Lischen. Habakuk.
Lischen (äußerst zornig).
Nein, das ist nicht zum Aushalten, das Haus ist ja eine wahre
Folterbank. Wie man nur die Dienstleute so herabsetzen kann?
Habakuk.
Es ist aber auch ein Volk. Ich bin ein Bedienter, aber wenn ich
mein eigner Herr wär, ich jaget mich selber fort.
Lischen.
Mich eine Person zu heißen!
Habakuk.
Solche Personalitäten!
Lischen.
Halt Er Sein Maul! Wenn ich nur diesen langweiligen Menschen
nicht mehr vor mir sehen dürfte!
Habakuk.
Ich bin kein Menschenfeind, aber ich habe einen Stubenmädelhaß.
Was mir diese Person zuwider ist, bloß weil sies nicht glauben
will, daß ich in Paris gewesen bin. (Boshaft.) Gschieht Ihr schon
recht, Mamsell Liserl!
Lischen.
O Er erbärmlicher Wicht! Er verdient gar nicht, daß sich ein
Stubenmädchen von meiner Qualität mit Ihm unter einem Dache
befindet.
Habakuk.
Oh, prahlen Sie nicht so mit Ihrer Stubenmädelschaft, Sie haben
auch die Stubenmädlerei nicht erfunden. Ich versichere Sie, ich
war zwei Jahr in Paris, da gibt es Stubenmädel--wenn man die ins
Deutsche übersetzen könnt, das gäbet eine Stubenmädliade, wo sich
die ganze hiesige Kammerjungferschaft verstecken müßt. Und Sie
schon gar, meine liebe Exkammerjungfer.
Lischen.
Er zwei Jahre in Paris gewesener Einfaltspinsel, Er kommt mir
gerade recht, wenn Er sich noch einmal untersteht, seine
unverschämte Zunge zu meinem Nachteil zu bewegen, so werd ich
Seinen Backen einen Krieg erklären und Ihm den auffallendsten
Beweis liefern, auf was für eine kräftige Art ein deutsches
Kammermädchen die Ehre ihres Standes zu rächen weiß. (Gibt ihm
eine Ohrfeige und geht schnell ab.)
Habakuk (hält sich die Wange).
Nein, was man in dem Haus alles erlebt--ich war zwei Jahre in
Paris, aber so etwas ist mir nicht vors Gesicht gekommen. (Geht
ab, indem er sich den Backen hält.)