Siehe über dieses Gespräch Hornecks Reim-Chronik, Cap. 132-136

[5] Vers 351.

_Rüdiger Waldram_ nennt _Fugger_, in seinem _Ehrenspiegel des Erzhauses

Oestreich_, den Bürgermeister Wiens, der an Rudolph mit dem König der

Böhmen einverstanden, heimlichen Verrath sann. Bei andern

Schriftstellern heißt er Paltram Vazo. Der Sänger Rudolphs fand jenen

wohlklingender zu seinem Zwecke (S. auch +Wolf. Lazius Chron. Vienn.

Lib. IV.+ und +Gerard. Roo Hist. Austr. Lib. I.+)

[6] Vers 360.

Die Erzählung von der Huldigung Ottokars auf der Donau-Insel _Kamberg_,

wo er, nachdem die täuschenden Zeltvorhänge gefallen waren, auf den

Knieen vor dem Kaiser liegend, den beiden, durch die Donau geschiedenen

Heeren gewiesen ward, ist von vielen gründlichen Geschichtsforschern als

unstatthaft verworfen worden.

[7] Vers 375.

In einem der anmuthigsten Gebirgsthäler Unter-Oestreichs, am Fuße der

Alpen, und an dem Ufer des Traisenflusses, liegt das Cisterzienser-Stift

_Lilienfeld_, von dem babenbergischen Leopold VII., oder Glorreichen, im

Jahr 1202 gestiftet, dem der Sänger Rudolphs durch acht und zwanzig

Jahre angehörte, und demselben in den letzten sieben Jahren als Abt,

k. k. Rath und niederöstreichischer Landesstand, vorgesetzt war.

[8] Vers 397.

_Masovien_ (Masuren), eine Landschaft in Polen, welche an Preußen, an

Groß- und Klein-Polen und an Lithauen gränzte, früher durch eigene

Herzoge regiert, und unter König Sigismund I. mit Polen vereiniget ward.

Ihre vornehmsten Städte waren Warschau und Plozk. (Hartknoch +de Republ.

Pol. L. I. c. 10.+)

[9] Vers 403.

_Königsberg_, die zweite Residenzstadt Preußens an der Pregel, von mehr

als 60,000 Einwohnern, und einer Universität, die in der neueren Zeit

durch Kant berühmt geworden ist, soll Ottokar im Jahr 1254 gegründet

haben.

[10] Vers 421.

Daß Rudolph in seinem sieben und dreißigsten Jahre an den Hof Ottokars,

der übrigens als ein großer Feldherr jungen Fürsten allerdings zum

Muster dienen könnte, berufen, und zu seinem Hofmarschalk ernannt worden

sey, daß er dann mit ihm die, bei dem Einfall der Tartaren wieder

heidnisch gewordenen, Preußen bekämpfte, im Jahr 1260 einem Kriegszug

gegen die Ungern beigewohnt, und wegen ausgezeichneter Heldenthaten von

ihm den Ritterschlag erhalten habe, sind Erzählungen aus seinem Leben,

deren Wahrheit hie und da bestritten worden ist.

[11] Vers 484.

_Tabor_. Ein an dem linken Ufer der Donau, Wien gegenüber liegendes

Dorf.

Zweiter Gesang.

[1] Vers 28.

Die Veste _Mödling_, deren Ruinen über dem Städtchen gleiches Nahmens,

nicht fern von Wien, in dem Brühler Thal zu sehen sind, war das

Eigenthum mehrerer Fürsten eines Zweigs des babenbergischen

Herrscherstammes, die sich Herzoge von Modeling nannten, und das zuletzt

auch Gertrud, die Tochter Heinrichs, Herzogs von Mödling, und Bruders

Friedrichs des Streitbaren, zu ihrem Antheil erhielt, nachdem ihr Gatte,

Herman, Markgraf von Baden, gestorben war.

[2] Vers 35.

In einem eng umschlossenen Thal', am Fuße des Tannberges, welches der

Sattelbach durckfließt, stiftete Leopold der Heilige im Jahr 1135 das

Cisterzienser-Kloster Heiligen-Kreuz, welches nebst andern merkwürdigen

Grabmäälern im Kreuzgang auch jenes von Friedrich dem Streitbaren,

letzten Sprossen des babenbergischen Stammes, zur Schau stellt.

[3] Vers 91.

Ueber _Jacob Müllers_, des Zürcher Kriegers, _lustige Mähre_ siehe

+_Alb. Argent. Cap._ 18+ und _Fuggers Spiegel der Ehren des Erzhauses

Oestreich_. Nürnberg, 1668, erstes Buch 7. Cap. S. 66.

[4] Vers 110.

Der _Traisen_-Fluß in Unteröstreich, der bei Traisenmauer in die Donau

fällt, entspringt hinter der Lilienfelder Alpenkette aus dem sogenannten

Traisenberg, und ergießt sich in zwei Bächen, wovon der eine hinter

Tirnitz aus der Süd- und der andere hinter Hohenberg aus der Nordseite

des Berges hervordringt, so, daß beide erst oberhalb Lilienfeld sich

wieder vereinigen, und die eigentliche Traisen bilden. Wechselweise wird

der eine, und der andere Arm die _unechte Traisen_ genannt, je nachdem

der Bewohner des einen und des andern Bezirks Kunde darüber geben soll.

[5] Vers 115.

_Lilienfeld_, das Cisterzienserkloster in Unteröstreich, welches am Fuße

der Alpen, in einem der reizendsten Thäler, nicht weit von der, auf der

Hauptstraße nach Wien liegenden Stadt St. Pölten entfernt liegt, wurde

durch den babenbergischen Leopold den Glorreichen, Herzog von Oestreich,

im Jahr 1202 gestiftet, erhielt, wie schon weiter oben im Gedichte

gesagt wird, die ersten Mitglieder aus dem Kloster Heiligen-Kreuz, und

besteht nun schon 640 Jahre. In dieses Kloster trat der Dichter Rudolphs

von Habsburg, in seinem zwanzigsten Lebensjahre, im Jahre 1792, und

hatte ihm gegen 28 Jahre lang angehört, nach welchen er zu höhern

Stellen berufen ward; es ist ihm daher wohl zu guten zu halten, daß er

es zu einem der Schauplätze seines Gedichtes gewählt, und mit besonderer

Liebe und Ortskenntniß beschrieben hat.

[6] Vers 171.

