(Als Manuscript gedruckt.)
Triest.
Buchdruckerei des Oesterreichischen Lloyd.
1863.
Ein frischer Geist durchdringt das neu verjüngte Oesterreich. Ein reges
Culturleben entfaltet sich in den weiten Ländern des Kaiserstaates; trotz
äusserer Gefahren und innerer Schwierigkeiten schreitet der Aufbau einer
segenbringenden Verfassung vorwärts, die Idee der Reichseinheit gewinnt
von Tag zu Tag mehr Boden, und in dem Maasse als sich das innere Gefüge
festiget, erstarkt die äussere Geltung und Machtstellung der Monarchie.
Die Wendung zum Bessern ist unverkennbar, wie hoch auch noch die Wogen
gehen mögen, der sichere Port ist nahe; unter der Aegide eines auf dem
Höhepunct der Zeit stehenden Monarchen geht das Gesammtvaterland einer
neuen Aera des Ruhmes und der Grösse, der Wohlfahrt und des Völkerglückes
entgegen.
Indem der patriotische Staatsbürger in gehobener Stimmung die Anstrengungen
verfolgt, mit welchen die Regierung und die Reichsvertretung diesem hohen
Ziele zusteuern, fühlt sich der Einzelne als Theil des grossen Ganzen,
erfreut sich jeder neuen Errungenschaft der guten Sache, ermisst die
noch zurückzulegende Bahn, und wird ermuthiget, freimüthig mit Ideen und
Vorschlägen hervorzutreten, von deren Ausführung er sich die Förderung des
Gemeinwohls verspricht.
In dieser Gesinnung erlauben wir uns die Aufmerksamkeit auf einen
Gegenstand zu lenken, welcher, obwohl inmitten der grossen politischen
Bewegung für den Augenblick in den Hintergrund gedrängt, die ernsteste
Beachtung verdient, indem wir in den folgenden Blättern die dringende
Nothwendigkeit klar zu machen suchen, dass Oesterreich sofort Alles
aufbiete, seinen _handelspolitischen Horizont zu erweitern und sich activ
an dem transoceanischen Welthandel zu betheiligen_.
Mit dieser Erörterung betreten wir ein bisher noch wenig gekanntes, selten
erforschtes Gebiet, und lassen uns hiebei von den Kenntnissen und den
reichen Erfahrungen von Männern leiten, welche die Belange des Seehandels
und unsere überseeischen Verkehrsverhältnisse aus eigener Anschauung und
gründlichen Studien kennen. Möge unsere kurze Darstellung als ein Beitrag
zur Lösung einer wichtigen volkswirthschaftlichen Frage günstige Aufnahme
finden.