Ich beginne meine Geschichte mit meinem zehnten Lebensjahr. Meine Mutter
starb an einer langwierigen Krankheit, die sie nach acht Monaten des
Leidens zu Grabe brachte. Mein Vater tröstete mich über einen Verlust, den
ich täglich mit bitteren Tränen beweinte. Seine Zuneigung, seine Gefühle,
die mir so teuer waren, wurden ihm von meiner Seite auf das lebhafteste
vergolten.
Ich war stets der Gegenstand seiner zärtlichsten Liebkosungen gewesen. Es
verging kein Tag, an dem er mich nicht in seine Arme schloß und mich mit
den süßesten Küssen überhäufte.
Ich erinnere mich noch daran, wie meine Mutter ihm eines Tages Vorhaltungen
machte, daß er mich auf diese Weise verwöhnte. Er gab ihr eine Antwort, die
mir später noch viel zu denken gab, obwohl seither bereits einige Zeit
vergangen war.
»Worüber beklagen Sie sich, Madame? Ich habe keinen Grund zu erröten. Wenn
sie meine Tochter wäre, so wären diese Vorwürfe vielleicht begründet, aber
so fühle ich mich nicht in der Situation, das Beispiel Lots nachzuahmen.
Ich bin glücklich, diese Zärtlichkeit für sie zu empfinden, die Sie so
tadelnswert finden. Das, was Konvention und Gesetze bestimmen, ist keine
Forderung der Natur. Es fällt daher dem denkenden Menschen leicht, sich
darüber hinwegzusetzen.«
Diese Antwort habe ich nie wieder aus dem Gedächtnis verloren. Das
Schweigen meiner Mutter, das darauf folgte, ließ sie mir noch
bedeutungsvoller erscheinen, ja, ich glaube, daß dieses Gespräch, das ich
zufällig belauschte, und die Gedanken, die ich mir darüber machte, mich
noch fester an meinen Vater banden. Ich begriff wohl, daß ich alles in
meinem Leben seiner Freundschaft verdankte. Dieser Mann, der so
liebenswürdig, geistvoll und weise war, vermochte wahrhaftig die
zärtlichsten Gefühle zu erwecken. Die Natur hatte mich begünstigt, als ob
die Liebe selbst mich geformt hätte. Du weißt, meine liebe Eugenie, daß ich
in diesem Punkt nicht übertreibe. Von Kindheit an hatte ich eine hübsche
und ebenmäßige Figur, eine schlanke Taille und einen ausgezeichneten Teint.
Die Lebhaftigkeit meiner braunen Augen wurde durch einen sanften und
zärtlichen Blick gemäßigt, und mein Haar fiel in schönen Locken auf meine
Schultern. Ich hatte ein fröhliches Gemüt, wenn ich auch ein wenig zur
Nachdenklichkeit neigte.
Mein Vater studierte meine Neigungen und meinen Geschmack, und er
kultivierte meine Anlagen mit der größten Sorgfalt. Die größte Mühe
verwandte er darauf, mich zur Wahrheitsliebe anzuhalten. Er wollte, daß ich
nichts vor ihm verberge, und er erreichte dies auch mit Leichtigkeit. Denn
es war unmöglich, ihm etwas zu verschweigen. Seine strengste Strafe bestand
darin, mir seine Zärtlichkeit zu verweigern. Ah, wie habe ich die wenigen
Male, da dies geschah, darunter gelitten!
Einige Zeit nach dem Tod meiner Mutter schloß mich dieser hervorragende
Mann eines Tages besonders innig in seine Arme.
»Laurette, mein liebes Kind«, sagte er, »Du bist nun beinahe elf Jahre alt,
und Deine Tränen über den Verlust deiner Mutter sollten nun aufhören. Ich
habe Dir genügend Zeit zur Trauer gelassen. Nun wollen wir durch
vernünftige Beschäftigung für Deine Zerstreuung sorgen.«
Tatsächlich habe ich eine brillante Erziehung genossen. Ich hatte nur einen
einzigen Lehrmeister: Meinen Vater. Aber er unterrichtete mich in allem. In
Malerei, Tanz, Musik und allen Wissenschaften war er gleicherweise ein
Meister. Es war ihm nicht schwer gefallen, sich über den Tod meiner Mutter
hinweg zu trösten. Ich wunderte mich darüber, und eines Tages konnte ich
mich nicht enthalten, mit ihm darüber zu sprechen.
»Du mußt wissen, daß in einer Gemeinschaft, in der sich Charaktere und
Temperamente ähneln, der Augenblick, in dem diese Übereinstimmung
zerbricht, die Herzen der Einzelwesen zerreißt, die sich auf solche Weise
miteinander verbunden fühlten. Weder Charakterstärke noch irgendeine Art
von Philosophie helfen einem sensiblen Menschen, dieses Übel ohne Kummer zu
ertragen. Auch die Zeit, von der es heißt, daß sie alle Wunden heilt, kann
da nur wenig Linderung verschaffen. Wenn wir nicht durch die Bande der
Sympathie mit einigen unserer Mitmenschen verbunden wären, gäbe es auf
dieser Welt keine Trennung außer der, die durch die unvermeidlichen
Naturgesetze verursacht wird, denen alles Leben unterworfen erscheint. Ein
vernünftiger Mensch wird sich deshalb früher oder später mit dem Schmerz
abfinden müssen, der keinem menschlichen Wesen erspart bleibt. Doch soll
ich Dich in einem so wichtigen Punkt etwa täuschen, mein Kind? Gewiß nicht.
