Satana macht ehrrührige Vorschläge

Später verlor er das Bewußtsein. Nach seiner Taschenuhr war es halb

vier, als Gespräch hinter der linken Glaswand ihn weckte: Dr. Krokowski,

der um diese Zeit ohne den Hofrat die Runde machte, sprach dort russisch

mit dem unmanierlichen Ehepaar, erkundigte sich, wie es schien, nach dem

Befinden des Gatten und ließ sich seine Fiebertabelle zeigen. Dann aber

setzte er seinen Weg nicht durch die Balkonlogen fort, sondern umging

Hans Castorps Abteil, indem er sich auf den Korridor zurückbegab und

durch die Zimmertür bei Joachim eintrat. Daß man solchergestalt einen

Bogen um ihn beschrieb und ihn links liegen ließ, empfand Hans Castorp

denn doch als etwas verletzend, obgleich ihn nach einem Zusammensein

unter vier Augen mit Dr. Krokowski ja durchaus nicht verlangte.

Freilich, er war eben gesund und zählte nicht mit, – denn bei denen hier

oben, dachte er, lagen die Dinge so, daß derjenige nicht in Betracht kam

und nicht gefragt wurde, der die Ehre hatte, gesund zu sein, und das

ärgerte den jungen Castorp.

Nachdem Dr. Krokowski sich bei Joachim zwei oder drei Minuten verweilt

hatte, ging er den Balkon entlang weiter, und Hans Castorp hörte den

Vetter sagen, daß man nun aufstehen und sich zur Vespermahlzeit bereit

machen könne. „Schön“, sagte er und stand auf. Aber es schwindelte ihn

sehr vom langen Liegen, und der unerquickliche Halbschlaf hatte ihm das

Gesicht aufs neue peinlich erhitzt, während er übrigens zum Frösteln

neigte, – vielleicht hatte er sich nicht warm genug zugedeckt.

Er wusch sich Augen und Hände, ordnete sein Haar und seine Kleider und

traf mit Joachim auf dem Korridor zusammen.

„Hast du diesen Herrn Albin gehört?“ fragte er, als sie die Treppen

hinunter gingen ...

„Natürlich“, sagte Joachim. „Der Mensch müßte diszipliniert werden.

Stört da die ganze Mittagsruhe mit seinem Geschwätz und regt die Damen

so auf, daß er sie um Wochen zurückbringt. Eine grobe Insubordination.

Aber wer will denn den Denunzianten machen. Und außerdem sind solche

Reden ja den meisten als Unterhaltung willkommen.“

„Hältst du es für möglich,“ fragte Hans Castorp, „daß er Ernst macht mit

seiner ‚glatten Sache‘, wie er sich ausdrückt, und sich einen

Fremdkörper appliziert?“

„Ach, doch,“ antwortete Joachim, „ganz unmöglich ist es nicht.

Dergleichen kommt vor hier oben. Zwei Monate bevor ich kam hat sich ein

Student, der schon lange hier war, nach einer Generaluntersuchung im

Walde drüben aufgehängt. Es war in meinen ersten Tagen noch viel die

Rede davon.“

Hans Castorp gähnte erregt.

„Ja, gut fühle ich mich nicht bei euch,“ erklärte er, „das kann ich

nicht sagen. Ich halte es für möglich, daß ich nicht bleiben kann, du,

daß ich abreisen muß, – würdest du es mir weiter übelnehmen?“

„Abreisen? Was fällt dir ein!“ rief Joachim. „Unsinn. Wo du gerade erst

angekommen bist. Wie willst du denn urteilen nach dem ersten Tage!“

„Gott, ist noch immer der erste Tag? Mir ist ganz, als wäre ich schon

lange – lange bei euch hier oben.“

„Nun fange nur nicht wieder an, über die Zeit zu spintisieren!“ sagte

Joachim. „Ganz konfus hast du mich heute morgen gemacht.“

„Nein, sei beruhigt, ich habe alles vergessen“, erwiderte Hans Castorp.

„Den ganzen Komplex. Jetzt bin ich auch kein bißchen scharf mehr im

Kopfe, das ist vorüber ... Nun gibt es also Tee.“

„Ja, und dann gehen wir wieder bis zu der Bank von heute morgen.“

„In Gottes Namen. Aber hoffentlich treffen wir Settembrini nicht wieder.

Ich kann mich heute an keinem gebildeten Gespräch mehr beteiligen, das

sage ich dir im voraus.“

Im Speisesaal wurden alle Getränke geschenkt, die zu dieser Stunde nur

irgend in Betracht kommen. Miß Robinson trank wieder ihren blutroten

Hagebuttentee, während die Großnichte Yoghurt löffelte. Außerdem gab es

Milch, Tee, Kaffee, Schokolade, ja sogar Fleischbrühe, und überall waren

die Gäste, die seit dem üppigen Mittagsmahl zwei Stunden liegend

verbracht hatten, eifrig beschäftigt, Butter auf große Schnitten

Rosinenkuchen zu streichen.

