5. Kapitel

Rose begann ihre Geschichte folgendermaßen:

»Ich war etwa zehn Jahre alt, als mich meine Mutter zu ihrer Schwester

schickte, die damals in der Provinz lebte. Ich blieb über sechs Monate

dort. Meine Tante hatte nur eine einzige Tochter, die etwa sechs Jahre

älter als ich selbst war. Bis dahin hatte ich immer bei meiner Mutter

gelebt, deren Frömmigkeit es mir nicht erlaubt hatte, mich irgendjemandem

anzuschließen. Meine Brüder waren damals auf der Schule, und so war ich

immer allein, wenn ich meine Mutter nicht in irgendeine Kirche begleitete.

Ich kannte mich selbst nicht mehr und langweilte mich entsetzlich. Die

Kirche erschien mir damals noch als das kleinere Übel. Da gab es wenigstens

das eine oder andere menschliche Wesen, das ich beobachten konnte.

Es dauerte lange, bis sich meine Mutter entschloß, den Wünschen meiner

Tante, die mich gerne bei sich haben wollte, zu entsprechen und mich zu ihr

zu schicken. Ich sehnte diese Reise mit einer Ungeduld herbei, die ich

meiner Mutter nicht verbergen konnte. Und schließlich kam meine Zeit.

Mein Bruder hatte die Windpocken bekommen, und Mama beeilte sich

demzufolge, mich aufs Land zu schicken, damit ich nicht ebenfalls

angesteckt würde. Meine Tante und meine Cousine empfingen mich mit tausend

Beweisen ihrer Freundschaft. Vom ersten Augenblick an verlangte Isabelle,

daß ich bei ihr schlafen sollte.

Am Abend, wenn wir uns zur Ruhe begaben, umarmte sie mich jedes Mal innig,

und ich erwiderte ihre Zärtlichkeiten ebenso. Nach vierzehn Tagen waren wir

schon so vertraut, daß wir nicht die geringste Scheu mehr voreinander

hatten.

Eines Abends verfiel sie auf den tollen Einfall, unsere Hemden zu schürzen,

so daß wir vor dem Spiegel unsere Hinterteile vergleichen konnten, die in

der Tat recht anmutig gerundet und lieblich anzusehen waren. Sie fiel mir

vor lauter Wohlgefallen um den Hals und küßte mich, wie es vier Schwestern

gleichzeitig nicht getan haben würden. Ich meinerseits konnte darauf lange

nicht einschlafen. Doch da sie mich entschlummert glaubte -- ich verhielt

mich nämlich ganz ruhig --, bemerkte ich, wie sie ihren rechten Arm ein

wenig bewegte. Ihre linke Hand lag auf meinem Schenkel. Ich spürte, wie sie

heftig atmete. Sie hob und senkte ihren Hintern ganz sacht. Endlich stieß

sie einen leidenschaftlichen Seufzer aus und versank dann in einen tiefen,

ruhigen Schlummer.

Ich war erstaunt über etwas, daß ich nicht zu verstehen vermochte, und

fürchtete, daß ihr etwas Ungewöhnliches zugestoßen sei. Doch als ich sie am

anderen Tag ganz frisch und munter sah, beruhigte ich mich rasch wieder.

Meine Neugierde war geweckt, und ich beobachtete sie von nun an jeden

Abend, indem ich mich schlafend stellte. Dabei bemerkte ich, daß sie jedes

Mal wartete, bis sie glaubte, daß ich eingeschlafen sei. Dann wiederholte

sie dieses merkwürdige Ritual, um bald danach selbst einzuschlafen. Ich

konnte mich darüber nicht genug wundern und beschloß also, den Dingen auf

die Spur zu kommen. Meine Tante hatte eine sehr hübsche Zofe, die etwa

zwanzig Jahre alt war. Isabelle verbrachte jeden Tag mehrere Stunden bei

ihr, angeblich um Sticken zu lernen. Justine -- so hieß das Mädchen --

stickte hervorragend, und meine Cousine nahm bei ihr Unterricht. Man wollte

nicht, daß ich daran teilnahm. Ich wäre noch zu jung, und meine Neugierde

würde ihre Fortschritte gehindert haben. So verbrachte ich täglich etliche

Stunden ganz für mich und bewunderte im Übrigen die Fortschritte ihrer

geschickten Nadel. Ich fühlte mich ausgeschlossen und ärgerte mich, daß ich

an ihrer Gemeinsamkeit nicht teilnehmen durfte. Auch war meine Neugierde

lebhaft erwacht. Diese Neugierde eines Mädchens ist ein Dämon, der sein

Opfer auf das heftigste quält und sich durch nichts beruhigen läßt.

Eines Tages, als ich allein im Hause weilte -- meine Tante war mit Isabelle

und Justine ausgegangen --, schlüpfte ich unbemerkt in deren Gemach, um

zusehen, ob ich nicht entdecken konnte, was diese beiden den ganzen

Nachmittag trieben. Ich entdeckte in dem Alkoven, in dem Justine schlief

eine geheime Tür, die sich nur mit Mühe öffnen ließ und die in eine dunkle

Kammer führte, die mit alten Möbeln aller Art vollgestopft war. Es führte

nur ein schmales Gäßchen hindurch und zu einer gegenüberliegenden Tür, die

sich auf eine schmale Treppe öffnete. Neugierig wie ich war, folgte ich

dieser und befand mich alsbald auf einem kleinen Hof, von wo aus man in

eine menschenleere Gasse gelangen konnte.

Meine Tante glaubte natürlich, daß ihre Wohnung fest verschlossen sei. Doch

während sie die Schlüssel in Händen hatte, war es der klugen Justine

gelungen, ein Mittel zu finden, nach Belieben zu kommen und zu gehen.

Neugierig wie ich war, benützte ich die Gelegenheit, um eine Lücke in der

Wand, eine Ritze oder etwas dergleichen ausfindig zu machen, durch die ich

Justines Zimmer und vor allem den Alkoven im Auge behalten konnte. Doch so

sehr ich mich anstrengte, ich fand keine geeignete Öffnung. Da holte ich

ein kleines Messer und bohrte ein Loch in die Tür, das groß genug war,

meine Neugierde zu befriedigen. Ich war mit meiner Tat sehr zufrieden und

zog mich in mein Zimmer zurück. Ich hatte wohl bemerkt, daß Isabelle

zumeist nach dem Essen in Justines Zimmer verschwand.

