Ich will Dich gewiß nicht abhalten, wenn Du die Gelegenheit hast,
ein eigenes Geschäft zu akquirieren, sondern nur anraten, den
unvermeidlichen Drang dahin zu mäßigen durch die Erkenntnis, daß das
Kleingetriebe dem Untergang gewidmet ist; der dienende Anschluß an eine
große Firma ist freier, leichter, lohnender wie die Kleinkrämerei.
Solche Selbständigkeit ist doch eine sehr relative, besonders wenn
die Konkurrenz ihr das Leben sauer macht. Ich glaube gern, daß Du von
meinem Charakter ein gut Stück geerbt hast, wodurch es Dir schwer
wird, auf Gleichberechtigung zu verzichten. Indes ist das nun einmal
nicht anders in unseren Tagen des Privatbesitzes und daraus folgenden
Standesunterschiedes. Wer kein großes Vermögen hat, kein Kapitalist
ist, ist unfrei geboren.
Ich glaube, wir, ich, Du und Deine Geschwister, werden am besten
fahren, wenn wir in etwa resignieren und uns als das betrachten, was
wir auch in der Tat sind, als Proletarier, die der Regel nach nicht
imstande sind, sich aus ihrer Klasse herauszuarbeiten, sondern ein
hoffnungsvolles Leben nur finden können im politischen Streben nach der
Emanzipation der gesamten Arbeiterklasse. Der Mensch tut gut, nicht zu
hoch hinauszufliegen und sein Streben mit seinen Mitteln in Einklang zu
halten. Demnach schlage ich vor, daß wir unser kleines Vermögen nicht
gebrauchen, um Reichtümer zu erwerben -- insofern diese zu den Trauben
gehören, die zu hoch hängen --, sondern als Notanker für unabsehbare
Unglücksfälle.
Bei solcher Lage der Dinge müssen wir »dienen«. Nun sind nach meiner
Erfahrung die Vereinigten Staaten der Ort, wo die Bitterkeiten des
Unvermeidlichen noch am leidlichsten sind.