Die Bokelen und Montenegriner begaben sich unverzüglich nach Cattaro und
belagerten es von allen Seiten her. Da Troiza in den vorhergegangenen
Kämpfen zerstört worden war, hatte Cattaro keine eigentliche Festung
mehr. Aber kaum eine Stadt in der Welt ist so gut von Natur befestigt
wie Cattaro. Man braucht bloss auf dem Berge _Vrmaz_ über der Stadt eine
gute Geschützkette aufzupflanzen, dann ist Cattaro uneinnehmbar. Die
Franzosen hatten oben eine gute Batterie, die aber von den
Montenegrinern schon vorher erstürmt worden war, und zwar nicht von der
Seite aus, die sie beherrschte, sondern von hinten, d.h. von dem
montenegrinischen Boden aus.
Um Cattaro zu erobern, musste man also unbedingt eine Anzahl Geschütze
auf dem Berge Vrmaz haben. Einige Kanonen hatten die Montenegriner von
den Franzosen erbeutet und einige besassen sie selbst. Die Geschütze,
die man auf St. Georg und in Castelnuovo erobert hatte, nahm Hoste auf
seinen Schiffen mit hinüber. Da er aber zögerte, diese Geschütze bei
Cattaro auszuladen und dieselben auf den Vrmaz hinaufziehen zu lassen,
fürchteten die Bokelen, dass er diese Geschütze überhaupt nicht gegen
Cattaro brauchen wolle und erhoben deswegen Klage beim Vladika. Dieser
teilte die Sache dem Kommandanten mit und bat ihn, die Sache möglichst
zu beschleunigen. Auf diese Vorstellung des Vladika antwortete Hoste mit
einem überraschenden Brief, der lautet:
«Ihre Hochwürden! Ich hatte die Ehre, Ihren gestrigen Brief zu erhalten.
Ich bedaure, dass die Bevölkerung die Zerstörung der Festung St. Georg
böse aufgefasst hat, aber das geschah nur zu dem Zweck, dass der
englischen Eskader der Durchgang durch _Verige_ im Falle irgend eines
ungünstigen Umstandes gesichert werde.
Ihre Hochwürden, die Geschütze werden den Bewohnern zurückgegeben
werden, aber Sie sollen wissen, dass ich die Absicht hatte, dieselben
auf den Berg hinaufzuschaffen und damit Cattaro zu beschiessen. Nun habe
ich meinen Plan geändert und werde nur die Küste zwischen Cattaro und
Ragusa blockieren. In dieser Absicht werde ich bald aus der Bucht
hinausfahren, um den Feind zu bewachen.