuzulegen und es Arne zu nennen, dann sollte er ein

anderes Kalb, das von diesem Stier gezeugt wäre, aufziehen, es Kalb

nennen und »das sei Kalb Arneson«.

Kalb befolgte den Rat, den ihm Saemund gegeben hatte, und nach einiger

Zeit kam der Teufel, um sich, wie er sagte, Kalb Arneson zu holen.

Kalb sagte, daß nichts im Wege stehe, worauf er das Kalb holte, das

er großgezogen hatte, und es dem Teufel mit den Worten übergab: »Hier

hast du Kalb Arneson.« Der Teufel konnte dagegen nichts einwenden,

und obgleich es seiner Meinung nach eine schlechte Erfüllung des

Versprechens war, mußte er gute Miene zum bösen Spiel machen und Kalb

Arneson fahren lassen, der starb, nachdem er ein ehrenvolles Alter

erreicht hatte.

Isländische Märchen und Volkssagen · 第 112 / 145 题