Bei diesem Stande der Dinge, und da ich mit unserem nach Naz

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Reise

ins

heilige Land.

Im Jahr 1829.

Tagebuch meiner Reisen.

Reise

ins

heilige Land.

Im Jahr 1829.

Von

A. Prokesch Ritter von Osten,

k. k. Major.

Wien.

Gedruckt und im Verlage bei Carl Gerold.

1831.

»Sie werden vergehen, aber du wirst bleiben. Sie werden alle veralten

wie ein Gewand; sie werden gewechselt werden wie ein Kleid, wenn du

sie wechseln wirst.«

=Psalm= CII. 27.

Die Oberfläche der Erde ist ein aufgeschlagenes Buch. Viele Blätter

sind noch weiß gelassen, viele beschrieben, bald mit mehr, bald mit

weniger ansprechender Geschichte, bald mit Hymnen und Klagen, bald mit

Wissen und Kunst. Manche aus diesen wurden es mehrmals, und dennoch

überschlägt man sie gerne; andere fesseln den Blick in Bewunderung, in

Staunen und Ehrfurcht, und ihr uralter Text bricht unvergänglich durch

die Überlage der späteren Jahrhunderte. Zu diesen letzten Blättern

gehören die Landstriche zwischen dem Euphrat und dem Mittelmeere,

zwischen dem blühenden Syrien und dem wüsten Arabien, die man unter dem

Namen des =heiligen Landes= zusammen zu fassen gewohnt ist.

Diese Bezeichnung kommt von den Juden, in so ferne sie dies Land

als das vorzugsweise von dem Gotte, den sie anbeten, sich und ihnen

erwählte betrachten; sie gilt den Christen, in so ferne sie Söhne des

Judenthumes sind, und hauptsächlich, weil in diesem Lande, wie auf

einem großen Altar, das Opfer ihres Heilandes vollbracht wurde. Im

Buche von der Weisheit Salomons (XII. 3.), so wie in dem der Makkabäer

(II. I. 7.) ist der Ausdruck »heiliges Lands« schon zu finden. In

jeder der alten Religionen waren gewisse Landstrecken für heilig

erklärt.

Älter als diese Bezeichnung ist für das Land, von dem wir sprechen,

die kürzere: das =Land=. »Zu der Zeit, da die Richter regierten, war

Theurung im =Lande=,« sagt das Buch =Ruth= (I. 1.) und bezeichnet es

nicht weiter. So ruft =Jeremias= aus: »=Land=, =Land=, =Land=, höre das

Wort des Herrn!« (XXII. 29.) -- »Meine Seele hört der Posaunen Schall,

und die Feldschlacht, und das Geheul des Mordes, denn Verheerung kommt

über das =Land=.« (IV. 20.)

Das =Land Israel=, das =gelobte Land= sind gleichfalls ältere

Bezeichnungen, die denselben Raum umfassen, wie die früher genannten.

Die Bücher Samuels und der Könige geben hiezu viele Belege. Der

Samaritanische Text bezeichnet diesen Umfang klar: »Und der Herr zeigte

ihm das ganze Land vom Flusse Ägyptens bis zum großen Flusse, dem

Flusse Euphrat, und bis an das äußerste Meer; und der Herr sprach zu

ihm: dieß ist das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen

habe....« (V. Mos. 34.) Und: »Alle Orte, darauf eure Fußsohle tritt,

sollen euer seyn; von der Wüste an und von dem Berge Libanon und von

dem Flusse Phrat bis au das äußerste Meer soll eure Gränze seyn.« (V.

Mos. XI. 24).

Oft für den Begriff des gesammten Landes gebraucht, aber eigentlich

nur Theilen desselben gehörig, sind die Bezeichnungen: =Land Kanaan=,

=Gilead=, =Judäa=. Unter Kanaan wurde im engern Sinne das Land westlich

dem Jordan verstanden, denn der Herr spricht zu Moses, im Lande der

Moabiter, also östlich vom Jordan: »wenn ihr über den Jordan gegangen

seyd in's Land Kanaan« (IV. Mos. XXXIII. 51); unter =Gilead= häufig

das Land östlich dem Jordan, welches von den Stämmen Ruben, Gad und

halb Manasse bewohnt wurde; daher (Josua XXII. 9): »Also kehreten nun

die Rubeniter, Gaditer und der halbe Stamm Manasse und gingen von den

Kindern Israel aus Silo, die im Lande =Kanaan= liegt, daß sie in's Land

=Gilead= zögen, das sie erbeten auf Befehl des Herrn durch Mose.«

Daß der Jordan die Ostgränze von Kanaan machte, geht aus der

Vergleichung mehrerer Stellen unter sich hervor; z. B. sagt Moses (II.

XVI. 35): »daß die Kinder Israel bis an die Gränze des Landes Kanaan

Manna aßen;« Josua aber (V. 12) erzählt, daß das Manna aufhörte, sobald

sie den Jordan erreicht hatten. -- Der Herr straft Moses, indem er

ihm verweigert, das gelobte Land zu betreten (IV. Mos. XX. 12), und

als Moses in's Land der Moabiter gelangt war, sprach er zu ihm: »Gehe

auf das Gebirge Aharim, auf den Berg Nebo, der da liegt .... Jericho

gegenüber und besiehe das Land Kanaan, das ich den Kindern Israel zum

Eigenthum geben werde und stirb auf dem Berge.... denn du sollst das

Land sehen vor dir, aber nicht hineinkommen.« (V. Mos. XXXII. 49-52.)

Aus diesen Stellen aber geht hervor, daß nach der ersten Offenbarung

des Herrn das Land Gilead keinen Theil des gelobten Landes ausmachen

sollte; warum es dennoch zu einem solchen ward, erklärt sich aus der

den Kindern Israel niemals gelungenen gänzlichen Unterwerfung von

Kanaan. Nur in so ferne das gelobte Land überhaupt das den Israeliten

zwischen Jordan und Meer vermeinte des Herrn bedeutet, finden wir vor

der Trennung des Reiches, auch die Bezeichnung =Israel= auf diese

Ausdehnung beschränkt. (Ezechiel XLVII. 18.)

In Kanaan ist der phönizische Gleichlaut [Greek: chnha] zu finden. Nach

=Sanchoniatan= gab dieser [Greek: Chnha], der später Phönix geheißen

haben soll, den Pchn[=a]hönikern den Namen. (Euseb. _praep. Evang._

II.) Er ist der Kanaan, von welchem die Genesis spricht (X. 15), der

Gründer von Sidon und selbst von Jerusalem als Stadt der Jebusiten,

überhaupt der Urvater der Stämme, welche das schöne Kanaan bewohnten,

die Welt in ältester Zeit durchschifften und im Vertilgungskriege

gegen die Kinder Israel Jahrhunderte hindurch standen. Diese, mit dem

Schwerte des Glaubens bewaffnet und in Ägypten zur Lehre erzogen, daß

zwischen Religionen kein Verträgniß, kein Zusammenwohnen, sondern nur

ein Kampf auf Leben und Tod erlaubt sey, brachen zahlreiche Städte

der gebildeten Kananiter, scheiterten vor anderen und bewahrheiteten

damals schon den oft wiederholten Satz der Geschichte, daß zuletzt das

gebildete Volk dem rohen unterliegt.

