_Dorothea Schlegel_.
Den Catalog der Büchersammlung werde ich drucken lassen und Ihnen dann
gleich einen senden.
Amalien recht herzliche Grüße und meine ganze Theilnahme an dem Verlust
ihres Bruders. Welch eine Zeit der zerreißenden Trauer ist uns mit
diesem Jahre! Ihren Töchtern alles Liebe.
=Schleiermacher, Friedr. Ernst Daniel.=
Geboren zu Breslau am 21. Nov. 1768, gestorben in Berlin am 12.
Febr. 1834.
Reden über die Religion (1799.) -- Monologe (1800.) -- Predigten,
sieben Sammlungen (1801 bis 1833.) -- Grundlinien einer Kritik der
bisherigen Sittenlehre (1803.) -- Der christliche Glaube nach den
Grundsätzen der evangelischen Kirche, 2 Bde. (1821-22.) --
Die drei kurzen Briefchen geben in ihrer lakonischen Gedrungenheit,
welche eben nur ausspricht, was sie sagen will, dieses dann
bestimmt und klar, ein Bild des außerordentlichen Mannes, wie er
sich im geselligen Umgange zeigte. Daß diese seine Kürze nicht
immer ohne Schärfe blieb, und daß er mit wenig Worten zu treffen
pflege, verhehlten auch die wärmsten Freunde nicht, wenngleich sie
andrerseits die Milde seines Gemüthes nicht innig genug rühmen
konnten. Er war fast eben so gefürchtet als geliebt. Wie denn wohl
auch in seinen sublimen Kanzelreden philosophirende Dialektik
bisweilen von sanft-herrnhuterischer Mystik durchweht wurde. Und
gerade dieser Dualismus machte ihn zum Lieblingsprediger wahrhaft
gebildeter, denkender und fühlender Hörer.
Daß aber auch Er, dem es an Skepsis -- namentlich Tieck gegenüber!
-- durchaus nicht mangelte, sieben volle Jahre brauchte, um den
frommen Glauben an Vollendung der „Cevennen“ aufzugeben, ist fast
rührend.