Dies ist vielmehr ein Gegenstand, um darüber zu reden. Du kannst Dir selbst
ein Urteil bilden. Stell dir also zwei Wesen vor, die in ihrer Veranlagung
ganz verschieden sind, sich aber durch eine fragwürdige äußere Macht, sei
es nun durch Konvention oder auch durch materielle Erwägungen, auf das
intimste miteinander verbunden haben. Nimm an, diese Menschen haben durch
eine flüchtige Täuschung ihrer Sinne zueinandergefunden. Oh, sie brauchen
nur kurze Zeit, um zu erkennen, daß sie einer Illusion zum Opfer gefallen
sind. Es dauert nicht lange, so lassen beide die Masken sinken, durch die
sie einander getäuscht haben, jene Masken also, die ihren natürlichen
Charakter verdecken. Wie glücklich werden diese beiden sein, sich wieder zu
trennen!
Welch ein Glück bedeutet es, eine Kette zu sprengen, die durch die
Gewohnheit zur Tortur wurde. Welch ein Glück, sich dann mit jemandem zu
vereinen, der dem eigenen Charakter entspricht! Denn, meine Laurette,
während zwei Menschen, deren Neigungen und Charaktere ganz und gar nicht
zusammenpassen, ihre gegenseitige Gesellschaft fliehen, fühlen sie sich zu
einem Wesen, das dem ihren kongenial ist, um so heftiger hingezogen. Glaube
mir, die Übereinstimmung des Geschmacks und des Geistes ist für den
Menschen ungleich wichtiger als der flüchtige Rausch der Sinne. Und ein
Wort, eine gewisse Gedankenassoziation, ja selbst eine Gebärde kann die
Übereinstimmung der Gefühle wie der Gedanken bezeugen. Überlege Dir nun,
welche Qualen zwei Menschen leiden müssen, die durch die Ketten der
Konvention und des gesellschaftlichen Scheins aneinander gefesselt sind,
während doch alles in ihnen nach Trennung schreit. Welch eine Verstellung,
welch schmerzliche Selbstbeherrschung!«
»Mein teurer Papa, Du nimmst mir alle Lust darauf, je zu heiraten. Ist das
Deine Absicht?« warf ich zutiefst betroffen ein. »Ah nein, mein Kind. Ich
wollte Dir nur eine Situation vor Augen führen, die mir nur zu gut bekannt
ist. Und damit Du die Natürlichkeit und Vernunft meiner Ansichten besser
verstehst, empfehle ich Dir zu lesen, was der Präsident von Montesquieu in
seinen »Nachdenklichen Briefen« darüber geschrieben, hat. Wenn Alter und
Vernunft Dich in die Lage versetzen, gegen unwürdige Vorurteile
anzukämpfen, wird es Dir ein Leichtes sein, das richtig zu erkennen. Ich
könnte Dir leicht Rechenschaft ablegen über alle Gedanken, die ich mir zu
diesem Thema gemacht habe. Aber Deine Jugend erlaubt es mir nicht, mehr
darüber zu sagen.«
Damit beendete mein Vater dieses Gespräch.
Und nun, meine teure Eugenie, siehst Du die Szene sich verwandeln. Eugenie,
liebste Eugenie, was soll ich Dir sagen? Die Schreie, die ich um mich zu
hören glaube, der Zwiespalt unter den Menschen, den die Worte meines Vaters
vor mir heraufbeschworen, lassen meine Feder sich sträuben. Aber die
sanften Stimmen der Liebe und Freundschaft beruhigen mich wieder. Ich fahre
also mit meiner Geschichte fort.
Wiewohl mein Vater ausschließlich mit meiner Erziehung beschäftigt schien,
entdeckte ich doch nach etlichen Monaten eine gewisse Verwandlung an ihm.
Er schien zerstreut und unruhig. Irgendetwas, von dem ich nicht wußte, was
es war, schien ihn zu beschäftigen. Nach dem Tod meiner Mutter hatte er
jeden gesellschaftlichen Verkehr abgebrochen, um sich ganz der Sorge um
mich zu widmen. Wir lebten in einem großen und sehr bequemen Landhaus
völlig für uns. Ich hatte wenig Ablenkung, und so nahm ich seine Ideen mit
großem Eifer entgegen. Die Liebkosungen, die er mir zuteil werden ließ,
verdoppelten sich mit der Zeit und schienen ihn zu beleben. Seine Augen
bekamen dann einen lebhaften Glanz, seine Wangen röteten sich, seine Lippen
brannten auf den meinen. Er liebkoste meinen Hintern, er legte seine Hand
zwischen meine Schenkel und küßte meine Lippen und meinen Busen. Einmal
tauchte er mich splitternackt in ein Bad. Ah, es war köstlich! Nachdem er
mich am ganzen Körper mit einer duftenden Essenz eingerieben hatte,
überhäufte er mich mit seinen Küssen. Sein Busen bebte, und seine Hände
taten desgleichen. Niemals zuvor hatte ich ein so köstliches Bad gehabt.
Diese himmlische Unordnung hinter uns! Aber mitten in den lebhaftesten
Zärtlichkeiten verließ er mich und schloß sich in seinem Zimmer ein.