=Judäa= bezeichnet eigentlich den von dem Tribus Juda bewohnten

Landstrich. Später hieß der eine Theil des Reiches so; der andere,

im Gegensatze, Israel. Daß die Bezeichnung Judäa auch für das ganze

gelobte Land genommen wurde, geht aus II. Chronik IX. 11 hervor, so wie

aus den Parallelstellen Matth. XIX. 1. und Mark. X. 1. Spätere brauchen

sie häufig in diesem erweiterten Sinne, wie Josephus, Ptolemäus,

Rutilius, Eusebius u. a. m., und Medaillen des =Titus Vespasianus=

tragen die Umschrift: _Judaea capta_.

Wir Neueren bedienen uns am häufigsten der Bezeichnung =Palästina=,

verstehen aber nicht selten nur das eigentliche Kanaan darunter. Die

Bibel kennt das Wort nicht. =Philo= braucht dasselbe als syrischen

Ursprunges in der erwähnten engeren Bedeutung (_de Abrah._). Die alten

Ausleger der Genesis nehmen es nicht selten im weiteren Sinne; so auch

die Griechen und Römer. Medaillen =Vespasians= sagen gleichfalls:

_Palestina in potestatem P. R. redacta_. Die älteren christlichen

und arabischen Schriftsteller bedienen sich dieser Bezeichnung

häufig. Unter =Theodosius= erscheint die Eintheilung in das =erste=,

=zweite= und =dritte Palästina=. -- Als Theil von Syrien betrachtet,

wird es schon von =Herodot= (VII. 89) Palästina genannt, oder auch

das =syrische Palästina= (I. 105), eine von Anderen oft gebrauchte

Bezeichnung.

* * * * *

Die Bedrückungen, welche =Abdallah=, Pascha von =Akka=, =Tripolis=

und =Seida=, gegen viele in Palästina wohnende und des Schutzes =Sr.

Majestät des Kaisers= genießende Christen und Juden sich erlaubte,

veranlaßten im März 1829 meine Sendung nach diesem Lande. Er hatte die

Freizügigkeit von Ort zu Ort mit Fesseln belegt, den Handel willkürlich

beschränkt, dem k. k. Konsul von Akka eine bedeutende Geldsumme

abgezwungen, ihn und dessen Familie mit Schimpf und Gefahren bedroht,

endlich sogar zur Flucht in die Hände aufrührerischer arabischer Stämme

nach Nazareth genöthiget, die Flagge Sr. Majestät, vor bald tausend

Jahren auf den Wällen von Akka gegründet, vom Konsulate herunter reißen

lassen und jede Verbindung mit unseren Kauffahrern einzig auf seine

Willkür gesetzt. Diese Übelstände auszugleichen war mein Auftrag.

Ich ging zu Ende März von Smyrna mit der k. k. Korvette =Veloce= unter

Segel. Der Himmel war trüb und es stürmte heftig aus Süd und Südost.

Ich hätte klüger gethan, zwischen den Inseln von =Vurla= oder auf

den Untiefen von =Smyrna= den Wechsel des Windes abzuwarten; aber

gewohnt an die See, gefiel mir besser, dieß im Freien und unter Segel

zu thun. Am Abend des 31. März war ich in den Gewässern von =Ipsara=.

Die See ging hohl und es hing furchtbar schwer und schwarz ringsum

am Himmel. Dabei regnete es und warf zeitweise Schnee und Hagel, so

daß wir, überdieß von den über Bord schlagenden Wellen fortwährend

durchnäßt, ungemein an Kälte litten. Wir hatten noch die Wahl, nach

=Phokäa=, einem geräumigen Hafen der asiatischen Küste, oder in die

Straße zwischen dieser und der Insel =Lesbos= zu flüchten; aber beide

Richtungen hätten uns weit vom Wege abgebracht. Wir sagten uns, daß

unser Schiff gut sey und auch die schwärzeste Nacht zu Ende gehe, und

beschlossen die See zu halten. Um Mitternacht sprang der Wind nach

Südwest um, und ging in Stöße über. Die See begann zu stäuben und

zu kochen; das Schiff, ohnedieß sehr zum Rollen geneigt, arbeitete

schrecklich. Vieles Tauwerk riß und wurde nur mühsam ersetzt. Wir zogen

nach und nach alle Segel ein bis auf die Marsen des Haupt- und des

Fockmastes. Um 4 Uhr war die Wuth am höchsten. Es versuche keine Feder,

die Kraft des Elements zu malen, das plötzlich, wie lebendig gewordenes

Gebirge, sich hebt und einherschreitet! -- Der Mensch kann in solcher

Stunde nichts mehr thun, als in die Treue seiner Breter und in Gottes

Gnade hoffen. -- Bei den gewaltsamen Schwingungen der Masten, und dem

Froste, der die Glieder lähmte, wurde unsere Mannschaft nur schwer der

Marssegel Meister, an welchen wir das letzte Reff nehmen ließen. Wir

versuchten noch, gegen Sturm und See, die Richtung Südwest zu erzwingen

und hielten uns hart an beide, bis endlich der Tag anbrach. Eine graue

Verheerung -- ein Chaos, wo alle Atome im Aufruhr stehen, umgab uns;

Himmel und See lagen fest auf einander. Indessen, man =sah= doch!

und die Blitze, diese Mitverschworenen des Schreckens und des Todes,

übergossen zwar noch unsere Wangen mit Gluth, hatten aber über unsere

Augen die verwundende Macht größtentheils verloren.

Um 1/2-6 wurde es plötzlich lichthell im NNW. Aber es war kein

tröstliches Licht, sondern jener weiße Leichenglanz wie an Sternen,

die verlöschen. Es thürmte sich schnell über einander und stand

aufgerichtet wie ein Riese da. Alle Blicke starrten darauf. Jetzt

begann es sich zu neigen und zu bewegen, und Blitze zuckten von Zeit

zu Zeit daraus. Noch hofften wir, der Ouragan und diese ungeheure

Wassermasse, denn das war es, würden nach einer, uns nicht gefährlichen

Richtung getrieben; und wir durften dieß hoffen, so lange der Sturm

noch in SW. fest stand. Aber wer schildert die Angst, als wir den

Wind matter werden und immer westlicher abfallen sahen, und nicht mehr

zweifeln konnten, daß der Ouragan den Sturm übermeistere! Wir konnten

unsere Kanonen gegen die herannahenden Wasserhosen nicht brauchen

wegen dem entsetzlichen Schwanken des Schiffes, das nun, da der Wind

todt geworden war, die See aber noch den Andrang aus SW. behielt, uns

alle fast betäubt schlug. Es nahte und nahte immer schrecklicher --

und zerplatzte und richtete sich ohne Unterlaß wirbelnd auf; -- jetzt

war es da, faßte uns am Steuerbord -- riß dessen ganze Bekleidung ein

-- brach die Ketten und Gurten ab, an welchen der Anker außen am Bug

hing, und warf diese Last nach innen ins Schiff, so daß sie das Verdeck

durchschlug -- brach eben so die schweren Taue durch, womit die Boote

im Schiffe befestiget lagen -- riß diese und eine Menge Gegenstände mit

sich fort, -- zerbrach den Matrosen, die sich nicht schützen konnten,

Arm und Beine, -- öffnete die festgeschlossenen Lucken der Kajüte und

der Offiziersgemächer, -- füllte diese Räume und das ganze Verdeck

mit Wasser und legte das Schiff auf die Wellen, so daß das Steuer

nicht mehr griff. In dieser entsetzlichen Noth hatte Jeder so viel mit

sich zu thun, daß kaum Einer an den Tod dachte. Die Einen schwammen

auf dem Verdecke und suchten sich an Seilen zu fangen; die anderen

tauchten aus den Lucken empor; die dritten klammerten sich fester an

die Gegenstände, die ihnen zur Rettung gedient hatten; eine Zahl war

betäubt durch den Schlag und durch die Wunden, und wußte gar nicht, was

geschah; einer der Offiziere, der Lieutenant =Sandry=, war über Bord

geschleudert worden und hatte sich wunderbar an einem Stricke im Fluge

gefangen. Ich hielt mich an den Arm des Steuers und dachte in mir:

