6. Kapitel

Nachdem Rose ihre Geschichte, die mich, soweit sie Vernol betraf sehr

berührte, beendet hatte, ergriff ich das Wort.

»Du weißt nicht, mein teurer Vater«, sagte ich, »was Rose mir noch erzählt

hat. Sie hat nicht gewagt, Dir dies zu eröffnen. »Liebste Laura«, sagte sie

mir, »ich weiß, daß Vernol eine heftige Leidenschaft für Dich ergriffen

hat. Er selbst hat es mir gestanden. Trotzdem bin ich nicht im Geringsten

eifersüchtig, denn ich liebe Dich aufrichtig. Du bist schön, er ist

liebenswürdig, ich werde mich freuen, Dich in seinen Armen zu sehen, ja,

meine Liebe, ich werde euch selbst zusammenführen, und mein Glück wird

seine Seligkeit sein!« Ist sie nicht närrisch, die gute Rose?

Natürlich stellten wir mit Leichtigkeit fest, daß Rose das Vergnügen

leidenschaftlich liebte. Wir sagten ihr das, und sie gab es zu. Die

wollüstigen Bilder, die sie vor unseren Augen hatte erstehen lassen, hatten

ihr Temperament enthüllt. Sie hatten aber auch ihre Wirkung auf uns nicht

verfehlt. Mein Vater gab einen überzeugenden Beweis davon. Sie bemächtigte

sich seiner Lanze, und um uns die Macht der Verführung ganz zu beweisen,

wies sie diesem liebenswürdigen Objekt selbst den Weg. Sie ruhte nicht

eher, als bis sich die Seufzer unserer Lust vermischten. Sie erreichte

dieses reizvolle Ziel als erste, und während sie meinen Vater festhielt,

rief sie: »Bezeuge mir dasselbe Vertrauen, das ich euch entgegenbrachte.

Was wir drei hier getan haben, hat mir die Augen geöffnet und mir die

Freiheit gegeben, euch alles zu schildern, was ich mit Vernol getan habe.«

Mein Vater stimmte zu.

»Schön, meine Liebe. Rose, Du wirst eine neue Rolle spielen, damit ich Dich

prüfen kann«, sagte er und stand auf, um den Godmiche zu holen. Er

befestigte ihn an Roses Gürtel, und sie war von diesem nützlichen

Instrument, das sie noch nicht kannte, begeistert. Er ließ mich auf ihr

liegen und führte das Instrument in mein Inneres. Dann befahl er ihr, mich

wie einen Mann zu behandeln, mich aber gleichzeitig zu kitzeln. Als ich

meinen Gipfelpunkt nahen fühlte, riet er ihr, kräftiger zu stoßen.

Währenddessen beugte er sich über mich und stieß seinerseits seine Rute in

meinen Hintern. Rose hielt sich vortrefflich. Ich hielt ihre Brüste

umklammert, sie liebkoste die meinen, unsere Zungen vermählten sich, ich

fühlte mich sterben. In dem Augenblick, in dem ich nahe daran war, mein

Bewußtsein zu verlieren, entlud sie den Godmiche. Meine Grotte war im Nu

überflutet, und zur gleichen Zeit fühlte ich, wie mein Geliebter sich tief

in meinem Innern verströmte. Seine Zuckungen mischten sich mit meiner

Wollust, an der Rose durch die Reibung des Godmiche an ihrer Klitoris

ihrerseits teilnahm. Schließlich sank ich, in Wonne ersterbend, auf sie.

Mein Vater erhob sich, und schließlich, als es schon gegen Mittag ging und

wir uns etwas erholt hatten, standen wir auf.

Bis jetzt habe ich Dir noch nicht erklärt, was ein Godmiche ist. Höre also!

Es handelt sich um eine Nachbildung des männlichen Gliedes. Der einzige

Unterschied besteht in den Einkerbungen an seiner Spitze, die dazu dienen,

die Empfindungen lebhafter werden zu lassen. Es ist aus Silber, doch mit

einer Art Lack in den natürlichen Farben überzogen und blank poliert, dazu

fest und leicht. In der Mitte hat es einen Hohlraum, in den man eine

Flüssigkeit einfüllen kann. Diese wird durch eine Art von Düse

ausgespritzt, um die Aktion des natürlichen Gliedes zu imitieren. Man kann

dieses famose Instrument am Gürtel befestigen, und dann ist es selbst einer

Frau möglich, als Mann zu agieren.