Hans Castorp hatte sich Tee geben lassen und tauchte Zwieback hinein.

Auch etwas Marmelade versuchte er. Den Rosinenkuchen betrachtete er

genau, doch erzitterte er buchstäblich bei dem Gedanken, davon zu essen.

Abermals saß er an seinem Platze im Saal mit dem einfältig bunten

Gewölbe, den sieben Tischen, – zum viertenmal. Etwas später, um sieben

Uhr, saß er zum fünftenmal dort, und da galt es das Abendessen. In die

Zwischenzeit, welche kurz und nichtig war, fiel ein Spaziergang zu jener

Bank an der Bergwand, beim Wasserrinnsal – der Weg war jetzt dicht

belebt von Patienten, so daß die Vettern häufig zu grüßen hatten – und

eine neuerliche Liegekur auf dem Balkon, von flüchtigen und gehaltlosen

anderthalb Stunden. Hans Castorp fröstelte heftig dabei.

Zur Abendmahlzeit kleidete er sich gewissenhaft um und aß dann zwischen

Miß Robinson und der Lehrerin Juliennesuppe, gebackenes und gebratenes

Fleisch nebst Zubehör, zwei Stücke von einer Torte, in der alles vorkam:

Makronenteig, Buttercreme, Schokolade, Fruchtmus und Marzipan, und sehr

guten Käse auf Pumpernickel. Wieder ließ er sich eine Flasche Kulmbacher

dazu geben. Als er jedoch sein hohes Glas zur Hälfte geleert hatte,

erkannte er klar und deutlich, daß er ins Bett gehöre. In seinem Kopfe

rauschte es, seine Augenlider waren wie Blei, sein Herz ging wie eine

kleine Pauke, und zu seiner Qual bildete er sich ein, daß die hübsche

Marusja, die, vornüber geneigt, ihr Gesicht in der Hand mit dem kleinen

Rubin verbarg, über _ihn_ lache, obgleich er sich so angestrengt bemüht

hatte, keinerlei Veranlassung dazu zu geben. Wie aus weiter Ferne hörte

er Frau Stöhr etwas erzählen oder behaupten, was ihm als so tolles Zeug

erschien, daß er in verwirrte Zweifel geriet, ob er noch richtig höre

oder ob Frau Stöhrs Äußerungen sich vielleicht in seinem Kopfe zu Unsinn

verwandelten. Sie erklärte, daß sie achtundzwanzig verschiedene

Fischsaucen zu bereiten verstehe, – sie habe den Mut, dafür einzustehen,

obgleich ihr eigener Mann sie gewarnt habe, davon zu sprechen. „Sprich

nicht davon!“ habe er gesagt. „Niemand wird es dir glauben, und wenn man

es glaubt, so wird man es lächerlich finden!“ Und doch wolle sie es

heute einmal sagen und offen bekennen, daß es achtundzwanzig Fischsaucen

seien, die sie machen könne. Das schien dem armen Hans Castorp

entsetzlich; er erschrak, griff sich mit der Hand an die Stirn und

vergaß vollkommen, einen Bissen Pumpernickel mit Chester, den er im

Munde hatte, fertig zu kauen und hinunterzuschlucken. Noch als man von

Tische aufstand, hatte er ihn im Munde.

Man ging durch die Glastür zur Linken hinaus, jene fatale, die immer

zufiel und die geradewegs in die vordere Halle führte. Fast alle Gäste

nahmen diesen Weg, denn es zeigte sich, daß um die Stunde nach dem Diner

in der Halle und den anliegenden Salons eine Art von Geselligkeit

stattfand. Die Mehrzahl der Patienten stand in kleinen Gruppen plaudernd

umher. An zwei grün ausgeschlagenen Klapptischen lag man dem Spiele ob;

es war Domino an dem einen, Bridge an dem anderen Tische, und hier waren

es nur junge Leute, die spielten, darunter Herr Albin und Hermine

Kleefeld. Ferner gab es ein paar unterhaltende optische Gegenstände im

ersten Salon: einen stereoskopischen Guckkasten, durch dessen Linsen man

die in seinem Innern aufgestellten Photographien, zum Beispiel einen

venezianischen Gondolier, in starrer und blutloser Körperlichkeit

erblickte; zweitens ein fernrohrförmiges Kaleidoskop, an dessen Linse

man ein Auge legte, um sich, nur durch leichte Handhabung eines Rades,

buntfarbige Sterne und Arabesken in zauberhafter Abwechslung

vorzugaukeln; eine drehende Trommel endlich, in die man

kinematographische Filmstreifen legte und durch deren Öffnungen, wenn

man seitlich hineinsah, ein Müller, der sich mit einem Schornsteinfeger

prügelte, ein Schulmeister, einen Knaben züchtigend, ein springender

Seiltänzer und ein Bauernpärchen im Ländlertanz zu beobachten waren.

