[1] Namentlich ist das Ungenügende der bisherigen Biographieen
handgreiflich. Ich übergehe die Aufzählung der kleineren biographischen
Arbeiten über Blum, die sich in Zeitschriften, Lexicons &c. zerstreut
finden. Aber auch die größeren Versuche dieser Art leiden an zwei
Hauptfehlern. Sie sind sämmtlich unmittelbar nach der Revolution und
insgesammt vom radicalsten, parteiischsten Standpunkt aus geschrieben.
Und sie sind geschrieben, ohne daß den Verfassern -- mit Ausnahme
der Wiener Briefe Blum's an seine Frau, einiger seiner Gedichte,
Zeitungsartikel, Broschüren und Reden, -- eine einzige Mittheilung
oder Aeußerung Blum's über sich selbst oder Mittheilungen seiner
Angehörigen über ihn zur Verfügung gestanden hätten. Der reiche
Schatz handschriftlicher Aufzeichnungen, den Blum hinterlassen, und
der zwar keine Selbstbiographie, wohl aber überall die wichtigsten
Fingerzeige für die Geschichte seines Lebens enthält, der überaus
interessante Briefwechsel Blum's mit den Seinen, den Freunden u. s.
w. wurde von jenen früheren Biographen völlig unbenützt gelassen.
Selbst die historischen Quellen, welche uns heute über die wichtigsten
Jahre in Blum's Leben, namentlich über das Jahr 1848 zu Gebote stehen,
waren damals zum großen Theil unerschlossen. Die Titel jener früheren
biographischen Versuche sind:
„#Das Buch von Robert Blum.# Ein Denkmal seines Lebens und Wirkens
von #Eduard Sparfeld#, eingeführt durch Franz Rauch, Pfarrer der
christ-kathol. Gemeinde zu Leipzig. Leipzig, 1849. Im Selbstverlag
des Verfassers und in Commission bei H. Matthes,“ 96 Seiten. Völlig
werthlos. -- „#Robert Blum# als Mensch, Schriftsteller und Politiker
von #Arthur Frey#. Mit einem Portrait Robert Blum's. Mannheim, J.
P. Grohe. 1849. 216 Seiten.“ Der Verfasser steht auf dem Standpunkt
der äußersten Linken. Das Büchlein gibt eine Anzahl Zeitungsartikel,
Briefe und Reden Blum's im Wortlaut. -- „#Robert Blum.# Sein Leben,
sein Wirken. Ein Buch für das Volk, nach den besten Quellen bearbeitet
von #Adolph Streckfuß#.“ Enthält interessante, nur leider durchaus
beweislos gelassene und nach der parteiischen Schreibweise des
Verfassers wenig glaubhafte Details aus den Leipziger Augusttagen,
den Jubelwochen der Revolution und den Frankfurter Septembertagen.
Im Uebrigen breiter, gedankenarmer Schwatz. Alle diese Biographen
berichten über die Jugend Blums fast wortgetreu dasselbe und
beschränken sich betreffs der parlamentarischen Wirksamkeit ihres
Helden auf einige gesinnungstüchtige Phrasen.
[2] In den Familienaufzeichnungen, denen ich hier folge, und welche in
der Hauptsache von der Schwester Robert Blum's, Frau Margaretha Selbach
geb. Blum in Köln herrühren, werden sogar ausdrücklich die „Lehren des
Professor Hermes“, wird E. Blum ein „Hermesianer“ genannt. Da jedoch
die erste epochemachende Schrift dieses Gelehrten erst 1805 erschienen
ist und Hermes nur fünf Jahre älter war (geboren 1795) als Engelbert
Blum, so ist das jedenfalls ein Irrthum, zumal da Hermes niemals
persönlich als Lehrer oder sonstwie auf die Schüler jenes Kölner
Gymnasiums eingewirkt hat.
[3] #Treitschke#, die Anfänge des Zollvereins, Preuß. Jahrb. 30. Band.
S. 897 fg.
[4] Das „Reisejournal“ verzeichnet hier, charakteristisch genug, nur
Orte und Meilendistanzen ohne jede Bemerkung.
[5] Das älteste Heftchen dieser Art trägt den stolzen Titel: _Mémorial
analytique de mes recettes et dépenses pour les ans 1828, 29 et 30_.
Von da an bis 1848 liegen von Blum eigenhändig geschriebene Jahreshefte
über seine Einnahmen und Ausgaben vor, von der Leipziger Zeit (1832)
an auch fast sämmtliche Belege über die Ausgaben. Hierauf beruhen,
wo nicht andere Quellen angegeben sind, meine Angaben über die
finanziellen Verhältnisse Blums.
[6] Dem Reisejournal wird im Nachstehenden in allen Zeitangaben u. s.
w. gefolgt, während das „Mémorial“ die finanziellen Verhältnisse Blum's
klar legt.
[7] In dem schon erwähnten _Mémorial analytique_.
[8] Die bei weitem billigeren Preise jener Jahre sind dabei schon
berücksichtigt. Die Sächsische Gesindeordnung von 1835 setzt den
Unterhalt für einen rechtswidrig entlassenen Dienstboten auf 1 meißn.
Gülden (zwei Mark dreiundsechszig Pfennig) pro Woche fest. Viel mehr
dürfte Robert Blum damals (1830) auch nicht zu verzehren gehabt haben.
[9] Der Titel lautet: „Kurze Abhandlung über die Straßenbeleuchtung
zum Gebrauche (!) der städtischen Polizei- und Verwaltungsbehörden,
nebst einigen Erläuterungen über das allgemeine Unternehmen der
Straßenbeleuchtung“ von R. Blum (Preis 10 Sgr.), Berlin bei Leopold
Wilhelm Krause, Adlerstraße Nr. 6. 1829.