Rose war begeistert von diesem Instrument. Ich füllte es vor ihren Augen

mit lauwarmer Milch und zeigte ihr dann, wie man es zum Spritzen bringen

konnte. Im Übrigen verwendet man häufig auch lauwarmes Wasser, das mit

Fischleim vermischt wird. Diese Mischung ist nämlich dem männlichen Samen

am ähnlichsten.

Als ich Rose alles gezeigt hatte, streifte sie augenblicklich ihr Hemd

zurück und bestand darauf, sich dieses reizvollen Instruments zu bedienen.

Ich begann herzlich zu lachen, als ich sie in dieser Situation sah. Mein

Vater, der inzwischen hinausgegangen war, kam wieder und wollte sehen, was

es gäbe. Auch er begann zu lachen und sagte zu Rose: »Laß es für jetzt

damit genug sein, meine Liebe. Wir haben für den Augenblick etwas Besseres

vor!«

Doch sie fuhr fort mit ihrem närrischen Betragen, und so führte er mich

schließlich aus dem Zimmer. »Meine liebe Laura«, sagte er zu mir, »Rose

wird ohne Zweifel eines Tages das Opfer ihrer Begierden und ihres

Temperaments werden. Nichts kann sie zurückhalten. Sie überläßt sich ihrem

Verlangen mit einer Glut, die kein Maß kennt. Sei versichert, sie wird für

ihre Unklugheit bitter bezahlen, und vielleicht auch der arme Vernol, der

durch sie solchen übertriebenen Exzessen unterworfen wird. Doch ich werde

sie für meine Zwecke benützen.«

Er kehrte zu Rose zurück, und ich hörte ihn sagen:

»Meine Liebe, was Du uns da über Deinen Bruder gesagt hast, beweist Deine

Freundschaft für ihn wie für Laura. Aber kann man auch auf euer beider

Diskretion rechnen? Diese ist absolut notwendig, wenn aus einer

erfreulichen Freundschaft nicht großes Unheil entstehen soll.«

»Ich habe euch nicht getäuscht«, versicherte Rose, »und alles, was ich euch

gesagt habe, ist nur die Frucht meines Vertrauens, nicht einer sträflichen

Indiskretion. Ach, ich ahne wohl, daß Sie für mich dasselbe sein könnten

wie Laurette für Vernol. Er hat mir gestanden, daß er in Laura vernarrt

ist, und ich hoffe sehr, daß ich selbst Ihnen nicht völlig gleichgültig

bin. Wäre es möglich, daß Sie uns etwas verweigern könnten, was für uns

alle eine Quelle der Lust sein wird? Ah, wie werde ich vor Freude springen,

wenn Sie sich uns nicht widersetzen, und wenn auch Laurette, wie ich dies

hoffe, zustimmt.«

»Ich gebe meine Zustimmung«, sagte mein Vater, »doch sage Vernol noch

nichts von unserer Übereinkunft. Es erschiene mir schädlich, ihn jetzt

schon einzuweihen. Sag ihm nur, daß er sich bereithalten soll.«

»Ah, das verspreche ich für mich selbst wie auch für ihn«, versicherte Rose

eifrig.

»Ich muß euch noch etwas Wichtiges sagen, Dir und ihm«, fuhr mein Vater

fort, »Laura ist nur in der Öffentlichkeit meine Tochter, nicht aber dem

Blut nach. Doch siehst Du wohl, sie ist mir deshalb nicht weniger lieb. Im

Übrigen soll kein Mensch in dieses Geheimnis eingeweiht werden außer euch

beiden. Sag Deiner Mutter, daß wir Vernol und Dich gern auf eine Landpartie

mitnehmen würden, und bitte sie um ihre Einwilligung. Aber ihr müßt über

alles, was geschehen wird, Stillschweigen bewahren.«

Keines von all diesen Worten war mir entgangen. Rose erreichte natürlich

mit Leichtigkeit, daß sie und Vernol sich uns anderntags anschließen

konnten. Ich selbst verbrachte den Rest des Tages in größter Aufregung bei

einer Bekannten, während mein Vater jene Vorbereitungen traf, die ihm

notwendig erschienen.