Hans Castorp, die kalten Hände auf den Knien, blickte längere Zeit in

jeden der Apparate. Er verweilte sich auch ein wenig am Bridgetische, wo

der unheilbare Herr Albin mit hängenden Mundwinkeln und weltmännisch

wegwerfenden Bewegungen die Karten handhabte. In einem Winkel saß Dr.

Krokowski, begriffen in frischem und herzlichem Gespräch mit einem

Halbkreise von Damen, zu welchem Frau Stöhr, Frau Iltis und Fräulein

Levi gehörten. Die Inhaber des Guten Russentisches hatten sich in den

anstoßenden kleineren Salon zurückgezogen, der nur durch Portieren vom

Spielzimmer getrennt war, und bildeten dort eine intime Clique. Es waren

außer Madame Chauchat: ein blondbärtiger, schlaffer Herr mit konkavem

Brustkasten und glotzenden Augäpfeln; ein tief brünettes Mädchen von

originellem und humoristischem Typus, mit goldenen Ohrringen und wirrem

Wollhaar; ferner Dr. Blumenkohl, der sich ihnen zugesellt hatte, und

noch zwei hängeschultrige Jünglinge. Madame Chauchat trug ein blaues

Kleid mit weißem Spitzenkragen. Sie saß, als Mittelpunkt ihrer Gruppe,

auf dem Sofa hinter dem runden Tisch, im Hintergrunde des kleinen

Gemaches, das Gesicht dem Spielzimmer zugewandt. Hans Castorp, der die

ungezogene Frau nicht ohne Mißbilligung betrachten konnte, dachte bei

sich: Sie erinnert mich an irgend etwas, doch kann ich nicht sagen, an

was ... Ein langer Mensch von etwa dreißig Jahren und mit gelichtetem

Haupthaar spielte an dem kleinen braunen Pianoforte dreimal

hintereinander den Hochzeitsmarsch aus dem „Sommernachtstraum“, und als

einige Damen ihn darum baten, begann er das melodiöse Stück zum

viertenmal, nachdem er einer nach der anderen tief und schweigend in die

Augen geblickt hatte.

„Ist es erlaubt, sich nach Ihrem Befinden zu erkundigen, Ingenieur?“

fragte Settembrini, welcher, die Hände in den Hosentaschen, zwischen den

Gästen umhergeschlendert war und nun vor Hans Castorp hintrat ... Noch

immer trug er seinen grauen, flausartigen Rock und die hell karierten

Beinkleider. Er lächelte bei seiner Anrede, und wieder empfand Hans

Castorp etwas wie Ernüchterung beim Anblick dieses fein und spöttisch

gekräuselten Mundwinkels unter der Biegung des schwarzen Schnurrbartes.

Übrigens blickte er den Italiener ziemlich blöde, mit schlaffem Munde

und rotgeäderten Augen an.

„Ach, Sie sind es“, sagte er. „Der Herr vom Morgenspaziergang, den wir

bei dieser Bank da oben ... beim Wasserlauf ... Natürlich, ich habe Sie

sofort wieder erkannt. Wollen Sie glauben,“ fuhr er fort, obgleich er

wohl einsah, daß er es nicht hätte sagen dürfen, „daß ich Sie damals im

ersten Augenblick für einen Drehorgelmann gehalten habe? ... Das war

natürlich der reine Unsinn,“ setzte er hinzu, da er sah, daß

Settembrini’s Blick einen kühl forschenden Ausdruck annahm, „– eine

furchtbare Dummheit mit einem Wort! Es _ist_ mir sogar vollständig

unbegreiflich, wie in aller Welt ich ...“

„Beunruhigen Sie sich nicht, es hat nichts zu sagen“, erwiderte

Settembrini, nachdem er den jungen Mann noch einen Augenblick schweigend

betrachtet hatte. „Und wie haben Sie also Ihren Tag verbracht, – den

ersten Ihres Aufenthaltes an diesem Lustorte?“

„Ich danke sehr. Ganz vorschriftsmäßig“, antwortete Hans Castorp.

„Vorwiegend auf ‚horizontale Art‘, wie Sie es mit Vorliebe nennen

sollen.“

Settembrini lächelte.

„Es mag sein, daß ich mich gelegentlich so ausgedrückt habe“, sagte er.

„Nun, und Sie fanden sie kurzweilig, diese Lebensweise?“

„Kurzweilig und langweilig, wie Sie nun wollen“, erwiderte Hans Castorp.

