Bel. Kindheit? Ja wohl ---- Die Menschen werden wieder Kinder ----

Edu. Wir müssen die heiligen Länder dem Erbfeinde der Christenheit

entreissen! Eil, flieg, sammle ein Heer, reiß diese heilige Stätte aus

den Händen der Unglaubigen! Ich bin dein wohlgesinnter König!

(Er geht majestätisch ab.)

(Beliam sieht ihm eine Weile nach, betrachtet bald den König bald das

Papier, und staunt über den Auftrag.)

Bel. (Er singt) Einst war der Löwe toll und voll! ---- Hahaha! Leben Sie

wohl Herr Kollega! ---- Ich ein Statthalter! ---- Und warum nicht! ----

Pansa der Grosse höchstseligen Angedenkens spielte auf dem Schauplatz

der närrischen Welt meine Rolle, und war ein preißwürdiger Statthalter,

der so gut essen, trinken, schlafen, und mehr solche Staatsgeschäfte

verrichten konnte, als jede Durchlaucht und Excellenz. Das Glück küßt

dich; wenn Könige rasen, machen Narren ihr Glück! ---- Kein Teufel soll

mir meine Würde entreissen! ---- Aber wo nehme ich Kriegsleute her? -- O

das will ich klüger machen, als alle gescheiden Leute! Ich leere alle

Krankenhäuser, und Spitäler, Krüppeln und Ungeheuer, Zwergen und

Mißgeburten und allen müßigen Troß menschlicher Hefen will ich in die

Schlacht führen, diese kann der Feind tödten. Die schönen Leute will ich

aufsparen, die leeren Städte zu bevölkern. Hahaha! Welch ein grosser

Politiker bin ich geworden! Da mögen die Staatsleute in die Schule gehn;

sie schicken die Riesen der Nation auf die Schlachtbank, und verwandeln

die Städte in Pygmäennester!

Isid. So in Gedanken Narr? Beliam, was macht dein Esel?

Bel. Er ist vorgerükt, der König macht ihn zum Hofjunker, er wird dein

Kamerad!

Der Eroberer Eine poetische Phantasie in fünf Kaprizzen. Aus alten Urkunden mit neuen Anmerkungen · 第 50 / 57 题