Wenige Tage später hatte ich plötzlich unter seinen brennenden Küssen ein
Gefühl, wie ich es noch nie gehabt hatte. Unsere Lippen hatten einander
wohl unzählige Male berührt, ja selbst seine Zunge berührte meinen in
Zärtlichkeit hinschmelzenden Mund. Da fühlte ich das Feuer dieser Küsse in
meine Adern dringen. Aber wieder löste sich mein Vater aus meinen Armen und
enteilte. Ich blieb verstört und neugierig zurück. Auf jeden Fall wollte
ich entdecken, was meinen Vater dazu veranlaßte, just nach einem Augenblick
solcher Zärtlichkeiten in sein Zimmer zu eilen und sich dort
einzuschließen. Ich versuchte hinter das Geheimnis zu kommen, indem ich
durch die Fensterscheiben spähte. Aber der Vorhang, der auf der Innenseite
der Fenster angebracht war, verhinderte die Sicht, so daß ich nicht
entdecken konnte, was sich dort abspielte.
Wenige Tage darauf bekam er einen Brief der ihn zu erfreuen schien. Nachdem
er ihn gelesen hatte, zog er mich beiseite und sagte: »Meine liebe Laura,
Du kannst nicht ohne Gouvernante bleiben, und nun teilt man mir mit, daß
morgen eine kommen wird. Sie soll ausgezeichnete Qualitäten haben, man
widmet ihr förmlich Elogen. Wir werden sie uns ansehen, um uns selbst ein
Urteil zu bilden.«
Das war eine Neuigkeit, die mir nicht im Geringsten gefiel. Ich muß Dir
gestehen, meine liebe Eugenie, daß mich ihre Ankunft jetzt schon störte,
ohne daß ich hätte sagen können, warum. Diese in Aussicht gestellte
Gouvernante mißfiel mir schon, obwohl ich sie noch gar nicht gesehen hatte.
Doch zurück zu den Tatsachen. Lucette kam an dem Tag, den sie angekündigt
hatte. Sie war ein großes, sehr hübsches Mädchen, neunzehn oder zwanzig
Jahre alt. Ihre Vorzüge waren ganz offensichtlich: Ein schöner,
schneeweißer Busen, eine wundervolle Figur, an der nichts niedlich war.
Unregelmäßige, aber höchst pikante Züge. Ein schöner Mund, hinreißende
Lippen, kleine Zähne von einem schimmernden Emailweiß. Ich war überrascht.
Mein Vater hatte mich gelehrt, einen hübschen Mund zu erkennen, indem er
unzählige Male den meinen gelobt hatte.
Lucette fügte übrigens all diesen Vorzügen einen ausgezeichneten Charakter
hinzu, in dem sich Sanftmut, Güte und ein charmantes Wesen mischten. Ich
wurde ungeachtet des Unbehagens, mit dem ich ihrer Ankunft entgegengesehen
hatte, fast augenblicklich gut freund mit ihr. Und das, obwohl ich begriff,
daß mein Vater ihre Erscheinung mit einer Befriedigung zur Kenntnis nahm,
die offensichtlich war.
Ach, meine Liebe, wie gut, daß Neid und Eifersucht meinem Herzen fremd
sind! Überdies ist es weder unsere Schönheit noch unser Verdienst, was das
Begehren der Männer entfacht. Ihre Unbeständigkeit entzündet vielmehr einen
flüchtigen Funken, der in Sekundenschnelle zu einem alles verzehrenden
Brand anwachsen kann. Wenn sie darüber nachdächten, wie eilends kehrten sie
zu einer Frau zurück, deren Sanftmut und Anpassungsfähigkeit es ihnen einst
unmöglich erscheinen ließ, ohne sie zu leben. Wenn sie indessen nicht
denken, was meist der Fall ist, geraten sie schnell auf Abwege. Ah -- wie
unsinnig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen!
Natürlich dachte ich damals noch nicht mit so viel Scharfsinn über diese
Dinge nach. Ich bemerkte wohl, daß mein Vater sich intensiver mit meiner
neuen Gouvernante beschäftigte, als dies im Allgemeinen üblich sein mochte.
Trotzdem empfand ich keine Eifersucht gegen Lucette. Ihre Zärtlichkeiten,
die sich denen meines Vaters zugesellten, hielten jede unerfreuliche Regung
von mir fern.
Mein Vater zeigte sich mir gegenüber unverändert, und heute schreibe ich
dieses Betragen seiner Klugheit zu. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis ich
bemerkte, daß er sich keine Gelegenheit entgehen ließ, um in Lucettes Nähe
zu sein. Doch traf sich meine Vorliebe für Lucette mit der seinen, und so
hatte ich daran nichts auszusetzen. Lucette schlief in meinem Zimmer, das
unmittelbar neben dem meines Vaters lag. Doch am Morgen, gleich nach dem
Erwachen, kam er meistens herüber, um uns zu umarmen und mit uns ein wenig
zu scherzen. Wir lagen in einem riesigen Bett nebeneinander. So hatte er
genügend Möglichkeit, sich nach Belieben mit uns zu amüsieren. Ich weiß
heute, daß er Lucette eine ganze Reihe von Avancen machte, und natürlich
wies sie diese nicht gerade zurück. Aber sie ermutigte ihn auch nie in
meiner Gegenwart, wie ich es gerne gesehen hätte. Ich wunderte mich im
Stillen über ihre Zurückhaltung. Da ich nach mir selbst urteilte, dachte
ich, daß alle Welt diesem so liebenswürdigen Mann gegenüber, den ich so
leidenschaftlich liebte, ganz ähnlich wie ich empfinden müsse. Ich brachte
es niemals fertig, ihm etwas zu verwehren oder ihm Vorwürfe zu machen.
