V.

_Berlin_, 6ten April 1823.

_Hochverehrter Freund!_

Daß ich meine Antwort auf Ihr liebevolles Schreiben so lange

aufgeschoben habe, daran ist die stets arbeitende und zu nichts

kommende Direction des neuen Theaters Schuld. Uebermorgen aber gewiß

sende ich den ausführlichen Geschäftsbrief an Sie ab.

Diese Zeilen sollen in den edeln Kreis Ihrer Häuslichkeit ein Talent

für die Bühne -- Demoiselle Pfeifer[13] aus München -- einführen, das

ich für ein höchst eminentes halte. Dabei eine südliche lebhafte, für

die Kunst begeisterte, unterrichtete und sehr angenehme Persönlichkeit.

Möge sie Ihnen so _sehr_ gefallen, daß sie Ermunterndes von

Ihnen hört und dadurch auf der Bahn weiter gefördert wird, die sie

eingeschlagen hat. Dies mein Wunsch und die Absicht dieses Schreibens.

Bald mehr von Ihrem Sie liebenden

_Lud. Robert_.

Briefe an Ludwig Tieck (3/4) Dritter Band · 第 145 / 309 题