Am anderen Nachmittag fanden wir einen geschlossenen Wagen vor unserem

Haus. Er führte uns zu einem sehr hübschen Landsitz, der in einiger

Entfernung von der Stadt gelegen war. Das Haus war mir bis dahin unbekannt

gewesen. Vermutlich gehörte es einem Freund meines Vaters, der es diesem

zur Verfügung gestellt hatte. Vernol hatte seine natürlichen Vorzüge noch

zu erhöhen versucht, Rose und ich trugen beide sehr elegante Deshabilliés.

Wir kamen gegen vier Uhr an.

Welch eine wundervolle Zeit! Eine Weile ergingen wir uns in dem Garten, der

in den prächtigsten Farben des Herbstes prangte. Sein phantastischer

Schmuck hob sich bunt aus dem grünen Rasen. Das war nicht einer jener

Gärten, in denen Regelmäßigkeit und Symmetrie alle Natur ersticken.

Vielmehr war er großzügig angelegt und brachte so den Reiz der Natur auf

das vollendetste zur Geltung. Wir genossen die liebliche Landschaft, die so

recht mit unserer festlichen Stimmung harmonierte. Waren wir nicht dabei,

ein Fest zu feiern, wie es die Natur nur den glücklichsten ihrer Geschöpfe

gewährt?

Nach diesem Spaziergang, den unsere Küsse und Vertraulichkeiten doppelt

reizvoll gemacht hatten, betraten wir das Haus. Mein Vater führte uns in

einen schönen Salon, wo für uns eine leichte Mahlzeit angerichtet war. Wir

sprachen dem köstlichen Wein und den Früchten zu, und sei es nun durch das

natürliche Feuer des Weines oder durch ein Mittel, das mein Vater

hineingemischt hatte -- er kannte ja deren genug --, fühlten wir uns darauf

merkwürdig erregt. Wir warfen uns spielerisch die Blumenkränze zu, mit

denen wir uns geschmückt hatten. Ach, es gab noch andere Blumen zu

pflücken! Wir befanden uns in einem reizenden Gemach, das mit prächtigen

Girlanden bekränzt und von Kerzen erleuchtet war. Kostbare

Venezianerspiegel warfen das Bild dieses festlichen Raumes in unzähligen

Varianten zurück. Wir bewunderten die ausschweifenden Gemälde, welche die

Wände schmückten.

O Himmel, was für Gemälde! Der göttliche Aretino hätte keine wollüstigeren

erfinden können. Außer diesen war der Raum noch von etlichen wundervollen

Skulpturen geschmückt, die ebenso wie die Bilder der Inspiration der Lust

dienten.

Es dauerte auch nicht lange, so befanden wir uns in einem Delirium der

Begierde. Bacchus und Amor hatten sich verbündet, ihre Triumphe zu feiern.

Rose, die sich von diesen beiden reizenden Gottheiten am lebhaftesten

angeregt fühlte, eröffnete den Reigen der Lust. Sie warf sich meinem Vater

an den Hals, sie umarmte Vernol. Ah, wie leidenschaftlich küßte sie mich

und verführte mich dadurch dazu, dasselbe zu tun. Sie raubte mir mein

Taschentuch, das sie ihrem Bruder zuwarf, während sie ihr eigenes meinem

Vater gab. Sie hieß ihn ihre Brüste küssen und brachte Vernol dazu, daß er

dasselbe mit den meinen tat. Unsere Lippen verschmolzen schließlich

miteinander. Diese Spiele, die sich in den Spiegeln vervielfältigten,

erhitzten unsere Leidenschaften. Unsere Wangen glühten, unsere Augen

sprühten, und unser Atem ging heftig. Vernol befand sich schon im Zustand

halber Auflösung, seine Augen waren voll Feuer. Er erschien mir schön wie

der helle Tag. Ich betrachtete ihn in diesem Augenblick mit einem

göttlichen Vergnügen, und sein Anblick verdoppelte meine Begierden. Er war

seiner selbst kaum mächtig. Rose wollte, daß ich mich auf eine Bergère

legte, und ich tat es. Sie rief Vernol zur Hilfe. Zusammen schürzten sie

meine Röcke, und dann versetzte Rose mir etliche leichte Schläge. Kurz, sie

tat alles, damit Vernol zu sehen bekam, wonach er seufzte. Ich wollte mich

rächen, aber sie ließ mich gar nicht erst in diese Lage kommen.

