Ein Bauer auf Gnupar im Syssel Thingö träumte einmal, daß eine Frau zu
ihm käme und sich darüber beklagte, daß seine Kinder Steine in einen
Binnensee in der Nähe wärfen und dadurch die Forellen verscheuchten,
von denen sie leben müßte. Der Bauer aber kümmerte sich nicht um ihre
Klagen und fand, es wäre nicht notwendig, den Kindern ernstlich ihren
Unfug zu verbieten; darum fuhren sie auch fort, Steine in das Wasser
zu werfen, wie sie es früher getan hatten. Da kam dasselbe Weib zum
zweitenmal zu dem Bauern im Schlaf und drohte ihm mit ihrer Rache.
Im nächsten Winter geschah es eines Abends, daß sämtliche
Fensterscheiben im Hof zerschlagen wurden. Der Bauer stürzte hinaus, um
zu sehen, wer ihm diesen Streich gespielt hätte; er sah aber niemand,
auch zeigte der frischgefallene Schnee weder Spuren von Menschen, noch
von Tieren.
Ein anderes Mal wurde das Licht, das auf dem Tisch stand, gleichsam von
einer menschlichen Hand ausgelöscht, ohne daß ein Mensch zu sehen war.
Ein Mädchen ging in die Küche hinaus, um das Licht wieder anzuzünden,
sie konnte aber das Feuer am Herd nicht zum Aufflammen bringen. Dreimal
versuchte sie, es anzuzünden, und alle dreimal wurde ihr das Licht
sofort wieder ausgelöscht. Da kam schließlich der Bauer selbst hinaus,
und ihm gelang es nach vieler Mühe, das Licht zum Brennen zu bringen.
Einmal wurden dem Bauern ein Paar schwere und dicke Schuhe von einer
unsichtbaren Hand an den Kopf geworfen; er wurde zornig und warf die
Schuhe nach derselben Richtung, aus der sie gekommen waren, zurück; da
aber wurden sie ihm mit doppelter Geschwindigkeit wieder ins Gesicht
geschleudert.
Schließlich wurde den Leuten bei diesen Heimsuchungen so unheimlich
zumute, daß der Bauer mit allem, was ihm gehörte, von dem Hofe fortzog,
der von dieser Zeit ab nicht mehr bewohnt wurde.