(Spilon hebt sich mit tragischen Tone.)
Sing unsterbliche Muse die ewigen Thaten der Helden,
Welche mit Lorbeern geschmücket das blutige Schlachtfeld bedecken.
Edu. (indem er starr das Schlachtfeld anstaunet.) Seht! Sie stehen auf!
Sie rufen zum Himmel wider mich! ---- Rache! Rache! ---- Wie das Blut
unter meinen zitternden Füssen strömet! ---- Horcht! ---- Das ist die
Posaune! ---- Der Weltrichter eilet daher! ---- Die Todten stehen auf!
---- Zum Gerichte!
(Er eilt fort.)
Bel. Wunderbare Wirkung des Ehrgeizes! Ihn macht er zum Narren, und mich
heilt er von einer eingewurzelten angebohrnen Narrheit. Die kleine
heilsame Aderlässe, die heldenmäßige Bewegung hat mein Blut verdünnet,
und mein Gehirn aufgeheitert. Izt bin ich ein gesunder Kerl. Lebwohl
Statthalterschaft, ich liebe den Frieden, und esse mein Stückchen Brod
gern in Ruhe. Ihr meine unsterblichen Schlachtgenossen, kehret in des
Himmels Namen in euer Tollhaus zurück, wo der dankbare Staat eure
Verdienste reichlich belohnen wird, Lebt wohl!
Scene.
Ein Hofplatz. Beliam, Viele Leute, Isidor.
(Beliam hat eine grosse Feldtrommel, eilt mit Lärmen über den Hauptplatz
der Burg. Das Volk sammelt sich in einen Kreis; er zieht ernsthaft eine
Schrift aus dem Busen, und liest.)
Bel. Kund und zu wissen sey hiemit jedem, der es wissen soll, und Ohren
hat, daß Seine Majestät unser allergnädigster Monarch Eduard der Grosse
seinen Verstand verloren hat, wer solchen gefunden hat, wird gebeten,
ihn in die Burg zu bringen. Der Finder soll königlich belohnt werden!
(Das Volk murmelt; viele lachen. Beliam schlägt seine Trommel und geht
weiter.)
Isid. Narr, suchst du einen Schooßhund?
Bel. Da müßte ich Dich suchen! ---- Ich suche den Verstand des Königs
----