Augenblicklich warf sie sich auf einen Diwan und reckte bereitwillig ihre

Beine in die Höhe, so daß all ihre natürlichen Reize sich meinem Blick

boten. Natürlich benutzten wir die Gelegenheit, sie zu liebkosen, doch kaum

daß wir sie berührten, begannen schon die Fontänen der Lust zu sprühen. Wir

waren im Nu überströmt, denn sowohl Vernol als auch mein Vater erwiesen

sich als höchst freigebig, ohne daß ihr Verlangen dadurch gemildert worden

wäre, wie wir uns bald überzeugen konnten.

Rose sprang auf die Beine und warf sich auf meinen Vater.

»Mein Lieber, ich habe Dir das Taschentuch zugeworfen. Du wirst mein Gatte

sein, ich Deine Frau. Komm, gib mir die Hand!«

»Recht gern, Rose. Aber das wird die letzte Zeremonie sein!«

»Ah ja! Sieh nur, Vernol hat sein Taschentuch Laurette zugeworfen. Wir

müssen sie vereinen. Du bist doch bestimmt damit einverstanden?«

»Natürlich, meine Liebe, ganz wie Du willst.«

Sie nahm unsere Hände und fügte sie zusammen. Vernol und ich umarmten uns,

unsere Lippen trafen sich. Sie legte seine Hand auf meine Brüste und nannte

uns Mann und Frau. Wir waren alle vier sehr erhitzt. Vor allem Rose brannte

förmlich. »Wie hübsch wäre es«, rief sie plötzlich, »wenn wir ein Bad haben

könnten, um uns zu erfrischen. Die Glut erstickt mich noch!«

Mein Vater erhob sich und zog an einer Schnur, mittels der er einen Vorhang

von einer Nische wegzog. Zu meinem Erstaunen entdeckten wir dahinter ein

Badebecken, in das sich abwechselnd kaltes und warmes Wasser, vermischt mit

allerlei Wohlgerüchen, ergoß.

Rose war begeistert. »Ist das nicht herrlich? Fast wie in einem

verzauberten Schloß! Ich werde mich in eine Nymphe verwandeln, aber ich

werde nicht die einzige sein.«

In wenigen Augenblicken hatte sie sich mit dem einzigen Abzeichen der

Nymphen geschmückt. Sie bemächtigte sich meiner und verlangte von Vernol

und meinem Vater, daß sie helfen sollten, mich in denselben Zustand zu

versetzen. Die beiden ließen sich das nicht zweimal sagen. In

Sekundenschnelle verschwanden alle meine Dessous. Rose gab ihrem Bruder ein

Zeichen, und auch er verwandelte sich schnell in einen Faun, während wir

meinem Vater unseren Beistand liehen.

Meine Augen verschlangen Vernol. Ah, wie hübsch er war und wie sehr gefiel

er mir im Glanz seiner Jugendfrische! Er war weiß und rosig wie ein junges

Mädchen, und doch bewaffnet mit dem Speer, der das Kennzeichen des Mannes

ist.

Wir tauchten alle vier in das duftende Naß, um darin die Glut zu löschen,

die uns zu verzehren drohte. Fortwährend waren wir zwei Nymphen von den

männlichen Lanzen bedroht, aber sie erschreckten uns nicht. Wir waren die

Beute der vorwitzigen und leidenschaftlichen Hände, der verwegensten Küsse

unserer Tritonen und konnten uns nicht genug daran tun, ihnen diese

Liebkosungen durch die unsrigen zu vergelten. Wir scherzten mit ihren

Pfeilen, und sie wollten sich unser bemächtigen. In diesem Augenblick hatte

mein Vater die Klugheit, durch einen schnellen Handgriff das bewußte

Schwämmchen bei mir unterzubringen.