[10] #Große#, Gesch. Leipzigs, 2. Band S. 704, berechnet 32 Einwohner
auf ein Haus (1840).
[11] Auch R. Wagner lebte bis 1824 hier.
[12] Heutzutage freilich ist in diesem Blatte von einer literarischen
Fundgrube nichts mehr zu entdecken.
[13] Bekanntlich hat die Sächsische Regierung vor zwei Jahren die
trefflich rentirende Bahn angekauft und dabei jede Actie von hundert
Thaler Nominalwerth mit eintausend Mark 3%iger Sächsischer Rente
entschädigt.
[14] Z. vergl. die gedruckten Protocolle dieser Generalversammlungen
1842 bis 1846.
[15] Dem späteren König Friedrich August von Sachsen.
[16] Extra-Beilage zum Leipziger Tageblatt 30. Nov. 1835.
[17] Er selbst rauchte damals Zigarren zu 40 Pfennigen 25 Stück.
[18] Leipzig, Verlag von Robert Blum & Comp. 1848. I. Band. S. 369, 370.
[19] Selbst die Brockhausische Leipziger Allgemeine bezog in den ersten
Jahren ihres Bestehens eine große Anzahl offiziöser Mittheilungen. Vgl.
Wigand's Vierteljahrsschrift 1845.
[20] Große, Geschichte Leipzigs S. 686.
[21] Zeitung für die elegante Welt, 13., 14., 16. November 1837.
[22] #A. Springer#, Dahlmann, 2 Thl. S. 22 fg.
[23] Damals war der Bruch zwischen den Freunden noch nicht erfolgt.
[24] Für Spiritisten und andere Menschen, die ungewöhnliche, krankhafte
Seelenfunctionen gern zum Gegenstand ihres Nachdenkens machen, lasse
ich die wesentlichsten Stellen dieser Niederschrift im Wortlaut folgen.
(Die Worte „Er“, „Sie“, sind von mir hinzugefügt.)
#Er.# „Adelheid, endlich sehe ich Dich wieder!“
#Sie.# „Endlich? scheint Dir das so lange! Du weißt und ich habe Dir's
gesagt, daß wir uns nur selten, und immer seltener sehen können. Du
mußt mich vergessen.“
#Er.# „Das kann ich nicht. Warum kommst Du nicht öfter? Mußt Du auf ein
Glück, auf die Seeligkeit verzichten, wenn Du kommst?“
#Sie.# „Lieber Robert, die Begriffe von Glück und Unglück sind mit
unserer Existenz und ihrer Gestaltung verwachsen. Ich habe keinen
Maßstab für Dein Gefühl, Du keinen für das meinige.“
#Er.# „Kannst Du Dir die Möglichkeit der Vertauschung Deines jetzigen
Zustandes mit einem früheren denken?“
#Sie.# „Ich würde gern noch mit Dir leben und wäre glücklich.“
#Er.# „Es giebt also eine Fortdauer? Eine Fortdauer mit Bewußtsein?“
#Sie.# „Robert, Dein Wissen geht nicht über die Grenzen Deiner jetzigen
Existenz. Forsche nicht nach Dingen, die jenseits liegen.“
#Er.# „Um meiner Ruhe willen, gib mir eine bestimmte Antwort! Meine
Zweifel können ja Frevel sein.“
#Sie.# „Dein Zweifel, der in Deiner mangelhaften Natur begründet ist,
stört den ewigen Gang der Wesen nicht. Die Skepsis ist eine Frucht der
menschlichen Schwäche und der Eitelkeit; sie leugnet die Dinge, die sie
nicht begreift, deren Ahnung sie indessen nicht verbannen kann. Laß
diese Fragen und wenn es Dich freut mich zu sehen, so grüble nicht die
kurze Zeit, die uns vergönnt ist.“
„(Hier ist eine Lücke, nicht unbedeutend in der Zeit, von der ich gar
keine Erinnerung habe, als daß wir zusammen verkehrten, traulich und
herzlich, doch ohne irgend einen Anflug von Heiterkeit.)“
#Er.# „Seh' ich Dich wieder? und wann? --“
#Sie.# „Du wirst mich wiedersehen.“
#Er.# „Aber wann? wann?“
#Sie.# „Das kann ich Dir nicht sagen. Du wirst mich ganz von Dir
stoßen, Robert. Du willst wissen, wo Du nur ahnen kannst. Der Versuch
zu wissen, zerstört die Ahnung für immer. Ich muß nun fort ... Robert,
weine nicht! Du weißt ja, daß ich scheiden #muß#! Wende Dich ab von
einer Lebensphase, die nun einmal ganz vollendet ist, und richte Dich
auf das Leben, das noch viele Ansprüche an Dich hat.“
„(Hier ist wahrscheinlich eine kleine Lücke; wenigstens ist der
Moment wie die Art der Entfernung gänzlich verschwommen. Auf meiner
Uhr schlug es Eins, als ich mich sitzend mit nassen Augen im Bett
fand. Ein Lichtschimmer war mir aus dem Traume geblieben; als ich ihn
verfolgte, war es ein einzelner Stern, der vor dem Fenster stand,
woraus hervorgeht, daß meine Augen geöffnet waren.)“
„Niedergeschrieben in der Nacht vom 11. bis 12. November 1838.“
„Erste Erscheinung am 24. September; zweite am 1. October.“
[25] Von den Schwiegereltern fort.
[26] Nach § 1 b des Verlagsvertrags 7½ Druckbogen.
[27] „Die Eroberung von Mantua.“ Zeitung für die Eleg. Welt. Nr.
172-187. (3. bis 15. Sept. 1838).
[28] Auch von ihr hat Maler Storck Mitte 1840 ein lebensgroßes
Brustbild gemalt, welches gleichfalls bekundet, wie wenig diesem
Meister die Kunst des Schmeichelns eigen war.