An einem der nächsten Tage, als meine Tante den Nachmittag bei einer

Freundin verbrachte, wo sie sich in irgendeiner Angelegenheit länger

aufhalten wollte, sagte mir Isabelle, daß sie etliche neue Stiche lernen

wolle. Ich könne mich in der Zwischenzeit mit den Nachbarkindern

unterhalten oder mich sonst nach meinem Gutdünken beschäftigen. Ich

benützte die Gelegenheit und tat so, als wollte ich wirklich in der

Nachbarschaft einen Besuch machen. Doch ich schlich mich leise in Justines

Zimmer, als diese meiner Tante bei der Toilette half, und verbarg mich in

der dunklen Möbelkammer. Meine Augen hielt ich auf die Öffnung gerichtet,

die ich mit so viel Sorgfalt vorbereitet hatte. Es dauerte nicht lange, so

kam meine Cousine herein und nahm eine Stickerei zur Hand. Ich dachte

schon, daß ich einen höchst langweiligen Nachmittag verbringen würde, und

bereute meine Neugierde, die mich in diese unerfreuliche Situation gebracht

hatte. Nach einiger Zeit kam Justine, und ich hörte meine Tante noch

fragen, wo ich wäre. Ich spürte mein Herz bis zum Hals klopfen, doch

Isabelle antwortete ganz ruhig, daß ich hinuntergegangen sei, um mich mit

den Nachbarkindern zu vergnügen. Die Tante fragte nicht weiter, und da sie

ihre Tochter so nützlich beschäftigt sah, verließ sie beruhigt das Haus.

Ich beobachtete durch meine Öffnung, wie die beiden sich vom Fenster aus

überzeugten, daß meine Tante wirklich fort ging. Darauf schob Justine den

Riegel vor, öffnete die Tür zu meiner Kammer, und während ich mich zitternd

vor einer möglichen Entdeckung tiefer zwischen die Möbelstücke verkroch,

vergewisserte sie sich, daß diese Kammer leer war. Sie öffnete noch den

Riegel an der gegenüberliegenden Tür und kehrte dann beruhigt in ihr Zimmer

zurück. Isabelle legte ihr Meisterwerk zur Seite und beschäftigte sich

ausführlich mit ihrem Spiegelbild. Sie ordnete ihre Frisur und ließ sich

von Justine ein Schönheitspflästerchen anlegen. Dann öffnete sie ihr

Mieder, und Justine nahm ihre Brüste in die Hand und bewunderte deren

Festigkeit und pralle Rundungen. Nach einer Weile tat Isabelle dasselbe mit

Justine. Während sie noch mitten in diesen Vergnügungen waren, hörte ich

Schritte auf der Treppe. Irgendjemand öffnete das kleine Pförtchen und

betrat die dunkle Kammer. Wieder überkam mich die Angst vor einer

Entdeckung, doch dieser Jemand durchquerte den Raum ganz ruhig und öffnete

die Tür zu Justines Zimmer. Justine ließ ihn ein und schloß die Tür hinter

ihm sorgfältig.

Im hellen Tageslicht konnte ich ihn erkennen. Es war ein hübscher junger

Mann aus der Nachbarschaft. Er hatte meiner Tante etliche Male seine

Aufwartung gemacht. Isabelles Brüste waren noch entblößt. Courbelan -- so

hieß der junge Mann drückte ohne viele Umstände einen Kuß darauf und

umfaßte eine ihrer Brüste mit der rechten Hand, während die andere unter

ihren Unterröcken verschwand. Auch Justine wurde nach einer gewissen Zeit

auf dieselbe Weise behandelt. Das war recht vielversprechend. Wirklich, die

Zeit würde mir in meinem Versteck nicht lang werden. Courbelan nahm

schließlich Isabelle in die Arme und legte sie auf das Bett, wo er sie

völlig entblößte. Ich sah ihren Leib, ihre Schenkel und sogar ihre kleine

Spalte. Sie war noch kaum behaart, doch war der wenige Haarflaum, den sie

dort hatte, ganz schwarz. Courbelan küßte sie und ließ einen Finger seiner

rechten Hand in dieser hübschen rosigen Spalte verschwinden. Justine zog

ihm die Hosen aus und enthüllte so ein langes und mächtiges Instrument,

dessen Anblick mich erschauern ließ. Er wollte dieses prächtige Stück an

Stelle seines Fingers verwenden, doch da hörte ich Justine sagen: »Nein,

Courbelan, das erlaube ich Dir nicht. Wenn ich schwanger würde, verstünde

ich mich aus der Affäre zu ziehen. Aber was, wenn mit Isabelle etwas

dergleichen geschähe? Wie könntest Du Dir da wohl helfen? Aber Du kannst

sie immerhin liebkosen und ihr Vergnügen bereiten. Doch ich erlaube Dir

nicht, sie zu besitzen.«

Ich verstand zum Glück jedes Wort, das gesprochen wurde. Courbelan

gehorchte der umsichtigen Zofe widerwillig und setzte seine Fingerspiele

fort. Er kitzelte Isabelle heftig, während sie mit ihrer bloßen Hand sein

riesiges Instrument umfaßte, das Justine in Freiheit gesetzt hatte. Wenige

Minuten später sah ich, wie Isabelle dieselben Bewegungen machte, die ich

des Nachts schon an ihr beobachtet hatte, und auch ihre Seufzer klangen

ganz ähnlich. Folgerichtig schloß ich daraus, daß sie in ihrem Bett

wiederholte, was Courbelan mit ihr tat.

Sie erhob sich bald darauf und überließ Justine ihren Platz. Diese hatte

schon darauf gelauert wie ein Hund auf den Knochen. Sie warf sich auf das

Bett, umfaßte die Lenden des Mannes und packte mit der einen Hand sein

Instrument, das nichts von seiner Größe und Festigkeit verloren hatte. Es

schien, als ob ihr Schoß es zur Gänze verschlingen wollte, so heftig kam

sie ihm entgegen, als er schließlich in sie eindrang. Er stürzte sich über

ihren Leib, seine Hände hielten ihre Brüste umfaßt, die er mit Leidenschaft

küßte, und die Bewegungen seines Hinterteils ließen mich die Heftigkeit

seiner Empfindungen ahnen. Meine Cousine schob ihre Hand von hinten

zwischen die Schenkel von Courbelan, um ihn zu liebkosen und festzustellen,

wie tief sein Instrument eingedrungen, war. Ich sah, wie sie sich alle

erhitzten, bis sich Courbelan, von seinen Anstrengungen überwältigt,

schließlich gehen ließ. Nach einem heftigen Schauer, der seinen ganzen

Körper erschütterte, kam statt eines langen und kraftstrotzenden

Instruments ein demütiges und kleingewordenes wieder zum Vorschein. Für

etliche Momente blieb er erschöpft auf dem Bett ruhen. Doch der Küsse und

Zärtlichkeiten war noch kein Ende. Diese erste Szene wurde bald von einer

weiteren abgelöst, die mich nicht weniger erstaunte.