»also noch fünf oder sechs Sekunden, und wir sind versunken!« --

Durch ein Zusammentreffen von Glück und Besonnenheit wurde das Schiff

gerettet. Die Veranlassung hiezu war eine natürliche, aber ich traue

keinem Menschen auf dieser Erde die Kraft zu, in solchem Augenblicke

dies Natürliche anders als durch Instinkt zu errathen. Die Wassermasse,

die uns umgeworfen hatte, war aus NNW. gekommen; die See kam, wie oben

gesagt, aus SW. und zwar mit der Geschwindigkeit von sechs bis sieben

Meilen. So wie die Wassermasse gegen die See anstürzte, lehnte sich

diese ihr entgegen auf und dieser Rückstoß richtete uns empor. In

diesem Augenblicke, da das Steuer wieder griff, hatte der Steuermann

die Besonnenheit, es herumzuwerfen, so daß das Schiff die See in Rücken

bekam und alsogleich von ihr getrieben wurde. Nun schlugen wir alle,

ohne Wink oder Befehl, sondern durch den richtigen Takt getrieben,

die Kanonenpforten backbord ein, und machten dadurch möglich, daß das

Verdeck sich entleere und das Schiff Athem bekomme. Wo sind wir? --

wohin? waren die ersten Fragen, die wir mit heiterem Auge, in dessen

Winkeln noch der Schrecken nachglänzte, einer dem andern stellten. Es

fand sich aus der Berechnung, daß wir vom nächsten Hafen unter dem

Winde, =Sigri= auf =Lesbos=, etwa fünfzig Meilen entfernt waren. Wir

hatten keine Wahl und nahmen alsogleich die Richtung dahin.

In dem Zustande, in welchem wir uns befanden, nach allen Seiten der See

geöffnet, mit zerbrochenen Raaen und Stängen, mit zerrissenem Tau- und

Takelwerk, Kajüte und Offiziersgemächer noch voll von Wasser, hatte

unsre Lage mitten in der stürmenden See genug, was zu anderer Zeit

erschrecken konnte. Damals aber schien uns, die wir der größten Gefahr

so wunderbar entgangen waren, die geringere keine mehr.

Beschäftigt in vollem Maße mit Ausbessern, Wehren und Pumpen langten

wir gegen Mittag in der Gegend an, wo, nach unserer Berechnung, die

Hafeneinfahrt nahe vor uns liegen mußte. Aber die Wolkendichte erlaubte

durchaus nichts zu sehen. So hoch die Berge von =Lesbos= im Rücken

von =Sigri= sind, es war doch nicht möglich, irgend ein Stück Umriß

derselben oder auch nur einen Farbenunterschied in den Wolken zu

unterscheiden, der dem geübten Auge des Seemanns so oft das einzige

Zeichen eines nahen Hintergrundes von Bergen ist. Unsere Verlegenheit

war nicht klein, da die Einfahrt enge, voll Untiefen und Klippen,

und die Küste zur Seite gewissen Untergang bringend ist, auch wir

nicht auf hellere Zeit warten konnten, weil die See uns vor sich her

trieb und das Schiff nicht im Zustande war, gegen die See zu halten.

Wir durchflogen nochmals eilig unsere Berechnungen, und da diese die

Linie unseres Laufes genau auf die Hafeneinfahrt gerichtet wiesen, so

fuhren wir in Gottes Namen im Dunkel darauf los, das Beste hoffend und

das Schlimmere zu nehmen entschlossen. Und es war uns zum Heile! denn

richtig erreichten wir die Einfahrt und konnten sie erst dann erkennen,

nachdem wir schon darin waren. Ein allgemeiner Jubelruf erscholl aus

allen Theilen unseres Schiffes.

Im Hafen lagen die k. k. Kriegsbrigg =Montekukulli= und mehrere

Kauffahrer, die uns sogleich mit dem Nöthigen an frischen Lebensmitteln

und Wein beisprangen, denn alle unsere Hühner und Lämmer waren

ertrunken und der französische Wein verdorben. Sechs Tage lang baute

unsere Mannschaft und die der übrigen Schiffe, um die =Veloce= wieder

herzustellen. Da Vorrath an bearbeitetem Material nicht fehlte, so

stand die Korvette bald wieder segelfertig da, und während man zu

=Smyrna=, dem Berichte eines österreichischen Kauffahrers zufolge, der

uns bald nach neun Uhr gekreuzt hatte, uns versunken glaubte, waren wir

guten Muthes und am 6. April Abends bereits wieder unter Segel.

Das Wetter blieb uns durch mehrere Tage günstig. Leichter Nordwest

trieb uns in der Nacht rasch an =Scio= vorüber. Am 7. umsegelten wir

=Nikaria= an der Westseite und kamen hart an =Pathmos=, dessen breites

Haupt die Stadt und das Kloster zum heil. Johannes krönen; am 9. sank

bereits =Rhodus= unter den Gesichtskreis und die Schneegebirge der

=Karamanischen= Küste, der =Kragus= und =Antikragus=, wohin die Alten

die Fabel von der =Chimäre= verlegten, stiegen empor. Ein Meteor

fuhr, bald nach Sonnenuntergang, von Nordwest nach West, ungeachtet

des hellen Tages noch glänzend, ja blendend weiß, durch die Luft und

zerstob in Sterne, wie eine Rakete, mit einem Lichte dieser ähnlich,

aber viel stärker und größer. Am 11. umwölkte sich der Himmel von

Neuem und der Wind ging wieder nach Süd. =Castelrosso= (Megiste oder

Cisthene) und =Kap Khelidonia= (_sacrum promontorium_) zeigten sich des

Morgens, von Schneegipfeln des =Taurus= überragt; Tags darauf wurde die

See stark bewegt, und der Himmel trüber. =Cypern= blieb uns unsichtbar,

so nahe wir auch daran vorbeistrichen. Abends konnten wir kaum mehr

fünfzig Meilen von der syrischen Küste seyn -- aber wir wagten nicht,

uns in der Nacht ihr zu nähern, denn Niemand an Bord kannte dieselbe.

Wir legten daher um und brachten die lange Nacht hin- und herfahrend

zu.

