_Breslau_, am 22. August. (Ohne Jahreszahl.)
Mit der am 19. dieses von hier abgegangenen Fahrpost hab’ ich, unter
der Adresse der „Intendanz des Königlichen Hoftheaters zu Dresden,“
eine ~contradictio in adjecto, i. e.~ ein _Druckmanuskript_
abgesandt, das ich _Ihrer_ Aufmerksamkeit und Güte, mein
Hochverehrter, zu empfehlen wage, obgleich ich einiges Bedenken tragen
sollte dies zu thun, wenn ich nämlich bedenke, wie ganz unbeachtet
von Ihnen mein vor mehreren Jahren an Sie abgesandtes Lustspiel
„Eigene Wahl“ geblieben ist. Nun, es geht mir diesmal wohl glücklicher
mit dem Manne, an dessen günstigem Urtheil mir so sehr, sehr viel
gelegen ist und den ich so innig verehre wie wenige Lebende, welche
Casualzweideutigkeit im doppelten Sinne gilt. Mit der nächsten, am
26., von hier abgehenden Fahrpost, send’ ich Ihnen ein Exemplar des
fraglichen Lustspiels zum _Privatgebrauch_; (möchten Sie es eines
_vorlesenden_ werth finden!) Dann schreib’ ich Ihnen mehr als
heute und mancherlei von
Ihrem
Ihnen höchst und tiefst ergebnen
_Karl Schall_,
Eigenthümer und Redakteur
der Breslauer Zeitung.