3. Wie Saemund die Pfarrstelle in Odde bekam

Als Saemund, Kalb und Halfdan aus der Schwarzen Schule gekommen waren,

war die Pfarrstelle in Odde frei geworden, und sie baten nun alle den

König (von Dänemark), sie ihnen zu geben. Der König wußte sehr gut,

mit wem er es zu tun hatte, und er sagte deshalb, daß derjenige von

ihnen die Pfarrstelle bekommen würde, der zuerst hinüberkäme. Sogleich

ging Saemund hin und rief den Teufel und sagte zu ihm: »Schwimme jetzt

mit mir nach Island, und wenn du mich ans Land bringst, ohne daß mein

Rockschoß naß wird, dann sollst du mich haben!« Der Teufel war damit

einverstanden, nahm die Gestalt eines Seehunds an und schwamm davon,

mit Saemund auf dem Rücken. Unterwegs aber las Saemund ununterbrochen

im Gesangbuch. Bald waren sie in der Nähe von Island. Da schlug Saemund

dem Seehund mit dem Gesangbuch auf den Kopf, so daß er versank, er

selbst aber tauchte unter und schwamm ans Land.

Auf diese Weise wurde der Teufel um den Lohn geprellt, während Saemund

die Pfarrstelle in Odde bekam.

Isländische Märchen und Volkssagen · 第 102 / 145 题