Der darauf folgende Tag war fast ohne Licht; nur graue Helle lag über

See und Himmel, und auf Entfernung weniger Meilen unterschied das

Auge nicht mehr die eine von dem anderen. Wir steuerten küstenwärts,

mit Vorsicht erst und dann mit verdoppelten Segeln. Erst um zwei Uhr

Nachmittags sahen wir oder erriethen vielmehr einige Umrisse von

Gebirgen, zweifelhafte und schwebende Linien durch die Regenwolken

zitternd. Sie wurden deutlicher -- zeigten sich langgestreckt, hoch,

wenig abgezeichnet. Wir konnten, der Berechnung zufolge, nur den Berg

=Karmel= vor uns haben, und er war es auch und neben ihm die Küste von

=Sur= bis =Cäsarea=. Die Ruinen einer Stadt hoben sich aus den Wellen;

südlicher stieg ein hoher Thurm hervor. Wir steuerten nach diesem

und erkannten erst spät, daß wir =Cäsarea= selbst vor uns hatten.

Wir wandten nach Nord, erreichten =Kap Karmel=; da hatte sich der

Himmel eben aufgehellt, die Sonne trat wie zum Abschied am westlichen

Horizonte hervor, und ihre feuchten, zitternden Strahlen vergoldeten

die Mauern und Minarete von =S. Jean d'Acre=. Wir warfen die Anker auf

der Rhede von =Kaipha=.

Dies kleine Städtchen liegt am Fuße des =Karmel= nahe am Südostwinkel

der Bai. Die Araber nennen es =Hipha=, die Juden =Kepha= oder auch

=Hepha=, die Griechen und Lateiner meist =Kaipha= oder =Kaiphas=.

Es ist ein ins Viereck von etwa vierhundert Schritt Grundlinie,

ummauerter Ort, der nach jeder Seite drei Thürme weiset. An drei

tausend Seelen bewohnen denselben, meist Türken aus der Barbarei; ein

Zehntheil der Bevölkerung mag katholisch seyn; es gibt auch einige

Griechen dort und zehn Familien Juden. Die Griechen haben einen Papas,

die Katholiken einen Mönch aus dem Kloster auf dem =Karmel=, das von

Rom aus erhalten wird und seine armen Jünger bis Tripoli, Haleb, Basra

und Bagdad und bis nach Indien sendet. Der Ort erzeugt etwas Öhl,

Baumwolle und Getreide, und führt des letztern aus. Die Umgebungen sind

kahl und traurig. Weiße, erstorbene Wellen decken das östliche Gestade;

kahle Höhen steigen im Süden auf; nur selten belebt ein Öhlbaum oder

eine Dattelpalme das Gestade. Auf dem Abhange des Karmel steht auf

Entfernung eines Flintenschusses ein Zwinger, welcher die Stadt im

Zaume halten soll, und dermalen unbesetzt ist. --

Scherif =Ibn-Idris=, in seiner Erdbeschreibung, nennt Kaipha den Hafen

der Landschaft Tiberias, und rühmt denselben als selbst für größere

Schiffe gut. Heut zu Tage ist überhaupt nur von einer Rhede dort zu

sprechen, und diese so versandet, daß die Boote sich kaum auf fünfzig

Schritte dem Gestade nähern können. Die Bai von =S. Jean d'Acre= und

selbst die Rhede von =Kaipha= gehören unter die gefährlichsten Stellen,

um Anker zu werfen. Zwar ist der Grund feiner Sand (wir lagen in 8-1/2

Faden) und hält; aber die Winde üben eine ungeheure Gewalt in diesem

nach der Westseite ganz offenen Trichter, wie stundenbreite Dünen

hinlänglich darthun. Im Südostwinkel der Bai, eine Viertelstunde von

Kaipha, ist die Mündung eines Flüßchens, des =Kischon= oder =Kilson=

der Bibel (1. Könige, XVIII. 40). Nahe daran sind ausgebreitete

Grundfesten und Reste uralter Bauten, in unförmlichen Haufen über

einander liegend und vom Sande verschüttet, vielleicht, was noch übrig

von =Kilson= (=Gem. Schabbath=, 26. 1.) oder =Porphyreon= ist, die

entweder nur andere Namen für Kaipha sind, oder demselben ganz nahe

lagen. An diesem Gestade und an dieser Stelle hauptsächlich wurde der

kostbare =Purpur= erzeugt, die Farbe der Herrschaft und des Reichthums.

Zwei Menschen unter denen, die ich in Kaipha sah und sprach, zeichneten

sich in mein Gedächtniß ein, der Befehlshaber der Stadt und ein Mönch.

=Jener=, ein Mann aus Algier, empfing mich im mittleren Thurme der

Seeseite, von Rauch und allen seinen Soldaten umgeben, arm wie ein

Bettler, stolz wie ein König, und freimüthig wie ein Held. =Dieser=

diente mir emsig und in verständiger Demuth im Kleinsten wie im

Größten. Er war aus Malta und lebte schon seit fünf und zwanzig Jahren

in seinem Häuschen zu Kaipha, das, rings umplankt und verschlossen,

sammt dem Gärtchen vor dessen Thüre nicht größer war, als einer

der Säle unserer Palläste. Priester, Arzt und Handwerker zugleich,

lagen Bibel und Missale, Kräuterbuch und Phiole, Kruzifix und Haue,

Palmenzweig und Türkensäbel in friedlicher Unordnung über einander,

die, wenn ich so sagen darf, ein Abbild seines Innern war.

Der Zufall wollte, daß eben als ich anlangte, Abdallah Pascha sich

auf seinem Landhause bei Kaipha auf dem Berge Karmel befand. Mit dem

Stolze der Unwissenheit und dem Dünkel von Macht, der nicht selten den

ausgearteten Fürsten des Orients eigen ist, und zu dessen Steigerung

das Benehmen von eingebornen Christen und von Franken nachdrücklich

beiträgt, wies er meine erste Botschaft, das Verlangen ihn zu sprechen,

mit den Worten zurück: er aber verlange das nicht. Mein Ziel im Auge,

ließ ich mich durch diese Äußerung nicht abschrecken. Ich schrieb sie

zum Theil dem Umstande zu, daß das englische Bombenschiff =Infernal=

auf der Rhede lag, das von dem Pascha auf gleiche, und schlimmere

Weise behandelt war, und zwar durch eigene Schuld; denn der Kapitän

desselben, ein junger und mit dem Stande der Verhältnisse unbekannter

Mann, hatte zu Alexandrien, von wo er kam, sich vom Vizekönige von

Ägypten Empfehlungsbriefe an Abdallah-Pascha erbeten, und diese ihm

ankündigen lassen. In eben diesem Zeitpunkte aber war das Mißtrauen

des Pascha gegen seinen mächtigen Nachbar auf einen so hohen Grad

gestiegen, daß Empfehlung von diesem jeden Fremden in seinen Augen

verdächtig machte. Er ließ demnach den =Infernal= wissen, daß kein

Mann desselben die Küste betreten dürfe. Als dieß doch versucht wurde,

ließ er die Ausgeschifften mit Gewalt zurückweisen, und, als Folge

hievon, dem Schiffe bedeuten, binnen vier und zwanzig Stunden die Rhede

zu verlassen, widrigenfalls er es durch die Kanonen der Küste hiezu

nöthigen würde.