[29] Noch im Jahre 1848 schrieb Fanny Lewald über Blum, er habe etwas
dämonisch Anziehendes in seiner Natur.
[30] Auch vom Rechtsstandpunkte aus waren diese Verlangen durchaus
unbegründet.
[31] Hier, wie überall, wo nicht das #ganze# urkundliche Material
mitgetheilt werden konnte, bin ich bestrebt gewesen, ohne alle Tendenz
und vorgefaßte Meinung dasjenige herauszuheben, was den Mann am besten
zeichnet. Namentlich ist nirgendwo etwa eine Aeußerung unterdrückt
worden, die ihn und insbesondere seine politischen Ansichten, in einem
#anderen# Lichte erscheinen lassen könnte, als die von mir ausgewählten
Aeußerungen Blum's.
[32] Der verfassungsbrüchige König von Hannover.
[33] So schreibt er am 17. Juni 1846 an Johann Jacoby: „Meine Pflicht
legt mir auf, Sie zu benachrichtigen, daß die im Mai v. I. beschlossene
Familienconferenz im August und zwar auf dem Gute meines alten Onkels
Hallgarten bei Oestrich am Rhein“ (bei Adam v. Itzstein), „stattfindet,
und Sie einladen, derselben beizuwohnen, oder irgend einen Verwandten
zur Theilnahme zu veranlassen. Die Erscheinungen gerade der
letzten Zeit haben die Nothwendigkeit eines innigeren und festeren
Zusammenhaltes, eines gemeinsamen und gleichmäßigen Handelns dargethan;
sofern man -- woran ich kaum zweifle -- einig darüber ist, daß der
bisherige Weg keine Früchte bringt oder verspricht, wird man gemeinsam
einen anderen suchen oder den bisherigen fruchtbar machen, vor allen
Dingen aber an die Herbeischaffung von Mitteln zur Hebung und Förderung
des Geschäfts denken müssen.... Die Einrichtung ist so, daß der 8.
August als Versammlungstag, der 9. und 10. aber als Berathungstermin
bestimmt sind.“
[34] Auch Th. #Flathe#, Gesch. v. Sachsen, 3. Band S. 525 gibt dieser
Zusammenkunft diese Auslegung.
[35] Mithin nahmen auch Voigtländer Parteigenossen an der Versammlung
Theil.
[36] Da Böhler's keine Literaten, sondern Fabrikanten waren, so wird
auch hier die S. 136 ausgesprochene Vermuthung bestätigt, daß Alles,
was in den Briefen an Eugenie auf literarische Zwecke bei diesem
Unternehmen und seiner Theilnehmer hindeutet, fingirt ist.
[37] „In der Ueberzeugung, daß jene Rechtsfrage schon in der
Bundesversammlung ihren Richter finden werde.“ Flathe a. a. O. S. 522.
[38] Flathe, a. a. O. S. 526.
[39] a. a. O. S. 689.
[40] Zu vergleichen „Bericht über das Entstehen, die Zwecke und die
bisherige Wirksamkeit des Leipziger Literatenvereins. Vorgetragen in
der 18. Versammlung des Vereins den 30. April 1842.“
[41] Flathe a. a. O. S. 526.
[42] Gesammelt in dem Gedenkbuch an Friedr. Schiller, das 1855 der
Schillerverein bei Th. Thomas in Leipzig herausgegeben.
[43] Vergleiche z. B. Flathe a. a. O. S. 545 flg. 578.
[44] Anspielung auf den Verfassungsbruch in Hannover 1837.
[45] Anspielung auf den bekannten Toast des Erzherzogs Johann von
Oesterreich.
[46] Es ist das Verdienst der Erstlingsschrift von #Karl Braun#, diesen
Irrthum nachgewiesen zu haben.
[47] So schreibt Blum am 5. Januar 1845 an Jacoby: „Morgen haben wir
hier eine Versammlung der Gesinnungstüchtigen“ (Abgeordneten) „um
unsere Operationen für die einzelnen Wahlen sowohl, als für die Haltung
in und außer der Kammer im Allgemeinen zu besprechen und feststellen,
soweit sichs thun läßt.“
[48] Den ich der Güte des Herrn Dr. Wittig in Leipzig verdanke.
[49] Die Redaktion sagt zum Taschenbuch von 1844: „Für den vorigen
Jahrgang gab uns ein süddeutscher bekannter Dichter ein Gedicht „Der
arme Gaul“, welches wir leider nicht mittheilen konnten. Da dasselbe
jedoch später vielfach bekannt geworden ist, glauben wir uns hier wohl
darauf beziehen zu können, da den Dichter zu nennen uns nicht vergönnt
ist.“ Die Gedichte dieses Mitarbeiters stellt die Redaktion immer oben
an.
[50] Das Taschenbuch wurde 1843, 1845, 1846, 1847, ausgegeben. 1844
erlag es der frischen, fröhlichen Reaction.
[51] Zu vergleichen über das Folgende #Flathe# a. a. O. S. 528 flg.
Die #Gegenwart#, 5. Band, das Königreich Sachsen (v. 1831 bis März
1849.) S. 574 flg. Ein sehr lehrreicher Aufsatz, wahrscheinlich von
Biedermann. (Brockhaus 1850.)
[52] Ges. vom 5. Februar 1844.
[53] Braun bestimmte 1851 die Erträgnisse dieser Sammlungen zu einer
Stiftung für arme Leidende in Bad Elster und bestritt alle diese Reisen
aus eigenen Mitteln. (Flathe, a. a. O. S. 534).
[54] Ergangen bei dem Vereinigten Criminalamt der Stadt Leipzig. Rep.
I. Nr. 6664, 1843.
[55] Das gelang erst ein Jahr später.
[56] Gretchen war Lehrerin.