Ob Rudolph vor, oder während der Schlacht das Gelübde gemacht habe: so

er den Sieg gewänne, ein Kloster zu Ehren des heil. Kreuzes zu erbauen,

ist aus den vorhandenen Nachrichten nicht völlig erweisbar. So viel ist

gewiß, daß er, nach jenem erhaltenen Sieg über seinen Gegner, das

adelige Frauenkloster zu Tuln, zu Ehren des heil. Kreuzes erbaut, und

auch seine, und seiner Gemahlinn aus Stein gehauene Statuen dahin

geschenkt habe, die leider zur Zeit der Aufhebung desselben, auf eine

unverantwortliche Weise, vernichtet worden sind!

[7] Vers 176.

Die hier bezeichneten Fürsten sind: Albrecht I., Friedrich der Schöne,

Maximilian I., Carl V., Maria Theresia, Joseph II., Leopold II.,

Franz I.

[8] Vers 320.

Nach Fugger geschah diese Handlung zu Mainz, als Kaiser Rudolph das

Reich bereisete, im Jahr 1273. (_Siehe Spiegel der Ehren_. S. 84.)

[9] Vers 372.

_Wiener-Neustadt_ -- erhielt den Titel der _Allzeit Getreuen_ schon von

Herzog Friedrich dem Streitbaren, wie es aus einer ihr im Jahr 1242

ertheilten Privilegien-Urkunde erhellet. Kaiser Leopold I. schenkte ihr

im J. 1708 eine Fahne mit der Aufschrift: +Semper fidelis civitas

Neostadiensis -- pro Caesare et Religione+ -- wie solches nebst andern

historisch merkwürdigen Seltenheiten in dem Rathhaus-Archive daselbst zu

ersehen ist.

[10] Vers 410.

Ein Meisterwerk der gothischen Baukunst, das alle Fremden durch seinen

majestätischen Umfang in Erstaunen setzte, das sogenannte Dormitorium,

oder Schlafhaus zu Lilienfeld, welches ursprünglich den Klosterbrüdern

zur gemeinschaftlichen Wohn- und Schlafstätte diente, als noch, außer

dem Chorgebeth, das Ausräuten und Urbarmachen der Wildniß umher ihr

hauptsächliches Geschäft war, ging durch den großen Brand (13. September

1810) völlig zu Grunde, so daß keine Spur mehr von seiner Herrlichkeit

übrig blieb.

[11] Vers 478.

Der _Lasingfall_, in den Lilienfelder Gebirgen, ist seit dem Jahr 1815,

wo ihn der Verfasser des gegenwärtigen Gedichts, als damaliger

Stiftsvorsteher, zugänglich, und dadurch erst bekannt machte, der

Gegenstand der Aufmerksamkeit der Reisenden, die ihn jährlich in großer

Anzahl besuchen. Seine Schönheit übertrifft jede Vorstellung. Die

Felsenschlucht, durch welche sich die Lasing herabstürzt, hat drei

Hauptabsätze, die nach Wiener Maß:

a = 107 Fuß

b = 40 » 8"

c = 123 » 2"

-------------

270 ' 10"

senkrechte Höhe, und

a = 145 Fuß 2"

b = 126 » 7"

c = 123 » 4"

-------------

395 ' 1"

horizontale Länge des Wasserfalls bewirken. Auch das Felsenthal am Fuß

des Oetschers, durch welches sie sich ergießt, gewährt einen

ergreifenden Anblick.

Dritter Gesang.

[1] Vers 3.

_Marbod_, +Marobodus+, wie ihn Tacitus nennt, König der Marcomannen,

eines schwäbischen Stammes (Mark-Mannen, Hüther der Gränze, oder wie

Andere wollen: _Marich_-Mannen, Roßtummler, von dem alten deutschen Wort

_Marich_, Stute, Mähre, +equa+), lebte gleichzeitig mit Herman dem

Cherusker. Entschlossen, sich in einer entfernteren Stellung den Römern

furchtbar zu machen, sammelte er ein Heer von mehr denn siebenzig

tausend Mann, zog immer weiter an der Donau herab, und nachdem er den

_Catualda_ (Gothwald oder Katwald), einen Anführer der Gothen, aus dem

Lande der Bojen, dem heutigen Böhmen, verjagt hatte, gründete er dort

den Sitz eines neuen Reichs, das sich von der äußersten Spitze der

Ostmark, und der Gränze Pannoniens, bis an das Riesengebirge hin

erstreckte. _Inguiomar_ (wahrscheinlich Hinkmar), der Ohm Hermans, der

zu ihm flüchtete, verwickelte ihn in einen heftigen Streit mit seinem

gewaltigen Neffen, und als nach einer unentschiedenen blutigen

Feldschlacht seine Krieger auf Hermans Seite traten, und Catuald mit

Hülfe römischer Scharen seine Burg erstürmte, faßte er den Entschluß,

sich in Roms Schutz zu begeben. Er wurde nach Ravenna verwiesen, wo er

nach einem zwei und zwanzigjährigen Aufenthalt sein Leben -- das er, wie

Tacitus sagt, zu sehr liebte, in unrühmlicher Abgeschiedenheit endete.

Catuald hatte ein gleiches Schicksal, denn er wurde von den Römern nach

Frejus in Frankreich verwiesen.

[2] Vers 16.

Das Schloß _Hainburg_ mit dem Städtchen gleiches Nahmens, an der Gränze

Ungerns in Unter-Oestreich, soll, der Sage nach, von Attila, dem König

der Heunen, wie die Deutschen der Vorzeit die Hunnen nannten, erbaut

worden sein: daher Heunenburg, _Heunburg_, geheißen haben. Was hier von

dem Umfang, und der Lage des markomannischen Reichs unter Marbod, und

weiter unten Vers 25 von der durch ihn gekämpften Schlacht auf dem

Marchfeld gesagt wird, gründet sich, nicht mit historischer Gewißheit,

sondern in poetisch genommener scheinbarer Möglichkeit, auf folgende

Stellen aus dem Werke: +Hist. opus in IV. T. divisum, quorum T. I. Germ.

ant. illust. continet. Basileae 1574 ed. Tencterus+.

+Sub Martungis erant Curiones, inde Chetuari, et Parmecampi, ubi hodie

pars est Austriae Cis-Danubianae juxta _Krembs, Znaem et Niclaspurg_.

Inde habitabant Marcomanni; hodie regio illa Moravia est, quae se ad

Sudinos extendebat, et Danubium usque, ubi hodie civitas est

_Prespurgium_. -- Gessit haec gens maxima bella cum Romanis etc. etc.