Courbelan fühlte sich durch die Kleider, die sie immer noch anhatten,

gehindert, und brachte sie dazu, sich auszuziehen. Es dauerte nicht lange,

so waren alle ganz nackt, Justine war allerdings nicht ganz so hübsch wie

Isabelle. Doch sie gewann in dieser Situation. Ihr Körper war weiß,

ziemlich rund und drall. Der doppelte Liebhaber gab der einen wie der

anderen seiner Liebsten unzählige Küsse. Er liebkoste ihre Hinterteile,

ihre Brüste und auch ihre intimsten Stellen. Alles war für ihn bereit. Das,

was ich während der nächsten halben Stunde sah, entfachte in mir ein

leidenschaftliches Feuer. Ihre Zärtlichkeiten begannen aufs Neue und wurden

noch heftiger. Er ließ sie sich beide auf den Bauch legen und bat sie, ihre

Schenkel geöffnet zu halten. Ich konnte alles sehen, was Courbelan tat. Er

bewunderte sie, küßte ihren Hintern und steckte einen Finger jeder Hand

zwischen ihre Schenkel. Sein Instrument befand sich wieder in jenem

schwellenden Zustand, in dem ich es zuerst gesehen hatte. Und weil Justine,

die das Gesicht in den Kissen verborgen hielt, es nicht bemerken konnte,

begann er vorsichtig Isabelle damit zu behandeln, bis plötzlich Justine

wütend aufsprang, ihn an den Beinen packte und von seinem hübschen Opfer

fortzog. Ich ärgerte mich über diesen Zwischenfall, denn ich hätte gern

gesehen, was weiter passierte. »Nein«, rief sie, »ich sage Dir, das wird

nicht geschehen! Ich habe Dir ein dutzend Mal meine Gründe dafür

auseinandergesetzt. Es ist einfach notwendig, daß Du Dich daran hältst.«

Ich sagte schon, daß ich durch mein mit soviel Geschick angebrachtes Loch

alles hören und sehen konnte, was sich in dem Nachbarzimmer tat.

»Komm nur, mein Lieber«, sagte Justine und faßte von neuem nach seinem

Instrument. »Gib ihn mir. Ich kenne mich aus, und Du riskierst nicht das

Geringste dabei.«

Doch sie hatte die Rechnung ohne ihn gemacht. Sie hielt ihn immer noch

gefaßt und versetzte ihm etliche Püffe. Da beugte er sich über sie, und

während er die eine ihrer Brüste festhielt und sie küßte, verströmte er

unter heftigen Zuckungen, die mir die Stärke seiner Lust verrieten, eine

weiße Flüssigkeit, die ich noch nie zuvor gesehen hatte.

Ich selbst befand mich in einem unbeschreiblichen Zustand. Überwältigt von

Begierden, die ich bisher nicht einmal geahnt hatte, begann ich meine

Kleine zu reiben, so wie Courbelan es bei Isabelle und Justine getan hatte.

Diese angenehme Beschäftigung verursachte mir ein süßes Vergnügen, während

ich mit Eifer beobachtete, was im Nachbarzimmer vorging. Die beiden Mädchen

bewunderten einander in dem Zustand, in den Courbelan sie versetzt hatte.

Sie hatten von Kopf bis zu den Knien nicht das geringste Stückchen Stoff am

Leibe. Dieser Anblick versetzte auch mich in einen leidenschaftlichen

Zustand der Begierde. Es schien, als ob ihre Lust mit meinen geheimsten

Wünschen zusammenflösse. Alle beide küßten und liebkosten ihn, nahmen sein

Glied in die Hand, kitzelten seine Hoden und streichelten seine Lenden. Und

er vergalt ihnen diese Aufmerksamkeiten seinerseits durch seine Küsse und

die Liebkosungen, die er ihren Brüsten zuteil werden ließ. Er faßte sie an

ihren Brüsten, er saugte daran und bewunderte sie. Schließlich begann er

ihre geheimsten Stellen zu kitzeln, und ich sah seine Finger dort Kommen

und Gehen spielen. Sein Instrument erstand aufs Neue zu stattlicher Größe,

und die beiden Mädchen liebkosten es um die Wette. Es erinnerte an einen

Speer, den man einer schönen Bestie in den Leib gepflanzt hat. Ich bemerkte

deutlich, daß Courbelan meine Cousine haben wollte, aber Justine wußte dies

auch. Schließlich, weil er jene nicht haben konnte, warf er sich auf

Justine, und ich glaubte, daß er sie bis zu ihren Eingeweiden durchbohrte.

Nichts konnte ihn zurückhalten.

»Laß uns unser Vergnügen vermehren, indem wir zusammen genießen«, rief er

schließlich. Er bat Isabelle, sich mit gespreizten Schenkeln auf das Bett

zu legen, während Justine ihre Beine dazwischen schob. Weil nichts meinen

Blick hindern konnte, bemerkte ich genau, wie Courbelans Instrument in

Justines Spalte verschwand. Es schien mir unbegreiflich, wie dies möglich

war. Ich fragte mich ernsthaft, wie eine so mächtige Waffe wohl in mich

eindringen könnte, wo ich doch nicht einmal meinen Finger dort eindringen

zu lassen wagte, weil mir diese Versuche einen heftigen Schmerz

verursachten.

Aber das Beispiel, das ich vor Augen hatte, entfachte meinen Mut, und ich

versuchte meinerseits mit aller Kraft, meinen Finger vordringen zu lassen.

Ich verstand mich um so leichter dazu, als ich sah, daß Courbelans Finger

Isabelle auf eine ähnliche Art behandelte, während sein Instrument mit

Justine beschäftigt war. Er sagte ihr, sie habe die hübscheste kleine

Spalte der Welt, und riet ihr, gleichzeitig ihre Klitoris zu kitzeln. Sie

befolgte diesen Rat, während sein Finger in ihrem Örtchen Kommen und Gehen

spielte, ganz so wie sein Glied es in Justines Grotte tat. Ich versuchte

dieses höchst eindrucksvolle Beispiel nachzuahmen, indem ich den

Zeigefinger meiner linken Hand mit aller Kraft vordringen ließ, während

meine rechte mich kitzelte, so wie ich es Isabelle tun sah. Sofort spürte

ich eine heftige Wollust. Ich wunderte mich nicht, daß Isabelle diese

Empfindung bei ihren abendlichen Spielen zu wiederholen suchte. Es dauerte

auch nicht lange, so befanden alle drei sich in einer leidenschaftlichen

Aufregung. Isabelle ließ sich auf den Rücken fallen und vollführte von Zeit

zu Zeit etliche Stöße mit ihrem Hinterteil. Courbelan, der mit Entzücken

Zeuge ihrer Lust war, rief: »Ah, meine Liebe, es kommt Dir!«

Er hatte Mühe, diese Worte hervorzubringen, denn just in diesem Moment fiel

er selbst nahezu regungslos auf Justine. Ich hörte ihn etliche Seufzer

ausstoßen, welche die Lebhaftigkeit seiner Empfindungen bewiesen, Justine

selbst blieb nach etlichen heftigen Zuckungen wie ohnmächtig und aller

Kräfte beraubt liegen, und ihre Seufzer mischten sich mit denen Courbelans.