Vernol faßte nach mir, doch einem ebenso natürlichen wie wirksamen Instinkt

zufolge hinderte ich ihn und flüchtete aus dem Bassin. Flucht ist das

sicherste Mittel, das Verlangen der Männer anzustacheln. Rose folgte mir,

und sofort waren die beiden hinter uns her. Aber die momentane Abkühlung

hatte sie ernüchtert, und so waren sie für den Augenblick keine ernsthafte

Gefahr. Wir hüllten uns spielerisch in leichte Schleiergewänder, die nichts

verbargen, und machten es uns auf dem Diwan bequem. Mein Vater zog an einer

anderen Schnur, und wie durch Zauberei senkte sich ein mit Leckerbissen

aller Art, köstlichen Weinen und Früchten beladener Tisch zwischen uns. Wir

aßen und tranken, und die Hitze, die uns vorhin verzehrt hatte, begann

augenblicklich wieder aufzuflammen. Vernol vor allem war ungeduldig. Ich

befand mich in einem Taumel von Lust und genoß mit Augen und Händen, doch

hatte ich es nicht eilig, ans Ziel zu kommen. Vielmehr wollte ich langsam

genießen und befand mich darin in schönster Übereinstimmung mit meinem

Vater, der sich gleichfalls Zeit ließ. Vernol und Rose waren daher

gezwungen, ihre Ungeduld zu zähmen. Rose fiel dies leicht, weil unsere

Zärtlichkeiten und Liebkosungen sie ihrem eigenen Eingeständnis zufolge

schon dreimal dem Gipfel der Lust entgegengetragen hatten. Sie genoß also

die Mahlzeit, die sie unser Hochzeitssouper nannte. Aber es war nicht

Hymen, der dieses Mahl regierte, dessen Königin allein die Wollust war. Sie

allein konnte uns erfreuen und Genüge tun. Deshalb erhob sich in der Mitte

der festlich geschmückten Tafel auch triumphierend Priap, der Gartengott,

der sein mächtiges Szepter in Händen hielt. Das Tischtuch war an den vier

Ecken mit Stickereien geschmückt, welche die wollüstigsten Gruppen

darstellten. Unter ihnen gab es alte Satyrn, die hinter blühenden jungen

Nymphen herjagten. Alles inspirierte und erregte uns. Rose war wie eine

trunkene Bacchantin. Weinglas und Flasche in Händen, bot sie uns den

Anblick all ihrer Reize.

Auch ich fühlte nun eine gewisse Ungeduld in mir. Nichts konnte uns mehr

erschrecken. Unsere Helden waren bereit. Die Embleme ihrer männlichen Kraft

ragten steil in die Luft. Rose vermochte nicht mehr an sich zu halten und

rief: »Vernol, nimm Deine Frau! Ich will meinen Mann nehmen.«

Sie warf sich meinem Vater in die Arme und wurde augenblicklich von seiner

Lanze durchbohrt. Vernol nahm mich in die Arme und wollte sich schon meiner

bemächtigen, da hielt ihn mein Vater auf.

»Nicht so, mein Lieber. Hört, meine Kinder, ich stelle eine Bedingung. Eure

Vereinigung hat einen Preis. Es ist nur gerecht, daß ich mich dafür bezahlt

mache, wenn Vernol und Laurette sich vereinen. Deshalb werde ich jenen

Hofmann nachahmen, der seine Frau mit einem Pagen schlafen sah, den diese

liebte. Er erwies dem Hintern des Pagen dieselben Wohltaten, die jener der

Dame erwies. Wir wollen es genauso machen. Während Vernol Laura vögelt,

soll sein Hintern mir zur Verfügung stehen.«

Ich vermutete, daß ihn die Reize Vernols ebenso mit Begierde erfüllt hatten

wie mich, und ich war darüber entzückt, denn so würde ich mich umso freier

der Lust hingeben können. Also spornte ich unser wollüstiges Spiel durch

meine Freudenrufe an. Ich faßte Vernol, beraubte ihn des letzten Stückchens

Stoff das ihn bedeckte, ich präsentierte seine Hinterseite und spreizte

seine hübschen Lenden, während sein Speer gegen mein Pförtchen pochte.

»Nein, Vernol, nein, schmeichle Dir nicht, daß ich mich Dir geben werde,

ehe Du diese Bedingung erfüllt hast!«

Rose, die nicht untätig zusehen wollte, protestierte und verlangte, meinen

Vater noch einmal zu bekommen.