[57] Beilage zu Nr. 26. der Sächs. Vaterl.-Bl. 1845.
[58] Rede am Grabe des Herrn Joseph Della Porta von Robert Blum.
Leipzig, Robert Friese, 1845.
[59] Zu vergl. #Biedermann#, Sächs. Zustände, S. 309 flg. in der von
ihm herausgegebenen „Unsere Gegenwart und Zukunft,“ 1846 Leipzig.
Gustav Mayer.
[60] #Flathe#, a. a. O. S. 539.
[61] Die von mir über die Leipziger Augustereignisse benutzten Quellen
sind: die Sächs. #Landtagsmittheilungen# v. 1845/46. -- Das Leipziger
#Tageblatt# vom 14. August 1845 an (Leipziger Rathsbibliothek). --
#Eduard Hermsdorf#, Mittheilungen aus den Plenarverhandlungen der
Stadtverordneten zu Leipzig, 2. Band, 2. Heft, Jahr 1845. Leipzig,
Fest'sche Buchhandlung, 1846, S. 38 flg. -- #Biedermann#, Sächs.
Zustände a. a. O. S. 338-351. -- #Deutsche Allgemeine Zeitung#, 1845
v. 14. August an. -- #Dr. Carl Krause#, der 12. 13. 14. und 15. August
1845 in Leipzig, Leipzig, Hoßfeld, 1845. -- Die Opfer des zwölften
August, Leipzig, Pönicke, 1845. -- Die Leipziger Augustnacht (12.
August 1845) und die Verhandlungen der gegenwärtigen sächsischen
Ständeversammlung über dieselbe, nebst dem Deputationsberichte der
Kammer, allen #Actenstücken# und einem Situationsplan. Leipzig,
Pönicke, 1846. -- #Bekanntmachung# des Köngl. Sächs. Ministeriums
des Innern, das Ergebniß der commissarischen Erörterungen über die
am 12. August 1845 in Leipzig stattgefundenen Ereignisse betreffend.
Nebst Beilagen. Mit höherer Erlaubniß. Nebst Situationsplan. Leipzig,
B. G. Teubner 1845. -- Die letzten vier Schriften sind auf der
Leipziger Stadtbibliothek sehr verständig in einem Bändchen (H. Sax.
226 ᵖ.₆) vereinigt worden. Weitere Quellen finden sich im Text
nachgewiesen.
[62] Bei Darstellung der Ereignisse vom 12. August folge ich #nur# den
officiellen Berichten.
[63] Officielle Bekanntmachung des Ministeriums (letzte der S. 187
namhaft gemachten Schriften) S. 16.
[64] Landtagsmittheilungen über die Sitzung der 2. Kammer am 14. Mai
1846.
[65] Offizieller Bericht S. 29.
[66] Diese Details sind dem Leipziger Tageblatt vom 14. August 1845 an
entnommen.
[67] Offizieller Bericht, Anlage ☉ (Zeitberechnung der Ereignisse
des 12. August).
[68] Offizieller Bericht, S. 43.
[69] D. Allg. Ztg. v. 15. August 1845.
[70] Ebenda.
[71] #Flathe#, a. a. O. S. 545.
[72] a. a. O.
[73] In dem Aufsatz „das Königreich Sachsen“ 1830-49. Gegenwart, Band
5 S. 585 heißt der Ausdruck: Blum habe erklärt, dem Stadtrath „die
Majestät des Volkes zeigen zu wollen.“
[74] „Die Opfer des 12. August“ S. 8. D. Allg. Ztg. a. a. O.
[75] D. Allg. Ztg. a. a. O.
[76] „Generalanzeiger für Deutschland,“ Leipzig, den 15. Aug. 1845. --
Unsere Gegenwart und Zukunft, Sächs. Zustände. #Biedermann#, S. 340. --
„Die Opfer des 12. August“ S. 14
[77] Das siebente Opfer wurde erst Nachmittags beerdigt.
[78] Der König gab also in seiner vom 15. August datirten Antwort
selbst zu, daß noch Dunkel über den Vorgängen vom 12. August liege.
Herr v. Langenn dagegen erklärte gleichzeitig, die Regierung werde
„ihre Organe vertreten“, sie hätten „nach dem Gesetz gehandelt!“
[79] Nr. 196, 1845.
[80] #Biedermann#, Sächs. Zustände a. a. O. S. 348.
[81] #Biedermann#, ebenda S. 349.
[82] Erklärung des Kriegsministers v. Nostiz-Wallwitz in der letzten
Sitzung der zweiten Kammer über die Augustereignisse. (s. u.)
[83] Bekanntmachung der Regierung über die Untersuchungsergebnisse vom
29. August 1845.
[84] Landtagsmittheilungen der 2. Kammer über die Sitzung vom 14. Mai
1846.
[85] Wahrhaft erfreulich im Gegensatze zu diesem von einer junkerlichen
Reaction dem milden König in die Feder dictirten Bescheid lautete die
echt königliche Antwort des Prinzen Johann: „Ich war stets von der
Anhänglichkeit aller guten und loyalen Bürger Leipzigs überzeugt und
bin weit entfernt davon, die Frevel eines aufgeregten Haufens einer
ganzen Bevölkerung auferlegen zu wollen.“
[86] Daraus folgt, von welch' willkürlichen Alternativen die Reaction
die Duldung verhaßter Schriftsteller abhängig machte.
[87] Durch alle diese Chicanen und Confiscationen wurde schließlich
selbst die Rentabilität des Taschenbuchs aufgehoben (Brief Friese's und
Blum's an Heinrich Grahl in Schwarzenberg v. 19. August 1846).
[88] Ueber das Folgende zu vergl. #Landtagsmittheilungen# 1845/46;
#Flathe# a. a. O. S. 549 flg.; #Gegenwart#, 5. Band S. 588. flg.
