Solche Nothstände und deren Folgen für die Arbeiter, welche nicht nur wohl
oder übel sich ihnen unterziehen, sondern für die schlechten Wohnungen
noch hohe Miethen bezahlen, haben in verschiedenen Ländern wohldenkende
Menschen veranlaßt, besondere, für Arbeiter bestimmte, zweckmäßige Gebäude
zu errichten und gegen billige Preise auszuleihen. Man hat die Sache
nach den verschiedenen Grundsätzen, von denen man ausgieng und gemäß den
verschiedenen Verhältnissen, die vorlagen, von mehr als einer Seite
angegriffen, indem man entweder größere, casernenartige Wohnungen für
viele Haushaltungen aufführte, oder nur kleinere Gebäude für eine bis zwei
Familien; indem man ganze Arbeiterquartiere gründete oder solche Häuser
unter die der übrigen Leute zerstreute.
Ueber die Vorzüge und Nachtheile dieser und jener Art ist hier nicht der
Ort weiter einzugehen, es genügt die Bemerkung, daß man im Ganzen, bei
verhältnißmäßiger Wohlfeilheit, überall dem Bedürfnisse, der Gesundheit
und Bequemlichkeit der Bewohner Rechnung trug. Dahin gehört denn, daß die
Gebäude so viel als möglich freistehen, wohl gar kleine Gärten haben.
Neben einem heizbaren Zimmer, einer Nebenstube, Küche mit Wasserstein,
enthalten sie wenigstens noch eine verschalte Dachkammer, einen
Kellerraum, Platz zu Holz und Abtritt. Die Zimmer liegen womöglich auf
der Sonnenseite, Küche und Abtritt nach Mitternacht. Die Heiz-, Rauch-,
Abwasser- und Abtritteinrichtungen sind, als sehr wichtig, ebenfalls
sorgfältig berücksichtigt, sowie auf Nähe des benöthigten Wassers gesehen
ist.
Aber da wäre ja schon allem Uebel abgeholfen! Wird doch kein Mensch mehr
so thöricht sein, derlei wohleingerichteten Lokalien jene ungesunden,
winklichten und dumpfigen Nester vorzuziehen.