III.

Dr., am 31. May 1836.

_Hochverehrtester Herr Hofrath!_

Sie feiern heute Ihren Geburtstag, wie ich vernommen habe. Mit

aufrichtigster Gesinnung nahe ich mich Ihnen mit Glückwünschen und

geringen Gaben. Wenn Sie dieselben eben so wohlwollend annehmen, als

sie fröhlich huldigend gereicht werden, so ist mein bester Wunsch

erfüllt. Möchten Ihnen noch recht viele, gesunde und glückliche

Jahre und in ihnen die eine Hälfte der Tage zu Gedeihen herrlicher

Schöpfungen, die andere zu heiterem Lebensgenusse geschenkt sein! Das

und Anderes würde ich Ihnen mündlich aussprechen, wenn der Zufall

nicht immer wollte, an Ihre Thüre gerade dann klopfen zu müssen, wenn

nur Ihre vertrauteren Freunde kommen dürfen, was heute zwiefach der

Fall sein wird. Deshalb kann ich nur Wunsch und Gruß dem Papiere

anvertrauen, welches doch nie Blick und Sprache und warmen Handschlag

ersetzt. Gedenken Sie meiner freundlich und schenken Sie mir Ihre

Wohlgewogenheit.

Briefe an Ludwig Tieck (3/4) Dritter Band · 第 58 / 309 题