Bei diesem Stande der Dinge, und da ich mit unserem nach Nazareth

geflüchteten Konsul Rücksprache nehmen mußte, um mit voller Kenntniß

gegen den Gewalthaber auftreten zu können, ließ ich demselben sagen:

»Ich begriffe seine Weigerung, mich zu sehen, und wollte für den

Augenblick auch gar nichts, als Pässe und sicheres Geleite nach

Jerusalem und den heiligen Orten.« Gleichzeitig ließ ich dem Konsul zu

wissen machen, mich ruhig in Nazareth zu erwarten.

Der Pascha antwortete freundlich: er gewähre mir gerne, was ich

verlange. Noch an demselben Abende hatte ich Briefe von ihm an

den Statthalter des Pascha von Damaskus in Jerusalem, und an die

Befehlshaber der Truppen in Jaffa und Ramle, so wie Pferde und Geleite,

und am nächsten Morgen setzte ich meine kleine Karawane in Bewegung.

Durch Olivengärten und über Felder ritten wir um das Kap =Karmel=

(1/2 Stunde), einige alte Reste und in Felsen gehauene Gräber nahe am

Gestade zur Rechten lassend; zur Linken weidete unter den Bäumen die

herrliche Zucht arabischer Pferde des Pascha. Das Vorgebirge ist steil,

und zum Theile nackt, mit wagrechten Lagerungen Kalkstein, in welchen

Hornstein eingesprengt sich befindet. Dieß ist der Charakter des ganzen

Gebirges dießseits des Jordan. Eine von Mönchen zum Theil aufgemauerte,

zum Theil in den Felsen gehauene Stiege führt längs dem äußersten

Abfall des Vorgebirges hinauf, vorüber an einem türkischen Kloster zum

Landhause des Pascha und weiter zum Kloster der Karmeliten, das an der

Stelle erbaut seyn soll, wo =Elias= dem Herrn den Altar errichtete, und

die vierhundert und fünfzig Baalspfaffen, und die vierhundert Propheten

des Hains dem Zorne des gläubigen Volkes preis gab. (1. Könige, XVIII.)

Abdallah Pascha hatte dies Kloster in einem Anfalle von Laune zerstören

lassen, stellte dasselbe aber eben damals, durch die Pforte hiezu

vermocht, wieder her.

Um das Vorgebirge gekommen, hat man herrliche Ebene vor sich, die sich

bis =Ramle=, und weiter bis =Gaza= ausdehnt, und an Reichthum und an

Kraft des Bodens von keinem Lande, das ich gesehen, übertroffen wird.

Wahrlich diese Strecke verdient das gelobte Land zu heißen! -- Ihre

Breite ist zunächst die einer halben Stunde. Das Getreide wogte wie

Wellen der See, denn die Ebene am Karmel auf dieser Seite ist trefflich

bebaut durch die Bewohner des türkischen Dorfes =Tzöri=, das aus einem

Olivenwalde am Abhange blickt. Ich vermuthe, daß der Ort =Karmel=, wo

=Nabal=, der Gatte =Abigails=, die später Gemahlin =Davids= wurde,

seine reichen Besitzungen hatte (1. Samuel, XXV.), auf diese Seite des

Gebirges zu setzen komme. =Eusebius= erwähnt eines Ortes =Karmel=, der

zu seiner Zeit noch bestand (Prokop. Comm. 1. Könige), und den schon

=Plinius= kannte, nach welchem der Ort vormals =Ekbatana= geheißen

haben soll (V. 19); =Hieronymus= aber zweier Berge dieses Namens, wovon

der eine der allgemein auch heute noch so genannte ist, der andere

aber südlicher gelegen haben soll (Comm. zu Amos, 1.). Wahrscheinlich

versteht er darunter die Fortsetzung des eigentlichen Karmel, des

südlichsten Gebirgsvorsprunges in Syrien, welche die östliche, mit dem

Segen des Himmels bedeckte Hügelwand ist, und als solche die Verbindung

mit den Gebirgen von Samaria und Jerusalem macht. --

Von =Tzöri= führt ein Weg nach einem Brunnen am Gestade, der

treffliches Wasser hat, und ein uralter Bau ist. So wie man diesen Weg

kreuzt (1 Stunde), hat man niedere Felsenriffe zur Rechten, die sich

nach und nach zu niederen Felshügeln erheben, und gleichlaufend dem

Gestade, dieses von der großen Ebene scheiden. Diese Riffe und Hügel

sind voll eingehauener Gräber und Wohnungen, und voll Steinbrüche. Ein

Bach grub sich den Weg durch dieselben. Ist man über diesen gekommen

(1-1/2 Stunde), so bemerkt man Reste eines Thurmes, römischen Baues,

auf den Hügeln selbst und bald darauf eine Straße quer durch dieselben

gehauen. Die Reste einer mächtigen Verrammlung aus Werkstücken weisen

sich am Eingange in diesen Paß, der einst mit einem Thore geschlossen

war. Man gelangt durch denselben an das Gestade. Dieses hat eine

schmale Ebene vor sich. Da steht, aus niederem Vorsprunge in die See,

der Ort =Athlit=, mit Mauern, Thürmen und römischen Trümmern, jetzt nur

von wenigen, und zwar türkischen Familien bewohnt.

Nun behält man die Hügelkette zwischen sich und der großen Ebene,

und folgt dem Gestade. Man findet an diesem Wege eine Menge alter

Brunnen, und in den Felsgrund abgeteufter Kornmagazine, denen auf der

Halbinsel Munychia ähnlich. Dieselben gleichen an Form den Amphoren

und antiken Krügen, worin man Öhl, oder andere Flüssigkeiten bewahrte,

und den Wasserkrügen der Araberinnen am Nil. Sie haben einen runden,

verhältnißmäßig schmalen Hals von zwei bis vier Fuß Durchmesser, und

bauchen sich dann bis auf vierzig und mehr Fuß aus.

Zwanzig Minuten Weges unter =Athlit= ist ein zweiter Durchschnitt

in der Hügelkette, gleichfalls Werk von Menschenhand. Auch stehen

Mauerreste dort. An diese Stelle dürfte eines der Städtchen zu setzen

kommen, die =Strabo=, als zwischen dem Karmel und Cäsarea liegend

anführt, nämlich =Sykaminopolis=, =Bukolopolis=, =Krokodilopolis= u. a.

m. (_p._ 758). Drei Viertelstunden weiter fanden wir das Beduinendorf

=Surfent=, wo wir, da es Abend war, bei den Aeltesten einsprachen.

Diese, im Vorhofe der Moschee versammelt, wiesen uns Ungläubigen die

Moschee selbst als Schlafgemach an, und gaben uns die Stelle an der

Kibla. Wir machten dort Feuer an, bereiteten den Kaffeh, aßen Schinken,

tranken Wein und schliefen mit einigen zwanzig Hirten gemeinschaftlich.

