Trapp, trapp -- hart klingen die Schritte auf der steinigen Landstraße.
Männer, ein ganzer Trupp! Und nun noch ein Trupp und etwas weiter
zurück kommt noch ein dritter. Männer mit Schweiß auf den Stirnen, mit
Staub auf den Stiefeln, mit der ganzen Glut des frühen Sommers und
des hastigen Wanderns auf den geröteten Gesichtern. Jeder trägt sein
Bündel am Stecken über der Schulter, paarweise schleppen sie auch ein
Köfferchen; alle haben sie die Taschen der städtischen Sonntagsröcke
vollgestopft zum Platzen.
Nun halten sie an auf der Höhe von Schwarzenborn und verschnaufen.
Da unten liegt das Salmthal, schmal und grün und lieblich. Die klare
Salm schlängelt sich als Silberband; dort, an der letzten Krümmung,
ragen die Ruinen von Kloster Himmerod, schon verschleiert vom
Abendduft, und da, dicht zu Füßen, scheinbar mit einem Steinwurf zu
erreichen, Eifelschmitt! Daheim, daheim!
Ein froher Schein glitt über die heißen Gesichter, ein tiefer Atemzug
hob jedem der Wanderer die Brust unter dem zerknüllten Hemd. Da wurden
rasch die Hüte vom Kopf gerissen und geschwenkt. »Hurrah! Helao!
Derhäm!«
Der jüngsten einer, der schlanke Kerl mit dem Feldblumensträußchen am
Strohhut, fing ein Lied an; er schmetterte aus Leibeskräften, sein
starker, etwas kratziger Tenor zitterte in mächtigen Schallwellen
über die Bergrücken. Unten im Thal erwachte ein Echo. Das machte ihm
Vergnügen; er hielt den einen Ton an, gleich stark, endlos, die Bänder
am Halse schwollen ihm, sein Gesicht wurde blaurot, die Augen quollen
ihm vor -- immer noch!