[89] In Erwiderung auf die Rede Schumann's. Landtagsmittheilungen.
Sitzung der 2. Kammer vom 14. Mai flg.
[90] So sagte der Kriegsminister v. Nostitz zum Abgeordneten Hensel:
„Ich kann dem Abgeordneten nur wünschen, daß, wenn er jemals in die
Lage kommen sollte, als Commandant der Communalgarde längere Zeit
geschimpft und mit Steinen geworfen zu werden, ihm auch gelingen
möge, bei nächtlichem Tumult Diejenigen herauszufinden, welche ihm
#diese Ehre# erwiesen haben“. Und als der Abgeordnete Joseph sich auf
Zeugenaussagen in Acten berief, erlaubte sich der Minister Könneritz
die Antwort: „Sind sie vor einer Behörde oder vielleicht infolge einer
Aufforderung der Versammlung auf dem Schützenhause aufgenommen worden?“
[91] #Gegenwart#, V. Band, S. 591.
[92] #Ebenda# S. 592.
[93] Acten d. Ver. Crim. A. Rep. I. #Nr.# 6664. 1843 fg. Bl. 122.
[94] Diese Aeußerung, die geschrieben wurde, ein Jahr bevor
Frankreich ihre Richtigkeit so bitter an den „Nationalwerkstätten“
erprobte, beweist deutlich, wie fern Robert Blum den
socialistisch-communistischen Utopien stand.
[95] Geschichte und Literatur der Staatswissenschaften. I. S. 163.
(Erlangen, Enke, 1855.)
[96] Sehr interessant und faßlich zusammengestellt in: Franz Mehring,
Die deutsche Sozialdemokratie. Bremen, Schünemann. 2. Aufl. 1878.
[97] Als Quellen für diesen Abschnitt sind benützt: #Sparfeld#, Chronik
von Leipzig, Leipzig 1848. S. 210 fg. -- Leipziger #Tageblatt# 1848,
I. u. II. Quartal (Rathsbibliothek). -- #Vaterlandsblätter# I. u. II.
Quartal 1848. -- #D. Allg. Zeitung# I. u. II. Quartal 1848. -- Die
#Gegenwart#, V. Band. S. 594 bis 602. -- #Flathe#, a. a. O. S. 563-571.
-- #Biedermann#, Erinnerungen aus der Paulskirche, Leipzig, G. Mayer
1849. -- #H. Laube#, das erste deutsche Parlament, I. Band. Leipzig,
Widmann 1849. -- #Biedermann#, Beiträge zur Geschichte des Frankfurter
Parlaments im #Histor. Taschenb.# von Riehl, V. Folge, 7. Jahrg., S.
107 fg. -- #Protokolle# der Stadtverordneten zu Leipzig vom 1. März
an. (Archiv der Leipziger Stadtverordneten.) -- Außerdem die im Text
nachgewiesenen.
[98] Auch an anderen Orten urtheilt Biedermann unter Allen am
gerechtesten über Blum, s. unten.
[99] #Flathe#, S. 578, dessen tapfere Wahrhaftigkeit im Uebrigen aufs
freudigste anerkannt wird.
[100] Später ist er nach Preußen übergesiedelt und ein langjähriges
Mitglied des Abgeordnetenhauses unter den Altliberalen geworden. Auch
im Norddeutschen Reichstag bin ich noch mit ihm gesessen. (1867 flg.).
Starb 9. August 1874.
[101] Sehr charakteristisch für die mesquine Art, wie Herr Heinrich
#Laube#, in seinem zweibändigen Opus „Das deutsche Parlament“
„Geschichte“ schreibt, oder vielmehr das, was Herr Laube für Geschichte
hält, ist z. B. die Episode S. 139-141, in der er Frau Oberländer
nach Leipzig in Blum's Buchhandlung reisen läßt, um sich da „von
dem feisten Mann in Hemdsärmeln, welcher an einem unangestrichenen
Schreibpult stand und ein Papier faltete“ Raths zu erholen, „ob ihr
Mann Minister werden solle und was das Leben in Dresden ungefähr
kosten werde.“ Diesem traurigen Klatsch widmet Herr Laube den ihm zur
Verfügung stehenden Witz und Raum -- heute würde sich die kleinste
Winkelzeitung bedenken, so etwas unter dem Strich zu drucken. Und die
Pointe von alledem ist: „Herr Oberländer wurde Minister des Innern und
ist es noch; der weiter sehende Rathgeber“ (Blum) „aber ist in den Tod
gerathen (!).“ Um keinen Zweifel darüber zu lassen, wann dieses tiefe
Urtheil zur Welt gekommen, bemerkt Herr Laube in einer Note: „Im Winter
1848/49 geschrieben --“ also #nach# dem Tode Blum's! Wir werden dem
Herrn noch öfter begegnen.
[102] #Biedermann#, Beiträge zur Geschichte des Frankfurter Parlaments
in Riehl's Histor. Taschenbuch 5. Folge, 7. Jahrgang S. 115.
(Brockhaus, 1877.)
[103] #Biedermann# a. a. O. S. 137.
[104] Mittheilungen eines noch lebenden Ohrenzeugen an mich.
[105] #Laube# a. a. O. I. Bd. S. 10-35. Die Zeit des Vorparlaments
bis S. 120. -- An anderen Quellen sind für diesen Abschnitt benützt:
#Biedermann#, Erinnerungen aus der Paulskirche. -- #Jürgens#, „Das
deutsche Verfassungswerk,“ 3 Bände, ein leidenschaftlich-großdeutsches,
für objective Würdigung der Gegner fast unbrauchbares Buch. --
#Freytag#, Karl Mathy. 4. Abschnitt. -- #A. Springer#, Dahlmann II.
