2. Musterwohnungen.

Solche Nothstände und deren Folgen für die Arbeiter, welche nicht nur wohl

oder übel sich ihnen unterziehen, sondern für die schlechten Wohnungen

noch hohe Miethen bezahlen, haben in verschiedenen Ländern wohldenkende

Menschen veranlaßt, besondere, für Arbeiter bestimmte, zweckmäßige Gebäude

zu errichten und gegen billige Preise auszuleihen. Man hat die Sache

nach den verschiedenen Grundsätzen, von denen man ausgieng und gemäß den

verschiedenen Verhältnissen, die vorlagen, von mehr als einer Seite

angegriffen, indem man entweder größere, casernenartige Wohnungen für

viele Haushaltungen aufführte, oder nur kleinere Gebäude für eine bis zwei

Familien; indem man ganze Arbeiterquartiere gründete oder solche Häuser

unter die der übrigen Leute zerstreute.

Ueber die Vorzüge und Nachtheile dieser und jener Art ist hier nicht der

Ort weiter einzugehen, es genügt die Bemerkung, daß man im Ganzen, bei

verhältnißmäßiger Wohlfeilheit, überall dem Bedürfnisse, der Gesundheit

und Bequemlichkeit der Bewohner Rechnung trug. Dahin gehört denn, daß die

Gebäude so viel als möglich freistehen, wohl gar kleine Gärten haben.

Neben einem heizbaren Zimmer, einer Nebenstube, Küche mit Wasserstein,

enthalten sie wenigstens noch eine verschalte Dachkammer, einen

Kellerraum, Platz zu Holz und Abtritt. Die Zimmer liegen womöglich auf

der Sonnenseite, Küche und Abtritt nach Mitternacht. Die Heiz-, Rauch-,

Abwasser- und Abtritteinrichtungen sind, als sehr wichtig, ebenfalls

sorgfältig berücksichtigt, sowie auf Nähe des benöthigten Wassers gesehen

ist.

Aber da wäre ja schon allem Uebel abgeholfen! Wird doch kein Mensch mehr

so thöricht sein, derlei wohleingerichteten Lokalien jene ungesunden,

winklichten und dumpfigen Nester vorzuziehen.

Sicherer Wegweiser zu einer guten und gesunden Wohnung Zwei Preisschriften · 第 3 / 18 题