Diese Beweise einer so heftigen Lust steigerten auch meine Empfindungen zu

einem Grad, daß ich mich erschöpft auf ein beliebiges Möbelstück sinken

ließ, um diese Wonnen bis zur Neige zu genießen. Ah, welch ein Übermaß der

Empfindung diese erste wollüstige Erfahrung in einem Herzen hervorzurufen

vermag! Man ist nicht mehr, was man ist, man existiert nur noch in diesem

Gefühl, man denkt und empfindet nichts mehr als dieses. Die Zeit, die ich

brauchte, um mich davon zu erholen, benützten die anderen dazu, sich wieder

anzuziehen. Danach verabschiedete sich Courbelan, indem er beide umarmte,

dann zog er sich auf demselben Weg zurück, auf dem er gekommen war.

Isabelle und Justine verließen das Zimmer. Ich wartete noch eine Weile,

dann nahm ich denselben Weg, den Courbelan genommen hatte, und kehrte nach

einer kleinen Weile so unbefangen in die Wohnung meiner Tante zurück, als

wäre nicht das Geringste geschehen.

Von diesem Augenblick an dachte und träumte ich von nichts anderem als von

dem, was ich gesehen hatte. All ihre Worte hallten in meinen Ohren wider,

jede ihrer Handlungen war mir unvergeßlich. Ich rief sie mir immer wieder

in Erinnerung. Als ich mich am nächsten Abend neben Isabelle zur Ruhe

begeben hatte, stellte ich mich, als sei ich in einen tiefen Schlaf

gefallen. Es dauerte nicht lange, so begann sie zu seufzen. Am Abend darauf

wiederholte sich dasselbe Spiel. Kaum glaubte meine Cousine, daß ich

eingeschlafen sei, begann sie ihre kleinen Manipulationen. Ich war auf der

Hut, und indem ich meinen rechten Schenkel zwischen ihre beiden schob,

legte ich meine Hand an die Stelle, wo sich ihr Finger bewegte. Ich glitt

darunter und fühlte alsbald ihre ganze Spalte unter meiner Hand. Ich

umarmte sie, küßte ihre Brüste und führte meinen Finger vorwitzig in ihre

Grotte. Dann begann ich sie zu kitzeln, wie ich es an jenem denkwürdigen

Nachmittag gesehen hatte. Sie breitete ihre Schenkel aus und ließ mich

machen. Es dauerte nicht lange, so hörte ich sie jene wollüstigen Seufzer

ausstoßen. Ich bemerkte, daß sie dort unten ganz feucht geworden war. Mich

quälte dasselbe Verlangen, das sie offensichtlich erhitzt hatte, und ich

ergriff ihre Hand, damit auch sie in meiner Grotte zu Werke gehe.

Sie zögerte, doch dann versah sie ihr Amt so gut, daß sich nach wenigen

Augenblicken meine Seufzer mit den ihren mischten.

Isabelle war nicht wenig überrascht von allem, was ich getan hatte.

Schließlich hatte sie mich immer für ein unwissendes Kind gehalten. Sie

hatte nicht gewagt, mir etwas von ihrem Geheimnis zu sagen, weil sie

fürchtete, daß ich kindisch genug sein würde, meiner Mutter oder meiner

Tante etwas davon zu sagen. »Aber Rose«, fragte sie mich immer wieder,

»woher weißt Du bloß dies alles? In Deinem Alter habe ich nicht halb so

viel gewußt.«

»Das glaube ich Dir, meine Liebe. Ich werde es Dir verraten, wenn Du mir

versprichst, daß Du mir nicht böse sein, sondern mich immer lieben wirst.«

Ich hielt einen Augenblick inne, und Isabelle beteuerte mir unter tausend

Zärtlichkeiten, daß sie kein Wort verraten würde, wenn ich ihr nur alles

sagte. »Du traust mir nicht, mein Engel? Wirklich, ich verspreche Dir

ewiges Stillschweigen. Niemals wird ein Wort von dem, was Du mir sagst,

über meine Lippen kommen. Laß uns daher Vertrauen gegen Vertrauen setzen.«

Also gestand ich ihr, wie ich sie belauscht hatte. Sie erschrak nicht

wenig. »Ah, meine liebe Freundin, ich beschwöre Dich, bewahre dieses

Geheimnis! Verrate mich nicht, ich wäre sonst verloren!«

Ich schwor ihr bei allem, was mir heilig war, ewiges Stillschweigen, und

wir kamen darin überein, nicht einmal Justine einzuweihen. Isabelle gab mir

unzählige Küsse und fragte mich immer wieder, welche Wirkung das, was ich

gesehen hatte, auf mich gehabt habe? Ich erzählte ihr bereitwillig alles.

»Aber sag mir doch, Isabelle«, bat ich sie schließlich, »durch welchen

Zufall hast Du denn diese Geschichte zwischen Courbelan und Justine

entdeckt?«

»Das will ich Dir sagen«, versprach sie eifrig. »Glaube mir, es gibt

nichts, was ich Dir verbergen möchte, so sehr baue ich auf Dein

Versprechen. Also höre zu! Ungefähr fünf Wochen vor Deiner Ankunft war ich

mit meiner Mutter ausgegangen. Doch waren wir noch nicht weit vom Haus

entfernt, da entdeckte sie, daß sie etwas vergessen hatte, und sie bat

mich, es zu holen. Ich kehrte also ins Haus zurück. Nachdem ich gefunden

hatte, was ich suchte, ging ich aus irgendeinem Grund in Justines Zimmer.

Die Tür war unverschlossen, vermutlich hatte sie an keine Störung gedacht.