_Bilibaldi Birkheimeri Locor. per German. explicatio pag. 209._+

Ferner: +Nariscos Marcomannos et Quados haud dubie ea loca tenuisse

putamus, ubi nunc agunt Moravi, _Merherlandt_. De Marcomannis nemo

dubitare potest, qui Vellejum legerit. _Henr. Clareani in P. C. Taciti

de Mor. Germ. comment._ p. 188.+

Und endlich: +Marcomanni sedes habuerunt in ea parte, quae spectat ortum

versus Moraviam et Austriam. Enituit autem virtus Marcomannorum in

multis asperrimis bellis, in quibus patriam adversus Romanos fortissime

defenderunt etc. _Philip. Melanchtonis Vocabula Regionum et Gent. quae

recens. in libello Taciti de mor. Germ._ p. 193.+

Daß aber Rudolph aus Marbods Stamm entsprossen seyn soll (siehe unten V.

48) gründet sich in besagtem Sinn auf folgende Stelle:

+Andreas Alciatus in suis annotationibus in Tacitum, etiam in Helvetiis

consedisse Marcomannos quadosque putat. Exstat enim, inquit, adhuc in

eis Vallis _Marcomanna_ nomine.+

+_Andreae Althameri Scholia in Cornel. Tacit. de Germ._ pag. 61+

desselben Werks.

[3] Vers 23.

_Marobudum_ hieß die Residenzstadt Marbods, des Königs der Marcomannen,

die er sich in dem vormahligen Bojenheim erbaute, und die an der Stelle,

wo jetzt Prag -- nach Andern -- wo jezt Budweis, gestanden haben soll.

[4] Vers 106.

Das Wapen der Grafen von Habsburg enthielt im goldenen Felde einen

rothen Löwen mit einer blauen Krone auf dem Haupt.

[5] Vers 107.

Das böhmische Wapen zeigt einen weißen gekrönten Löwen im rothen Feld.

Kaiser Friedrich I. ertheilte selbes, nach dem Mailänder Krieg,

Uladislav II. im Jahr 1159.

[6] Vers 108.

Kaiser Friedrich II. erhob Wien im Jahr 1237 zu einer freien

Reichsstadt, ertheilte ihr den doppelten Adler zum Wapen, und stiftete

eine hohe Schule daselbst. S. _Lazius_. Auch diesem wird widersprochen.

[7] Vers 295.

Der schmale Donau-Arm, der, unterhalb Nußdorf von dem Hauptstrom

geschieden, die Stadt Wien von der Leopoldstadt trennet, und hiermit ein

großes Eyland bildet, auf welchem nebst besagter Vorstadt, auch die

anmuthigsten Spaziergänge in der Brigittenau, dem Augarten und dem

berühmten Prater sich befinden.

[8] Vers 308.

_Amtner_, dieses im Verlaufe des Gedichtes einigemal vorkommende Wort,

bezeichnet (wie Schaff-ner, Zöll-ner u. s. w. geformt) ganz entsprechend

die französische Benennung _Offizier_; wo sodann _Offizier-Corps_, durch

_Amtnergilde_ gegeben werden könnte.

[9] Vers 350.

Die Kumanier (ein sarmatisches Volk), die aus ihrem Land, welches

zwischen den Alpen und der Donau, gegen die Tartarei zu, lag, von den

hinterhalb wohnenden Tartaren gedrängt, unter Bela IV. Jahr 1239 nach

Ungern kamen, und von diesem eine große Strecke Lands zwischen der Donau

und der Theyß eingeräumt erhielten, vereinigten sich dann mit den bald

nachfolgenden Tataren, über Ungern die schrecklichste Verwüstung zu

bringen, weßwegen sie dem Unger, der sie in seiner Sprache Kun nennt,

auch nachdem jene schon abgezogen waren, noch lange verhaßt blieben.

(+Bonfinii Decad. II. Lib. 8.+)

[10] Vers 358.

Dschengis Khan brachte durch die Gründung seines großen Reichs in Asien

auch die europäische Tartarei, welche die Halbinsel Krimm, Beßarabien

und das Land zwischen dem Dniester und Dnepr in sich faßte, in Bewegung.

Seine Horden drängten die vor ihnen liegenden Kumanier, und als diese,

unter ihrem König Kuthen, sich nach Ungern zurück zogen, folgten sie

ihnen dahin nach, und verwüsteten unter ihren beiden Anführern, Vathos,

der über Reußen, Polen und Mähren, und Kadan, der aus der Moldau

hereinbrach, beinahe durch zwei Jahre das Land mit Feuer und Schwert.

[11] Vers 517.

Rudolphs Zug nach dem Gelobten-Lande; auch daß er Hofmarschalk König

Ottokars gewesen (siehe weiter unten Vers 602) gehört unter die

bestrittenen Ereignisse seines Lebens.

[12] Vers 581.

_Ueber das Faustrecht_ siehe Dr. Gerhards Abhandlung. Jena 1711.

[13] Vers 595.

_Fugger_ erzählt: »Auf dem Reichstag zu Nürnberg Jahr 1274 ist

beschlossen worden, daß forthin alle Reichsabschiede, Freiheitsbriefe,

Befehle, Verträge, letzte Willen, und dergleichen öffentliche Urkunden,

nicht mehr wie zuvor, in lateinischer, sondern in deutscher Sprache

sollten ausgefertigt werden, damit also die Ungelehrten, die das Latein

nicht verständen, nicht ungefährt bleiben, und die bürgerlichen

Geschäfte in mehrere Richtigkeit kommen möchten. Wiewohl es noch bei dem

damaligen Unform der Sprache (!!) mit der deutschen Rednerei etwas hart

herginge, so wäre doch diese löbliche Sorgfalt K. Rudolph ein guter

Anfang, und eine kräftige Anreizung zur Ausübung unserer Muttersprache

gewesen.« (_Siehe Ehrenspiegel_ S. 87.)

Vierter Gesang.

[1] Vers 58.

_Lug_, _Lueg_ im Oberdeutschen eine Warte, +Specula+, welche demnach dem

französischen +Loge+ entspricht. Siehe Theuerd. Cap. 47.

[2] Vers 131.

Alles, was hier, und weiter unten von Turnier und Turniergebräuchen

gesagt wird, mag in _Rüxners Turnierbuche_; in +_Du Cange dissertations

sur l'histoire de St. Louis_+, und in +_Menestrier_ (Claude Franç.)

