... Wenn ich nicht gerade dem Elend ins Auge sehen muß, und +nur eben+,
+wenn noch so arm+, leben kann, bin ich durch mein heiteres Gemüt
ungemein reich und besitze eine unverwüstliche Munterkeit.
Auch Deine entschiedene Sprache, mit der Du von neuen
Geschäftsunternehmungen abrätst, hat mir wohl getan. Mir tut nichts
wohler, als wenn Ihr alle mitratet bei Gestaltung der Zukunft; nur muß
es kein Rat sein, wie ihn Deine Schwestern gewöhnlich im Vorrat haben,
die alles abweisen, aber nichts Neues an die Stelle setzen; immer
bleiben wollen, wie sie sind, ohne der Zukunft Rechnung zu tragen. Sie
raten nur negativ: »Tu nicht! Tu nicht!«
Im Briefe vom 22. November sagst Du: »Bin schlimmsten Falls niemals
um mein Brot verlegen.« Dies Wort hat mich sehr erfreut. Wenn Du Dich
etwas mit der politischen Ökonomie bekannt gemacht hast, wirst Du
einsehen: was heute ein Kapital ist, ist morgen keins mehr. Ich bin
Kleinbürger von Geburt und Stand. Wenn ich kein Betriebskapital habe,
bin ich am Ende meines Lateins. Darum möchte ich sehen, daß meine
Kinder sich nicht auf ein kleines und unzulängliches Kapitälchen,
das mit der Entwicklung der Dinge immer noch unzulänglicher wird,
stützen sollten, sondern auf ihre Arbeitskraft. Im Anschluß an
konkurrenzfähiges Kapital sich eine günstige Lohnstellung suchen, ist
zeitgemäßer als die kleine unzulängliche Selbständigkeit. Ich spreche
Dir ja meine Gedanken in den »Logischen Briefen« aus.