Ich öffnete sie, und Du kannst mir glauben, nie zuvor in meinem Leben bin

ich so überrascht gewesen. Ich blieb wie angewurzelt stehen und konnte es

gar nicht fassen, Courbelan auf ihr zu finden. Er erschrak mindestens

ebenso und verließ sie sogleich, während er sich beeilte, sein Werkzeug vor

mir zu verstecken und ihre Unterröcke in Ordnung zu bringen. Sie hatte

Glück gehabt, daß nicht meine Mutter an meiner Stelle war. Ich wollte mich

augenblicklich zurückziehen, doch Justine hielt mich fest. Sie fürchtete

wohl, daß ich meiner Mutter etwas von dem sagen würde, was ich gesehen

hatte. Sie zog mich auf ihren Schoß und beschwor mich, nichts zu sagen. Ich

versprach ihr alles, was sie nur wollte, während sie mich an sich drückte

und meine Hände küßte. Ich muß Dir gestehen, liebste Rose, daß mir dieses

Abenteuer einigen Stoff zum Nachdenken gab. Einige Tage darauf nahm mich

Justine in ihre Kammer mit unter dem Vorwand, daß sie mir einige neue

Stickstiche beibringen würde. Doch sie unterrichtete mich über ungleich

amüsantere Dinge und brachte mir Sachen bei, die mir ganz neu waren. Sie

entblößte meinen Busen und nahm meine Brüste in ihre Hände. So malte sie

mir die Vergnügungen der Wollust in den lebhaftesten Farben aus. Meine

Aufmerksamkeit war gefesselt. Schließlich, nachdem sie mich durch ihre

Gespräche heftig erregt hatte und meine Neugierde genügend entflammt war,

fühlte ich ein heftiges Feuer in meinen Adern brennen. Die Fragen, die ich

stellte, verrieten Justine, daß der Augenblick günstig war. Sie nahm mich

in die Arme, hob mich auf und legte mich auf ihr Bett. Dort entblößte sie

mich, und ich verteidigte mich nur schwach. Sie liebkoste mich und

versicherte mir, wie glücklich ein junger und liebenswürdiger Kavalier sein

würde, an ihrer Stelle diese lieblichen Reize zu sehen und zu berühren, die

ich mein eigen nenne. Wie seine Maschine anschwellen und er vor Lust

ersterben würde! Ihre Schmeicheleien und die lebhaften Farben, in denen sie

diese Bilder vor mir ausbreitete, brachten mich dahin, sie alles tun zu

lassen, was sie wollte. Sie legte ihre Fingerspitzen zwischen meine

Schamlippen und kitzelte und liebkoste mich aus Leibeskräften. Es dauerte

nicht lange, und ich empfand das Vergnügen, das sie mir so lebhaft

ausgemalt hatte. Doch sie versicherte mir unentwegt, daß ich mit einem

hübschen jungen Mann noch viel mehr Wollust haben würde. Von da an

wiederholte sie dieses Spiel des öfteren, und eines Tages führte sie ihren

Finger sogar in meine Spalte ein. Ich empfand einen gewissen Schmerz dabei,

aber das war nicht weiter schlimm. Ich bemühte mich nach Kräften, ihr das

Vergnügen, das sie mir bereitete, zurückzugeben. Acht oder zehn Tage vor

Deiner Ankunft geschah dann etwas Besonderes. Meine Mutter war allein

ausgegangen und hatte uns, ohne es zu wissen, unseren Spielen überlassen.

Justine erfand irgendeinen Vorwand, und bald waren wir beide splitternackt.

Courbelan, der sich hinter einem Vorhang versteckt hielt, wurde so zum

Zeugen all unserer Torheiten. Das war zwischen den beiden abgesprochen

worden, ohne daß ich etwas davon wußte. Sie lachte herzlich über diese

List. Ich wunderte mich über ihr Gelächter und wollte den Grund wissen.

Schließlich gestand sie mir, daß uns Courbelan die ganze Zeit beobachtete.

Er kam nackt wie wir selbst hinter einem Vorhang hervor, mit einem ragenden

Speer bewaffnet, dessen Länge und Umfang mich nicht wenig erschreckte. Ich

zitterte vor Scham und Furcht und wollte mich selbst verstecken. Doch die

beiden hielten mich zurück, und Courbelan nahm mich in seine Arme und

liebkoste mich mit seinen Händen und Lippen überall, wo er mich nur

erreichen konnte. Er nahm sich alle Freiheiten, und Justine half ihm noch

dabei. Schließlich wich meine Scheu dem Verlangen. Er drückte mir seine

Rute in die Hand, und ich zögerte nicht, sie zu packen. Das Feuer seiner

Küsse und seiner Berührungen, sowie das Beispiel Justines, die ihn ohne

alle Bedenken liebkoste, ließ all meine Glieder vor Vergnügen zittern. Ich

befand mich in einer Situation, in der ich nichts verweigern konnte. Die

Empfindungen, die er mir verursachte, waren viel stärker als jene, die

Justine mir bereitet hatte. Ich wünschte brennend, daß er mit ihr dasselbe

täte. Doch er ging viel weiter, indem er sie auf das Bett legte. Während er

mich mit einer Hand festhielt, gab er mir Gelegenheit zu sehen, wie er in

ihr verschwand.

Die Heftigkeit ihrer Bewegungen ließ mich die Intensität ihrer Gefühle

ahnen. Heute war es das sechste Mal, daß ich mit den beiden auf diese Weise

zusammen war. Ich habe mich sehr auf Deine Ankunft gefreut, meine Liebe,

weil ich gehofft habe, dadurch mehr Freiheiten zu, bekommen. Denn ich habe

ein unaussprechliches Verlangen danach, daß Courbelan mit mir dasselbe

mache wie mit Justine. Ich habe natürlich Angst, daß ich dadurch ein Kind

bekommen könnte, und auch seine Größe macht mir Bedenken. Aber nachdem sie

ihn mit so großer Begeisterung aufnimmt, kann ich mir vorstellen, daß diese

Furcht unsinnig ist und der Schmerz, den man dabei empfindet, bei weitem

durch die Lust aufgewogen wird, von der Courbelan mir erzählt hat. Justine

widersetzt sich meinem Verlangen immer, doch ihre verschiedenen Gründe

scheinen mir recht fadenscheinig.

Ich habe sie bedrängt, mir diesen meinen Herzenswunsch zu erfüllen. Ich

habe ihre Gründe mit all den Einfällen bekämpft, die mir gerade in den Kopf

kamen, und sie hat mir schließlich versprochen, daß sie meinen Wünschen

folgen würde. Aber bis heute hat sie ihr Wort nicht gehalten.«

Wenige Tage danach wurden wir von Justines Verwandten zu einer Hochzeit

eingeladen. Diese Einladungen sind in kleinen Provinzstädten üblich.