Eines Tages fragte ich Lucette: »Warum, meine Teure, lieben Sie Papa nicht,
wo er doch so von Freundschaft zu Ihnen erfüllt scheint? Wirklich, Sie sind
sehr undankbar.«
Sie lachte zu diesen Vorwürfen und versicherte mir, daß sie ungerecht
seien. Doch es sollte anders kommen, als ich es erwartet hatte.
Eines Abends nach dem Souper zogen wir uns in mein Zimmer zurück. Mein
Vater schenkte uns noch einen Liqueur ein, der offenbar die Eigenschaft
hatte, den Schlummer zu begünstigen. Ich fühlte mich bald schlaftrunken,
obwohl ich nur wenig davon genommen hatte, und kaum daß eine halbe Stunde
vergangen war, so schien auch Lucette eingeschlafen zu sein. Mein Vater
nahm mich nach einer Weile in seine Arme, trug mich in sein Zimmer und
legte mich dort auf sein Bett. Darauf verließ er mich wieder. Ich wunderte
mich über dieses neue Arrangement und war im Nu wieder wach. Mit einem
raschen Schritt eilte ich zu der Glastür, die unsere Zimmer trennte, und
lüftete das Ende des Vorhangs ein wenig, der mir den Blick nach drüben
verwehrte.
Ich war sehr erstaunt, geradewegs auf Lucettes völlig entblößten Busen zu
sehen. Welch schöne Brüste! Zwei Halbkugeln von schneeigem Weiß, auf denen
sich zwei reizende, rosig schimmernde Erdbeeren erhoben, bewegten sich im
Rhythmus ihrer Atemzüge. Mein Vater betrachtete sie, nahm sie in die Hand,
küßte sie leidenschaftlich und begann daran zu saugen.
Umsonst, nichts weckte Lucette. Schließlich zog er sie an den Rand des
Bettes, und zwar so, daß sie mir zugewandt war. Er schob ihr Hemd nach
oben, und ich sah zwei alabasterweiße Schenkel, rund und wohlgeformt. Er
zog sie behutsam auseinander, so daß ich ihr hübsches Kraushaar und die
rosenfarbene Furche dazwischen sehen konnte. Sanft zog er die rosigen
Lippen auseinander und legte die Finger dazwischen. Aber trotz aller
Bemühungen seiner Hand blieb sie unbeweglich. Erregt durch den Anblick, der
sich mir bot, und durch sein Beispiel belehrt, imitierte meine Hand die
Bewegungen, die ich ihn vollziehen sah. Das Resultat war eine Empfindung,
die mir bis dahin völlig unbekannt war.
Mein Vater legte Lucette nun auf das Bett zurück und ging dann zur Tür, um
sich zu vergewissern, daß sie verschlossen sei. Ich floh ins Bett zurück
und stellte mich schlafend. Er kehrte zurück, und ich probierte mein neues
Wissen aus, indem ich meine Hand wieder in jene verborgenen Regionen
führte. Ich geriet in Glut, und es dauerte nicht lange, so empfand ich ein
so leidenschaftliches Vergnügen, daß meine Seele darin hinzuschwinden
drohte. Ich versank in einen Zustand, der mir bisher völlig unbekannt
gewesen war und den ich deshalb umso eifriger genoß.
Als ich aus meiner süßen Betäubung wieder erwachte, stellte ich mit
Erstaunen fest, daß ich an einem gewissen Ort ganz feucht geworden war. Das
beunruhigte mich für einen Augenblick sehr, doch bald fiel ich in einen
erquickenden Schlaf, der durch die angenehmsten Träume versüßt wurde. Das
Bild meines Vaters, wie er Lucette liebkost hatte, stand mir noch immer vor
Augen, und als ich am anderen Morgen selbst unter seinen Liebkosungen
erwachte, gab ich sie ihm mit doppeltem Eifer zurück.
Ich bewunderte die Klugheit dieser beiden schönen Menschen, die sich
untertags so außerordentlich zu beherrschen wußten, eine unzweifelhafte
Gemeinsamkeit zu verbergen. Ich malte mir aus, wie sie das wiederholten,
was ich gestern durch einen Zufall gesehen hatte. Es war mir unmöglich,
mich von diesem Gedanken loszureißen. Ich starb vor Begierde, Zeuge dieses
Schauspiels zu werden. Du kannst Dir das leidenschaftliche Verlangen, das
mich beseelte, wohl ausmalen, meine Liebe. Doch gemach! Der Augenblick, in
dem ich alles erfahren sollte, kam unweigerlich näher.
Einige Tage nach diesem Ereignis fand ich eine Gelegenheit, meine Begierde
zu stillen. Mein Vater war ausgegangen, Lucette beschäftigt. Das gab mir
Zeit genug, in Papas Zimmer zu schlüpfen und den bewußten Vorhang so zu
befestigen, daß er eine Ecke freiließ. Von diesem Arrangement wollte ich
profitieren. Am nächsten Morgen geschah es dann. Mein Vater, der nur einen
leichten seidenen Hausmantel trug, zog die gleichfalls nur nachlässig
bekleidete Lucette mit sich. Sie waren vorsichtig genug, die Tür zu
schließen und den Vorhang zuzuziehen. Doch meine kleine Vorsichtsmaßnahme
war erfolgreich. Der bewußte Winkel blieb frei. Ich eilte an die Tür und
spähte hindurch. Ich entdeckte Lucette. Ihre Brüste waren völlig entblößt.