_Traité des Tournois_, _Joustes_ etc. Lyon 1669. IV.+ seine Belege

finden.

[3] Vers 428.

_Zawiß von Rosenberg_, der Geliebte, und nachher Gemahl der Wittwe

Ottokars, Kunegunde, übte, während der Minderjährigkeit Wenzels,

Herrschergewalt über Böhmen aus. Dieser, nach ihrem Tod König geworden,

trug ihm tiefen Haß im Herzen, welchem zu entgehen, und sich zugleich an

dem feindseligen Herrscher zu rächen, Zawiß, durch eine Heirath mit der

Base des Ungernkönigs Ladislav, sich gegen ihn zu verbinden suchte.

-- Doch, in dem Augenblick der Abfahrt ward er zu Prag durch List

festgenommen, und nach mehr als Jahresfrist im Kerker zu Budweis

enthauptet.

Fünfter Gesang.

[1] Vers 131.

Die Schlacht von Kressenbrunn (Kroissenbrunn) im Marchfeld, in welcher

Ottokar über Bela IV. König der Ungern, einen entscheidenden Sieg davon

trug, ereignete sich im J. 1260. Siehe die höchst anziehende

Beschreibung derselben in _Hornecks Reim-Chronik_ vom 58. bis 64. Cap.

[2] Vers 153.

Nach jenem Sieg von Kroissenbrunn über die Ungern, zog Ottokar mit

seinen Scharen, wie im Triumph, durch Kärnthen und Krain. Als die Böhmen

an der Gränze von Italien die Steinwände von Canale ersahen, fragten sie

den König: »ob Rom nahe sey? denn sie hätten öfters von ihren Vorfahren

sagen gehört, daß sie durch eine solche Felsenpforte auf die Straße nach

Rom gekommen seyen.« Ottokar antwortete ihnen, »Böhm' und Pole sollen

sich einst hier wie zu Hause finden, denn, so er noch einige Zeit lebte,

würde sich seine Gewalt noch viel weiter erstrecken.« _Horneck

Reim-Chronik_ Cap. 90.

[3] Vers 162.

_Arpad_, der erste Anführer der Ungern (Magyaren), die, kommend von den

Ufern des Tanais her, im neunten Jahrhundert Pannonien in Besitz nahmen,

stand seinem Volk (nach +Anonym. Belae Not. 52. Cap.+) beiläufig von 889

bis 907 vor, und war der Stammvater einer Reihe von Königen, unter

welchen der heil. Stephan zuerst, im J. 1000, diesen Titel annahm, bis

mit Andreas III. im J. 1301 sein Stamm ausstarb. Erst Ferdinand I. hat

dieses Reich auf immer mit Oestreich vereinigt, obschon dasselbe vor ihm

zwei Fürsten seines Hauses, Albert II., und Ladislaus Posthumus,

besaßen.

[4] Vers 358.

Das Schicksal beider fürstlichen Jünglinge, Konradins von Schwaben (Sohn

Konrads IV.) und Friedrichs von Oestreich (Sohn Markgraf Hermans von

Baden, und Gertrud, Tochter Heinrichs, Herzogs von Mödling) die im Jahr

1268 zu Neapel durch das Bluturtheil Carls von Anjou hingerichtet

wurden, ist bekannt. Horneck beschuldigt Ottokarn an mehr denn einer

Stelle, daß er, als Mitwerber um Oestreich und Steyermark, ihren Tod

befördert habe. _S. Reim-Chronik_ Cap. 164.

[5] Vers 361.

Gertrud, die Mutter Friedrichs von Oestreich, ließ Ottokar, nachdem er

Steyermark in seine Gewalt bekam, aus allen ihren Besitzungen, zuletzt

auch aus Judenburg und Feistritz, durch den grausam gesinnten Propst von

Brünn, vertreiben. Zur Nachtzeit, im Regen und Sturm, mußte sie die

Reise antreten. Sie begab sich nach Meißen. (_Horneck Reim-Chronik_ Cap.

55 und 56.)

[6] Vers 364.

Ueber Margarethens, der verstoßenen Gemahlinn Ottokars, Schicksale,

siehe _oben Anmerkungen zum ersten Gesange [2] zum Vers_ 68.

[7] Vers 365.

Otto, Herrn von und zu Meißau, den Stolz des östreichischen Adels, hatte

Ottokar, wegen geargwohnter Anhänglichkeit für den Sohn der

babenbergischen Gertrud, im Schloß Eichhorn festsetzen, und dort Jahr

1265 im Hungerthurm verbrennen lassen. (+Chron. Austral. Neob. et Leob.

apud. Hieron. Pez T. I.+)

[8] Vers 366.

Der scheelsüchtige Ritter Friedrich von Pettau hatte Ottokars

argwöhnisches Gemüth gegen einige seiner Mitstände in der Steyermark

aufgeregt, der dann mehrere von ihnen, als: Ulrich von Lichtenstein,

Hartneid von Wildon, Wülfing von Stubenberg, und Heinrich und Bernhard

von Pfannberg, auf verschiedene Vesten gefangen setzen, und sie aus

diesen nach einer zweijährigen Haft nicht eher entließ, bis sie ihm ihre

Burgen ausgeliefert hatten. _Horneck_ Cap. 85 und 86.

[9] Vers 372.

Seyfried von Merenberg, der steyrische Ritter, versäumte dem König

Ottokar, auf seinem Siegszug an der Drau mit den übrigen Herrn entgegen

zu kommen, und fiel durch Einflüsterung eines bösen Menschen bei ihm in

Verdacht. Er ließ ihn in der Folge heimlich greifen, und gebunden nach

Prag abführen. Als er vielfältig gemartert, Gott zum Zeugen seiner

Unschuld rief, und dem, nach Geständnissen einer Verschwörung in

Kärnthen und Krain gierigen König, keine Lüge für Wahrheit geben wollte,

wurde er durch ein Pferd zum Galgen geschleift, und dort, das Haupt zu

den Füßen gebunden, aufgehenkt. Noch in der zweiten Nacht lebt' er in

diesem qualvollen Zustand, bis ihm endlich einer der böhmischen Szupane

die Scheitel mit einem Kolben einschlug, weil er, auf wiederholte

Aufforderungen, schon halbtodt, aber standhaft, der Wahrheit getreu

gewesen zu seyn betheuerte. (_Horneck_ Cap. 99.)

[10] Vers 378.