Band. S. 203-251. -- #Flathe# a. a. O. 571-578. -- #Gegenwart#, das
Königreich Sachsen. V. Band S. 602-609. -- #Ggwart#, Bd. II. S.
682-707. (Vorparlament). Bd. IV. S. 419 bis 442. (Fünfzigerausschuß).
-- #Biedermann#, Beiträge zur Gesch. des Frankf. Parl. a. a. O. S.
116 fg. -- Und vor Allem: #Verhandlungen des Deutschen Parlaments#,
Offizielle Ausgabe, 1. und 2. Lieferung (Vorparlament und
Fünfzigerausschuß), Sauerländer, Frankfurt 1848. Andere Quellen sind im
Text nachgewiesen. --
[106] #Biedermann#, Beiträge, S. 117 (geschrieben 1877).
[107] Profile, Berlin, Oppenheim 1878. Essay über Thiers S. 171 fg.
[108] Es ist einer der schönsten Züge in diesem Leben voll
Pflichterfüllung, daß der Prinz während seiner Verbannung sich auf's
Eingehendste mit der deutschen Verfassung beschäftigte und deßhalb
mit einigen der besten Männer der damaligen Zeit, die innerhalb und
außerhalb des Parlaments standen, regen Briefwechsel unterhielt.
[109] Miquèl war mit andern republikanischen Commilitonen aus
Heidelberg, bis an die Zähne bewaffnet, auf der Eisenbahn einmal sogar
schon bis Frankfurt vorgedrungen, wurde aber, da man dem Landfrieden
seiner Gesinnung nicht traute, auf ein todtes Gleis geschoben und
dann sammt seinem Anhang wieder nach Heidelberg zurückgefahren!
(Persönliche Mittheilungen an mich). Ueber Bamberger's damalige
Gesinnung und Heldenthaten hat dieser selbst einen reizenden Artikel
im #Salon# (Leipzig, Payne, unter Lindau's Redaction) „Aus grünen
Tagen“ veröffentlicht. Namentlich ist die geradezu märchenhafte Pracht,
mit welcher „die gütige Fee Revolution“ damals vor den Augen aller
Zeitgenossen, auch der nüchternsten auftauchte und einherzog, höchst
anschaulich und liebenswürdig geschildert.
[110] #Biedermann#, Beiträge S. 142.
[111] #Ebenda# S. 136.
[112] Verhandlungen des Deutschen Parlaments 1. Lieferung S. 162. f.
Von Preußen waren nur 141 Abgeordnete, von Baiern 44, von Würtemberg
52 (!), von Sachsen 26, von Baden 72 (!), von Hessen-Darmstadt 84 (!)
Mitglieder erschienen. Von den Preußen stimmten 30 (darunter Geheimrath
v. Sybel und Schwetschke), von den Baiern 19, von den Würtembergern 6,
von den Sachsen #alle# bis auf 2, von den Badensern 22, von den Hessen
25 für die Permanenz des Vorparlaments.
[113] Ebenda, Zusammenstellung der Beschlüsse des Vorparlaments. S. 172.
[114] Ebenda, S. 173.
[115] Verhandlungen des Deutschen Parlaments 8. Bd. S. 6064. --
#Biedermann#, Beiträge S. 143.
[116] Welcker dutzt Blum in den Briefen, die ich von Welcker's Hand
besitze.
[117] Auch einige der Federn, welche der Mehrheit zur Verfügung standen
und einige ihrer Redner waren, wie wir sehen werden, keineswegs müssig,
Blum in ungerechter Weise zu verdächtigen.
[118] #Gegenwart#, 2. Band, S. 685-691. -- #Verhandlungen des Deutschen
Parlaments# 1. Lieferung, Vorrede von Jucho nebst Anlagen und S. 1 u.
2 der Verhandlungen.
[119] Offizielle Ausgabe der Verhandl. des D. Parl. S. 10.
[120] Band 2, S. 703.
[121] Ebenda, S. 704. -- Off. Ber. S. 173, 174.
[122] Das erste Deutsche Parlament S. 45-52.
[123] „Der charakteristische Mönch unserer Zeit stand vor dem Volke,
mit vierschrötigem knochigem Körper, mit dem kurzen, fleischigen
Halse, mit dem rothbartigen (?) kantigen Haupte und der strotzenden
Gesichtsfarbe. Wenn die Widersacher jetzt seine schmalgeschlitzten,
fetten Aeuglein, die Stumpfnase und den großen Mund zu dem Kopfe eines
Fauns machen, so geschieht es darum, weil die schlagende Aehnlichkeit
mit einem Franziskaner verdorben ist durch einen mißlichen Frack und
lichtfarbige (!) Beinkleider.... Aber zu solcher Ganzheit war eben
nöthig, daß er auch etwas Ganzes wollte.“
[124] Wie unsolid Herr Laube in seinem Buche übrigens gearbeitet
hat, geht am besten aus seiner Bemerkung über Ludwig Simon S. 292
hervor. Hier nimmt er den ironischen Zuruf der Gegner Simon's „Lauter,
lauter!“, der sich immer erhob, wenn Simon anfing brüllend zu reden,
ernsthaft -- weil Herr Laube eben Dinge schildert, die er selbst nicht
gesehen.
[125] Seite 48.
[126] S. 141.
[127] S. 49.
[128] Man gab freilich damals manchmal „Die Karlsschüler“.
[129] S. 49.
[130] Gegenwart 2. Band, S. 693.
[131] Offiz. B. S. 24, 25, 41.
[132] Herr Laube sagt über die Rede: „Blum salbte die Wunde!“ Wie
zutreffend! Wie verständlich!
[133] Off. Ber. S. 109.
[134] Off. Ber. S. 116.
[135] Off. Ber. S. 128.
[136] Off. Ber. S. 133.
[137] Off. Ber. S. 138, 140.
[138] Vom 16. bis 28. April.