„Das ist zuweilen schwer zu unterscheiden, wissen Sie. Ich habe mich

durchaus nicht gelangweilt, – dazu ist es doch ein allzu munterer

Betrieb bei Ihnen hier oben. Man bekommt so viel Neues und Merkwürdiges

zu hören und zu sehen ... Und doch ist mir auch andererseits wieder, als

ob ich nicht nur einen Tag, sondern schon längere Zeit hier wäre, –

geradezu, als ob ich hier schon älter und klüger geworden wäre, so kommt

es mir vor.“

„Klüger auch?“ sagte Settembrini und zog die Brauen hoch. „Wollen Sie

mir die Frage erlauben: Wie alt sind Sie eigentlich?“

Aber siehe da, Hans Castorp wußte es nicht! Er wußte im Augenblick

nicht, wie alt er sei, trotz heftiger, ja verzweifelter Anstrengungen,

sich darauf zu besinnen. Um Zeit zu gewinnen, ließ er sich die Frage

wiederholen und sagte dann:

„... Ich ... wie alt? Ich bin natürlich im vierundzwanzigsten. Demnächst

werde ich vierundzwanzig. Verzeihen Sie, ich bin müde!“ sagte er. „Und

Müdigkeit ist noch gar nicht der Ausdruck für meinen Zustand. Kennen Sie

das, wenn man träumt und weiß, daß man träumt und zu erwachen sucht und

nicht aufwachen kann? Genau so ist mir zumut. Unbedingt muß ich Fieber

haben, anders kann ich es mir gar nicht erklären. Wollen Sie glauben,

daß ich bis zu den Knien hinauf kalte Füße habe? Wenn man so sagen darf,

denn die Knie sind ja natürlich nicht mehr die Füße, – entschuldigen

Sie, ich bin im höchsten Grade konfus, und das ist ja auch am Ende kein

Wunder, wenn man schon am frühen Morgen mit dem ... mit dem Pneumothorax

angepfiffen wird und nachher die Reden dieses Herrn Albin mit anhört und

obendrein in horizontaler Lage. Denken Sie, mir ist immer, als dürfte

ich meinen fünf Sinnen nicht mehr recht trauen, und ich muß sagen, das

geniert mich noch mehr, als die Hitze im Gesicht und die kalten Füße.

Sagen Sie mir offen: halten Sie es für möglich, daß Frau Stöhr

achtundzwanzig Fischsaucen zu machen versteht? Ich meine nicht, ob sie

sie wirklich machen kann – das halte ich für ausgeschlossen – sondern ob

sie es auch nur wirklich vorhin bei Tische behauptet hat oder ob es mir

nur so vorkam, – nur das möchte ich wissen.“

Settembrini sah ihn an. Er schien nicht zugehört zu haben. Wieder hatten

seine Augen „sich festgesehen“, waren in eine fixe und blinde

Einstellung geraten, und wie heute morgen sagte er je dreimal „so, so,

so“ und „sieh, sieh, sieh“, – spöttisch-nachdenklich und mit scharfem

S-Laut.

„Vierundzwanzig sagten Sie?“ fragte er dann ...

„Nein, achtundzwanzig!“ sagte Hans Castorp. „Achtundzwanzig Fischsaucen!

Nicht Saucen im allgemeinen, sondern speziell Fischsaucen, das ist das

Ungeheuerliche.“

„Ingenieur!“ sagte Settembrini zornig und ermahnend. „Nehmen Sie sich

zusammen und lassen Sie mich mit diesem liederlichen Unsinn in Ruhe! Ich

weiß nichts davon und will nichts davon wissen. – Im vierundzwanzigsten,

sagten Sie? Hm ... gestatten Sie mir noch eine Frage oder einen

unmaßgeblichen Vorschlag, wenn Sie so wollen. Da der Aufenthalt Ihnen

nicht zuträglich zu sein scheint, da Sie sich körperlich und, wenn mich

nicht alles täuscht, auch seelisch nicht wohl bei uns befinden, – wie

wäre es denn da, wenn Sie darauf verzichteten, hier älter zu werden,

kurz, wenn Sie noch heute nacht wieder aufpackten und sich morgen mit

den fahrplanmäßigen Schnellzügen auf- und davonmachten?“

„Sie meinen, ich sollte abreisen?“ fragte Hans Castorp ... „Wo ich

gerade erst angekommen bin? Aber nein, wie will ich denn urteilen nach

dem ersten Tage!“

Zufällig blickte er ins Nebenzimmer bei diesen Worten und sah dort Frau

Chauchat von vorn, ihre schmalen Augen und breiten Backenknochen. Woran,

dachte er, woran und an wen in aller Welt erinnert sie mich nur. Aber

sein müder Kopf wußte die Frage trotz einiger Anstrengung nicht zu

beantworten.

