„Weint oft in ihrem einsamen Kämmerlein, weil Excellenz die Thränen
nicht wohl leiden können, und Lamentationen seinen Zustand erschweren.“
Mit einem ängstlichen Schrey des Schreckens bebte die Generalin von
dem Sopha auf, dessen Polster so wie ihre Wangen von den Spuren ihres
Jammers, wie im Abendthaue glänzten, als Theodor das einsame Gemach
betrat, und das düster leuchtende Kaminfeuer ihn, einem Abgeschiedenen
gleich, nur in unsicherer Schattengestalt kenntlich machte.
Theodor! du Schmerzenssohn! -- Ein guter Engel führe dich her! -- Der
Moment ist wichtig, der wichtigste deines Lebens. -- In der Hand des
sterbenden Vaters schwankt noch das Zünglein der Waage -- eile, daß die
Segensschaale den Ausschlag gebe! -- Adelaiden verdankst du, daß es
damit noch nicht zu spät ist. --
Ich weiß alles. -- Aber soll ich den Dahinscheidenden betrügen? -- Ich
kann die Bedingungen nicht erfüllen, und komme, seine Billigkeit, seine
väterliche Nachsicht in Anspruch zu nehmen.
„Unglücklicher! du dringst nicht durch. Quittirst du, und bestehest
darauf, Deutschland zu verlassen, so bleibst du -- bis auf ein sehr
geringes Pflichttheil enterbt.“