Hoffentlich sind bei Ankunft dieses die Gemütsmucken so ziemlich
überwunden und die Seele wieder frisch. Ohne alles Weh kann so etwas
nicht hergehen. Gefühle hat und muß der Mensch haben, aber sie müssen
dem Verstand unterworfen werden. Wenn Dir also, lieber Eugen, für den
Augenblick die Fremde nicht blitzt und schimmert und wenig Anregung
bieten will, wenn Dir die fremden Menschen nicht gefallen wollen
und nur immer an die Lieben und Bekannten traurig erinnern, die Du
zurückgelassen, dann vertreibe Dir und kannst Du Dir die Traurigkeit
recht schnell mit dem Gedanken vertreiben, daß es eben nur Stimmung,
vorübergehende Stimmung ist; daß das, was Dir monatelang ein guter Plan
geschienen hat, nicht durch eine momentane Gemütsfarbe schlecht werden
kann.
Schiffe Dich nur getrost auf meine Verantwortung ein. Wenn Du Dir Land
und Leute angesehen und dann zurückverlangst, werde ich jederzeit alles
tun, was möglich ist, um Deine Wünsche zu befriedigen. Wenn mich aber
meine Hoffnung nicht trügt, wirst Du Quartiermacher für uns alle sein.
Sieh her! Der Gedanke, daß Du eine Mission hast, muß Dir Mut machen.
Und es ist eine ernste Mission. Was hilft uns alle Schönheit des
Vaterlandes, wenn es das tägliche Brot nicht geben will. Mit diesem
Gedanken mußt und kannst Du der Fremde, den fremden Menschen, dem
fremden Sonnenschein, den fremden Häusern, Zimmern und Eckchen, worin
Du Dich kauern mußt, Poesie, Romantik abgewinnen. Ich habe immer viel
davon gehabt, und Du hast auch davon, ich weiß es, hast von mir davon
geerbt. Poesie und Romantik verklären das Leben unendlich, verklären
den Genuß wie die Entbehrung. Nimm sie zur Hilfe, lieber Eugen, und
lebe wohl und schreibe oft und ausführlich.