Ottokar ließ den Bruder Milota's, Beneß, Kämmerer von Mähren, dessen

Tochter er geschändet haben soll, zugleich mit Otto von Meißau im Jahr

1265 in dem Hungerthurm zu Eichhorn verbrennen. Milota's Haß gegen

Ottokar, und der Verrath, den er in der Marchfelder Schlacht 1278 an ihm

beging, soll dadurch veranlaßt worden seyn. (Siehe _Hanthalers_ +Fast.

Campil. Lib. I. Dec. VII. §. 26.+ S. 1017 und _Fuggers Ehrenspiegel_ &c.

S. 104.)

Sechster Gesang.

[1] Vers 96.

_Odin_, der Gott der Götter, nach der nordischen Mythologie. (Siehe

_Ryerups Wörterbuch der scandinavischen Mythologie von Sander_,

Copenhagen 1817.)

[2] Vers 516.

Die Gemahlinn Rudolphs, Anna, verschied zu Wien am 23. Hornung des Jahrs

1281, von wo ihre Leiche nach Basel abgeführt, und in der Domkirche

beigesetzt worden ist.

[3] Vers 538.

Daß sowohl Ottokar, als auch Rudolph schon zu ihrer Zeit eine Art

Pontonsbrücke über Flüsse zu schlagen verstanden, erhellet aus _Hornecks

Reim-Chronik_ Cap. 92., wo es heißt:

Chostleichen hiez er machen

Von Holczwerich ein Prukken

Dew waz von manigen stuckchen

Chluegleichen gevalten.

und dann

Bey der Tunawstaden

Do sich das Her vol gelait,

Do waz dew Prukken berait

Vber die Tunaw weit;

Die Prukken muesten alle Zeit

Wohl hundert Wegen tragen,

Wo des Kunigs Helfer lagen,

Da ward nach gesannt &c. &c.

In diesem 92. Capitel ist von der Einnahme des Preßburger Schlosses im

letzten Krieg Ottokars gegen Ungern die Rede.

Siebenter Gesang.

[1] Vers 25.

Ueber Hainburg, und ihre vermeintliche Erbauung durch Attila, siehe oben

_Anmerkungen zum dritten Gesang_[2] Vers 16.

[2] Vers 110.

Die Sage von der Burgfrau, welche grausam eitlen Sinnes das Blut der

Kinder vergoß, zeigt auf die Ruinen des Schlosses * * *, an dem rechten

Waag-Ufer, nicht fern von Trentschin, welches sie bewohnt hat.

[3] Vers 244.

Die Waffe, eine Art kurzer Streitkolben, von welcher hier die Rede ist

nennt der Unger +Buzogány+, wo der Buchstabe +z+ wie beim italienischen

+zero+ ausgesprochen wird; das +y+ verliert sich aber im Druck der Zunge

an den Gaumen.

[4] Vers 309.

Die _Zips_ (Zipß), lat. +Scepusium+, eine Gespannschaft in Ober-Ungern

am Fuße der höchsten Karpathen gelegen, und wohl eines der höchsten

bewohnten Gebirgsthäler der östreichischen Monarchie, aus welchem nach

allen Welttheilen bedeutende Flüsse sich ergießen: g'en Westen die Waag;

g'en Süden die Hernath; g'en Osten die Tarza; g'en Norden die Poprad,

die in dem angränzenden Polen, mit der Dunajez vereint, in die

Weichsel fällt. Diese Gespannschaft zeichnet intellectuelle und

landwirthschaftliche Cultur vor mancher andern Ungerns aus, so, daß viel

Wohlstand sowohl in den zwei königlichen Städten Leutschau und Käßmark,

als auch in den XVI. Städten, unter den munteren und fleißigen Bewohnern

zu sehen ist. Der Verfasser gegenwärtigen Gedichts trennte sich schwer

von diesem Ländchen, worinn ihm 1819 und 1820 eine ehrenvolle Bestimmung

geworden war.

[5] Vers 312.

Ueber Katwald und _Inguiomar_ siehe oben die _Anmerkungen zum dritten

Gesange_ [1] Vers 3.

[6] Vers 474.

Daß die Könige von Ungern, zur Zeit _Hornecks_ wenigstens, in der

Schlacht nicht selber mitfochten, sondern von einer Anhöhe nur Zeugen

derselben waren, erhellet aus Cap. 153, wo von der Marchfelder Schlacht

die Rede ist:

Kunig Ladißla den jungen

Sy furten von Streit dan

Auf den Perikch ob dem Plan

Da er wol hört und sach

Alles daz, daz da geschach

Auf dem Veld prait.

Ez ist der Vnger Gewonhait

Vnd jehent auch offenbar:

Ir Kunig sey jn zu achpar

Darezu, daz er schull streiten &c. &c.

Auch sagt _Haselbach_ +Chron. Austr. Lib. III. ap. Hier. Pez. T. II.

Ladislao+, juvene Ungariae, cuncta de monte prospectante; nam Ungarorum

mos habet, ut Rex propria persona bellum intrare non debeat.

[7] Vers 536.

Die Sitte, des Gegners Heer zum Kampf herauszufordern, und sogar von

beiden Seiten dazu Tag und Ort zu bestimmen, war den alten Deutschen

gemein. Ein Beispiel davon findet man auch bei _Horneck_ Cap. 60, wo

Ottokar den König Bela durch Otto von Meißau zum Kampf auffordert, und

bald darauf auch Bela den Gegnern sagen läßt, sie sollen sich auf eine

bestimmte Strecke zurückziehen, damit die Ungern über die March setzen,

sich aufstellen, und die Schlacht liefern mögen.

[8] Vers 550.

Sowohl bei Horneck, als auch bei den spätern Geschichtschreibern, wird

Schörlins und seines unbändigen Rosses erwähnt, welches das erste

Zeichen zur Marchfelder Schlacht gegeben habe.

Achter Gesang.

[1] Vers 31.

In der Jägersprache heißt das Bluten des verwundeten Wildes: das

_Schweißen_; daher die Benennung einer Gattung der Jagdhunde.

[2] Vers 55.

_Tyr_, nach der nordischen Mythologie, der Sohn Odins, des höchsten der

Götter, und ein Beschützer der muthigen Krieger, soll die einzige

Gottheit der scythischen Völker gewesen seyn, die ohne Zweifel unter

einem andern Nahmen bei ihnen in Verehrung stand. Bei seinem Scheiden

von der Erde soll er sein Schwert in die Erde vergraben haben, welches

erst später Attila auffand.

[3] Vers 386.

