Edu. Ich liebte das schöne Geschlecht ----

Abt. Kleinigkeiten. Der weise Salomon hatte viele hundert Kebsweiber. Es

giebt Schwachheiten, die den Menschen und nicht den König betreffen. Man

kann ein schwacher Mensch, und grosser Monarch seyn. Der Gesalbte des

Herrn, David war nicht unempfindlich für das schöne Geschlecht, wie uns

die Schrift sagt. Klopfen Eurer Majestät mit einer politischen Reue an

das Herz mit den Worten: ^mea Culpa, mea maxima Culpa!^ Ich werde einige

Messen lesen, ^multum enim valet deprecatio justi assidua!^ Sagt der

heilige Jakob ---- Enthalten sich auch Eure Majestät der

Gewohnheitssünden, bis Sie wieder genesen ----

Edu. Was denken Sie von meinen Eroberungen?

Abt. Eure Majestät sind Adams Erbe. Er war König der Welt. Gott selbst

sezte den Menschen zum Herrscher über alle Thiere! Ich habe bedächtig

alle Kriegserklärungen durchblättert, sie reden alle von lauter

gerechten Waffen.

Edu. Lieber Abt, glauben Sie also, daß ich für so viel Arbeit den Himmel

erbe?

Abt. Wenn ich Eurer Majestät so viele Welten versprechen könnte, als ich

Ihnen Freuden des Himmels zusagen kann, wie viel Welten würden Sie

erobern!

Edu. Ich danke für ihren guten Willen und frommen Wunsch. In meiner Lage

wird mir eine Welt zu schwer.

Abt. Das ist die schönste Verfassung eines Christen. Ihre Seele ist mit

dem Schöpfer ausgesöhnt. Beten Eure Majestät zwey Vater unser ---- ^et

ego te absolvo a peccatis tuis^ u. s. w.

Scene bey Hofe.

Der König, Beliam, hernach Isidor.

Bel. Ich suchte dich überall! Neuigkeiten über Neuigkeiten!

Edu. Was bringst du mir Narr?

Der Eroberer Eine poetische Phantasie in fünf Kaprizzen. Aus alten Urkunden mit neuen Anmerkungen · 第 48 / 57 题