IV.

_Dresden_, 29/8. 1821.

Dürfte ich Sie wohl um den Prinzen von Homburg bitten; ich bedarf ihn,

um einige Worte öffentlich darüber zu sagen und schon Morgen sollen Sie

ihn wieder zurück erhalten.

Meine undiplomatische Aufführung von gestern Abend thut mir leid, man

soll nie in Gesellschaft ein wahrhaftes und tiefes Gefühl äußern, weil

eine solche Aeußerung, ihrer Natur gemäß, laut werden muß, welches

die Andern, Kalten still macht; und weil heiliger Eifer imponirt,

das heißt stumm macht. Stumm-Machen aber ist noch unverzeihlicher

als Still-Machen. Kurz ich habe sehr unrecht gehabt ein Gespräch vor

fremden Herrn zu führen, das sich höchstens in Ihrer Studierstube

geziemt hätte; aber auch Sie haben mich etwas dazu verführt und deßhalb

reicht Hohenzollern dem Churfürsten diese Bittschrift ein.

Briefe an Ludwig Tieck (3/4) Dritter Band · 第 143 / 309 题