Vor der Schlacht sollen Einige aus dem östreichischen Heere den König

Ottokar, aus alter Anhänglichkeit, schriftlich vor Untreue der Seinigen

gewarnt haben; da nun auch die Meißner und Thüringer heimlich aus dem

Lager abzogen, so habe er sich wehrlos in die Mitte seiner Feldherrn

gestellt, und sie aufgefordert, ihm die Brust zu durchbohren, ehe noch

viele Tausende auf dem Schlachtfelde gefallen seyn würden. (Siehe

_Hanthaler_ +Fast. Camp. T. I. Pars II. Dec. VIII. §. 80.+ +Arenpeckii

Chron. Austr. ad An. 1278+.)

[4] Vers 428.

Heinrich I. der _Städte-Erbauer_, hat ungefähr im J. 930 die Stadt, und

das Schloß Meißen an der Elbe erbaut, und ihr von dem Flüßchen, das sie

eben dort aufnimmt, und Meiße heißt, den Nahmen gegeben.

[5] Vers 459.

Constanzia, Tochter des babenbergischen Leopold des _Glorreichen_, war

die Gemahlinn Markgrafs Heinrich von Meißen, des Sieghaften, die ihm die

beiden Söhne Dietrich und Albrecht gebar. Einen von diesen beiden

verlangten die Stände von Oestreich, nach dem Erlöschen des

babenbergischen Stammes, und der kurzen Regierung Hermanns von Baden, zu

ihrem Herrscher, und fertigten von Tuln, wo sie ihre Versammlung

hielten, Gesandte nach Meißen ab, die hernach der König von Böhmen

unterwegs aufgehalten, von der Fortsetzung der Reise abgebracht, und

sich durch Hindeutung auf eine Heirath mit der verwittweten Herrscherinn

Margareth den Weg zur Erwerbung von Oestreich und der Steyermark

eröffnet hat.

[6] Vers 473.

Daß die Meißner und Thüringer vor der Schlacht heimlich aus dem Lager

Ottokars abgezogen seyen, ist geschichtlich. (S. oben _Anmerkung_ [3]

zum 386 Vers.) Die Ursache dieses Abzugs ist unbekannt.

Neunter Gesang.

[1] Vers 71.

Die Krieger, gewöhnlich leichte Reiterei, die vor einem feindlichen

Heere daherzieh'n, heißen in der bestehenden Kriegssprache:

+Eclaireurs+.

[2] Vers 436.

_Venezia_. Ueber die merkwürdige Eroberung Constantinopels im Jahr 1202

(also 76 Jahre vor der Marchfelder Schlacht) durch vorzügliche

Mitwirkung des 90jährigen Greises, Heinrich Dandolo, Doge von Venedig,

siehe Raumers Geschichte der Hohenstaufen III. B. und Daru's Histoire de

Venise I. Der Sänger Rudolphs von Habsburg wollte hier, jener herrlichen

Stadt, der einstigen Königinn des adriatischen Meeres, deren Andenken

ihm auf immer theuer bleiben wird, dankbar erwähnen.

[3] Vers 600.

_Al-rune_. _Runen, Runenschrift_, ein den alten Germanen und

Scandinaviern eigenes Alphabet, nach welchem im nördlichen Deutschland

noch einige Denksteine beschrieben gefunden werden. Wahrscheinlich

hatten sie selbes von den Phönikern erhalten, und was sich davon hie und

da auf verwittertem Gestein vorfand, diente in späterer Zeit zu manchen

vorgeblich zauberischen Künsten, das Schicksal der Menschen von den

Nornen, den Schicksalsgöttinnen, zu erfragen. Diese drei schönen

Jungfrauen, heben sich stets aus Mimers Brunn, der himmlischen Quelle,

herauf bei welcher die Götter Rath halten, und ihre Urtheile offenbaren,

und heißen: Urda, Werandi, Skulda: _Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft_.

(_Ryerups scandinav. Mythol._ &c.)

Zehnter Gesang.

[1] Vers 35.

_Rheinau_, +Augia major+, ein kleines Städtchen zwischen Schaffhausen

und Eglisau, wo eine Brücke über den Rhein führt. Dort befand sich

vormals ein reiches Benedictiner-Stift, das Funtan der Heilige, aus dem

königlichen Geblüt Schottlands, erbaut haben soll, da er aus höherer

Eingebung einen Platz dazu suchen mußte, wo der Rhein _nach Osten_

fließt, und solcher an dieser Stelle allein gefunden wird. +Stumpf.

Schw. Chron. p. 360.+

[2] Vers 84.

_Hartmann_, der jüngste der Söhne Rudolphs, ertrank, mit noch andern

dreizehn Jünglingen, adeligen Geschlechts, am 20. Dezember des Jahrs

1280, im achtzehnten seines Alters, als er mit selben den Rhein

hinabfuhr, und das Schiff bei Rheinau von dem Grundeis umgestürzt wurde.

-- Seine Leiche ward nach Basel geführt, und im dortigen Münster

begraben.

[3] Vers 138.

_Woldan_ hieß ein Raubritt, den öfters der oberste Anführer eines im

Krieg begriffenen Volks, mit einer Schar Freiwilliger, in dem Lande des

Feindes, Beute zu holen, unternahm. Bei der Belagerung Peterlingens

forderte Rudolph sein Volk zu einem solchen Woldan auf; er streifte bis

gen Lausanne, und es heißt da;

Si namen da so viel

Daz Ich fürwar sagen wil,

Daz in langer Zeit

Nahent, noch weit,

Nie wart geritten noch gethan

Ain so schedleicher Woldan.

(Horneck R. Chr. C. 319.)

[4] Vers 140.

_Iwan von Günß_ (Sohn des Grafen Heinrich) empörte sich erst gegen

seinen eigenen König, fiel dann, häufig plündernd, auch in Oestreich und

Steyermark ein, und verübte unzählige Grausamkeiten. Im Jahr 1286 schlug

er den gegen ihn gesandten Abt von Admont; später auch Herman von

Landenberg, der sich ihm mit seinen östreichischen und steyerischen

Kriegern ergeben mußte. Herzog Albrecht, von Truppen entblößt, verschloß

sich in Neustadt, und ging sogar den Vertrag von Hainburg ein, vermöge

welchem die Gefangenen ausgewechselt, und in einem Krieg mit Ungern sie

sich beide gegenseitige Hülfe leisten sollten. Iwan setzte seine

Verheerungen in Oestreich bald wieder fort, bis endlich im Jahr 1280 ihn

Albrecht mit starker Macht bekriegte, ihm Oedenburg nebst vielen andern

Vesten, Burgen und Märkten abnahm, und ihn endlich, nach einer

hartnäckigen Belagerung, in Günß bezwang. Ueber diese Belagerung siehe

_Horneck R. Chron._ von Cap. 312 bis 315.