Bei einem in Religionssachen lauen Volke wäre dies Beispiel der Duldung

wenig zu rühmen; bei diesem aber ist es ein Sieg der Gerechtigkeit. Um

ein Uhr nach Mitternacht standen die Hirten auf, wuschen sich, nahmen

ihre Keulen zur Hand und gingen zu den Herden. Wir wurden weder durch

Neugierde, noch Mißtrauen, noch durch Zudringlichkeit geplagt.

Von Surfent bis an das Städtchen =Tentura= ist eine halbe Stunde Weges.

Es hat einen Sumpf vor sich, der ein ummauerter Teich gewesen zu seyn

scheint. Auf dem äußersten Vorsprunge des Ufers steht eine hohe Warte,

Bau aus Römerzeit. Viele andere römische Reste, und einen künstlichen,

nun versandeten Hafen weiset der Ort.

Die Bibel kennt Tentura unter dem Namen =Dor=, als eine kananitische

Stadt, die bei der Vertheilung des Landes der einen Hälfte des Stammes

Manasse zur Besitznahme zugewiesen wurde. Die Kinder Israel konnten

aber die Stadt nicht erobern, und machten erst späterhin die Kananiter

darin sich zinsbar. (Josua, XVII. 11-13, Richter, I. 27.) -- Unter

=Salomo= wurde die vierte der zwölf Regionen des Reiches nach ihr

benannt und Abinadab, der eine seiner Söhne, schlug darin den Sitz

auf. (Jos. _Ant._ VIII. 2.) =Polybius= kennt sie als eine feste

Stadt, welche in den Kriegen zwischen Ptolemäus und Antiochus dem

letzteren widerstand. (V.) =Josephus= erwähnt ihrer an mehreren Orten,

und =Claudius Julus= sagt, daß wegen des Reichthums des Gestades an

Purpurmuscheln die Phöniker sich dort anbauten, den Hafen gründeten

und die Stadt mit Mauern umgaben (Phön. III.). Die Griechen gefielen

sich, einen Sohn Poseidons, =Dorus=, als Gründer zu nennen (_Steph.

[Greek: Ethnika] ad voc. Doros_), was wenigstens den Ursprung der

Stadt in urälteste Zeit setzt, und so die biblische Angabe bestätiget.

Auf Kaisermünzen führt =Dora= häufig den Beinamen die =heilige=, und

auch den der =unverletzbaren= und der =selbstherrschenden= ([Greek:

DÔR. IER. ACYA. AYTO.]). Nach Einführung des Christenthums wurde sie

ein Bischofsitz; jetzt ist sie ein Haufen Trümmer, in welchem etwa

zweyhundert Menschen herumkriechen. --

Von Dor am Sandgestade fortwandelnd, das fußtief mit den schönsten

Muscheln bedeckt ist, kommt man über zwei Bäche und an die Ruinen einer

römischen Brücke über einer dritten (1-1/2 Stunde), der wahrscheinlich

der _Flumen crocodilon_ des Plinius, oder auch der =Krysorroas= des

=Ptolemäus=, oder endlich der =Cana= des =Josua= (XVII. 9.) ist; dann

an gewaltige Ufermauern (1/2 St.), zum Theil von Bogen getragen, hoch

und über eine Viertelstunde lang. Diese schließen sich an die Ruinen

von =Cäsarea=, welche die flache Uferhöhe krönen.

Auf einer Küste von der Beschaffenheit, wie die syrische, gegen welche

der tägliche Westwind die See aus weiter Ferne ungehindert heranführt,

und die überdieß schon in ältester Zeit von einem Schiffahrt treibenden

Volke bewohnt wurde, mußte jede Stelle, die Schutz den Schiffen bietet

oder mit verhältnißmäßig geringeren Mühen und Kosten als eine andere

dazu eingerichtet werden konnte, ein Vereinigungspunkt für den Fleiß

werden, und zur Gründung einer Stadt einladen. Eine solche Stelle

ist die von =Cäsarea=. Senkrecht auf die Uferlinie streckt sich ein

Felsenriff etwa 400 Schritte weit in die See vor. Kleine Einbuchten

sind demselben zur Seite. Diese konnten von den phönizischen Seeleuten

wohl nicht übersehen werden, und schon in ältester Zeit mag zu äußerst

auf dem Riffe eine Warte aufgerichtet worden seyn, dem Schiffer ein

Zeichen bei Tag und Nacht. Dahin deutet auch der ältere Name von

Cäsarea, der, nach Strabo, der =Thurm des Strato= hieß, was einen Ort

voraussetzen macht, der sich um eine schon bestehende Warte angesiedelt

hat, wie heut zu Tage in Ägypten um die Telegraphenthürme Orte sich

bilden. =Herodes= erweiterte und verherrlichte die Stadt am Ende der

192. Olympiade, d. i. acht oder neun Jahre vor Christo, und nannte sie,

=Augustus= zu Ehren, =Cäsarea=. (Jos. _Antiq._ XVI. 9.) Was dermalen an

Trümmern sichtbar ist, geht nicht über diese Epoche hinauf.

Noch stehen die Mauern und Thore der Stadt. Der Reisende findet darin

Herberge unter den Trümmern, und Brunnen für ihn und seine Rosse; aber

kein Mensch bewohnt diese Stätte, die vielmehr eine geflohene ist,

aus Furcht vor den Beduinen. Ich umging und maß die Mauern, bestieg

und durchkroch die Reste. Hohes Gras und Blumen, dicht und bis an die

Brust reichend, decken den ganzen Stadtraum. Sie fordern zur Vorsicht

auf, wohin man den Fuß setze, damit man nicht in die Brunnen, Gewölbe

und Löcher stürze, die von der grünen Hülle bedeckt sind. -- Cäsarea

ist ein Rechteck von 540 Schritten Länge von Süd nach Nord, und 350

Schritten Breite von Ost nach West. Die Ostseite hat zehn Thürme; die

gegen Nord deren drei und eine Art Bollwerk am nordwestlichen Winkel;

die See- oder Westseite zeigt dermalen ebenfalls nur drei, es nimmt

aber der nördliche Hafen mehr als die Hälfte der Entwicklung dieser

Seite ein; die Südseite hat vier Thürme. Von der Südwestecke greift

der Felsenriff vor, der den abgesonderten Bau des Schlosses trägt,

dem wieder an der äußersten Spitze ein Wartthurm vorliegt. Starke

Dämme sind von dem Schlosse hinaus in die See gezogen. Zur Linken dem

Riffe und somit dem Schlosse bleibt der südliche Hafen. Beide Häfen

waren durch die Kunst bis auf 200 Schritte Durchmesser erweitert und

mit Mauern gesichert worden. Die Landseiten haben einen Graben zu 36

Fuß Breite, mit gemauerter Gegenwand vor sich. Thürme und Mauern sind

geböscht, was ich für späteren Zubau halte, wahrscheinlich aus den

Zeiten der Kreuzzüge. Die Mauern haben von 20 bis 30 Fuß Höhe, 6 Fuß

Dicke; die Thürme, ungleichen Abstandes unter sich, von 50 bis 90 Fuß

Breite. Die Stadt scheint vier Thore gehabt zu haben. Zwei derselben

bestehen noch. Die Thorangeln rollten in Marmorkugeln. Das Thor der

Ostseite ist verfallen. Wir ritten darüber weg in die Stadt. Das

vierte, das nach dem innern oder nördlichen Hafen geführt haben dürfte,

ist sammt den Hafenmauern verschwunden. Vor der Nordseite ist eine Art

Glacis angebracht, hinter welchem die hohe Gestademauer beginnt. Alle

Mauern sind aus Werkstücken mit Mörtel gebunden.