»Wie«, rief Vernol, in Hitze gebracht. »Welches Hindernis sollte mich

zurückhalten? Seit langem bin ich auf die Folter gespannt. Was, schönste

Laura, würde ich nicht tun, um Dich zu besitzen und in deinen Armen zu

sterben?«

»In diesem Fall«, sagte mein Vater, »wird Rose mit von der Partie sein.«

In einem Augenblick verschwand der Tisch nach oben, und das Badebassin ward

wieder von seinem Vorhang bedeckt. Ein anderer Vorhang öffnete sich und gab

den Blick auf eine Nische frei, die von einem riesigen mit Seide bezogenen

Himmelbett ausgefüllt wurde. Diese Nische erschien uns als das wahre

Heiligtum der Lust. Wir bezogen diesen Altar der Wonne nur im Schmuck

unserer natürlichen Vorzüge. Von allen Seiten gaben glitzernde Spiegel

unsere Reize wieder. Ich bewunderte vor allem Vernol. Dieser schöne

Jüngling nahm mich in die Arme und bedeckte mich mit Küssen und

Zärtlichkeiten. Er war leidenschaftlich gespannt. Ich nahm seine Lanze,

mein Vater preßte mit einer Hand seine Lenden, mit der anderen Rosens

Brüste, die uns alle drei liebkoste. Vernol lag vor mir auf den Knien, er

spreizte meine Schenkel, küßte mein Kraushaar, meine Liebesgrotte, er ließ

seine Zunge darin spielen und saugte an meiner Klitoris. Schließlich

bettete er sich auf mich, und sein Speer durchbohrte mich. Sogleich warf

sich mein Vater über ihn. Rose lag auf den Knien, sie öffnete die

Hinterbacken Vernols und befeuchtete den Eingang, durch den die Lanze

meines Vaters eindringen sollte. Sie bereitete ihr eigenhändig den Weg.

Währenddessen streichelte ich ihre Spalte und brachte sie durch meine

Fingerspiele zum Glühen. Nach wenigen Augenblicken schon fühlte ich meine

Finger sich befeuchten, und ihre heftigen Atemzüge kündigten uns an, daß

sie sich auf dem Gipfel der Lust befand. Vernol war der nächste, der sich

verströmte. Mein Vater beschleunigte seine Bewegungen, und so fielen wir

bald alle drei in eine wohltuende Ekstase. Nachdem wir wieder zu uns selbst

zurückgefunden hatten, ersetzten unsere Zärtlichkeiten die

leidenschaftlichen Anstrengungen, die uns vorhin vereinigt hatten. Vernol

gestand, daß er niemals etwas Ähnliches empfunden habe.

»Man muß es kennen, um es schätzen zu können«, sagte mein Vater. »Komm,

liebe Laurette, laß es ihn nun von Deiner Seite aus kosten. Vernol ist

weniger gut gerüstet als ich, er wird Dir also nur Süßigkeit bereiten.

Schön wie Du bist, verliert er nichts, wenn Du ihm diesmal Deine

Hinterseite bietest. Komm in meine Arme. Rose wird dasselbe für Dich tun,

was sie vorhin für mich getan hat, und währenddessen Deine Klitoris

kitzeln.«

Ich warf mich auf ihn und überschüttete ihn mit Zärtlichkeiten. Rose

bereitete seinem Instrument den Weg und öffnete meine Lenden für Vernol.

Sie benetzte die Spitze seiner Lanze und die Öffnung, durch die diese

eindringen sollte. Dann nahm sie dieselbe Stellung wie vorhin ein und

liebkoste die Schenkel und Hoden von Vernol, während sie gleichzeitig meine

Klitoris kitzelte. Ihr wurde ein ganz ähnlicher Dienst von meinem Vater

erwiesen. Die unaussprechlichsten Wonnen kündigten sich an, wir flogen

ihnen entgegen.

Ah, dieses Gefühl! Es kam uns allen, wir waren überflutet, der süße Saft

der Wollust verströmte. Den lebhaftesten Sensationen ausgeliefert, verfiel

ich in konvulsivische Zuckungen.

Doch bald darauf herrschte ein nicht minder wollüstiger Zustand der Ruhe.

Auf die Reizung, die ich an all meinen empfindsamen Teilen erfahren hatte,

folgte ein Zustand unbeschreiblicher Wonne. Ich kann diesen Tag nur mit

jenem vergleichen, an dem ich meine Jungfernschaft verloren hatte.

Endlich begaben wir uns zur Ruhe. Erschöpft sanken wir auf das Lager, um

uns zu erholen. Ah, welch ein Tag, welch eine Nacht!

Der gelüftete Vorhang oder Lauras Erziehung · 第 8 / 10 题