Isabelle meinte lachend, das sei endlich eine günstige Gelegenheit, sie zu

täuschen. Ich wußte natürlich, was ihre Phantasie so lebhaft beschäftigte,

und ich beschloß, ihr zu helfen. Ohne Zweifel würde Courbelan zum Tanz

kommen, denn das taten die jungen Leute bei solchen Anlässen immer, auch

wenn sie nicht eingeladen waren. Die Hoffnung, Justine und Isabelle zu

treffen, würde ihn sicher dorthin führen. Ich würde zunächst allein

erscheinen und sagen, daß Isabelle mit ihrer Mutter unterwegs sei und

später nachkommen würde. Ohne Zweifel würde ich ihn sehen und Gelegenheit

haben ihm zu sagen, daß Isabelle ihn zu sprechen wünsche und in Justines

Zimmer warte. »Nein, nein, das ist unmöglich«, sagte sie errötend. Aber ich

drängte sie und erstickte ihren Widerspruch in meinen Zärtlichkeiten.

Es war ganz leicht, ihr Verlangen zu wecken, und schließlich stimmte sie

dem zu, was ich ihr vorgeschlagen hatte. Ich hatte mich noch nicht völlig

angezogen, als meine Tante das Haus verließ. Kaum war ich bei Justines

Verwandten angekommen, traf ich auch schon Courbelan. Ich zog ihn beiseite

und sagte ihm ganz ruhig, was ich mir vorgenommen hatte. Er verschwand

augenblicklich. Ich bedauerte nur, nicht auf meinem Wachposten zu sein.

Doch ohne Zweifel würde Isabelle mir nachher alles sagen. Also nahm ich

ohne Bedenken an dem festlichen Treiben teil, nachdem ich bei dem Fest

meiner lieben Cousine schon nicht anwesend sein konnte.

Justine fragte mich, kaum daß ich den festlich geschmückten Raum betreten

hatte, warum Isabelle nicht mit mir gekommen sei. Ich sagte

vereinbarungsgemäß, daß sie mit ihrer Tante gegangen sei, doch daß wir uns

hier verabredet hätten. Sie nahm meine Ausrede als die natürlichste Sache

der Welt. Doch als sie sah, daß auch Courbelan nach kurzer Zeit verschwand

und meine Cousine immer noch nicht kam, schöpfte sie Verdacht. Ohne sich

mir näher zu erklären, konnte sie sich nicht enthalten, zu bemerken, daß

das Verschwinden des einen und das Ausbleiben der andern doch recht

eigenartig sei. Ihre Unruhe nahm zu, doch nicht lange danach tauchte

Courbelan wieder auf und bald darauf auch meine Cousine. Justine verschwand

an ihrer Stelle, und ich erzählte Isabelle von dem Verdacht, den ihre

Gouvernante geschöpft hatte. Sie vermutete gleich, daß jene in die Wohnung

zurückgekehrt sei, und das beunruhigte sie nicht wenig. Doch Justine kam

wieder, und diesmal blieb sie. Doch hatte sie gewisse Nachforschungen

angestellt und erfahren, was sie wissen wollte. Kaum waren wir wieder zu

Hause, zogen Isabelle und ich uns in unser Zimmer zurück, indem wir

Müdigkeit vorschützten. In Wirklichkeit wollte ich die erstbeste

Gelegenheit benützen, um mit ihr allein zu sein und alles zu erfahren, was

ich wissen wollte. Ich sagte, daß ich vom Tanz erschöpft sei, und Isabelle

sagte dasselbe, obwohl sie gar nicht getanzt hatte. Sie hatte immer einen

Vorwand gefunden, um die Aufforderungen, die an sie ergingen,

auszuschlagen. Wir legten uns also zu Bett. Ich schloß sie in meine Arme,

und ich wollte meine Hand dorthin legen, wo sie unzweifelhaft jenes riesige

Instrument empfangen hatte. Aber sie stieß meine Hand zurück und sagte, sie

habe heftige Schmerzen.

»Ah«, seufzte sie, »meine geliebte Rose, wie wenig hat meine Neugierde mich

zufrieden gestellt. Courbelan kam, wie er dies immer zu tun pflegte. Ich

öffnete ihm. Er flog in meine Arme und trug mich auf das Bett. Seine Hände

liebkosten mich, wie sie es schon oft getan hatten. Ich leistete ihm keinen

Widerstand, doch dann hat er mich mit seinem riesigen Instrument

durchbohrt, wie ich es erwartet habe. Aber welchen Schmerz hat mir dies

verursacht! Ach, dieses riesige Werkzeug hat mich förmlich zerrissen. Ich

wagte nicht zu schreien und brach in Tränen aus. Er versuchte mich zu

trösten, indem er mich umarmte und mir versicherte, daß ich Sekunden später

nur noch Lust empfinden würde. Er täuschte mich. Als er es wieder

versuchte, war mein Schmerz genau so heftig. Er tat es ein drittes Mal, und

ich sträubte mich dagegen. Aber er erstickte meinen Widerstand. Auch tat er

es diesmal mit sehr viel Vorsicht und Zartheit, daß ich glaubte, diesmal

keinen so heftigen Schmerz zu empfinden. Doch es war beinahe dasselbe wie

zuvor. Diese furchtbaren Schmerzen mischten sich mit meiner Angst, ein Kind

zu bekommen. Du weißt ja, wie Justine mir diesen Gedanken eingeimpft hat.

Courbelan hat ein so heftiges Brennen an jenem gewissen Örtchen verursacht,

daß ich es nicht einmal zu berühren wagte. Ich habe deshalb auch nicht

tanzen können.«

Es fiel mir nicht schwer, Isabelles Mißgeschick zu erklären. »Ohne Zweifel

bist Du enger gebaut als Justine, die etliche Jahre älter ist«, warf ich

ein.

»Das sagte Courbelan auch. Er meinte, mit der Zeit und durch eine gewisse

Übung würde ich schon weiter werden. Aber in der Zwischenzeit werde ich es

nicht mehr dulden.«

Es blieb uns also nichts anderes übrig, als uns für den Rest des Abends

ruhig zu verhalten, und so schliefen wir schließlich ein.

Am nächsten Tag rief Justine Isabelle in ihr Zimmer und eröffnete ihr, daß

sie Courbelans unerwünschten Besuch bemerkt habe. Er habe vergessen, die

Pforte ordnungsgemäß zu schließen, auch habe sie bemerkt, daß ihr Bett in

Unordnung geraten sei. Sie sagte Isabelle auf den Kopf zu, daß sie, anstatt

mit ihrer Mutter fortzugehen, im Haus geblieben sei und die Wohnung erst

zwei Stunden später verlassen habe. Sie verlangte von ihr ein offenes

Geständnis und versicherte ihr, daß sie sich auch ohne dieses jederzeit

davon überzeugen könne, was in der fraglichen Zeit geschehen sei.