Mein Vater hielt sie in seinen Armen und bedeckte sie mit Küssen. Dann
schienen die beiden von ihrem Verlangen überwältigt. Unterröcke, Korsett,
Hemd, alles flog auf den Boden. Oh, wie schön erschien mir Lucette in
diesem Zustand, in dem ich sie niemals zuvor gesehen hatte. Sie strahlte
die Frische und Anmut der Jugend wider.
Liebe Eugenie, die Schönheit der Frauen ist doch eine wundersame Macht, der
sogar wir Frauen uns nicht ganz entziehen können, ja, meine Liebe, sie ist
lockend selbst für unser eigenes Geschlecht. Diese sanft gerundeten Formen,
der Samt und die reizenden Farben einer gepflegten Haut sind schlechthin
unwiderstehlich. Du hast mich in den Armen gehalten und weißt das. Es ist
Dir nicht viel anders als mir ergangen.
Mein Vater befand sich übrigens in einem ganz ähnlichen Zustand wie jenem,
in den er Lucette gebracht hatte, und das war für mich ein völlig neuer
Anblick. Er trug sie auf sein Bett, und ich unternahm alle Anstrengungen,
die beiden weiter zu beobachten, obwohl das gar nicht so einfach war, weil
der Vorhang meine Sicht behinderte.
Da sie sich ungestört glaubten, erlegten sie sich nicht die geringste
Hemmung auf. Lucette lag auf ihm, ihr hübsches Hinterteil ragte in die
Luft, ihre Schenkel waren gespreizt. So ließ sie mich, ohne es zu wollen,
die ganze Öffnung ihrer Spalte sehen, die sich dunkel zwischen zwei
hübschen Schamlippen hinzog. Diese Situation schien ganz geeignet, meine
Neugier zu befriedigen. Mein Vater, dessen Kniee nach oben ragten,
präsentierte meinen Blicken ein erstaunliches Objekt: Ein mächtiges Glied,
das prall und steif aus dem Haarwald hervorstach, der seine Wurzel umgab.
Der Kopf dieses Instruments war rötlich gefärbt und zur Hälfte mit einer
Haut bedeckt, die sich anscheinend mühelos zur Seite schieben ließ. Ich sah
diesen erstaunlichen Gegenstand in Lucettes Spalte verschwinden und wieder
auftauchen. Sie küßten sich, und die Seufzer, die ihren Lippen entflohen,
bewiesen, daß sie dabei ein überaus großes Vergnügen empfanden. Schließlich
sah ich dieses prächtige Instrument wieder auftauchen. Karmesinrot und ganz
feucht von einer weißlich schäumenden Flüssigkeit, die sich ungestüm auf
Lucettes Schenkel ergoß. Du kannst dir vorstellen, meine liebe Eugenie, in
welcher Situation ich mich befand, mit einem solch eindrucksvollen Gebilde
vor Augen.
Leidenschaftlich erregt und von bisher unbekannten Gefühlen durchdrungen,
bediente ich mich meiner vorwitzigen Finger, um wenigstens auf diese Weise
an einer Lust teilzunehmen, die ich so leidenschaftlich gern in ihrem
vollen Umfang erfahren hätte.
Es kam, wie es kommen mußte: Meine Unklugheit verriet mich. Mein Vater, der
während der verflossenen halben Stunde bestimmt keinen Gedanken an mich
verschwendet hatte, entdeckte plötzlich den gelüfteten Vorhangzipfel. Er
löste sich aus Lucettes Armen, legte seinen Morgenrock an und näherte sich
der Tür. Ich versuchte mich vorsichtig zurückzuziehen. Er untersuchte den
Vorhang und entdeckte natürlich mein kleines Manöver. Doch wartete er, bis
Lucette sich angezogen hatte. Ich wunderte, mich, wo er blieb, und kehrte,
von Neugier getrieben, auf meinen Beobachtungsposten zurück.
Wie erschrak ich doch, als ich das Gesicht meines Vaters unmittelbar vor
mir auf der anderen Seite des gelüfteten Vorhangs entdeckte. Der Schreck
nagelte mich beinahe auf der Stelle fest. Ich wußte nicht, sollte ich
bleiben oder fliehen. Ich bemerkte wohl, daß Lucette mit ihrer Toilette
fast fertig war. Er kehrte zu ihr zurück und gab ihr Anweisungen für den
Haushalt. Sie verließ das Zimmer durch die entgegengesetzte Tür, und ich
fand mich mit ihm allein.
