I.

_Frankfurt a. M._, den 29st. Dec. 1844.

_Hochwohlgeborner Herr!_

_Hochgeehrter Herr Geheimerath!_

Indem ich mir die Freiheit nehme, Ihnen, hochgeehrter Herr, ein

Exemplar meines „Spanischen Theaters“ zu übersenden, erlaube ich mir

zugleich, eine ganz gehorsamste Bitte an Sie zu richten, zu welcher

mich Ihre frühere, mir so vielfach bewiesene, Güte ermuthigt. Es

ist mir zur Vervollständigung meiner „Geschichte der dramatischen

Literatur und Kunst in Spanien“ (welche nächstens bei Duncker und

Humbolt erscheinen wird und schon im Druck begriffen ist) überaus

wünschenswerth, auf kurze Zeit einige Bände der Comödien des Lope

de Vega zum Gebrauche zu erhalten. Die Theile, welche ich besonders

wünsche, sind Band 3, 5, 9, 10, 14, 17 und 19. Wollten Sie nun, Herr

Geheimerath, die große Gefälligkeit haben, mir diese Bände auf drei

Wochen zu leihen, so würden Sie mich zum innigsten Danke verpflichten

und sich ein bleibendes Verdienst um meine literarische Arbeit

erwerben. Sollten Sie Bedenken tragen, mir diese kostbaren Bände

ohne Weiteres anzuvertrauen, so ist die hiesige Königl. Preußische

Bundestags-Gesandtschaft bereit, die Bürgschaft dafür zu übernehmen, so

wie ich auch selbst gern jede Art von Caution stellen will; willigen

Sie dagegen sofort in mein Gesuch ein, so bitte ich, die bezeichneten

Bände dem Herren Professor Röstell in Berlin zu übergeben, welcher

mir dieselben zusenden wird. Nach Ablauf von drei Wochen erhalten Sie

dieselben unversehrt zurück.

Briefe an Ludwig Tieck (3/4) Dritter Band · 第 169 / 309 题