Isabelle versuchte sich zu verteidigen, doch die Spuren dessen, was

geschehen war, waren so offensichtlich, daß sie schließlich die halbe

Wahrheit gestand, ja, Courbelan sei gekommen, und er habe ihr dieselben

Aufmerksamkeiten wie früher erwiesen, Justine versicherte ihr, daß sie dies

nicht glaube. Sie sei überzeugt, daß Courbelan sie genommen habe, umso

mehr, als alle Anzeichen dafür sprächen. Meine Cousine leugnete, aber

dieses Mädchen gab sich damit nicht zufrieden. Sie war viel stärker als

Isabelle. Ohne weiteres hob sie sie in ihren Armen auf und legte sie auf

das Bett. Isabelle vermochte keinen Widerstand zu leisten, und weil sie

fürchtete, daß ihr neue Schmerzen bevorstünden, gestand sie schließlich

alles, was ihre Gouvernante wissen wollte. Justine, die die Folgen dieses

Abenteuers fürchtete, war wütend auf Courbelan, und sie brachte es fertig,

seinen künftigen Besuchen so viele Hindernisse in den Weg zu legen, daß es

meiner Cousine beinahe unmöglich wurde, ihn zu sehen.

Justine benutzte künftig alle Möglichkeiten, die ihr zu Gebote standen, um

eine weitere Verbindung zwischen Courbelan und Isabelle zu verhindern.

Courbelan zerstritt sich deshalb mit ihr und zog wenig später in eine

andere Stadt. Wahrscheinlich hat er inzwischen sowohl Isabelle als auch

Justine vergessen. Diese verließ übrigens meine Tante bald danach.

Möglicherweise ist sie ihm nachgereist, um ihn wieder für sich zu gewinnen.

Während der ersten Zeit vermochte Isabelle ihren Ärger darüber, daß sie ihn

nicht sehen konnte, nicht zu verbergen. Ich litt unter ihren Launen, aber

ich verstand und tröstete sie, so gut mir das möglich war. Schließlich

gelang es mir, die Erinnerung an diesen liebenswürdigen jungen Mann in ihr

verblassen zu lassen. Ich liebte meine Cousine herzlich, umso mehr, als

auch sie eine leidenschaftliche Zuneigung für mich hegte und diese nicht

wenig dazu beitrug, daß sie ihren Kummer schließlich vergaß.

Wir blieben noch vier Monate zusammen, und während dieser Zeit lehrte sie

mich alles, was sie von Courbelan und Justine erfahren hatte.

Ich entnahm daraus unschwer, daß Courbelan vom ersten Augenblick an seine

Augen auf Isabelle geworfen hatte. Unter dem Vorwand, daß Isabelle ein

Geheimnis, an dem sie beteiligt war, am besten bewahren würde, hatte er

Justine überredet, sie an ihren Spielen teilnehmen zu lassen. Wäre Justines

Eifersucht nicht ein so ernsthaftes Hindernis gewesen, er hätte von

Isabelle ohne Zweifel früher Besitz ergriffen.

Die Zeit, die ich bei meiner Tante verbrachte, ging zu Ende. Meine Mutter

rief mich zu sich zurück. Wir mußten uns trennen und taten es nicht ohne

Bedauern. Meine Tante war ganz gerührt über meine Tränen und versprach mir,

daß sie alles tun würde, um mich bald wieder bei sich zu haben.

Auch ich bedauerte meine Abreise sehr. Ach, nach all der Freizügigkeit, die

ich im Hause meiner Tante genossen hatte, bedrückte mich die Langeweile bei

meiner frömmlerischen Mutter, die keinen Menschen bei sich sehen wollte,

umso mehr.

Doch es wurde nicht ganz so schlimm, wie erwartet. Denn ich vermochte im

Haus meiner Mutter Nutzen aus allem zu ziehen, was mich der Zufall und

Isabelle gelehrt hatten. Ich bereitete mir tagtäglich die wollüstigsten

Sensationen, so wie Isabelle dies getan hatte, ja, ich verdoppelte meine

Lust noch durch die reizvollen Bilder meiner Einbildungskraft. Ich dachte

nur an Männer. Meine Gedanken und Begierden waren nur mit ihnen

beschäftigt. Wenn ich sie sah, heftete ich meine Augen auf jene Gegend, wo

ich das Idol ruhen wußte, das meine Phantasie so sehr entflammte. Ah,

welches Feuer verbreitete sich in meinem Körper, wenn ich nur daran dachte!

Und just, als ich mich in dieser Verfassung befand, kehrte Vernol von

seiner Schule zurück. Wie schön erschien er mir! Ich war fasziniert von

ihm. Bis dahin war mir sein Charme entgangen. Zwar hatten wir von unserer

frühesten Kindheit an eine lebhafte Freundschaft füreinander empfunden.

Doch nun änderte sich unsere Situation. Er schien alle meine Begierden auf

sich zu ziehen. Ein leidenschaftliches Feuer belebte meine Sinne, wenn ich

ihn nur ansah. All meine Gedanken kreisten um ihn. Ich wünschte mir

leidenschaftlich, an ihm jene Region aus der Nähe besichtigen zu dürfen,

die zu sehen mir bei Courbelan vergönnt gewesen war. Ich wußte natürlich,

daß ich zu jung war, die Begierden eines Mannes zu erwecken. Die Leiden,

die Isabelle ertragen hatte, erschreckten mich. Und im Übrigen kannte ich

niemanden, der seine Augen auf mich geworfen hätte. So ist es kein Wunder,

daß Vernol, mit dem mich eine innige Freundschaft verband, schließlich das

Ziel all meiner Wünsche wurde. Sein Zimmer war neben dem meiner Mutter, wo

ich schlief. Wenn diese fromme Seele zur Kirche gegangen war, wo sie jeden

Morgen zwei oder drei Stunden verbrachte, schloß ich die Tür hinter ihr ab.