[139] Im August, auf der Reise nach Leipzig, fuhr er durch Köln blos
durch.
[140] Off. Ber. 2. Lieferung, S. 262.
[141] S. 244 u. 397.
[142] #Biedermann#, S. 244.
[143] Denn in den Sitzungen vom 12. bis 14. April findet sich nichts,
die Sache Betreffendes.
[144] S. 243-285.
[145] Off. Ber. S. 444-445.
[146] Off. Ber. S. 493.
[147] Zu ihnen gehörten Otto Jahn, Prof. Haupt, Stephani, Cichorius,
Koch, Laube, Wigand, Reimer, Göschen, G. Mayer, S. Hirzel u. A. --
[148] Günther u. Friese (s. S. 314 a. E.) scheinen hauptsächlich die
Confusion verschuldet zu haben. Bertling hat die betreffenden Briefe
Blum's nie zu Gesicht bekommen!
[149] Die Gerechtigkeit erfordert, zu sagen, daß Prof. Semmig (wie
Tausende Andere, die im Jahre 1848 sociale Republikaner waren) heute
auf streng nationalem Boden steht. Er hat seit den 50er Jahren bis 1870
in Orleans als Professor der deutschen Sprache und Literatur gewirkt,
wurde als Deutscher ausgetrieben und wirkt seither wieder in Leipzig.
Auch für die Familie Blum's that er nach Blum's Tod, was er konnte.
[150] #Gegenwart#, V. Band S. 169 („Die Deutsche Nationalversammlung“.
Erster Abschnitt bis zur Erwählung des Reichsverwesers. S. 168-207). --
Andere benützte Quellen sind: #Stenogr. Ber.# über die Verhandlungen
der Deutschen constit. Nationalversammlung zu Frankfurt a. M.
Herausgegeben auf Beschl. der Nat.-Vers. durch die Redact.-Comm. und
in deren Auftrag von Prof. Franz Wigard. 1. u. 2. Bd. (bis S. 845). --
#Biedermann#, „Erinnerungen“ und „Beiträge“ (in Riehl's Taschenbuch)
a. a. O. -- #Laube# a. a. O. I. Bd. S. 121-328, II. Bd. bis S. 26.
-- #Springer#, Dahlmann II. Bd. S. 251 flg. -- #Freytag#, Mathy S.
286-296. -- Andere Quellen im Text nachgewiesen.
[151] Sten. Ber. S. 48, Sp. 2. Auch Raveaux, Pfizer, Stedmann, Jucho,
Raumer, Wesendonck standen darunter.
[152] Sten. Ber. S. 101 u. 102
[153] Herr Laube freilich nicht. Er sagt über Blum's Rede: „Gefahren,
unermeßliche Gefahren schildern, in's Dunkle malen, den Vorhang der
schweren Zukunft geheimnißvoll lüften, es war ganz sein Thema“. „Soviel
gab dieser merkwürdige Redner auf das Tönen großer Worte, daß er sie
auch für die vertrackteste (!) Wendung verkaufte.“ S. 202-203.
[154] #Sten. Ber.# S. 149-151.
[155] #Gegenwart#, 5. Bd. S. 180.
[156] Sten. Ber. S. 155.
[157] Sten. Ber. S. 150.
[158] Sten. Ber. S. 158.
[159] Sten. Ber. S. 235.
[160] Sten. Ber. S. 236.
[161] St. B. S. 260-61.
[162] Diese Mitglieder waren Joseph und Günther (St. B. S. 265), der
Minister wahrscheinlich Römer aus Würtemberg.
[163] Herr Laube trifft natürlich auch hier den Nagel auf den Kopf,
wenn er sagt: „Herr Blum hatte von der Rednerbühne herab eine jener
Klatschereien eingerührt, welche man im Privatleben Verleumdung,
im öffentlichen Leben Denunciation zu nennen pflegt. Auch für die
gewöhnliche Republik braucht es doch Gesetz und Ehre, Treu und Glauben,
und gleiches Maß für Sünde oder Tugend.“ (S. 242. 246). Und auch für
den gewöhnlichen Schriftsteller setzen wir hinzu, wenigstens einige
Kenntniß von dem, über was er urtheilt.
[164] Vaterlandsblätter: „Die Reise der Linken in die Pfalz“ (von
Günther und Blum) in den Nr. 83, 84, 85, (24. 26. 27. Juni) 1848.
Dieser Bericht wird nachstehend fast vollständig mitgetheilt.
[165] Freundliche Mittheilung der Besitzerin Frau Eschmann in Speier an
Ernst Keil.
[166] Ein Augenzeuge, Adolf Bloch in Edenkoben, schreibt mir am 4. März
1878 hierüber: „doch ging dieser Marsch etwas langsam von Statten,
da zur Entgegennahme verschiedener Stehschoppen, welche von Bürgern
der dazwischen liegenden Orte den Abgeordneten credenzt wurden,
manche Viertelstunde verwendet werden mußte. Zwischen Edenkoben und
Maikammer stolperte Prof. Vogt über einen Stein und verlor beinahe das
Gleichgewicht. Robert Blum, welcher vor ihm herging, drehte sich um
und sagte lachend: „Die Linke nehme sich in Acht, daß sie sich nicht
überstürze.“ Allgemeines Gelächter, in das selbst Trützschler, der
einen furchtbaren Katzenjammer hatte, einstimmte.“
[167] St. B. S. 319.
[168] St. B. S. 359 Sp. 1.
[169] Auch dieser Antrag war übrigens noch keineswegs der extremste.
Dieskau beantragte, das Parlament sollte ohne Weiteres die Regierung
ganz Deutschlands in die Hand nehmen.
[170] #Gegenwart#, V. Bd. S. 190.
[171] Oben S. 269 fg.
[172] #Gegenwart#, S. 191.