Ah, in welchem Zustand befand ich mich! Zitternd und bleich konnte ich
nicht verbergen, was mit mir vorgegangen war. Doch mein teurer Vater nahm
mich, anstatt zu schelten, in die Arme und überhäufte mich mit hundert
Küssen. »Beruhige Dich, meine teure Laura«, sagte er. »Wie könntest Du auch
bei meinem Anblick erschrecken. Fürchte nichts, meine geliebte Tochter! Du
weißt wohl, was ich Dir immer gesagt habe. Ich fordere von Dir nichts als
die Wahrheit. Ich möchte, daß Du in mir mehr Deinen Freund siehst als
Deinen Vater. Wirklich, ich bin nichts als Dein Freund, und ich möchte, daß
Du Dir dessen allzeit bewußt bleibst. Darum bitte ich Dich, mein Kind,
verschweige mir nichts. Sag mir, was Du durch diesen Vorhang gesehen hast,
während ich mit Lucette zusammen war. Ich beschwöre Dich, sag mir die
Wahrheit! Du hast keinen Grund, etwas zu befürchten. Doch wenn Du es nicht
tust, wirst Du damit rechnen müssen, daß ich Deine Erziehung in einem
Konvent beenden lasse.«
Diese Institutionen haben für mich von jeher einen intensiven Schrecken
gehabt. Dabei wußte ich doch wenig genug davon. Doch es mußte ein
schrecklicher Unterschied bestehen zwischen dem Leben einer solch
unglücklichen Eingeschlossenen und dem erfreulichen Dasein, das ich bei
meinem Vater führte. Im Übrigen zweifelte ich nicht daran, daß er überzeugt
war, ich hätte alles gesehen. Und schließlich -- hatte ich denn je ein
Geheimnis vor ihm gehabt?
Ich erzählte ihm also von Anfang an alles, und er schien darüber gar nicht
böse zu werden. Wirklich, er geriet nicht im Geringsten in Zorn, so genau
ich ihm auch die Bilder, die ich gesehen hatte, ausmalte. Vielmehr
ermutigte er mich durch seine Zärtlichkeiten, und ich verlor schließlich
alle Scheu und sprach ganz offen über jene Dinge, die meine Phantasie so
sehr beschäftigten.
»Meine teure Laurette«, sagte er schließlich, »Du hast mir noch nicht alles
gesagt.« Seine Hand ruhte auf meinen Lenden, und seine Lippen berührten die
meinen. »Komm, sag mir alles, versuch nicht, mir etwas zu verbergen.«
Ich gestand ihm, daß ich durch eine gewisse Reibung an meinem Körper
versucht hatte, dasselbe zu tun, was ich ihn mit Lucette hatte tun sehen,
und daß ich dabei eine Art von Vergnügen empfunden habe, das mir bisher
ganz fremd gewesen sei. Auch verschwieg ich ihm nicht, daß ich davon ganz
feucht geworden war und daß ich dieses aufregende Spiel seither etliche
Male wiederholt hatte.
»Aber, mein teures Kind, als Du gesehen hast, wie ich in Lucette eindrang,
bist Du da nicht auf die Idee gekommen, Deinen Finger auf eine ähnliche
Weise zu verwenden?«
»Nein, liebster Vater, dieser Gedanke ist mir wirklich nicht gekommen«,
versicherte ich ihm. »Nimm Dich in Acht, Laura, täusche mich nicht, denn Du
kannst dies nicht vor mir verbergen. Es ist dies eine sehr ernste
Angelegenheit.«
Ich versicherte ihm wahrheitsgemäß und mit allem Nachdruck, daß ich nichts
dergleichen getan hätte. Er schien beruhigt und umarmte mich auf das
herzlichste. Wir gingen in sein Zimmer, und er legte mich auf sein Bett,
zog mich aus und betrachtete mich mit großer Aufmerksamkeit. Seine Hände
öffneten die zwei fleischigen Lippen zwischen meinen Schenkeln, und er
versuchte mit seinem kleinen Finger dazwischen einzudringen. Ein heftiger
Schmerz erfaßte mich, und ich brach in Tränen aus. Er hielt augenblicklich
inne.
»Sie ist ganz entzündet, meine teure Kleine. Ich sehe wohl, daß Du mich
nicht getäuscht hast. Diese Rötung kommt ohne Zweifel von der Reibung, mit
der Du Dich vergnügt hast, während Du mich bei Lucette gesehen hast.«
Ich gestand ihm, daß es mir nicht gelungen sei, dieses Vergnügen zu
vervollständigen. Meine Wahrhaftigkeit wird durch einen Kuß an einer höchst
merkwürdigen Stelle belohnt. Seine Zunge beginnt mich zu liebkosen und
verursacht mir eine köstliche Sensation. Solche Zärtlichkeiten sind für
mich neu, und um ihn dafür zu belohnen, tasten meine Hände nach diesem
wundervollen Instrument, das ich vorhin gesehen hatte und das sich nun
unter seinem Morgenrock bemerkbar macht. Ich nehme es unwillkürlich in die
Hand und öffne mit der anderen seinen Hausmantel, so daß ich es sehen kann.
Er läßt mich gewähren, und ich habe nun das Vergnügen, dieses kostbare
Instrument aus der Nähe zu besichtigen. Oh, wie liebenswürdig und
einzigartig erscheint es mir! Ich dachte in diesem Augenblick, daß dies die
wahre Triebfeder allen Vergnügens sei. Oh, diese Haut, die sich mit meinen
Bewegungen hob und senkte und den Kopf dieses köstlichen Gliedes einmal
auftauchen und dann wieder verschwinden ließ!
Doch wie groß war mein Erstaunen, als ich mich nach etlichen Augenblicken,
in denen ich dieses heiß pulsierende Instrument in meinen Händen liebkost
hatte, von demselben brennenden Tau besprengt fühlte, der die blendenden
Schenkel meiner schönen Gouvernante besprüht hatte!