Das =Schloß=, von der Stadt durch einen 125 Fuß langen und 25 Fuß

breiten Weg, welcher das Gestade beider Häfen verbindet, geschieden,

ist ein Viereck, aus dem ein hoher Thurm emporsteigt. Eine Menge

Säulenschäfte grauen, auch einige rothen Granites, offenbar aus Ägypten

herübergeschleppt, sind als Werkstücke benützt. Der Damm an der

Nordseite des nördlichen Hafens, so wie derjenige, der vom Schlosse

auf etwa 200 Schritte südwest in die See gezogen ist, und auf dessen

äußerster Spitze die Warte steht, sind fast ausschließlich aus Trümmern

weit älterer Bauten und hauptsächlich aus Granitsäulen zusammengesetzt.

Am Fuße des Schlosses, nordwärts, schon im Wasser des nördlichen

Hafens, liegt ein Fußgestell aus einem einzigen Blocke Syenit zu 6'

4" Breite und Länge und 3' 2" Höhe. Die Mauern nach dieser Seite sind

ungeachtet ihrer beträchtlichen Dicke eingestürzt. Ich bestieg den

Thurm im Schlosse, der vor sich eine Cisterne und einen tiefen Schacht

hat. Zwei Gewölbe im Thurme sind noch erhalten. Die Thorleisten der

Eingänge zu denselben sind von Köpfen schlechter Arbeit getragen. Von

der Spitze des Thurmes überblickt man die ganze Stadt, und weithin See

und Land. Das südlichste Vorgebirge, welches das Auge erreicht, bleibt

in S. 20° W; Athlit aber N bei O.

Die Ruinen im Innern der Stadt sind große Massen aus Backsteinen,

bieten aber wenig Merkwürdiges. Im Nordwestwinkel steht hart an der

Mauer eine unterirdische Kirche; Reste anderer Kirchen erkennt man,

darunter eine von schweren Mauern, vielleicht die Kathedrale dieses

einstigen Sitzes eines Erzbischofes, der zwanzig Bischöfe unter sich

hatte.

Nahe außerhalb dem südlichen Thore sieht man die Form des Stadiums.

Die Bekleidung desselben ist verschwunden, doch liegen ein paar

Granitsäulen darin. Auf einem Blocke las ich den Namen _Fibianus

Candidus_. Weiter trifft man auf eine andere Umwallung, welche der

Vorstadt am südlichen Hafen angehörte. Auch an diesem Hafen sind viele

Mauerreste aus älteren Trümmern, und Dämme schützen nach beiden Seiten

die Einfahrt.

In der Apostelgeschichte, so wie überhaupt in den ersten Jahrhunderten

des Christenthums erscheint Cäsarea als eine mächtige Stadt. Dahin

retteten die Gefährten den Apostel Paulus, und ließen ihn nach Tarsus

einschiffen (IX. 30). Zu Cäsarea wohnte »Cornelius, ein Hauptmann von

der Schaar die da hieß die Wälsche« (X. I), den Petrus taufte. Herodes

hielt gerne seinen Hof in dieser Stadt. »Er zog von Judäa hinab gegen

Cäsarea, und hielt allda sein Wesen, denn er gedachte wider die von

Tyrus und Sidon zu kriegen. Die aber kamen einmüthiglich zu ihm und

überredeten des Königs Kämmerer Blastum, und baten um Frieden, darum,

weil ihre Länder sich nähren mußten von des Königs Lande. Aber auf

einem bestimmten Tag that Herodes das königliche Kleid an, setzte sich

auf den Richtstuhl und that eine Rede zu ihnen. Das Volk aber rief: das

ist Gottes Stimme, und nicht eines Menschen. -- Alsobald schlug ihn

der Engel des Herrn, darum, daß er die Ehre nicht Gott gab, und ward

gefressen von den Würmern, und gab den Geist auf«. (XII.)

Paulus, auf seinem Rückwege aus Griechenland und Kleinasien, zu

Ptolemais, d. i. =S. Jean d'Acre= gelandet, zog von dort den

Landweg nach Cäsarea, wo Philipp der Evangelist, »der einer der

Sieben war« (XXI. 8) wohnte. In dessen Hause wurde dem Apostel die

Gefangennehmung geweissagt, die ihn kurz darauf zu Jerusalem traf,

und die ihn wieder zurück nach Cäsarea in die Hand des Landpflegers

Felix brachte (XXIII.); dort wurde er von dem Hohenpriester und den

Ältesten angeklagt, und mußte, obwohl nicht überwiesen, ja sogar im

Herzen von diesem Römer freigesprochen, aus Gleichgültigkeit oder

Unentschlossenheit desselben, zwei Jahre in der Haft bleiben (XXIV.),

bis er durch seine Beredsamkeit von dem Könige =Agrippa= das Zeugnis

der Unschuld, und, auf das Recht des römischen Bürgers sich berufend,

von dem neuen Landpfleger =Festus= die Erlaubniß erhielt, vor den

Kaiser nach Rom gebracht zu werden. (XXVI.)

Zu =Vespasians= Zeiten wurde Cäsarea als Kolonie betrachtet und

=Flavia Augusta Cäsarea= genannt. =Scherif Ebn-Idris= und =Abulfeda=

kennen sie als mächtigen und starken Platz. So erscheint sie auch in

den Kreuzzügen. Wann sie verfiel und endlich ganz verlassen wurde,

und zur Stätte wilder Thiere und Räuber herabkam, weiß ich nicht zu

beantworten. Ruhig lagen wir vor der Halle des südlichen Thores;

ein Türke aus Damaskus hatte sich zu uns gesellt; wir verzehrten

gemeinschaftlich das Mittagbrot, und holten uns Wasser aus dem Brunnen

innen am Thore. Es war dieß ein öffentlicher Brunnen gewesen; ein paar

Steinbecken stehen noch daneben. Wie manches Jahrhundert hindurch mag

er Wasser den Bewohnern der Stadt gegeben haben, die nun ein Feld von

Blumen und Disteln ist! --

Nachdem wir drei Stunden längs dem Gestade durch Sand und Muscheln,

welche die schönsten Farben in Gelb, Blau und Purpur spielten, weiter

geritten waren, wandten wir links ins Land, erst über Heide (1/4 St.),

dann über Fruchtboden, Hügel und Sumpfstrecken bis ans Dorf =Mohallet=

(1/2 St.), das ich für das =El-Mukhalid= Buckinghams (_Travels in

Palestina_, I. 217) und für das =Mohaila= des Relandus (=Paläst.= III.)

halte. Dieser Ort, der einige Ruinen aus Römerzeit zeigt, ist nach

meiner Ansicht auch einer und derselbe mit dem =Moleahä= der _Notitia

dignitatum Imperii Romani_ (_Paris_ 1651. _Sect._ 21), indem diese die

_Cohors prima =Flavia=_ dahin verlegt, was auf die Nähe von Cäsarea

deutet.