„Natürlich fällt es mir nicht so ganz leicht, mich bei Ihnen hier oben

zu akklimatisieren,“ fuhr er fort, „das war doch vorauszusehen, und

deshalb gleich die Flinte ins Korn zu werfen, nur weil ich vielleicht

ein paar Tage ein bißchen verwirrt und heiß sein werde, da müßte ich

mich ja schämen, geradezu feig würde ich mir vorkommen und außerdem

ginge es gegen alle Vernunft, – nein, sagen Sie selbst ...“

Er sprach auf einmal sehr eindringlich, mit erregten Schulterbewegungen,

und schien den Italiener bestimmen zu wollen, seinen Vorschlag in aller

Form zurückzunehmen.

„Ich salutiere der Vernunft“, antwortete Settembrini. „Ich salutiere

übrigens auch dem Mute. Was Sie sagen, läßt sich wohl hören, es dürfte

schwer sein, etwas Triftiges dagegen einzuwenden. Auch habe ich wirklich

schöne Fälle von Akklimatisation beobachtet. Da war im vorigen Jahre

Fräulein Kneifer, Ottilie Kneifer, durchaus von Familie, die Tochter

eines höheren Staatsfunktionärs. Sie war wohl anderthalb Jahre hier und

hatte sich so vortrefflich eingelebt, daß sie, als ihre Gesundheit

vollkommen hergestellt war – denn das kommt vor, man wird zuweilen

gesund hier oben –, daß sie auch dann noch um keinen Preis fort wollte.

Sie bat den Hofrat von ganzer Seele, noch bleiben zu dürfen, sie könne

und möge nicht heim, hier sei sie zu Hause, hier sei sie glücklich; da

aber lebhafter Zudrang herrschte und man ihr Zimmer benötigte, so war

ihr Flehen umsonst, und man beharrte darauf, sie als gesund zu

entlassen. Ottilie bekam hohes Fieber, sie ließ ihre Kurve tüchtig

ansteigen. Allein man entlarvte sie, indem man ihr das gebräuchliche

Thermometer mit einer ‚Stummen Schwester‘ vertauschte, – Sie wissen noch

nicht, was das ist, es ist ein Thermometer ohne Bezifferung, der Arzt

kontrolliert ihn, indem er ein Maß daran legt und zeichnet die Kurve

dann selbst. Ottilie, mein Herr, hatte 36,9, Ottilie war fieberfrei. Da

badete sie im See, – wir schrieben Anfang Mai damals, wir hatten

Nachtfröste, der See war nicht geradezu eiskalt, er hatte genau genommen

ein paar Grad über Null. Sie blieb eine gute Weile im Wasser, um dies

oder jenes abzubekommen, – allein der Erfolg? Sie war und blieb gesund.

Sie schied in Schmerz und Verzweiflung, unzugänglich den Trostworten

ihrer Eltern. ‚Was soll ich da unten?‘ rief sie wiederholt. ‚Hier ist

meine Heimat!‘ Ich weiß nicht, was aus ihr geworden ist ... Aber mir

scheint, Sie hören mich nicht, Ingenieur? Es kostet Sie Mühe, sich auf

den Beinen zu halten, wenn mich nicht alles täuscht. Leutnant, hier

haben Sie Ihren Vetter!“ wandte er sich zu Joachim, der eben herantrat.

„Führen Sie ihn zu Bette! Er vereinigt Vernunft und Mut, aber heute

abend ist er ein wenig hinfällig.“

„Nein, wirklich, ich habe alles verstanden!“ beteuerte Hans Castorp.

„Die Stumme Schwester ist also nur eine Quecksilbersäule, ganz ohne

Bezifferung, – Sie sehen, ich habe es vollkommen aufgefaßt!“ Aber dann

fuhr er doch mit Joachim im Lift hinauf, zusammen mit mehreren anderen

Patienten, – die Geselligkeit war beendet für heute, man ging

auseinander und suchte Hallen und Loggien auf, zur abendlichen Liegekur.

Hans Castorp ging mit auf Joachims Zimmer. Der Boden des Korridors mit

dem Kokosläufer vollführte sanfte Wellenbewegungen unter seinen Füßen,

aber er empfand es nicht weiter unangenehm. Er setzte sich in Joachims

großen geblümten Lehnstuhl – ein solcher Stuhl stand auch in seinem

eigenen Zimmer – und zündete sich eine Maria Mancini an. Sie schmeckte

nach Leim, nach Kohle und manchem anderen, nur nicht, wie sie sollte;

doch fuhr er trotzdem fort, sie zu rauchen, während er zusah, wie

Joachim sich zur Liegekur fertig machte, seine litewkaartige Hausjoppe

anlegte, darüber einen älteren Paletot zog und dann mit der

Nachttischlampe und seinem russischen Übungsbuch auf den Balkon

hinausging, wo er das Lämpchen einschaltete und auf dem Liegestuhl, das

Thermometer im Munde, sich mit erstaunlicher Gewandtheit in zwei große

Kamelhaardecken zu wickeln begann, die über den Stuhl gebreitet waren.