[5] Vers 228.

Ueber dieses historische Faktum siehe Fugger _Ehrenspiegel_ S. 75. Cap.

VIII.

[6] Vers 236.

_Antwerk_ war ein Wurfgeschütz, aus welchem Steine von bedeutender

Schwere, ja auch zuweilen Schwefelfeuer nach den Erkern, und auf die

Häuser der Veste geworfen wurden. (Ueber diese und die folgenden

Kriegswerkzeuge des Mittelalters, siehe: _Schachts vortreffliches Werk

über Hornecks Reim-Chronik_, Mainz 1821, S. 388.)

[7] Vers 238.

_Katzen_ nannte man die mit Erde gedeckten Werke, welche inwendig mit

Stoßbäumen versehen, nach Ausfüllung der Gräben, bis an die Mauern

vorgeschoben wurden, und gegen welche man sich durch Minen, und

Geschosse von den Mauern herab, zu wehren suchte. S. oben.

[8] Vers 245.

_Ebenhoch_ hießen eine Art Thürme, die, wahrscheinlich auf Rädern, an

die Mauern geschoben, verschiedene Geschosse in die Veste zu schleudern,

dienten. Ihr Nahme zeigt, daß sie hoch genug waren, um das Innere der

ummauerten Städte und Vesten übersehen zu können. S. oben.

[9] Vers 297.

Dem Verfasser der berühmten _Reim-Chronik_, die zuerst von dem gelehrten

Benediktiner von Melk, _Hieronymus Pez_, im Jahre 1745 zum Druck

befördert ward, hat Lazius +Comment. Geneal. p. Auster.+ 233 außer dem

Nahmen _Ottakcher_ (Ottokar), den er sich selber R. Chr. Cap. 177

beilegt, unbekannt aus welcher Quelle, auch den von _Horneck_,

aufgefunden. Er lebte unter _Rudolphs_ I. und _Albrechts_ I. Zeiten; war

in Steyermark geboren; hatte den berühmten Meistersänger Kunrad von

Rotenberg, der vorher an Manfreds Hofe lebte, zum Lehrmeister; stand,

man weiß nicht, in welcher Eigenschaft, im Gefolge Ulrich und Otto

Lichtensteins; wohnte der Marchfelder Schlacht 1278 bei, und starb erst

nach dem Jahr 1309, da er noch von dem Aufruhr einiger aus dem Adel, und

der Wiener Bürger, gegen _Friedrich den Schönen_ spricht, und damit sein

Werk beschließt. Die _Reim-Chronik Hornecks_, die mit dem Tode

_Friedrichs_ II. röm. Kaisers beginnt, und um das Jahr 1309 der

Regierung _Friedrich des Schönen_ endet, enthält über 83,000 kurze

gereimte Verse in 830 Capiteln.

Ein anderes noch ungedrucktes Werk Hornecks: _Von den Monarchen und

Kaisern der Welt bis auf Friedrich II. röm. Kaiser_, in ähnlichen Versen

verfaßt, ist im Besitze der k. k. Hofbibliothek zu Wien. (Siehe die

Vorerinnerungen des Hieronymus Pez zu Hornecks Reim-Chronik in seinem

Werke: +Scriptores rerum Austriacarum III.+ Band; und obiges treffliche

Werk: _Aus- und über Ottokars von Horneck Reim-Chronik_, von Th.

Schacht, Mainz 1821.)

[10] Vers 305.

Ulrich von Lichtenstein, aus der steyerischen Linie der Lichtensteine --

ein trefflicher Ritter und Minnesänger zugleich, der die beiden

merkwürdigen Gedichte: _Frauendienst_, und: _Ytwitz oder der Frauen

Puech_, verfaßte, mag kurz vor der Marchfelder Entscheidungsschlacht

gestorben seyn. Das erstere Werk enthält ein prächtiger Codex in

München, und wurde herausgegeben durch Ludwig Tieck. Stuttgart und

Tübingen in der J. G. Cotta'schen Buchhandlung 1812. Das zweite befindet

sich in der Ambraser Sammlung zu Wien, Bl. 220-225 noch ungedruckt. (S.

die Beschreibung Primißers -- Seite 279.)

Eilfter Gesang.

[1] Vers 38.

_Siehe oben Anmerkungen_ zum _dritten Gesang_ [8] Vers 308.

[2] Vers 73.

Was hier von den Vorbereitungen zur Schlacht, als: von der Feier des

Abendmahls im Lager; von der Beicht' und Communion, und weiter unten:

von dem Mustern der Gurt' und Steigbügel; von den Aufträgen, welche die

Ritter im Fall, daß sie dem Feinde erlägen, an ihre Daheimgebliebenen

den Knappen ertheilen; von dem Zusammenhalten der Freunde in der

Schlacht u. s. w. gesagt wird, ist durchaus der damaligen Rittersitte

gemäß, und in Hornecks _Reim-Chronik_ Cap. 147, 329, 330 und 530

begründet.

[3] Vers 135.

Die ausgezeichnetsten Ritter wetteiferten um den Vorzug, das

Hauptbanner, oder die Sturmfahn, dem Herrscher selber in der Schlacht

vorzutragen. Horneck _Reim-Chronik_ C. 148.

[4] Vers 181.

Ueber die Sitte, sich gegenseitig die Schlacht anzukündigen, und dazu

Tag und Stunde zu bestimmen, siehe oben _Anmerkung zum siebenten

Gesange_ Vers 536. [[Anm. 7.7.]]

[5] Vers 184.

Im Jahr 1289 überzog Kaiser Rudolph den Herzog von Burgund mit Krieg,

eroberte Mömpelgard, und zwang ihn zum Frieden. Vor der Schlacht sandte

er einen Bothen mit der Frage an ihn: »ob er zum Streiten bereit sey?«

und der Herzog ließ ihm sagen: »er seye darum hergekommen.« (Siehe

_Horneck Reim-Chronik_ C. 329.)

[6] Vers 211.

Den Ritterschlag auf Schild und Schwert ertheilte Rudolph also vor der

Schlacht: S. _Horneck_ R. Chr. C. 149.