Sie glaubte, wir schliefen, und ließ uns in Frieden. Doch angestachelt von

meinen Begierden, eilte ich im Nachthemd, so wie ich war, in das Zimmer

meines Bruders und trieb mit ihm tausend Mutwilligkeiten, während er im

Bett lag. Ich neckte ihn, ich umarmte und küßte ihn und versetzte ihm

leichte Schläge auf seinen festen Hintern. Er hielt wacker mit, zog mich

auf sein Bett, küßte mich und bearbeitete mein Hinterteil mit der Hand,

indem er mir die Schläge heimzahlte, die er von mir bekommen hatte. Dieses

Spiel wiederholten wir jeden Morgen. Als er mich wieder einmal auf sein

Bett warf, verschob sich mein Hemd, und ich strampelte mit meinen Beinen in

der Luft. Er konnte geradewegs in meine kleine Grotte sehen. Da spreizte er

meine Schenkel und legte seine Hand dazwischen. Er konnte gar nicht genug

bekommen, mich zu betrachten und zu berühren. Ich ließ es ihn tun. »Ah,

Rose«, sagte er, »wie verschieden wir beide doch sind«.

»Wie das?« fragte ich scheinheilig. »Was meinst Du damit, daß wir

verschieden sind?« Ich machte meine unschuldigste Miene, während ich ihn

dies fragte.

»Nun, sieh selbst«, sagte er ganz unbefangen und hob sein Hemd, so daß ich

sein kleines Werkzeug sehen konnte, das augenblicklich groß und stark

wurde. Ich hatte es niemals zuvor gesehen.

Scheinbar ganz harmlos, nahm ich die kleine Lanze in die Hände und

betrachtete sie von allen Seiten. Ich liebkoste sie, zog ihre Spitze ein

wenig aus ihrer Umgebung hervor und hatte schließlich die Genugtuung, ihn

in eine heftige Erregung geraten zu sehen.

Schließlich wurde er ungeduldig, mit mir dergleichen zu tun, und bat mich:

»Rose, laß mich Dich noch einmal anschauen.«

Ich tat ihm den Gefallen und legte mich wieder hin. Er zog meine Beine in

die Höhe und spreizte sie. Mit großer Aufmerksamkeit betrachtete und

berührte er alle Teile meiner Liebesgrotte. Aber er wußte nicht, wie er sie

behandeln sollte. Er kniete über mich gebeugt auf dem Bett. Ich schob meine

Hand zwischen seinen Schenkeln hindurch, um sein hübsches Kleinod aufs Neue

zu liebkosen. Es belustigte mich, den roten Kopf desselben auftauchen und

wieder verschwinden, zu sehen. Das Vergnügen, das ich ihm bereitete,

verdoppelte das meine. Ich ruhte nicht eher, als bis ich mich seiner ganz

bemächtigt hatte. Ich küßte ihn, ich verschlang ihn beinahe, ich liebkoste

seinen ganzen Körper. Das Auf und Ab, das meine Hände an seinem reizvollen

Spielzeug vollführten, zeitigte schließlich den gewünschten Erfolg. Es

versprühte dieselbe weiß schäumende Flüssigkeit, die Courbelan in Justines

Hände versprüht hatte.

Diese Situation, die für ihn ganz neu war, sein Erstaunen und seine

unzweifelhafte Lust waren für mich ein köstliches Schauspiel. Seine Hand

glitt zwischen meine Schenkel und ruhte dort ohne alle Bewegung. Ich legte

mich wieder auf das Bett und erteilte ihm eine Lektion, die ihm völlig neu

war. Alles erschien ihm außergewöhnlich und wundervoll. Ich führte ihn von

einem Erstaunen zum nächsten. Ich nahm sein Instrument, ich küßte es, ich

saugte daran und ließ es zur Gänze in meinem Mund verschwinden.

Augenblicklich kam es wieder in jenen liebenswürdigen Zustand, in dem es

zuvor gewesen war.

Bis jetzt hatte ich nicht gewagt ihm zu zeigen, was ich wirklich wünschte.

Aber schließlich beraubte ich ihn im Übermaß der Erregung seines Hemdes und

entledigte mich auch des meinen. Nichts verbarg mir die Reize, die die

Natur ihm verliehen hatte, ich liebkoste sie alle, und er vergalt mir meine

Zärtlichkeiten auf dieselbe Weise. Sein reizendes kleines Werkzeug war

wieder ganz steif. Schließlich warf ich mich, von Begierde überwältigt, auf

ihn und drängte es selbst in meinen Leib. Ah, wie gut mir das tat! Ich war

natürlich noch eng, aber er war nicht groß. Wir stießen einander aus

Leibeskräften. Schließlich ließ ich mich völlig auf ihn sinken und spürte,

wie er ganz in mich eindrang. Augenblicklich erfüllte mich eine

leidenschaftliche Befriedigung. Auf diese Weise verloren wir beide zugleich

unsere Jungfernschaft. Ah, welche Wollust erfüllte uns dabei! Vernol wußte

nicht, wie ihm geschah. Wir genossen diese reine Seligkeit bis zum Exzeß.

Die Ekstase überkam ihn. Seine Arme, die mich umklammert hielten, sanken

herab. Ich verhielt meine Bewegungen und ließ mich auf ihn sinken. Ach, er

ahnte wohl, daß ich in diesem Augenblick dasselbe wie er empfand.

Eng umschlungen versanken wir in jene wohltätige Ermattung, die fast so

wollüstig wie die Wollust selbst ist. Doch da ich viel früher zu mir selbst

zurückfand als er, sah ich mich gezwungen, ihn dazu zu bringen, daß seine

Hand sich noch einmal auf eine höchst erfreuliche Weise mit mir

beschäftigte.

Wir unterzogen uns in der Folge jeden Tag diesen angenehmen Übungen.

Entweder kam ich in sein Bett oder er in meines. Wenn wir es ohne Gefahr

der Entdeckung tun konnten, vereinten wir uns sogar im Laufe des Tages.

Während der Nacht konnten wir nicht zusammenkommen, aber meine Träume waren

ganz und gar von wollüstigen Bildern erfüllt, und ich opferte die

Vergnügungen, die ich mir verschaffte, seinem Gedenken. Er tat in seinem

Zimmer desgleichen, und am Morgen fanden wir uns zusammen, um unsere

nächtlichen Phantasien Wirklichkeit werden zu lassen. Natürlich wollte er

wissen, aus welchen Quellen mein Wissen stammte. Doch ich wagte ihm dies

nicht einzugestehen, und so verloren sich meine intimen Geständnisse in

Allgemeinheiten. Erst als ich seiner Diskretion völlig sicher sein konnte,

erzählte ich ihm alles. Doch ach, inmitten unserer Vergnügungen mußten wir

uns trennen. Es galt Abschied zu nehmen, weil Vernol an seine Schule

zurückkehren mußte. Mein Schmerz war unendlich, ich kann ihn auch nicht

beschreiben. Ach, wie lang ist mir die Zeit ohne ihn geworden!

Der gelüftete Vorhang oder Lauras Erziehung · 第 6 / 10 题