Hans Castorp sah mit aufrichtiger Bewunderung, wie geschickt er es

ausführte. Er schlug die Decken, eine nach der anderen, zuerst von links

der Länge nach bis unter die Achsel über sich, hierauf von unten über

die Füße und dann von rechts, so daß er endlich ein vollkommen

ebenmäßiges und glattes Paket bildete, aus dem nur Kopf, Schultern und

Arme hervorsahen.

„Das machst du ja ausgezeichnet“, sagte Hans Castorp.

„Es ist die Übung“, antwortete Joachim, indem er beim Sprechen das

Thermometer mit den Zähnen festhielt. „Du lernst es auch. Morgen müssen

wir uns unbedingt ein paar Decken für dich besorgen. Du kannst sie unten

schon wieder brauchen, und hier bei uns sind sie unerläßlich, besonders

da du ja keinen Pelzsack hast.“

„Ich lege mich aber bei Nacht nicht auf den Balkon“, erklärte Hans

Castorp. „Das tue ich nicht, ich sage es dir gleich. Es würde mir gar zu

sonderbar vorkommen. Alles hat seine Grenzen. Und irgendwie muß ich ja

schließlich auch markieren, daß ich nur zu Besuch bin bei euch hier

oben. Ich sitze hier noch etwas und rauche meine Zigarre, wie es sich

gehört. Sie schmeckt miserabel, aber ich weiß, daß sie gut ist, und das

muß mir für heute genügen. Jetzt ist die Uhr gleich neun, – allerdings,

leider ist es noch nicht mal neun. Aber wenn es halb zehn ist, dann ist

es ja schon so weit, daß man halbwegs normalerweise zu Bett gehen kann.“

Ein Frostschauer überlief ihn, – einer und dann mehrere rasch

hintereinander. Hans Castorp sprang auf und lief zum Wandthermometer,

als gelte es, ihn _in flagranti_ ertappen. Nach Réaumur waren neun Grad

im Zimmer. Er faßte die Röhren an und fand sie tot und kalt. Er murmelte

etwas Ungeordnetes, des Inhalts, wenn auch August sei, so sei es doch

eine Schande, daß nicht geheizt werde, denn nicht auf den Monatsnamen

komme es an, den man eben schreibe, sondern auf die herrschende

Temperatur, und die sei so, daß ihn friere wie einen Hund. Aber sein

Gesicht brannte. Er setzte sich wieder, stand nochmals auf, bat murmelnd

um Erlaubnis, Joachims Bettdecke nehmen zu dürfen und breitete sie sich,

im Stuhle sitzend, über den Unterkörper. So saß er, hitzig und

fröstelnd, und quälte sich mit der widerlich schmeckenden Zigarre. Ein

großes Elendsgefühl überkam ihn; ihm war, als sei es ihm noch nie im

Leben so schlecht ergangen. „Das ist ja ein Elend!“ murmelte er.

Dazwischen aber berührte ihn plötzlich ein ganz absonderlich

ausschweifendes Gefühl der Freude und Hoffnung, und als er es empfunden

hatte, saß er nur noch da, um zu warten, ob es nicht vielleicht

wiederkäme. Es kam aber nicht wieder; nur das Elend blieb. Und so stand

er denn schließlich auf, warf Joachims Decke aufs Bett zurück, murmelte

verzerrten Mundes etwas wie „Gute Nacht!“ und „Erfriere nur nicht!“ und

„Zum Frühstück holst du mich ja wohl wieder“ und schwankte über den

Korridor in sein Zimmer hinüber.

Beim Auskleiden sang er vor sich hin, jedoch nicht aus Fröhlichkeit.

Mechanisch und ohne den rechten Bedacht erledigte er die kleinen

Handgriffe und kulturellen Pflichten der Nachttoilette, goß hellrotes

Mundwasser aus dem Reiseflakon ins Glas und gurgelte diskret, wusch sich

die Hände mit seiner guten und milden Veilchenseife und zog das lange

Batisthemd an, das auf der Brusttasche mit den Buchstaben H C bestickt

war. Dann legte er sich und löschte das Licht, indem er seinen heißen,

verstörten Kopf auf das Sterbekissen der Amerikanerin zurückfallen ließ.

Aufs bestimmteste hatte er erwartet, daß er sogleich in Schlaf sinken

werde, doch stellte sich das als Irrtum heraus, und seine Lider, die er

vorhin kaum offenzuhalten vermocht hatte, – jetzt wollten sie durchaus

nicht geschlossen bleiben, sondern öffneten sich unruhig zuckend, sobald

er sie senkte. Es war noch nicht seine gewohnte Schlafenszeit, sagte er

sich, und dann hatte er wohl tagüber zuviel gelegen. Auch wurde draußen

ein Teppich geklopft, – was ja wenig wahrscheinlich und in der Tat

überhaupt nicht der Fall war; sondern es erwies sich, daß sein Herz es

war, dessen Schlag er außer sich und weit fort im Freien hörte, genau

so, als werde dort draußen ein Teppich mit einem geflochtenen

Rohrklopfer bearbeitet.