[7] Vers 542.

In den Gebirgsthälern Tirols, Steyermarks und Oestreichs, ist das

sogenannte _Scheibenschießen_ eine beliebte und mitunter nützliche

Unterhaltung des Volks. _Zu Hauptschießen_ werden von nahe und ferne die

Schützen geladen: das _Kreisschießen_ ist das gewöhnliche an Sonn- und

Festtagen; das _Beste_, ist der Preis dessen der den besten Schuß

gethan.

Zwölfter Gesang.

[1] Vers 54.

Ueber diesen Klaggesang Hornecks siehe dessen _Reim-Chronik_ Cap. 163

und 164. Hier nur Einiges aus demselben:

Sieh Welt aller Untrew Chron,

Daz ist auch ainer deiner Lon!

-- -- -- -- -- --

Auf der Erden lag er par

Sein eigen Pluts naz.

Wo waren die Matraß,

Und die gulter Seydein,

Darauf er sollt gelegen sein?

Wo waren die ihn sollten chlagen?

Von Mannen und von Magen, (Anverwandte)

Pelieb er Trostes frey.

Wo waren Erzt und Erzeney,

Damit man seine Wunden

Solt han gepunden?

-- -- -- -- --

Er hat so viel Guts,

Wer er gewesen des Muts,

Daz er tegleich wolt

Von edlem Gestain und Gold

Haben tragen Kleider an,

Daz hiet er wol getan.

Dez liez er ihm so gar zerrinnen

Daz man im muest gewinnen

Ain Graz, daß man ihn mit pedackt,

So gar pelieb er nakht.

-- -- -- -- -- --

Ungetrev Welt, die spielt

Du von im so gar,

Daz aus dainer Schar

Im Niempt volgt nach.

-- -- -- -- -- --

Sieh Welt daz ist dein Sold.

We im! der dir ist hold

Und We im den du trewtest.

Mit dem Mund du im pewtest

Honig an dem Anwang,

Und hechst als ein Gift-Slang

An dem End -- --

-- -- -- -- -- --

Wer nicht will Gottes Haz

Und seinen Zorn leiden,

Der muß die Welt vermeiden.

Dann die Werich, die sy geert

Die sind vor Gott unwert.

Dez vermaid nit der wakcher

Von Pehaim Kunig Ottakher:

Wann er vollfurt mit Gelust

Der Welt Achust, (unordl. Begierden und Laster.)

Und rang hier also ser

Nach der zergenklichen Er,

Daz er sich dez nicht liez befillen

Damit er nach irm Willen

Möcht gewerben, und geleben,

Daz sol im Gott vergeben!

[2] Vers 209.

Die Stephanskirche, nachdem sie vorher zweimal abgebrannt war, hat

Ottokar beinahe in derselben Gestalt, wie sie noch heut' zu Tage zu

sehen ist, während er über Oestreich herrschte, hergestellt.

[3] Vers 347.

Daß Rudolph den König Ladislav adoptirt habe, meldet auch Fugger I. Buch

12. Cap. S. 101.

[4] Vers 401.

Die Belehnung Albrechts mit Oestreich, Steyer, Krain, der Windischmark

und Portenau geschah eigentlich zu Augsburg während des Reichstags

daselbst im Jahr 1282, wo, im sogenannten _Frohnhof_, ein kaiserlicher

Thron, umgeben von den Churfürsten und Fürstensöhnen, zu sehen war, und

die Feierlichkeit nach denen, von Friedrich I., Heinrich IV. Friedrich

II. ertheilten Privilegien geschah.

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Druckfehler:

Rechtschreibeformen in -lll- (_allletzter_, _hellleuchtend_) sind

ungeändert.

1. Gesang

Des Friedens erwähnst du? [ererwähnst]

»daß es also gescheh'n wird!« [_« aus 1827 Auflage ergänzt_]

2. Gesang

Manches Helden Gebein', auch Friedrichs ... [Fiedrichs]

stets in deinem Geschlechte noch dauern.«[7] [_« 1827_]

und waldumsäumtes Gehöftland; [waldumsaumtes]

3. Gesang

ein trefflicher Stürmer!« [_« 1827_]

4. Gesang

und nahten ihm, grüßend mit Ehrfurcht. [grußend]

Wahrlich vor Kummer das Herz um den treugesinneten Helden.«

[_hier und anderswo fehlt das zweite «_]

hoben den Helm von dem Haupt', und empfiengen [_ungeändert_]

»Euch entbiethet zuvor [_»,Euch« mit einfaches Anführungszeichen_]

der letzte der Kämpfe gewähret!« [gewahret]

8. Gesang

Heinrich, dem Hort der Baiern [_ungeändert: anderswo »Bayern«_]

Draußen am Lagerrand, vor allen dem feindlichen näher

[_»naher«; aber vielleicht »nahe« wie in 1827_]

9. Gesang

Drüben der Wunderstadt, Venezia,[2] [_[1] statt [2]_]

die Feinde, sie fliehen!« [_« 1827_]

die Alrune,[3] [_[4] statt [3]_]

10. Gesang

Sie zu vollbringen dereinst. [_« fehlt hier?_]

Retter zu seyn Unglücklicher!« [_« 1827_]

11. Gesang

O so sprich: »Treu bis in den Tod ihr weiht' ich das Leben!«

[_zweites « fehlt_]

Nun die Schützen Tyrols [Schützens]

den schwer zu erklimmenden Höhen [erglimmenden]

Anmerkungen:

[Einige Anmerkungen, wie 2.5, 3.8, 9.2, und das Dicht in 12.1, sind

scheinbar nach Pyrkers Tod eingefügt.]

1.

Gerard. Roo Hist. Austr. Lib. I.) [_) fehlt_]

[_eigentlich Gerard de Roo_]

von dem babenbergischen Leopold VII. [_. fehlt_]

2.

gewährt einen ergreifenden Anblick. [_. fehlt_]

3.

Uladislav II. [_ungeändert_]

5.

noch viel weiter erstrecken.« [_« fehlt_]

(Siehe _Hanthalers_ ... [_( fehlt_]

6.

Wohl hundert Wegen tragen, [_»hunbert«; 1827 »hundert«_]

7.

[8] Vers 550. [_[5] statt [8]_]

12.

Privilegien geschah. [_. fehlt_]

Rudolph von Habsburg: Ein Heldengedicht in zwölf Gesängen. Johann Ladislav Pyrker's sämmtliche Werke (2/3) · 第 9 / 10 题