9. Vom Fundamente des Hauses.

Erholung, Freude, Wohlbefinden dürfen nicht unterdrückt werden, bei Leibe

nicht! und ein gesundes Herz und ein gesunder Leib sollen dieses Glückes,

mit welchem Gott die Arbeit so gerne krönt, noch erst recht genießen.

Aber sie dürfen nicht mehr auf Mistbeeten aufgeilen, sondern müssen in

gutem Grund und Boden kräftige, lebensfähige Wurzeln schlagen. Dieser

Grund und Boden aber ist kein anderer als der des eignen Hauses, des

eignen Hauses, auch wo man mit Weib und Kind zur Miethe wohnt. Hier, bei

sich daheim, kann der Aermste reich sein und der Abhängigste Herr und

Meister von Gotteswegen, der Niedrigste wird sich da gehoben fühlen und

das Vergnügen kostet hier weder viel Geld, noch trägt es den Stachel der

Reue. Auf dieser Grundlage wächst allein jene innere Kraft, welche die

Stürme erträgt und der Verweichlichung durch gute Tage widersteht. Nur auf

dem Boden des Hauses wird auch in Wahrheit der Ehestand zu dem, was er

sein soll, nach dem alten Spruche: zu dem rechten Zuchtmeister, der den

Menschen erzieht für Zeit und Ewigkeit, und nicht, wie so manche halt- und

bodenlose Ehe, zu einer lebenslänglichen Strafanstalt. Durch gar nichts

ist der Segen des Familienlebens zu ersetzen, der auf dem natürlichsten

Wege aus jedem Augenblicke des Beisammenseins neue Nahrung zieht, aus

dem Munde des Vaters, dem Beispiele der Mutter, der Anhänglichkeit und

dem Gedeihen der Kinder, aus der Liebe, die Alle verbindet und dem

Gewöhnlichsten eine Bedeutung gibt.

Um aber zu dieser Erholung, dieser Freude, diesem Glücke zu gelangen, muß

es einem vor allem daheim innert den vier Wänden an Leib und Seele wohl

sein, man muß sich wirklich heimisch fühlen können. Wie wird dieß möglich?

Sicherer Wegweiser zu einer guten und gesunden Wohnung Zwei Preisschriften · 第 10 / 18 题