Ich schmolz in leidenschaftlichen Seufzern hin, und er verdoppelte die
Zärtlichkeiten, die er mir entgegenbrachte. Das Vergnügen zeitigte in mir
die lebhaftesten Empfindungen. Schließlich bereitete er mir eine unerhört
köstliche Sensation: Seine Zunge vollführte die Übungen, die sein Finger
schon so virtuos durchgeführt hatte. Ich fühlte mich erschöpft.
»Ah . . . mon cher papa. Ich fühle mich sterben . . .«
Halb ohnmächtig lag ich in seinen Armen.
Von diesem Tage an wurde alles für mich zu einer Quelle der Erkenntnis. War
ich vorher unwissend gewesen, so wuchs mein Wissen nun mit jedem Tag. Es
schien, als sei das Instrument, das ich berührt hatte, der wunderbare
Schlüssel zu allen Weisheiten der Welt. Mein teurer Vater erschien mir noch
einmal so liebenswert, und meine Zärtlichkeit für ihn kannte keine Grenzen.
Sein ganzer Körper fand sich bald meinen liebkosenden Händen ausgeliefert.
Meine Küsse und Zärtlichkeiten duldeten keine Unterbrechung, und das Feuer,
das sie in ihm entfachten, verdoppelte meine Leidenschaft für ihn.
Doch zurück zu jenem denkwürdigen Tag! Er führte mich in mein Zimmer, wohin
meine Gouvernante wenige Augenblicke später nachfolgte. Ich wunderte mich,
daß er ihr unser Einverständnis sogleich eröffnete.
»Lucette«, sagte er, »es ist unnötig, daß wir uns wegen Laura genieren. Sie
weiß alles über uns.«
Er wiederholte ihr, was ich ihm gesagt hatte, und zeigte ihr, was ich mit
dem Vorhang gemacht hatte. Sie schien betroffen. Aber ich setzte mich auf
ihren Schoß, und meine Zärtlichkeiten beruhigten sie rasch und fegten den
kleinen Ärger hinweg, den sie darüber empfand, daß sie so entdeckt worden
war. Mein Vater umarmte uns beide und verließ uns. Etwa eine Stunde später
kam er wieder, mit einer Frau, die mich völlig entkleiden ließ und von mir
gewisse Maße für einen Gegenstand nahm, den ich mir nicht vorstellen
konnte.
Als es Zeit zum Schlafen war, legte ich mich wie gewöhnlich neben Lucette
zur Ruhe. Aber eine gewisse Unruhe hinderte meinen Vater, seinerseits sein
Schlafzimmer aufzusuchen, und schließlich legte er sich zu uns ins Bett.
Ich befand mich also zwischen den beiden. Er hielt mich in seinen Armen,
legte seine Hand zwischen meine Schenkel und duldete es nicht, daß ich auch
meine dorthin führte. Da ergriff ich sein Instrument und war sehr erstaunt,
es in einem ganz anderen Zustand zu finden, als ich es zuvor gesehen hatte.
Ich wußte natürlich noch nichts von den merkwürdigen Veränderungen, welchen
dieses wundervolle Werkzeug unterworfen ist, sondern ich dachte, es bliebe
immer gleich groß, stark und schwellend. Es dauerte auch nicht lange, so
nahm es unter der Berührung meiner Hand wieder jene Festigkeit und jenen
Umfang an, den ich so gut kannte. Lucette, die uns beobachtete, wunderte
sich über sein Benehmen und konnte schließlich gewisse Vorhaltungen nicht
mehr zurückhalten.
»Wirklich, Monsieur, die Art, wie Sie mit Laurette umgehen, setzt mich in
Erstaunen. Sie behandeln das Kind, wie Sie es mit mir zu tun pflegen.
Bedenken Sie doch, es ist Ihre eigene Tochter!«
Doch mein Vater ließ sich dadurch nicht aus der Fassung bringen.
»Sie ist es, und sie ist es auch wieder nicht«, gab er zur Antwort. »Dies
ist ein Geheimnis, das ich ihrer Diskretion und der unserer kleinen
Laurette anvertraue, in deren Interesse es bewahrt werden soll. Aber die
Umstände machen es notwendig, daß ihr darüber Bescheid wißt.
Ich kannte ihre Mutter ganze vierzehn Tage, als ich sie heiratete. Schon am
ersten Tag entdeckte ich, daß sie schwanger war. Ich sagte mir aber, daß
es, nachdem diese Heirat einmal vollzogen war, klüger sei, nichts darüber
verlauten zu lassen. Also entführte ich sie in ein kleines, entlegenes
Provinznest, wo uns keiner kannte. Nach vier Monaten kam Laura zur Welt und
bewies durch ihr gesundes Aussehen und ihre Lebhaftigkeit nur zu deutlich,
daß sie keine Frühgeburt war. Ich blieb danach noch sechs Monate in der
Provinz und sorgte dafür, daß niemand von dem Mißgeschick meiner jungen Ehe
erfuhr. Ihr seht wohl, daß dieses Kind, das mir so teuer ist, eben doch
nicht meine leibliche Tochter ist. Sie ist mir dem Blut nach völlig fremd,
doch umso teurer wurde sie meinem Herzen. Kein innerer Zweifel kann mich
hindern, sie zu lieben, und alle anderen Erwägungen lassen sich nicht mit
der Vernunft vereinen, der ich ein Leben lang gedient habe.«
Ich erinnerte mich in diesem Augenblick der Antwort, die er einst auf die
Vorwürfe meiner Mutter gefunden hatte. Das also war des Rätsels Lösung! Nun
verstand ich auch, daß meine Mutter darauf geschwiegen hatte. Auch Lucette
schien von der Tragweite dieser Eröffnung betroffen.