[173] St. B. S. 402-404.
[174] Hiervon später bei der Frage des Malmöer Waffenstillstandes.
[175] Das Parlament hatte einstimmig erklärt, daß der vom Königreich
Sardinien beabsichtigte Angriff auf Triest als ein Angriff auf
Deutschland werde geahndet werden.
[176] Braun von Cöslin hatte beantragt, die provisorische Centralgewalt
der Krone Preußen zu übertragen, fand aber nicht einmal 20 Stimmen zur
Unterstützung seines Antrags. (St. B. S. 397/98.)
[177] Baiern. Dort war die Bewegung durch Lola Montez, die Favoritin
des Königs Ludwig I., veranlaßt.
[178] In der Sächsischen Kammer.
[179] St. B. S. 434/35.
[180] #Gegenwart#, 5. Bd. S. 196. -- Herr #Laube# dagegen erwähnt sie
ebensowenig wie Blum's Rede vom 27. Mai über den Raveaux'schen Antrag.
Und über die Rede Blum's vom 20. Juni sagt er nur: „Es war die Zeit
der Gleichnisse; die Rhetorik blühte noch und Blum begann immer mit
einem gewaltigen Bilde und schloß mit einem. Dies gehörte zu seiner
inneren Schwäche vor der Paulskirche. Denn stolze Bilder vom Prometheus
gehörten nicht zu seiner Bildung und wirkten, eben weil sie außer
ächtem Zusammenhange mit dem übrigen Gedankenkreise des Redners lagen,
auf ein so gebildetes Publikum ganz anders als auf ein Publikum der
Mittelklasse.“ Zu letzterem müßte also der Verfasser des Artikels der
„Gegenwart“ gezählt werden! In diesem spöttischen Ton geht es weiter.
Bei solcher Ueberlegenheit des Herrn Laube über die besten Redner der
Paulskirche ist nur das Eine zu verwundern: daß er sie nicht Alle
überstrahlte.
[181] St. B. S. 521.
[182] Beiträge (Histor. Taschenbuch) a. a. O. S. 144.
[183] St. Ber. S. 566.
[184] Daß übrigens Blum diese Geldsendung im eigentlichsten Sinne des
Wortes nur als Darlehn betrachtete, geht aus der folgenden Stelle eines
Briefes an seine Frau vom 28. September 1848 hervor: „Die Diäten vom
50er Ausschuß nutzen mir leider nichts, denn ich muß sie, sobald sie
bezahlt sind, dem Leipziger Ausschuß erstatten, welcher damals für uns
gesammelt hat.“ --
[185] Des Deutschen Vereins. Vgl. den flg. Abschnitt.
[186] Er starb merkwürdigerweise am nämlichen Tage wie Blum, 9. Nov.
1848, an der Auszehrung.
[187] Die erste Kunde ihrer Erkrankung, einer Unterleibsentzündung,
hatte Blum am 9. Juni erhalten.
[188] St. B. S. 677.
[189] St. B. S. 721/22.
[190] St. B. S. 896. -- Die Reactivirung des Bundestags wurde später
wirklich rechtlich angeknüpft an den perfiden Doppelsinn der Erklärung
Schmerling's vom 12. Juli. Die k. k. Staatsjuristen sagten: die
Befugnisse des Bundestags seien der Centralgewalt übertragen und bis
zum Erlöschen derselben von dieser geübt worden; nun hindere nichts,
daß der Bundestag seine schlummernden Befugnisse selbst wieder ausübe.
Dieser verlogenen Rechtsverdrehung hat Zachariä zwar mitten in der
wildesten Reactionszeit die ganze Verachtung entgegengeschleudert, die
sie verdiente (in seiner Schrift „Die Reactivirung des Bundestages“),
und Albrecht hat in Leipzig den vielen Tausenden, die nacheinander zu
seinen Füßen gesessen, mit dem königlichen Freimuth seiner Kritik die
ganze Tiefe der Rechtlosigkeit und Ruchlosigkeit der Wiedereinsetzung
des Bundestags offenbart. Dennoch aber wäre das Bewußtsein dieser
Rechtlosigkeit im Volke wesentlich gefördert und jener Staatsumwälzung
auch der letzte Vorwand des guten Glaubens entzogen worden, wenn das
Parlament damals den Antrag seines linken Centrums angenommen hätte.
[191] Sitzung vom 21. Aug. St. B. S. 1624. -- An anderen Quellen die
beim vorigen Abschnitt genannten und #Gegenwart#, 7. Bd. S. 239-295,
#Flathe# S. 575-592.
[192] St. B. S. 1717/19 (25. August).
[193] St. B. S. 804.
[194] St. B. S. 805.
[195] St. B. S. 1461.
[196] St. B. S. 1499 fg.
[197] Sehr lesenswerth ist hierüber die Abhandlung von Carl #Baumbach#:
„Die Verwirklichung der Deutschen Grundrechte in der Gegenwart“,
Grenzboten, 1876, III. S. 361 fg., 453 fg.
[198] „Kein Bestandtheil des Königreichs oder Recht der Krone kann ohne
Zustimmung der Kammer auf irgend eine Weise veräußert werden.“
[199] Oben S. 350.
[200] Aus den Acten des Deutschen Vaterlandsvereins zu Dresden.
[201] Am nämlichen Tage schrieb er an dieselbe: „-- Vorgestern
war ich mit meinen Leuten in Heidelberg, wo wir uns wieder einmal
Erfrischung geholt haben, die wir bei dem trostlosen Zustande und der
entsetzlichen Richtung der Nationalversammlung so sehr bedürfen. Es war
ein Seitenstück zu der Pfälzer Reise, nur mußten wir den Jubel mehr
mit Hecker theilen; denn auf jedes Lebehoch auf uns oder irgend etwas
folgte gewiß eins auf Hecker.