_Was ist denn von außen her über ein Leben zu sagen!
Gar nichts._
1891
Nicht im lärmenden Kampf der Tage, auch nicht im Sturm einer großen Zeit,
aber nach Jahrtausenden stiller Arbeit, nach Äonen ewig fortwirkenden
Webens -- dann werden die Menschen gut werden.
O, wer diesen Glauben, der mir Gewißheit ist, in allen Augenblicken seines
Strebens im Herzen lebendig fühlte, er würde glücklich sein.
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Mein einziges Gebet ist das um Vertiefung. Durch sie allein kann ich
wieder zu Gott gelangen. Vertiefung! Vertiefung!
1892
Ich bin ein Studienkopf, den der Schöpfer einst flüchtig skizzierte, als
ihm ein Künstlerporträt im Sinne lag.
1894
Ich möchte nicht leben, wenn Ich nicht lebte.
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Vor einer Menschenmenge: Ich sehe plötzlich die Gedanken dieses Volks wie
eine dicke schwarze Wolke über ihm. Eine Wolke voll Tränen und Blitzen.
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Über all meinen Werken soll es wie ein großes Verstehen liegen -- und
davon werden viele glücklich werden.
1895
Mir ist mein ganzes Leben zu Mut, als ginge mein Weg oft an der Hecke des
Paradieses vorbei. Dann streift mich warmer Hauch, dann mein' ich, Rosen
zu sehn und zu atmen, ein süßer Ton rührt mich zu Tränen, auf der Stirn
liegt es mir wie eine liebe, friedegebende Hand -- sekundenlang. So
streife ich oft vorbei an der Hecke des Paradieses ...
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O tiefe Liebe, die mich zu allem beseelt.
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Möchte gern noch oft erwachen, stets als großer Künstler.
1896
In Arco:
Ich dünkte mich einer jener alten blonden Germanen, die hier einst mit
Herrscherschritt durch die Straßen wanderten.
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Ich sehe auf mich selbst zurück. Unzählige Gestalten huschen schemenhaft
an mir vorüber.
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Ausgraben will ich meiner Seele Schacht.
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Daß ich nie in meinem Leben eine Schwester gehabt habe! Kein fremdes Weib
kann dem Bruder ein solches Verhältnis ersetzen.
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Man lasse sich durch meine Ironie nicht irreführen. Meine Ironie ist naiv
wie mein Pathos. Ich vermag Unglaubliches ironisch zu sagen, ohne eine
Spur von frivoler Empfindung ..., ja vielleicht schrieb ich es mit
ernsthaftester Miene, ohne ein andres Lachen als das eines in sich
heiteren unbewegten Geistes.
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