Es war im Zimmer noch nicht völlig dunkel geworden; der Schein der

Lämpchen draußen in den Logen, bei Joachim und bei dem Paare vom

Schlechten Russentisch, fiel durch die offene Balkontür herein. Und

während Hans Castorp mit blinzelnden Lidern auf dem Rücken lag, erneute

sich ihm plötzlich ein Eindruck, ein einzelner des Tages, eine

Beobachtung, die er mit Schrecken und Zartgefühl sogleich zu vergessen

gesucht hatte. Es war der Ausdruck, den Joachims Gesicht angenommen

hatte, als von Marusja und ihren körperlichen Eigenschaften die Rede

gewesen war, – diese ganz eigentümlich klägliche Verzerrung seines

Mundes nebst fleckigem Erblassen seiner gebräunten Wangen. Hans Castorp

verstand und durchschaute, was es bedeutete, verstand und durchschaute

es auf eine so neue, eingehende und intime Art, daß der Rohrklopfer da

draußen seine Schläge sowohl der Schnelligkeit wie der Stärke nach

verdoppelte und beinahe die Klänge des Abendständchens in „Platz“

übertäubte – denn es war wieder Konzert in jenem Hotel dort unten; eine

symmetrisch gebaute und abgeschmackte Operettenmelodie klang durch das

Dunkel herüber, und Hans Castorp pfiff sie im Flüstertone mit (man kann

ja flüsternd pfeifen), während er mit seinen kalten Füßen unter dem

Federdeckbett den Takt dazu schlug.

Das war natürlich die rechte Art nicht einzuschlafen, und Hans Castorp

spürte jetzt auch gar keine Neigung dazu. Seit er auf so neuartige und

lebhafte Weise verstanden, warum Joachim sich verfärbt hatte, schien die

Welt ihm neu, und jenes Gefühl ausschweifender Freude und Hoffnung

berührte ihn wieder in seinem Innersten. Übrigens wartete er noch auf

etwas, ohne sich recht zu fragen, worauf. Als er aber hörte, wie die

Nachbarn zur Rechten und Linken die abendliche Liegekur beendeten und

ihre Zimmer aufsuchten, um die horizontale Lage draußen mit derjenigen

drinnen zu vertauschen, gab er vor sich selbst der Überzeugung Ausdruck,

daß das barbarische Ehepaar Frieden halten werde. Ich kann ruhig

einschlafen, dachte er. Sie werden heute abend Frieden halten, das

erwarte ich aufs Bestimmteste! Aber sie taten es nicht, und Hans Castorp

hatte es auch gar nicht aufrichtig gedacht, ja, die Wahrheit zu sagen,

hätte er es persönlich und seinerseits nicht einmal verstanden, wenn sie

Frieden gegeben hätten. Trotzdem erging er sich in tonlos

hervorgestoßenen Ausrufen des heftigsten Erstaunens über das, was er

hörte. „Unerhört!“ rief er ohne Stimme. „Das ist enorm! Wer hätte

dergleichen für möglich gehalten?“ Und zwischendurch beteiligte er sich

wieder mit flüsternden Lippen an der abgeschmackten Operettenmelodie,

die hartnäckig herübertönte.

Später kam der Schlummer. Aber mit ihm kamen die krausen Traumbilder,

noch krausere, als in der ersten Nacht, aus denen er des öfteren

schreckhaft oder einem wirren Einfall nachjagend emporfuhr. Ihm träumte,

er sähe Hofrat Behrens mit krummen Knien und steif nach vorn hängenden

Armen die Gartenpfade dahinwandeln, indem er seine langen und gleichsam

öde anmutenden Schritte einer fernen Marschmusik anpaßte. Als der Hofrat

vor Hans Castorp stehenblieb, trug er eine Brille mit dicken,

kreisrunden Gläsern und faselte Ungereimtes. „Zivilist natürlich“, sagte

er und zog, ohne um Erlaubnis zu bitten, Hans Castorps Augenlid mit

Zeige- und Mittelfinger seiner riesigen Hand herunter. „Ehrsamer

Zivilist, wie ich gleich bemerkte. Aber nicht ohne Talent, gar nicht

ohne Talent zur erhöhten Allgemeinverbrennung! Würde mit den Jährchen

nicht geizen, den flotten Dienstjährchen bei uns hier oben! Na, nun mal

hoppla die Herren und los mit dem Lustwandel!“ rief er, indem er seine

beiden enormen Zeigefinger in den Mund steckte und so eigentümlich

wohllautend darauf pfiff, daß von verschiedenen Seiten und in

verkleinerter Gestalt die Lehrerin und Miß Robinson durch die Lüfte

geflogen kamen und sich ihm rechts und links auf die Schultern setzten,

wie sie im Speisesaal rechts und links von Hans Castorp saßen. So ging

der Hofrat mit hüpfenden Tritten davon, wobei er mit einer Serviette

hinter die Brille fuhr, um sich die Augen zu wischen, – man wußte nicht,

was da zu trocknen war, ob Schweiß oder Tränen.