»Aber wie haben Sie mit Ihrer Gattin gelebt, nachdem dies zutage gekommen
war?« wollte sie wissen.
»Ganz einfach, wir waren uns völlig gleichgültig, und bis auf das eine Mal,
von dem Laura eben berichtete, haben wir niemals über diesen Vorfall
gesprochen. Der Comte de Norval, der leibliche Vater Laurettes, ist ein
liebenswürdiger Kavalier, interessant, eine hervorragende Erscheinung und
mit allen jenen Eigenschaften begabt, die ihn einer Frau begehrenswert
erscheinen lassen müssen. Ich konnte unmöglich erstaunt sein, daß ein
junges Mädchen sich von ihm verführen ließ. Andererseits konnte sie ihn
nicht heiraten, denn er war ihrer Familie weder wohlhabend noch
einflußreich genug. Wenn nun auch Laura nicht meine natürliche Tochter ist,
so steht sie meinem Herzen doch so nahe, als ob sie es wäre, ja, vielleicht
bringe ich ihr ohne diese natürliche, durch Blut und Herkommen bestimmte
Bindung sogar noch eine zärtlichere Zuneigung entgegen. Aber
nichtsdestoweniger machte es dieses Ereignis unmöglich, mich ihrer Mutter
jemals zu nähern. Ich empfand gegen sie eine sehr starke Abneigung und
hätte sie ohne Zweifel verlassen, wenn ich es nicht gescheut hätte,
Laurette diesen Schmerz zuzufügen. Ihr Charakter und ihr Temperament waren
für mich eine ständige Herausforderung zum Streit, und ich bedurfte oft
großer Selbstbeherrschung, dies zu verbergen.«
Meine schöne Gouvernante war von dieser Erzählung fast ebenso betroffen wie
ich. Sie umarmte mich zärtlich und erwies mir tausend Artigkeiten, die mir
bewiesen, daß sie ihre Bedenken überwunden hatte. Ich erwiderte ihre
Liebkosungen auf das lebhafteste, indem ich nach ihren reizenden Brüsten
faßte, sie küßte, wie ich es bei meinem Vater gesehen hatte, und an ihren
Spitzen zu saugen begann.
Mein Vater -- ich nenne ihn noch immer so, obwohl er es ja nicht ist --
legte seine Hand auf die meine und ergriff sie, um sie auf dem schönen,
sanft gerundeten Leib Lucettes spazieren zu führen. Behutsam glitten meine
Finger über Lucettes Schoß und die Innenseite ihrer Schenkel entlang. Ihre
Haut war samtig weich. Die starke Hand, die mich führte, lenkte meine
Finger, bis sie sich in der Furche zwischen ihren Schenkeln befanden. Ich
bemerkte wohl, daß ich ihr Vergnügen bereitete, wenn ich einen bestimmten
Punkt berührte, der sich schwellend und hart aus dieser Furche erhob.
»Gut, ausgezeichnet! Laurette, laß Deine Hand da, wo sie ist, und hör nicht
auf mit ihrer Klitoris zu spielen, während ich meinen Finger in ihrer
hübschen kleinen Grotte spazieren gehen lasse«, ermutigte mich mein Vater.
Lucette zog mich in ihre Arme und liebkoste meinen Hintern. Sie nahm das
Glied des Mannes, der uns beiden so teuer war, und führte es zwischen meine
Schenkel. Aber er versuchte nicht einzudringen, wie ich es bei Lucette
gesehen hatte, sondern verharrte da, warm, groß und schwellend, doch ohne
sich zu bewegen. Lucette stieß währenddessen die leidenschaftlichsten
Bezeugungen ihrer Wollust aus. Ihre Küsse vervielfachten sich, ihr Atem
begann zu fliegen:
»Hola . . . hola! Schnell, Laurette, schnell! Teure Freundin, noch . . .
noch! Ah, es kommt mir . . . ich sterbe!«
Oh, wie schmeichelhaft waren diese kleinen Entzückungsschreie der Wollust
für mich! Ich spürte, wie sich ihr kleines Tal vom Tau der Lust
befeuchtete. Auch die Finger meines Vaters waren ganz feucht von dieser
magischen Flüssigkeit. Ah, teure Eugenie, wie erregt ich war! Ich ergriff
Lucettes Hand und führte sie zwischen meine Schenkel, in dem
leidenschaftlichen Begehren, sie möge mit mir dasselbe tun, was ich zuvor
mit ihr getan hatte. Aber mein Vater, der mit seiner Hand meine kleine
Grotte bedeckte, hinderte ihre Bewegungen und durchkreuzte so meine
Absicht. So wollüstig er auch war, wollte er meine Vergnügungen doch
sparsam dosiert wissen. Er mäßigte sein Verlangen und besänftigte meine
Ungeduld. So lagen wir lange Zeit ganz still einer im Arm des andern und
gaben uns den Nachwirkungen einer angenehmen Trunkenheit hin.
Ah, niemals habe ich mehr eine Nacht wie diese erlebt!