Wir ruheten dort unter einer Sykomore, die groß genug war, um mit ihren

Zweigen uns und unsere Pferde gegen die Sonne zu schützen; wir waren

aber unser Zwölf, denn es hatten sich auch ein Armenier aus Alexandria

und ein Grieche aus Akka nebst Dienern an uns geschlossen. Mohallet

liegt auf der Ostseite der Hügelscheide zwischen der See und der großen

Ebene. Diese lag nun aufgethan vor uns mit ihrer Fülle von Getreide,

mit ihren Öhl- und Johannisbrotbäumen, mit ihren zahllosen Herden von

Rindern, Schafen und Pferden. Jenseits stieg das nackte Gebirge von

Samaria empor und im NO. glänzte hoch im blauen Himmel eine riesige

Schneemasse, der =Antilibanon=.

Von Mohallet bis =Dschelir= sind 3-1/2 Stunden Weges über Hutweide,

Sanddünen und Feld. Man kommt halbwegs über einen starken Bach, den

=Nahr-el-Kassab=, und findet dann Sumpf. Die See bleibt auf eine

Viertelstunde zur Rechten. Später entfernt man sich bis auf eine Stunde

von derselben. =Dschelir= ist ein arabischen Dorf, zwischen und auf

zwei Hügeln liegend. Die Einwohner empfingen uns mit Steinwürfen. Wir

brachten die Nacht in einer schlechten Hütte zu. Am Meere liegt der Ort

=Eujejalie=, vielleicht =Apollonia= (Jos. _Antiq._ XIII. 23), welchen

die Peutingerische Tafel halbwegs zwischen Cäsarea und Joppe setzt. --

Eine Stunde vor Tagesanbruch verließen wir die ungastliche Herberge,

ritten über Hügel in ein Thal nieder, das links nach der Ebene und

rechts nach der See sich öffnet, und kamen darin über einen starken

Bach, =Nahr-el-Arsuff=, wo eine Steinbrücke auf Resten einer älteren

steht (1 Stunde). Trümmer von Gebäuden sind zur Seite, rechts aber auf

den Hügeln die ärmlichen Hütten des türkischen Dorfes =Schech-Said=.

Auf der jenseitigen Höhe fanden wir ein Beduinenlager (1/2 St.), aus

schwarzen Zelten bestehend, die ins Viereck geordnet waren und die

Herden umschlossen. Man grüßte uns freundlich und bot uns Milch. Eine

weite Ebene zeigt sich im Süden dieser Höhe und in derselben der Thurm

der Templer von =Ramle=, noch 3-1/2 Stunde entfernt. Die Ebene ist voll

Ortschaften. Wir kamen durch =Tschelebi=, =Jasur=, =Gebra=, =Hadelet=

und =Agrab=. Alle sind von dichtem Gehäge indischer Feigen umgeben, die

hier stärker und höher sind, als ich sie irgendwo sah. Alles ist oder

war Blatt an diesem Gewächse, das eine Art Zerrbild eines Baumes ist.

Ein Blatt wächst aus dem andern, aus dem Rande des Blattes die Blüthe

und weiter die Frucht; das untere Blatt verholzt sich dann, schmiegt

sich an das nächste, das in gleichem Zustande sich befindet, und so

wird ein Stamm daraus. --

=Ramle=, welches Einige irriger Weise für =Rama= in Ephraim halten, ist

wahrscheinlich die =Arimathäa= der Schrift (_Hieron. Epist. Paulae_).

-- Wir stiegen im Kloster des heiligen Landes ab, ein geräumiges, mit

hohen Mauern umschlossenes Gebäude, zur Herberge für die Pilger von

=Philipp dem Guten=, Herzoge von Burgund, gestiftet. Zwei spanische

Mönche des heil. Franziskus, Pater Thomas und Cyrillus Simeon, der

eine aus Murcia, der andere aus Kastilien, empfingen uns dort gut und

bewirtheten uns mit etwas Fischen, Brot und Gemüse. Die Kirche des

Klosters soll an der Stelle des Hauses =Josephs von Arimathäa= stehen,

der den Heiland begrub. Sie ist klein, faßt aber leicht die jetzige

katholische Gemeinde von =Ramle=, die nur aus zwei Familien besteht.

Das Kloster genießt unverbrüchlichen Schutzes von Seite des türkischen

Gouverneurs der Stadt, an welchen es dafür jährlich die geringe Summe

von 100 Piastern und ein Geschenk von 4 Ellen Tuch gibt.

=Ramle= ist ein höchst anmuthig liegendes, reich umgebenes Städtchen,

welches dermalen über 800 griechische und etwa 2000 mohamedanische

Einwohner hat. Die letzteren sind ziemlich wohlhabend, ob der

Fruchtbarkeit des Bodens. Sie feierten an diesem Tage eben ein Fest,

so daß die Flur um die Stadt, die Brunnen und Wasserbecken voll von

Frauen und Gefolge waren. -- =Abulfeda= behauptet den Ursprung dieser

Stadt durch =Soleiman=, den Sohn =Abdulmeleks=, nach der Zerstörung

von dem auf ein Paar Stunden entlegenen =Lydda= (_Geog. Man._), und

ein christlicher Schriftsteller, =Sanutus= (_Secret. fid. cruc. p._

152) behauptet gleichfalls die Gründung von =Ramle= durch die Araber.

=Anna Comnena=, in der Alexiade, schreibt =Ramel= (XI). Es wird diese

Stadt häufig in den Schriftstellern jener Zeit mit =Lydda= verwechselt.

Sie muß vordem eine weit größere Ausdehnung gehabt haben, da die

Gärten ringsum Cisternen und Ruinen in Menge zeigen. Im Norden der

Stadt findet man eine Cisterne zu vier und zwanzig Gewölben, vier

zu sechs, die noch dient und für ein Werk der Kaiserin Helena gilt.

Pater Simeon, der uns führte, wies uns auch ein Kapellchen am Abhange

im Felde, nun in Ruinen, das die Stelle bezeichnen soll, wo Simson

dreihundert Füchsen die Schwänze zusammenband, je zwei zu zweien,

Bränder dazwischen gab und sie so in die Felder der Philistäer laufen

ließ. (Richter XV.) Die Stelle ist gut gewählt, denn herrlich breitet

sich unabsehbar die Flur hin, welche so lange der Neid der Kinder

Israel und zu allen Zeiten eine reiche war. Wir besuchten die Kirche

der Johanniter, die der heil. Helena und die der Templer, die nun

sämmtlich in Moscheen verwandelt sind. Die letztere, ein großer Bau,

ist eine Doppelkirche, denn unter der einen steht unterirdisch die

andere. An die Kirche schlossen sich Hospitäler und Wohngebäude. Das

Ganze bildet ein Viereck, in dessen nördlicher Seite der oben erwähnte,

weit sichtbare, zierliche Thurm steht. Hundert acht und zwanzig

Stufen zu 9" führen auf dessen Spitze, deren nordwestliche Kante vor

wenigen Jahren der Blitz stark verletzte. Ich wartete auf der Spitze

des Thurmes, bis die Sonne unterging, das schöne Land der Philistäer

weithin überblickend.

Reise ins heilige Land: Im Jahr 1829 · 第 1 / 8 段