Dann schien es dem Träumenden, als befinde er sich auf dem Schulhof, wo

er so viele Jahre hindurch die Pausen zwischen den Unterrichtsstunden

verbracht, und sei im Begriffe, sich von Madame Chauchat, die ebenfalls

zugegen war, einen Bleistift zu leihen. Sie gab ihm den rotgefärbten,

nur noch halblangen in einem silbernen Crayon steckenden Stift, indem

sie Hans Castorp mit angenehm heiserer Stimme ermahnte, ihn ihr nach der

Stunde bestimmt zurückzugeben, und als sie ihn ansah, mit ihren schmalen

blaugraugrünen Augen über den breiten Backenknochen, da riß er sich

gewaltsam aus dem Traum empor, denn nun hatte er es und wollte es

festhalten, woran und an wen sie ihn eigentlich so lebhaft erinnerte.

Eilig brachte er die Erkenntnis für morgen in Sicherheit, denn er

fühlte, daß Schlaf und Traum ihn wieder umfingen, und sah sich alsbald

in der Lage, Zuflucht vor Dr. Krokowski suchen zu müssen, der ihm

nachstellte, um Seelenzergliederung mit ihm vorzunehmen, wovor Hans

Castorp eine tolle, eine wahrhaft unsinnige Angst empfand. Er floh vor

dem Doktor behinderten Fußes an den Glaswänden vorbei durch die

Balkonlogen, sprang mit Gefahr seines Lebens in den Garten hinab, suchte

in seiner Not sogar die rotbraune Flaggenstange zu erklettern und

erwachte schwitzend in dem Augenblick, als der Verfolger ihn am

Hosenbein packte.

Kaum jedoch hatte er sich ein wenig beruhigt und war wieder

eingeschlummert, als sich der Sachverhalt folgendermaßen für ihn

gestaltete. Er bemühte sich, mit der Schulter Settembrini vom Fleck zu

drängen, welcher dastand und lächelte, – fein, trocken und spöttisch,

unter dem vollen, schwarzen Schnurrbart, dort, wo er sich in schöner

Rundung aufwärts bog, und dieses Lächeln eben war es, was Hans Castorp

als Beeinträchtigung empfand. „Sie stören!“ hörte er sich deutlich

sagen. „Fort mit Ihnen! Sie sind nur ein Drehorgelmann, und Sie stören

hier!“ Allein Settembrini ließ sich nicht von der Stelle drängen, und

Hans Castorp stand noch, um nachzudenken, was hier zu tun sei, als ihm

ganz unverhofft die ausgezeichnete Einsicht zuteil wurde, was eigentlich

die Zeit sei: nämlich nichts anderes, als einfach eine Stumme Schwester,

eine Quecksilbersäule ganz ohne Bezifferung, für diejenigen, welche

mogeln wollten, – worüber er mit dem bestimmten Vorhaben erwachte,

seinem Vetter Joachim morgen von diesem Funde Mitteilung zu machen.

Unter solchen Abenteuern und Entdeckungen verging die Nacht, und auch

Hermine Kleefeld sowie Herr Albin und Hauptmann Miklosich, welch

letzterer Frau Stöhr in seinem Rachen davontrug und von Staatsanwalt

Paravant mit einem Speere durchbohrt wurde, spielten ihre verworrene

Rolle dabei. Einen Traum aber träumte Hans Castorp sogar zweimal in

dieser Nacht und zwar beide Male genau in derselben Form, – das

letztemal gegen Morgen. Er saß im Saal mit den sieben Tischen, als unter

dem größten Geschmetter die Glastür ins Schloß fiel und Madame Chauchat

hereinkam, im weißen Sweater, die eine Hand in der Tasche, die andere am

Hinterkopf. Statt aber zum Guten Russentische zu gehen, bewegte die

unerzogene Frau sich ohne Laut auf Hans Castorp zu und reichte ihm

schweigend die Hand zum Kusse, – aber nicht den Handrücken reichte sie

ihm, sondern das Innere, und Hans Castorp küßte sie in die Hand, in ihre

unveredelte, ein wenig breite und kurzfingerige Hand mit der

aufgerauhten Haut zu Seiten der Nägel. Da durchdrang ihn wieder von Kopf

bis zu Fuß jenes Gefühl von wüster Süßigkeit, das in ihm aufgestiegen

war, als er zur Probe sich des Druckes der Ehre ledig gefühlt und die

bodenlosen Vorteile der Schande genossen hatte, – dies empfand er nun

wieder in seinem Traum, nur ungeheuer viel stärker.

Der Zauberberg. Erster Band · 第 25 / 45 题